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Depotalarm: Sicherheitsgurte gelockert!

18. Februar 2016 von Raimund Brichta in Allgemein | 27 Kommentare

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In den vergangenen Wochen habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass die allgemeine Kurstalfahrt an einer Stelle immer wieder zum Stillstand kommt: Die Bären schafften es nicht, die führenden US-Indizes nachhaltig unter ihre letzten Tiefststände zu drücken. Es gelang ihnen allenfalls vorübergehend im Laufe einer Börsensitzung oder in der vergangenen Woche auch minimal zum Börsenschluss. Stets folgte daraufhin aber eine merkliche Erholung.

Im Prinzip ergab sich im S&P 500, dem Trendsetter schlechthin, damit ein vierfacher Test ein und desselben Kursniveaus: Das von August, September, Januar und Februar. Starke Kräfte scheinen es immer wieder zu verteidigen.

Beim DAX gelang den Bären in der vergangenen Woche zwar der Durchbruch nach unten, aber dieser Bruch wurde per gestern wieder zunichte gemacht. Ebenfalls ein Zeichen der Widerstandskraft.

Dazu kommt, dass die saisonal günstige Zeit für fallende Kurse in zirka 3 Wochen ausläuft. Wir könnten in der vergangenen Woche also Tiefststände gesehen haben, die längere Zeit Bestand haben.

Zugegeben: Was es nicht gab, war ein eindeutiger Ausverkauf, ein Kapitulationstag der Bullen, wie wir ihn am 24. August gesehen hatten. Deshalb gestaltet sich die Situation dieses Mal etwas diffiziler. Aber auch das gehört zum Börsengeschehen, das eben nicht immer so einfach vorauszuberechnen ist.

Hinzu kommt noch etwas: Wie mehrfach beschrieben, sehe ich die prekäre Lage einer größeren Zahl an Schuldnern in den USA als einen Hauptfaktor an, der hinter dem Kursrutsch der letzten Wochen steht. Diese prekäre Lage kann sich dadurch auflösen, dass es zu einem oder mehreren großen Unfällen kommt, oder dass die Notenbank einschreitet und damit das Schlimmste verhindert.

Inzwischen gibt es vermehrt Anzeichen, dass Letzteres der Fall sein könnte. Nicht nur, dass die US-Notenbank hinter den starken Kräften stehen könnte, die den Durchrutsch an der Wall Street verhindert haben. Nein, inzwischen gibt es auch Stellungnahmen von Notenbankern, die darauf hindeuten, dass sie von den Märkten „weichgeklopft“ wurden.

Ein Beispiel dafür sind die jüngsten Äußerungen von James Bullard, Mitglied des US-Zentralbankrats und eigentlich eher ein Falke in diesem Gremium.

Durch solche Äußerungen erhält das weltweite Hurrageschrei der internationalen Journallie, das die Mini-Leitzinserhöhung vom Dezember begleitet hatte, einen besonders peinlichen Nachgeschmack. Mir war von vornherein klar, dass die Fed früher oder später zum Innehalten gezwungen sein wird. Nun scheint dies eben früher der Fall zu sein.

Ich betone: Das heißt nicht, dass eine große Finanzkrise verhindert wird. Aber es kann bedeuten, dass sie aufgeschoben wird. In mein persönliches Kalkül passt es ohnehin besser, wenn diese Krise erst in zwei, drei Jahren auftaucht und nicht schon jetzt. Aber ich weiß natürlich, dass die Finanzmärkte kein Wunschkonzert abspielen, sondern dass man sich stets danach richten muss, welche Töne sie vorgeben.

Unsere Aktion im Einzelnen

Dies alles vorausgeschickt, erscheint es mir an der Zeit, dass wir unsere Sicherheitsgurte im Wahre-Werte-Depot nun wieder lockern.

Konkret bedeutet dies, dass wir zu heutigen Eröffnungskursen zunächst die Hälfte unserer geplanten Zielgrößen wieder ins Depot gehievt haben. Das heißt, wir haben mit jeweils zirka 2.500 Euro Depotwert wieder einen ersten Fuß in die Tür gesetzt. Ob und wann wir die zweite Hälfte investieren, machen wir vom Marktverlauf der nächsten Wochen abhängig.

Die Wiederaufnahme betrifft alle Werte, die wir am 4.1. aus dem Depot geworfen hatten, bis auf einen: INDUS. Da diese Aktie inzwischen einen Aufwärtstrend gebrochen hat, wollen wir hier die weitere Entwicklung erst einmal abwarten.

Gleichzeitig haben wir heute zur Eröffnung die beiden Werte mit jeweils ca. 2.500 Euro ins Depot gehievt, die wir aufgrund von Depotvorschlägen unserer Leser in den vergangenen Wochen für gut befunden hatten: Novo-Nordisk und Hormel Foods.

Ebenfalls haben wir mit dem Lyxor-DAX-ETF unsere „Marktposition“ wieder zur Hälfte ins Depot aufgenommen, die wir bereits Mitte Dezember aufgrund der sich damals schon abzeichnenden Turbulenzen entfernt hatten.

Sicherheitsgurte sinnvoll?

Bleibt die Frage, ob das zwischenzeitliche straffe Anlegen der Sicherheitsgurte sinnvoll war oder nicht? Ja, das war es, und zwar aus zwei Gründen:

Erstens haben wie damit unsere Performance nach unten geglättet, auch wenn unsere wahren Werte zwischenzeitlich viel weniger verloren hatten als der gesamte Markt.

Und zweitens, was fast noch wichtiger ist: Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, Turbulenzen im Vorhinein zu erkennen und uns darauf einzustellen. Denn ich bin sicher, dass der Tag kommen wird, an dem ein noch schärferer Kursrutsch im Rahmen einer großen Finanzkrise bevorsteht. Wer nicht vorher bewiesen hat, dass er im Ernstfall die Gurte anlegt, der wird es in einem solchen Fall auch nicht schaffen,

meint Ihr
Raimund Brichta

P.S.
Hier auch noch einmal der Hinweis darauf, dass unser Verhalten nicht eins zu eins auf Privatdepots übertragbar ist. Denn für solche Depots gelten andere steuerliche Bedingungen als für Fonds, mit denen wir uns vergleichen.

P.P.S.
Und hier im Einzelnen die Werte, die wir zu heutigen Eröffnungskursen ins Depot gehievt haben:

Colgate-Palmolive
Nestle
Church & Dwight
Johnson & Johnson
Lindt & Sprüngli
Henderson Horizon Pan European Properties Fund
FUCHS Petrolub
Reckitt Benckiser
Novo Nordisk
Hormel Foods
Lyxor DAX-ETF

27 Kommentare

  1. „Hier auch noch einmal der Hinweis darauf, dass unser Verhalten nicht eins zu eins auf Privatdepots übertragbar ist. Denn für solche Depots gelten andere steuerliche Bedingungen als für Fonds, mit denen wir uns vergleichen.“

    Wie ist das zu verstehen bzw. wo (Link) kann ich mich selber hierzu schlau machen? Danke.

    • Verbindliche Steuerinformationen erhalten Sie nur bei Ihrem Steuerberater. Aber der wesentliche Unterschied ist dieser:

      Wenn Sie als Privatperson Aktien verkaufen, müssen Sie den Veräußerungsgewinn (Verkaufswert minus Anschaffungskosten) jedes Mal versteuern. Für Fonds dagegen gilt das nicht. Hier wird die Steuer erst fällig, wenn Fondsanleger ihre Fondsanteile verkaufen und/oder wenn der Fonds Gewinne an seine Anleger ausschüttet.

      • Das heißt also, dass beim Wahre-Werte-Depot bei Verkäufen mit Gewinn keine Abgeltungssteuer abgezogen wird?

        Ist m.W. gängige Praxis bei Musterdepots, aber könnte ja hier anders sein.

        Viele Grüße!

        • Genauso ist es. Wir berücksichtigen Transaktionskosten, aber keine Steuern. Somit vergleichen wir uns nicht nur mit anderen Musterdepots, sondern auch mit Fonds, für die gleiche Regeln gelten.

  2. Sehr geehrter Herr Brichta,

    eine kurze Frage: Was genau meinen Sie damit, dass Ihr Verhalten wegen anderer steuerlicher Bedingungen nicht 1:1 auf Privatdepots übertragbar ist?

    Da Sie ja bei dem Depot gerade die Privatanleger im Sinn haben und diesen Orientierung geben wollen, würde mich das sehr interessieren.

    Viele Grüße!

    • Bitte lesen Sie dazu meine bereits geschriebenen Erläuterungen hier.

      Ich will damit auf jeden Fall deutlich machen, dass ein Privatanleger bei seinen Verkaufsentscheidungen immer auch steuerliche Aspekte berücksichtigen muss.

      Wir haben uns nämlich ein anderes Ziel gesetzt: Wir wollen nicht ein Privatdepot abbilden und dem Privatanleger damit als Vorbild für sein eigenes Anlageverhalten dienen. Sondern wir wollen hiermit vielmehr ein Depot erproben, dass für den Privatanleger künftig einmal selbst investierbar sein könnte. Etwa in Form eines vermögensverwaltenden Investmentfonds. Das ist ein großer Unterschied.

      Wir wissen nicht, ob wir die Idee irgendwann einmal umsetzen können. Aber FALLS wir sie umsetzen sollten, wollen wir bis dahin zumindest schon bewiesen haben, dass wir in der Lage dazu sind. Das wäre ein Novum im Vergleich zu ähnlichen Projekten. So einen Vorlauf unter den strengen Augen der Öffentlichkeit leistet sich normalerweise niemand. Oder?

      Davon abgesehen, können sich Privatanleger natürlich Anregungen für eigene Investmentideen in Form unserer ausgewählten wahren Werte holen. Aber das ist etwas Anderes, als unsere Kauf- und Verkaufsentscheidungen eins zu eins nachzuvollziehen.

      • In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie uns mit dem Wahre-Werte-Depot in dieser Form noch lange erhalten bleiben!

        Denn als Privatanleger, der sich nicht einfach auf Fonds verlassen möchte, sind Markttiming und Aktienauswahl nicht einfach. Für beides bieten Sie Orientierung – zudem noch kostenlos, im Gegensatz zu vielen anderen (kostenpflichtigen) Musterdepots. Das hilft enorm, auch wenn man nicht jede Transaktion 1:1 mitmacht.

        Als jemand, der schon länger an der Börse dabei ist, kann ich zudem die Gedankengänge bei der Aktienauswahl nachvollziehen und finde sie überzeugend. Wahrscheinlich erhalten Sie auch von mir mal den ein oder anderen Vorschlag zur Prüfung. :-)

        Viele Grüße!

        • Danke, lieber Felix. Wir freuen uns schon auf Ihre Depotvorschläge.

      • Ich finde das eine schöne Idee, eventell in (ferner?) Zukunft einen entsprechenden Fonds aufzulegen, denn:

        1. Ich kenne keinen Fonds mit vergleichbarem Ansatz bwz. vergleichbaren Prinzipien.

        2. Ich kenne auch kein vergleichbares Fondsprojekt mit entsprechender Transparenz, wo den Lesern/Anlegern die Einzelentscheidungen so gut begründet dargelegt werden und diese sogar eingeladen sind, mitzumachen, z.B. durch Depotvorschläge.

        3. Die exakte Nachbildung ist für Privatanleger nicht so einfach, zum einen aus steuerlichen Gründen (s.o.) und zum anderen, weil man dafür auch reichlich Kapital benötigt. Zumindest genügend Kapital, dass die Transaktionskosten im Vergleich zu den Anlagesummen nicht mehr ins Gewicht fallen.

        4. Der Erfolg gibt Ihnen Recht.

        Das könnte eine feine Sache sein, einen vergleichbaren Fonds aufzulegen.

        • Wir kennen auch nichts Vergleichbares, lieber Sandro. Aber vielleicht kennt ja jemand unter den anderen Lesern etwas Vergleichbares?

          Wenn ja, bitte melden.

  3. Hallo,

    ich hätte mal eine grundsätzliche Frage – warum immer wieder der Lyxor DAX ETF und nicht z.B. den ETF001? Der kostet nur knapp die Hälfte an Verwaltungsgebühr. Ist absolut gesehen nicht so tragisch, aber wenn schon denn schon :-)

    Gruß,
    Christoph

    • Ganz einfach: Der ETF001 ist ein swap-basierter Indexfonds, der nicht tatsächlich in die DAX-Werte investiert, sondern lediglich versucht, die Indexentwicklung mit Swapgeschäften nachzubilden. Dadurch gibt es ein zusätzliches Kontrahentenrisiko in Bezug auf die Swap-Partner. Der Lyxor DAX-ETF investiert dagegen tatsächlich in die DAX-Aktien. Das zusätzliche Kontrahentenrisiko entfällt.

      Die etwas höheren Gebühren nehmen wir dafür in Kauf. Schließlich wollen wir nur in wahre Werte investieren, nicht in irgendwelche Swapgeschäfte.

      • Okay, valider Punkt! Obschon es beim Lyxor auch nicht gänzlich ausgeschlossen, jedoch deutlich eingeschränkt ist („…to a limited extent the Sub-Fond may engage in financial derivative instruments…“).
        Aber verglichen mit dem Comstage natürlich ein ganz anderer Ansatz. Danke für den Hinweis.

        • Ja, ganz ausgeschlossen wird es nicht, und deshalb würden wir auch keinen Lyxor in einer nächsten Finanzkrise halten. Momentan scheint uns das Risiko aber vertretbar.

  4. Nach meinen Indikatioren stehen wir eher am Wendepunkt einer kleinen Bärenmarktrally als am Ausbruch zu einer echten Erholung.

    Schön, wenn Sie Recht behalten, Herr Brichta.

    • Wir haben auch keine Glaskugel und erheben keinen Anspruch darauf, immer recht zu behalten. Wir werfen nur unsere jahrzehntelange Börsenerfahrung, gepaart mit scharfem Urteilsvermögen, in die Waagschale.

      Und ja, selbst eine Bärenmarktrally schließen wir nicht aus. Allerdings spräche die Saisonalität dafür, dass es sich ab Anfang März nicht nur um eine „kleine“ handeln könnte, sondern – wenn – um eine größere. Vergleichbar mit der von Oktober und November. Da wollen wir dabei sein. Ob es sich dann tatsächlich nur um eine Bärenmarktrally handelt oder um mehr, versuchen wir im weiteren Verlauf herauszufinden.

  5. Es freut mich, dass ich mit meinem Vorschlag den ich Ihnen vor einigen Tagen für einen Wiedereinstieg in den Markt übermittelt hatte, mit dem Dax-ETF wieder in den Markt einzusteigen, Ihre Zustimmung gefunden hat.

  6. Hallo Hr. Brichta,
    ich habe mir heute mal die Eigenkapitalquote von Colgate-Palmolive angesehen. Wenn die Zahlen stimmen liegt das Eigenkapital inzwischen bei -300 Mio., also kleiner 0% und die Verbindlichkeiten bei 12 Mrd. Also unter einem wahren Wert stelle ich mir was anderes vor.

    Viele Grüße
    Andreas

    • Das EK von Colgate Palmolive haben wir schon von Beginn an unter strenger Beobachtung. Bitte lesen Sue sich durch, was ich dazu auf der Seite Depotbestand unter Colgate Palmolive geschrieben habe.

      Mehr dazu finden Sie auch in unserer Diskussion über den Depotvorschlag Renk, in der ich den Verschuldungsgrad von Colgate mit über 1.000 % angegeben habe. Negativ ist das EK nach meinen Unterlagen noch nicht, denn dann wäre Colgate pleite.

      Aber selbstverständlich ist das EK ein negativer Faktor, und in einer kommenden Finanzkrise wäre Colgate mit Sicherheit keine Aktie für uns. Zumal sich die EK-Ausstattung in den letzten zwei Jahren noch einmal verschlechtert hat.

      Wir würden auch keiner anderen Aktie in unserem Depot eine so miserable EK-Ausstattung zubilligen. Momentan stimmt uns noch die überragende Markt-Stellung und die weltweite Markenkraft sowie die Kursentwicklung gewogen. Aber Sie können sicher sein, dass wir die Aktie sofort entfernen werden, sobald der wesentliche Aufwärtstrend gebrochen werden sollte. Wir stehen also Gewehr bei Fuß 😉

      • Hallo Herr Brichta,

        lese Ihren Depotalarm und Ihre Kommentare sehr gerne!

        Kurzer Hinweis zu Ihrer Anmerkung bzgl. negativem EK und der daraus folgenden Pleite. Eine bilanzielle Überschuldung bedeutet nicht automatisch eine Pleite, sprich die Verpflichtung Insolvenz anzumelden! Bitte bedenken Sie z.B. mögliche stille Reserven etc. Habe mir die Bilanz von Colgate P. nicht näher angeschaut, somit das Ganze nur als grds. Hinweis!

        Und des Weiteren hängt die „Pleite“, sprich Pflicht der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens davon ab, ob es eine sogenannte „positive Fortführungsprognose“ hinsichtlich des Unternehmens gibt, für die Frage der Überschuldung auf eine bilanzielle Gegenüberstellung der Aktiv- und Passivwerte des Unternehmens kommt es letztlich nicht mehr an. Mit anderen Worten: Auch ein bilanziell überschuldetes Unternehmen ist nicht im insolvenzrechtlichen Sinne überschuldet, sofern es eine positive Fortführungsprognose aufweist. Eine solche positive Fortführungsprognose wird regelmäßig dann angenommen, wenn das Unternehmen während des laufenden und des nächsten Geschäftsjahres voraussichtlich nicht zahlungsunfähig wird.

        Beste Grüße
        SteffDAX

        • Finden Sie nicht, dass Sie etwas zu formalistisch auf meinen saloppen Hinweis auf eine Pleite reagieren?

          Tatsache ist, dass die Überschuldung ein möglicher Insolvenzgrund neben der Zahlungsunfähigkeit ist. Und Tatsache ist auch, dass nach deutschem Aktienrecht schon viel früher der Zwang zur Einberufung einer a.o. HV besteht: Nämlich schon dann, wenn mehr als die Hälfte des Grundkapitals futsch ist. Also gilt schon dann Gefahr im Verzug, wenn das EK noch nicht einmal negativ ist.

          Ob sich daraus eine drohende Pleite ableiten lässt, hängt natürlich auch von anderen Faktoren ab. Zum Beispiel arbeitete die Air Berlin längere Zeit mit einem negativen EK. Und da sie als PLC firmiert, musste sie nicht einmal eine a.o. HV einberufen. Das sind aber regulatorische Feinheiten, die nichts mit der grundsätzlichen Feststellung zu tun haben, dass ein negatives EK auf Dauer keine tragfähige Grundlage für ein Unternehmen darstellt und die Gefahr einer Pleite signalisiert.

          Wenn das EK negativ ist, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Missstand zu beheben. Punkt. Und sei es nur dadurch, dass stille Reserven gehoben werden. So einfach ist es in den meisten Fällen aber nicht.

          Die einzigen, die auch über längere Zeit ohne größere Probleme mit negativem EK arbeiten können, sind Zentralbanken. Aber selbst diese laufen irgendwann Gefahr, in die Pleite zu rutschen, wie ich es im Buch „Die Wahrheit über Geld“ aufzeige.

  7. Guten Tag, Herr Brichta,

    Gestern habe ich Ihren Depotalarm gelesen. Danke für die Updates, Markus Kochs und Ihre Einschätzung hilft immer wieder in solch schwierigen Marktphasen etwas klarer zu sehen. Eine Frage: Sie sind erstmal nur mit 50% der Positionen eingestiegen, rechnen Sie nochmal mit einem Abverkauf oder lassen Sie das jetzt einfach mal auf sich zukommen?

    Was meinen Sie zu Goldminenaktien? Diese dürften im großen Crash doch auch überproportional profitieren? Stellen Sie eine Alternative/einen Zusatz zum Direktinvestment in Gold dar? Und was halten Sie davon zur Diversifikation auch Silber oder andere Industriemetalle ins Portfolio zu nehmen?

    Eine letzte Frage ist noch, ob es nicht eine Idee wäre, Ihr Wahre Werte Depot in einem Wikifolio widerzuspiegeln? Klar, ein Wikifolio ist eine Inhaberschuldverschreibung gegenüber L&S, von dem her nicht unbedingt ein wahrer Wert, es könnte aber ein Anfang sein, wie man als Anleger zumindest von der Performance her an Ihrer Strategie profitieren könnte. Haben Sie auch schon mal überlegt einen Fonds aufzulegen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Pascal Kielkopf

    • Danke für Ihre Anregungen, lieber Herr Kielkopf.

      Da das Restrisiko – wie beschrieben – m. E. zeitlich auf die nächsten 3 Wochen beschränkt ist, wollen wir uns die Möglichkeit offenhalten, bei einem eventuellen finalen Rücksetzer nachzukaufen. Kommt er nicht, kaufen wir eben ohne diesen nach.

      Goldminen: Schauen Sie sich mal die Goldminen-Indizes über die letzten Jahrzehnte an. Ein ständiges Auf und Ab, während der Goldpreis bis 2011 stetig nach oben ging. Nein, Goldminen sind für uns keine wahren Werte.

      Industriemetalle nein, weil es es sich nicht um Anlageobjekte handelt, sondern um Industriemetalle zum Verbrauch. Das ist das Gleiche wie bei Öl oder Agrarrohstoffen: Ich beteilige mich allein aus ethischen Gründen nicht an der Zockerei mit Rohstoffen. Diese ist übrigens der Hauptgrund für die heftigen Preisschwankungen auf diesen Märkten (siehe dazu meinen Jahresrückblick 2015).

      Silber mit Einschränkungen, ja.

      Wikifolio haben wir geprüft, viele unserer wahren Werte sind dort aber gar nicht handelbar.

      Fonds wäre eine Idee, die es zu prüfen gilt.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  8. Guten Tag, Herr Brichta,

    ich kann Ihnen von unserem System sagen, dass wir bei Fuchs Petrolub und Reckitt auch Kaufsignale haben. Diese beiden Werte haben wir ebenfalls im Depot.

    Bei uns sind sie jedoch kürzerfristiger Natur. Mal schaun, was im März passieren wird.

    Gute Zeit

    Erwin Bauer
    Vorstandsvorsitzender
    amandea Vermögensverwaltung AG

    • Ja, bis Anfang März kann es aus Saisonalitätsgründen nur kurzfristiger Natur sein. Aber die Saisonalität legt eben nahe, dass das Restrisiko zeitlich auf die nächsten 3 Wochen beschränkt ist.

      Vermutlich kann Ihr System solche Saisonalitäten nicht einbeziehen. Richtig?

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  9. Hallo Hr. Brichta,
    ich wollte Sie bloß darauf hinweisen das im Kuchen des aktuellen Depotbestandes fälschlicherweise noch der „European Property Equities Fund“ mit 2% aufgeführt wird.
    Vermutlich ist dieser versehentlich vom alten Depotbestand mit reingerutscht.
    Im Musterdepot von comdirect ist noch Colgate-Palmolive enthalten und Fielmann fehlt. Wurde der Wechsel der beiden Aktien bereits durchgeführt ?

    • Es freut mich, dass Sie unser Depot so aufmerksam verfolgen, lieber Herr Kreß :-)

      1.
      Der European Property Equities Fund steht noch zu recht drinnen. Und zwar nicht nur im Depot-Kuchen, sondern auch im Musterdepot auf der Comdirectseite. Wir haben lediglich den FIDELITY FUNDS – GLOBAL PROPERTY FUND aus dem Depot entfernt.

      2.
      Fielmann ist im Musterdepot auf der Comdirectseite bereits aufgenommen. Bitte aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihr Browserfenster.

      Im Depotkuchen sowie unter den einzelnen Werten auf der Seite „Depotbestand“ ist Fielmann allerdings noch nicht. Hier dauert die Aktualisierung noch etwas.

      3.
      Auch der Wechsel Colgate gegen Unliver ist noch nicht online gestellt. Er wird noch vorgenommen, und zwar wie angekündigt zu den Schlusskursen vom gestrigen Freitag.

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