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Depotalarm: Gilead zum Schnäppchenpreis!

18. Februar 2017 - Raimund Brichta in Allgemein | 7 Kommentare

Am vergangenen Mittwoch haben wir bei Gilead Sciences zugeschnappt und eine erste Anfangsposition aufgebaut.

Obwohl das Biotech-Geschäft stets mit großen Risiken verbunden ist, hat sich dieses Unternehmen als wahrer Wert in seiner Branche erwiesen: Seit einem Vierteljahrhundert ohne größere Geschäfts- und Kurseinbrüche, im Gegenteil mit einem stabilen Aufwärtstrend, das will was heißen. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit einer prallvollen Kasse einen eigenen Geldspeicher im Haus, auch wenn die Eigenkapitalquote aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme in den letzten Jahren abgenommen hat.

Besonders erfolgreich war Gilead zuletzt mit Aids- und Hepatitis-C-Medikamenten, wobei vor allem letztere für aktuelle Probleme sorgen: Erstens werden fast alle Patienten – anders als bei den Aids-Medikamenten – vollständig geheilt. Das heißt, sie werden keine Dauerkunden. Und zweitens gibt es in diesem Markt zunehmend Konkurrenz. Beides sorgt dafür, dass die Umsätze sinken.

Aber es bleibt die Frage, ob dies mit der annähernden Kurshalbierung der vergangenen Monate und einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 8 nicht schon eingepreist ist? Außerdem ist zu vermuten, dass das Unternehmen wie in den vergangenen Jahrzehnten nicht schläft, sondern auch mit Neuentwicklungen um die Ecke kommt.

Darüber hinaus ist gerade jetzt die technische Lage der Aktie interessant: Nach dem stetigen Kursverfall der vergangenen Monate und dem möglicherweise finalen Ausverkauf der vorletzten Woche sind die Chancen gestiegen, dass wir hier ein Schnäppchen gemacht haben. Das Erreichen des ganz langfristigen Aufwärtstrends sehen wir jedenfalls als Chance:

Zum Vergrößern anklicken:

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Wenn der Kurs in dieser Region nicht nach oben abdreht, wo dann? Oder andersherum: Wenn er auch da durchbricht, ist jede Hoffnung verloren. Da wir aber sehr nahe am besagten Trend eingestiegen sind, könnten wir uns in diesem Fall mit relativ kleinem Verlust wieder verabschieden. Das kommt unserer Devise „Risiken begrenzen“ sehr entgegen. Und im positiven Fall hätten wir die erste Hälfte unserer anderen Devise „buy low, sell high“ mit Bravour befolgt.

Okay, eine Kurswende in der Art einer V-Formation ist nicht die Regel (auch wenn sie zuweilen vorkommt), aber selbst wenn sich in dieser Region erst noch ein Boden ausbildet, hätten wir zumindest einen Fuß in der Tür. Der Plan wäre also, die Position dann aufzustocken, wenn sich im Kurs ein zweites Standbein nach unten ausbilden sollte.

Stay tuned!

7 Kommentare

  1. Viel Glück mit Gilead. Wenn man sich auf SeekingAlpha den Conference Call mal durchliest, sieht man wieder (wie schon letztes Jahr), dass das Management keine echte Strategie hat, wie sie mit dem wegbrechenden Hep C-Geschäft umgehen soll. Auf SeekingAlpha kann ich übrigens die Artikel von DoctorX zu Gilead empfehlen. Der bringt immer recht viel Expertenwissen mit. Hatte mich im letzten Jahr auch mal mit ihnen beschäftigt, bin aber mittlerweile um einiges skeptischer, was deren Zukunft angeht. Ich musste bei Gilead feststellen, dass Mr. Market meistens eben doch richtig liegt…

    • Genau meine Meinung, dass Mr. Market meistens richtig liegt. Und deshalb schauen wir jetzt einfach, was der Kurs am besagten langfristigen Trend macht. Hält er, ist das ein eindeutiges Zeichen von Mr. Market.

      Übrigens: Wegen ihrer Unberechenbarkeit ist es für mich oft auch ein Mrs. Market 😉

  2. Auch die Actien-Börse entdeckt nun Gilead. Aus der Ausgabe Nr. 15 vom 13.4.17:

    Eine besonders interessante Comeback-Story ergibt sich in einem Biotech-Unternehmen mit einer aufschlussreichen Geschichte: GILEAD.

    GILEAD wurde vor fünf Jahren zum Liebling der Biotech-Spe- kulation, als die Gesellschaft den Spezialisten PHARMASSET für die Hepatitis C-Therapie für 11,2 Mrd. $ erwarb nebst dem damals noch in der Entwicklung befindlichen Medikament Sofosbuvir.

    Der Markt belohnt dies mit rund 100 % Kursgewinn. Aber: Das Präparat hat einen ungewöhnlich kurzen Lebenszyklus, weil die behandelten Patienten ungewöhnlich schnell gesund wurden und nicht genügend Kranke neue Käufer wurden. So wurden aus 20 Mrd. $ Umsatz zunächst 33 Mrd. $ und in diesem Jahr weniger als 25 Mrd. $. Der Börsenwert beträgt aktuell 87 Mrd. $ und die Crème de la crème der Investoren ist dabei: BLACKROCK (6,3 %), CAPITAL GROUP (14,3 %), VANGUARD (7,6 %) etc. Als einziger Ausweg gilt nun, und darin liegt die Erwartung:

    GILEAD muss dringend eine neue Akquisition starten, um seine Marktposition zu verteidigen, nach- dem sich die Gewinne seit 2015 um 40 % zurückgebildet haben und mit der eigenen Pipeline die Wende nicht zu schaffen ist. Wir stellen uns auf eine Kaufbasis zwischen 59 und 63 $ ein. Unser Vorschlag: 50 % billigst.“

  3. Es sieht so aus, dass sich ein „zweites Standbein“ bzw. ein Boden bildet. Am 2. Mai gibt es Quartalszahlen. Ich würde den Titel wieder näher beobachten …

    • Wir beaobachten natürlich sehr genau. Vielleicht bildet sich nach den Quartalszahlen ein zweites Standbein aus?

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