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Depotalarm: Wir machen das Depot zinsfester!

19. Februar 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 14 Kommentare

Es hat sich gezeigt, dass einige unserer wahren Werte im Umfeld steigender Zinsen weniger gut laufen als andere. Und das, obwohl die betreffenden Unternehmen über eine verhältnismäßig geringe Verschuldung verfügen, weshalb ihnen höhere Zinsen keine größeren Probleme bereiten sollten.

Die Ursache ist eine andere: Für viele Anleger sind diese Aktien bei niedrigen Zinsen wegen ihrer ansehnlichen Dividendenzahlungen attraktiv. Umgekehrt schwindet diese Attraktivität, wenn die Zinsen steigen. Und eine solche Phase haben wir jetzt.

Wir stellen unser Depot deshalb weiter um in Richtung jener wahren Werte, die weniger sensibel auf steigende Zinsen reagieren. Auch solche gibt es nämlich. Und die Phase steigender Zinsen ist – von kurzfristigen Schwankungen abgesehen – aus unserer Sicht noch nicht zu Ende.

Diese Überlegung stand schon hinter unseren letzten Depotänderungen und sie steht auch hinter der neuen:

Wir haben uns von Geberit, Reckitt Benckiser, Nestle sowie vom Fidelity Global Property Fund getrennt und gleichzeitig unser Engagement in Google/Alphabet und Danaher auf volle Höhe aufgestockt. Weitere Aktionen sind avisiert.

Selbstverständlich bedeuten auch diese Depotänderungen nicht, dass wir die herausgenommenen Aktien nicht mehr als wahre Werte einstufen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir setzen diese Aktien hiermit lediglich auf die Ersatzbank. Auch für sie wird die Zeit wieder kommen.

14 Kommentare

  1. Schade um die schönen Dividendenperlen… ich hatte mich an Ihrem Depot und an dem Flossbach von Storch Opportunities gehalten und Nestle u.a.favorisiert.

    Top Holdings zu Flossbach von Storch Multiple Opp R
    Anteil Wertpapiername
    5,41% BERKSHIRE HATHAWAY B
    5,30% DAIMLER
    4,99% NESTLE
    3,22% RECKITT BENCKISER
    2,74% NOVO NORDISK B
    2,50% PHILIP MORRIS INTL.
    2,47% ALPHABET – CLASS A
    2,34% FREENET
    2,27% NOVARTIS
    2,25% DANAHER

    • Auch ich schätze Flossbach von Storch sehr. Trotzdem kann man sich auch mal unterscheiden 😉

  2. Mal ein lustiger Gedanken:
    Wenn man unterstellt, der Markt würde künftige Erträge diskontieren, dann müsste eigentlich ein höherer Zins gerade wachstumsstarke Unternehmen härter treffen.
    Also rein theoretisch müsste Alphabet es bei einem steigenden Zins schwerer haben als ein Unternehmen mit stabilen Erträgen. Letzteres würde durch Zinsveränderungen grundsätzlich am wenigsten beeinflusst.
    Natürlich trifft ein steigender Zins auch die Dividendenwerte. Aber nicht weil Zins und Dividende konkurrieren, sondern künftige Erträge wegen steigender Zinsen weniger wert werden.
    Also zinsfester müsste demzufolge eine Umschichtung von Groth in Value bedeuten: also Alphabet raus, den Rest wieder rein 🙂

    • Das ist mir zu theoretisch, lieber Marco Dagel 😉 In der Praxis scheinen mir die traditionell höheren Dividenden bei Basiskonsumgüterwerten die größere Rolle zu spielen. Bewertungsfragen spielen natürlich ebenfalls eine Rolle.

      Außerdem lasse ich lieber Fakten sprechen: Und da ist die relative Underperformance der besagten Aktien im vergangenen Jahr, das ebenfalls schon von tendenziell steigenden Zinsen begleitet war, erwiesen. Aber wie gesagt: Auch für diese Aktien wird die Zeit wieder kommen.

  3. Oh., depot sieht doch jetzt optisch schon viel besser aus- ohne die roten positionen…. viel grün. wer verluste rechtzeitig realisiert gewinnt. an lenzing wollen Sie wohl festhalten?

    • Das war unser Frühjahrsputz 😉 Lenzing ist gerade an seinem Tief vom letzten Jahr. Wenn es hält, läge darin die Chance für eine Erholung. Wenn nicht, dann schmeißen wir sie raus. Wir haben einen Stop auf Schlusskursbasus von 95 € gesetzt.

  4. Für Haifische ist der Weg v.96,…bis 95 nicht weit (Satireversuch)

  5. Unternehmen mit Dividendenrendite <3% sind für mich keine Dividendenperlen. Dividendenperlen zeichnen sich für mich ab ca. 5% aus und eine historisch betrachtet stabile Dividendenhistorie (siehe bspw. Shell).

    Die aktuellen Umschichtungen verfolge ich mit Spannung. Aus meiner Sicht lenken sie aber von einem zentralen Thema ab, und zwar wohin die weltweiten Kapitalströme wandern. Wenn denn tatsächlich aufgrund der angekündigten Zinsschrittchen und Trumpschen Steuerreform massiv Kapital in die USA wandert, fließt es von anderswo ab.

    Wenn Kapital aus China abwandert, haben die verschuldeten chinesischen Unternehmen massive Probleme (hier wurde ja bereits charttechnisch drauf hingewiesen). Und genau das ist der entscheidende geostrategische Punkt.

    Und wenn die Chinesen Probleme haben, haben viele DAX-Unternehmen gewaltige Probleme. Die angelsächsischen Großinvestoren spielen vermutlich genau diese Karte seit geraumer Zeit, siehe DAX-Chart und die Underperformance der exportlastigen Unternehmen. Der Market PMI Gesamtindex ist übrigens nach unten revidiert worden…

    • Von “Dividendenperlen“ habe ich nicht gesprochen und solche auch nicht gemeint. Deshalb war meine Formulierung „ansehnliche“ Dividendenzahlungen evtl. missverständlich. Was ich meinte, waren STETIGE Dividendenzahlungen, die aufgrund ihrer Stetigkeit (nicht aufgrund ihrer Höhe) bei vielen eine Art Zinsersatz darstellen können.

      Und hier wird erst recht ein Schuh draus: Wenn nämlich die stetigen, aber prozentual nicht überaus hohen Dividenden zunehmend Konkurrenz von der Zinsseite bekommen, werden gerade diese Aktien relativ unattraktiver. Oder umgekehrt: Durch Kursverluste – bei gleichzeitig unveränderter Dividendenerwartung – kann sich die tatsächlich erzielte Dividendenrendite dem geänderten Zinsumfeld anpassen.

    • Und was die Chinaproblematik angeht, so hatte ich darauf bereits hingewiesen. Ich halte es für möglich, dass diese Problematik im späteren Jahresverlauf noch eine Rolle spielen könnte.

    • Du machst einen Fehler. Du denkst nicht, dass der Markt das weiß. Die Regel ist anders. Je mehr Dividendenzuwachs erwartet wird, desto niedriger ist die Dividendenrendite. Alles andere ist nur eine Frage der Zeit. Wenn Du viel Zeit hasst, solltest Du Aktien mit ca 2 Prozent nehmen. Da geht der Markt von ca. 14 Prozent Dividendenwachstum pro Jahr aus. Wenn Du 80 bist solltest Du BMW Vz. oder Daimler nehmen.
      Das macht ca 3,5 Prozent mehr Dividende pro Jahr. Aber Du bist alt, Scheiß drauf. Bist Du jung, dann nehme nur Aktien, die 2 Prozent abwerfen. Ab 50 dann die 3 Prozenter. Bei Dividendenperlen sollte man den Zinseszinseffekt einkalkulieren. Wichtig ist, dass man weiß, wieviel Zeit man noch hat. Du solltest nicht vergessen, dass der Markt nicht blöde ist. Er gibt Dir nicht einfach so 5 Prozent. Er gibt Dir 5 Prozent, weil die Dividende kaum noch steigen wird.

    • jo, außerdem erhöhte sonderdividende. 2017 soll sehr gut gelaufen sein, endgültige zahlen erst im märz, aber sicher hat Herr Brichta den kurs auch mental beeinflußt….

  6. schamanische fähigkeiten u. voodookenntnisse gehören f. börsengurus zum anforderungsprofil.

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