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Depotvorschlag: Activision Blizzard

7. September 2017 - Gastbeitrag von Ballerino in Allgemein | 50 Kommentare

Das qualifiziert die Aktie für das wahre Werte Depot:
Aktie hat sich seit 2002 von circa 4$ auf mehr als 60 $ verfünfzehnfacht, es existiert also ein langfristiger Aufwärtstrend
und die Aktie notiert am all time high.

Für den Kauf von Blizzard spricht:
+++ Blizzard ist die Kultmarke bei den Computerspielen – also die Apple zu Zeiten von Steve Jobs unter den Spieleentwicklern
+ Expansion in e-sport
+ Expansion in Mobil Gaming
+ Übernahme von King Digital
+ Overwatch – das neueste Release ist ein Blockbuster
+ World of Worcraft add on kam 2016
+ Warcraft Film kam 2016

Gegen den Kauf spricht:
– King Digital hat nur einen Blockbuster Candy Crush und dort ist der Höhepunkt überschritten
– Expansion in e-sport und Mobil Gaming hat Risiken, da es neue Geschäftsfelder sind; Blizzard muss seine Stärken in Computer Gaming auf neue Geschäftsfelder übertragen
– realtiv hohe Bewertung der Aktie

Pro/ Contra
Blizzard ist spekulativ, da viele Unsicherheitsfaktoren existieren. Es bleibt jedoch eine Kultmarke. Die Spiele Diablo, Warcraft, Starcraft, World of Worcraft etc. belegen dies. Gaming ist ein Zukunftsmarkt auf den man setzen sollte. Blizzard ist unter den Gamern die Nr. 1 und das wird sich auch an der Börse widerspiegeln, sofern die Strategien aufgehen.

50 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für den Vorschlag, lieber Ballerino.

    Ich mache es kurz: Trotz seiner unbestritten eindrucksvollen Entwicklung käme der Anbieter sinnentleerter Ballerspiele wie World of Warcraft nur über meine buchstäbliche Leiche in unser Wahre-Werte-Depot 😉

    Man muss nicht überall dabei sein, selbst wenn es Geld bringt.

    Ich erspare mir deshalb eine weitere Analyse und bin gespannt, ob Volker und Anton bereit sind, mich abzuknallen …

  2. Sie nennen World of Warcraft ein sinnentleertes Ballerspiel

    OMG sie haben ja mal sowas von keine Ahnung…

    Aber sie haben recht was sie nicht verstehen in dass sollte man nicht investieren.

    Aber da Sie ja so tolle moralvorstellungen haben ..ist ihr wahre Werte Depot bestimmt frei von moralisch unbedenklichen Firmen 😬😬

    Einen schònen Freitag wünsche ich…und ihre seite wird einfach nucht mehr von mir besucht…hoffe andere Folgen meinem Beispiel …bei soviel Unkenntnis über Gaming würde ich schätzen sie sind ü50 und haben keine Kinder 😛

    • Ich war mir durchaus bewusst, mit diesem Statement kritische Kommentare herauszukitzeln. Dies scheint mir gelungen zu sein 😉

      Aber manchmal halte ich es für nötig, Farbe zu bekennen, und bei Ballerspielen hört für mich die Freundschaft eben auf, so einfach ist das. Und richtig: Ich habe ein solches Spiel noch nie gespielt, verstehe also insofern nix davon. Ich habe aber auch noch nie mit den großen Kriegsspielzeugen gespielt, die die Rüstungsindustrie produziert. Auch von diesen verstehe ich nach Ihrer Definition also nix. Die großen wie die kleinen sind für mich schlichtweg ein No Go. Punkt.

      Als äußerst interessant empfinde ich Ihre Reaktion auf meinen Kommentar. Diese fasse ich in meinen Worten wie folgt zusammen: Der Brichta mag diese Spiele nicht, ich mag sie. Der Brichta hat also keine Ahnung, ich hab‘ sie. Der Brichta ist also so blöd, dass ich seine Seite nicht mehr besuchen werde. Ist das – in meinen Worten – einigermaßen korrekt wiedergegeben?

      Leider können Sie mir diese Frage aber nicht mehr beantworten, weil Sie ja diese Seite nicht mehr besuchen … hmmm, das ist blöd … aber lassen Sie mich noch ein wenig weiter interpretieren: Könnte Ihr Beschluss, die Seite nicht mehr zu besuchen, dem Losballern in einem der Ballerspiele entsprechen? Auch da wird vermutlich wenig über Inhalte diskutiert, von möglichen Absprachen mit Mitkämpfern einmal abgesehen. Der Schwerpunkt scheint mir darauf zu liegen, letztendlich loszuballern. Denn sonst macht ein solches Spiel doch keinen Spaß. Richtig?

      Ich bin dagegen ein Freund der gepflegten Diskussionskultur und hätte mich sehr gefreut, wenn Sie mir inhaltlich geantwortet und mir als Ahnungslosem gezeigt hätten, welcher Sinn denn hinter solchen Ballerspielen steht. Leider Fehlanzeige.

      Wobei ich zugeben muss, dass auch ich einen Sinn dahinter sehe: Junge Leute auf spielerische Weise ans Kämpfen heranzuführen und ihnen zu zeigen, welchen Spaß das Ballern doch bereiten kann. Aber das ist – wie gesagt – nur die Meinung eines Ahnungslosen. Den wahren Sinn werde ich nun leider nicht mehr erfahren, weil Sie die Seite nicht mehr besuchen. Schade.

      Aber vielleicht gibt es ja andere Leserinnen und Leser, die den wahren Sinn verstanden haben? Und ich muss zugeben, dass mich in diesem Zusammenhang die Erklärungen des weiblichen Geschlechts besonders interessieren würden. Also, ran an die Tasten ….

      Was Ihre Schätzung am Ende anbelangt, hatten Sie eine Trefferquote von 50 Prozent. Ist sowas bei einem Ballerspiel eigentlich eine gute Quote? (Fragt der Ahnungslose.)

      Also: Ü50 richtig (steht auch auf Wikipedia, war also relativ einfach), keine Kinder falsch.

      Mit meinen Kindern spiele ich bis heute übrigens leidenschaftlich gern. Ballerspiele mögen aber auch meine Kinder nicht, was möglicherweise an meiner „ahnungslosen“ Erziehung liegt 😉

      • Ach ja, was moralische Bedenken gegen Mitglieder des Wahre-Werte-Depots anbelangt, so werden diese auf dieser Seite immer diskutiert. Davon kann sich jeder überzeugen, der sich mal durchs Archiv klickt.

        Und tatsächlich gibt es solche Bedenken bei nahezu allen Depotmitgliedern. Letztendlich ist es also immer eine (subjektive) Abwägung, wie stark wir solche Bedenken jeweils gewichten.

        Das ist ein völlig normaler Prozess.

        Ihre Formulierung „frei von moralisch unbedenklichen Firmen“ muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Haben Sie darüber nachgedacht, oder kam das spontan?

      • Herr Brichta, ich musste natürlich doch noch einmal zurückkehren um zu sehen ob mein Kommentar auch nicht der Zensur unterliegt..und ich zolle ihnen dafür Respekt, dass es nicht so ist.

        Ich muss ihnen aber leider noch ein wenig wiedersprechen.

        Ich finde sie nicht blöd, ich finde es nur witzlos, dass sie bei World of Warcraft von einem BALLERSPIEL sprechen ohne sich genau informiert zu haben worin es darin geht.

        Und ja ich habe Ahnung was der Unterschied von world of warcraft und einem Ballerspiel ist.

        Bei anderen Dingen habe ich bestimmt weniger Ahnung…aber ich schwafel nicht von Dingen von denen ich keine Ahnung habe.

        Ballerspiele wie Sie es nennen wären spiele ala Counterstrike, oder Player Unknown Battleground..wo real existierende Waffen bespielbar sind.

        Bei WoW (World of Warcraft) handelt es sich um ein Fantasy multiplayer rollenspiel in dem zwar auch waffen vorkommen die aber designt sind wie Schwerter und lanzen oder Bögen.Ballern kann man allerdings schwer mit Schwert und co? Oder geben sie mir da nicht Recht?

        Oder sehen sie alle spiele in denen Gegner mit waffen oder zaubern erledigt werden als Ballerspiele? DANN sind ihre Ansichten natürlich verständlich.

        Aber wie gesagt es geht da auch nicht darum die Jugend and die Waffen zu führen, es geht um Kommunikation im Team und erarbeiten von Strategien um schwierige Gegner und Missionen zu schaffen.

        Und ja ich würde mich auch über andere Kommentare freuen egal welchen Geschlechts..aber interessanter wäre ob man das spiel jemals selbst gespielt hat.

        Das mit den Ü50 war nicht nachgeschaut, sondern gut geschlussfolgert. Das mit den Kindern hätte ich präzisieren sollen..sie haben keine Kinder die am Computer spielen. Was ja nicht schlimm ist. Es freut mich das sie bis heute gern mit ihren Kindern spielen, soll ja auch nicht in jeder Familie vorkommen

        Wie sie allerdings auf die abstruse Idee kommen lässt, dass man das verlassen einer webseite mit dem losballern in irgendeinem Online spiel gleichsetzt entbehrt mir wirklich jeder Logik.

        Aber sie haben recht, sie treffen subjektive Entscheidungen für oder Gegen was und das vertreten sie dann auch. Sie haben einen vorgefertigte Meinung von Computerspielen und da werde ich auch nix ändern können.

        Vielen Dank nochmal für ihren Input was Ballerspiele angeht

        Jetzt allerdings überlass ich anderen das Schreibfeld und wünsche ihnen weiterhin denoch Erfolg bei ihrer subjektiven Auswahl an Aktien.

        • Lieber OLE, Sie scheinen mich nicht zu kennen von wegen Zensur und so … Wenn Sie mich kennen würden, wüssten Sie, dass es mir sogar eine besondere Freude macht, kritische Kommentare zu veröffentlichen. Schließlich mag ich die – rein verbale – Auseinandersetzung mit Andersdenkenden besonders gern 😉

          Sie schreiben: „Oder sehen sie alle spiele in denen Gegner mit waffen oder zaubern erledigt werden als Ballerspiele? DANN sind ihre Ansichten natürlich verständlich.“

          Genau so ist es. Wie ich bereits weiter oben beschrieben habe, ist es mir egal, mit welchen Waffen in einem Spiel gekämpft wird. Für mich ist das spielerische Töten von anderen immer ein No-Go, egal ob im Mittelalter, in der Gegenwart oder in der Zukunft. Daran ändern auch beschönigende Formulierungen wie Ihr „mit zaubern erledigen“ nichts. Sie lenken nur vom Kern ab, um den es geht, ums Töten.

          Und weiter schreiben Sie: „Aber wie gesagt es geht da auch nicht darum die Jugend and die Waffen zu führen, es geht um Kommunikation im Team und erarbeiten von Strategien um schwierige Gegner und Missionen zu schaffen.“

          Ich kenne genügend Spiele, bei denen es um Kommunikation, um Teamwork und um das Erarbeiten von gemeinsamen Strategien geht, die aber NICHT das Töten von anderen zum Ziel haben. All das kann man also genauso spannend inszenieren ohne das Töten. Haben Sie darüber schon einmal nachdedacht?

          Und weiter: „… aber interessanter wäre ob man das spiel jemals selbst gespielt hat.“
          Ich würde ein solches Spiel aus den o. g. Gründen niemals spielen.

          Und natürlich spielen meine Kinder auch am Computer, Tablet oder Handy. Selbst ich spiele dort zuweilen. Nur nicht das, was Sie dort spielen.

          Weiter schreiben Sie: „Wie sie allerdings auf die abstruse Idee kommen lässt, dass man das verlassen einer webseite mit dem losballern in irgendeinem Online spiel gleichsetzt entbehrt mir wirklich jeder Logik.“

          Ich werde es Ihnen erläutern: Ihr Statement “ … und ihre seite wird einfach nucht mehr von mir besucht… “ hat etwas Endgültiges, das an das „Erledigen“ eines Gegners im Spiel erinnert. Denn dieser kann dann nicht mehr reagieren. Er ist ausgeschaltet und bestraft, und man kann sich dann selbst irgendwie als Sieger fühlen.

          Ich rechne es Ihnen aber hoch an, dass Sie sich dann doch noch anders entschieden haben 🙂

          Also: Viel Spaß beim Kämpfen weiterhin.

          Herzlicher Gruß
          Raimund Brichta

      • Hallo.

        Mal eine kurze off-Topic Frage zu der wikipedia Biografie und folgender Sentenz: „Obwohl Brichta täglich von den Aktienmärkten berichtet, besitzt er selbst keinerlei Aktien.“

        Stimmt das weiterhin und auch indirekt für Fonds, ETFs, etc?

        On-Topic:

        Was man so im Internet (wikipedia) über WoW ließt, klingt weniger nach klassischem 3D Ballerspiel a la Doom, Wolfenstein und Co., oder 2D a la R-Type, DonPachi, etc.

        „Ich habe ein solches Spiel [Anmerkung: ich meine echtes Shmup] noch nie gespielt“: noch nicht mal kurz Space Invaders, Moorhuhn (höhö) oder so was gespielt? Kann ich mir kaum vorstellen.

        • Dies stimmte zum Zeitpunkt des dpa-Interviews, auf dem der Wikipedia-Eintrag basiert. Und es stimmt jetzt noch für einzelne Aktien. Einen Sparplan für einen Index-ETF habe ich inzwischen aber.

          • Danke.

            Eine kurze Nachfrage hätte ich noch:

            wird eigentlich jegliche Art der künstlerischen Darstellung von „Mord-und-Todschlag“ abgelehnt, d.h. viele bedeutende literarische Werke, Theaterstücke, Opern, Filme, etc. fallen bzgl. Konsum weg?

          • Für mich ein ganz klares Nein. Ich sehe einen Unterschied darin, ob solche Tötungen in einem Theaterstück, einer Oper, einem Buch oder einem Film thematisiert werden, oder ob ich mich als Spieler mit der Tötung identifiziere, indem ich mich gedanklich-spielerisch zum Teil der Tötungshandlung mache.

            Darüber hinaus können Tötungshandlungen in solchen Werken sogar abschreckend wirken, wenn sie entsprechend dargestellt werden. Sofern Tötungen und Gewalt in solchen Werken allerdings verherrlicht werden, lehne ich sie ebenfalls ab.

      • Ok Herr Brichta, ich bin zwar nicht weiblich aber ein Vertreter der Digitalnatives 😉
        World Of Warcraft (WoW) ist das Spiel schlecht hin. Es gibt kein besseres Spiel auf der Welt. Jeder der das Spiel mal gespielt hat wird das festellen müssen. Ich habe nicht die Zeit diesen Punkt als Essay wissenschaftlich zu untersuchen, aber ich habe genug Zeit in dieses Spiel investiert. Investiert? Die Zeit kann ich nicht aufwiegen. Also habe ich die Zeit wohl sinnlos verschwendet, aber eines kann ich sagen: Noch nie bin ich in ein solches Kunstwerk eingetaucht. Dazu muss man sagen das WoW kein „Ballerspiel“ ist. Es ist ein Rollenspiel mit einer Komplexen Spielwelt und Mechanik, die ihres gleichen vergeblich Sucht. Die Kulisse ist ein mittelalterliche mystische Welt in der Charaktere aufgrund von Tasteneingaben Bewegungen ausführen. Ballerspiele sind Spiele in denen man in Egoperspektive mit Waffen schießen kann. Nicht mit WoW vergleichbar.
        Das zum Thema WoW.
        Zum Thema Blizzard: Tolle Produkte. Alles was von Blizzard gepublished wird, ist von hoher Qualität.
        Zum Thema Kunst im allgemeinen: Die Produkte sind nun einmal Kunstobjekte. Kunstobjekte unterliegen immer einer Gesetzmäßigkeit: Die der Entbehrlichkeit. Die breite Masse kann immer abspringen.
        Von einer Wirtschaft kann hier also nicht die Rede sein.

        Ich sehe Spiele, Kunst und Unterhaltung eh nicht als Wahren Wert an, weil es die Definition von Wirtschaft (Organisation des (Über)Lebens) nicht im geringsten Erfüllt.

        Das hier der Inhalt von Spielen mit Begriffen, wie Ballerspiel emotional aufgeladen wird halte ich für unzweckmäßig.

        • Um mit Ihrem letzten Punkt anzufangen: Sie wissen, dass ich gerne mal provokant formuliere. Auch in diesem Fall habe ich es im vollen Bewusstsein getan, die Gamergemeinde damit zu heftigstem Widerspruch zu provozieren. Und es scheint so, als ob mir dies gelungen ist 😉

          Ihren Vergleich der Spiele mit Kunstwerken habe ich im Umfeld der letzten Gamescom auch des öfteren gehört. Er mag sogar zutreffen – und genau dies ist ein Grund, warum es sich darüber so trefflich streiten lässt. Ich werde am Wochenende die Documenta in Kassel besuchen und mich dort bestimmt wieder über zahlreiche Exponate und Installationen aufregen, die mir nicht gefallen. Andere werden genau diese Objekte in den höchsten Tönen loben. So ist das eben mit der Kunst 😉

          Und noch mal: Mir ist es egal, mit welchen Waffen in einem Spiel gekämpft wird. Für mich ist das spielerische Töten von anderen immer ein No-Go, egal ob im Mittelalter, in der Gegenwart oder in der Zukunft. Wenn es für andere anders ist, akzeptiere ich das selbstverständlich. Aber muss ich deshalb ein solches Spiel als wahren Wert ansehen?

  3. Um das ganze mal zu versachlichen. World of Warcraft ist ein Online Rollenspiel (MMORPG), stark Fantasy lastig und nicht gerade fotorealisitisch, und kein „First Person Shooter“ (internationale Bezeichnung) bzw. „Ego Shooter“ (in Deutschland übliche Bezeichnung), was man ugs. in den Medien als „Ballerspiel“ bezeichnet. In dem Spiel schießt man nicht mit Schusswaffen aus der Ich Perspektive.

    Activision Blizzard hat aber auch Franchises im „Ballerspiel“ Bereich im Portfolio und mit „Call of Duty“ sogar das kommerziell erfolgreicheste, was eine Gelddruckmaschine ist. Aber Activision Blizzard ist auch in anderen Bereichen: Rollenspiel, Strategie und Puzzle aktiv.

    Ich habe persönlich vor vielen Jahren auch schon ältere Call of Duty Spiele (die ersten vier Teile der Serie) gespielt und auch andere Spiele, die in den Medien ugs. als „Ballerspiele“ bezeichnet werden, auch wenn man darin eine andere Sichtperspektive einnimmt, oder es einen anderen Handlungskontext hat. Und einige von den Spielen waren damals nicht für mein Alter freigegeben. Verhunzt hat es mich persönlich auch nicht, wobei ich aus heutiger Sicht und mit meinem Wissen über Medien schon hinterfrage, ob besonders bei amerikanischen Spieleentwicklern wirklich immer nur Unterhaltung und Geldverdienen im Vordergrund stehen, oder ob da nicht auch die jungen Köpfe beeinflusst werden sollen, wenn es um Geopolitik geht. Bei Hollywoodfilem muss ja auch das Militär die Handlung absegnen, wenn es seine Kriegsgeräte (Flugzeugträger, Panzer etc.) für den Film bereitstellen soll. Hier sehe ich ein großes Problem. Und an der Stelle sollte über Ethik diskutiert werden, um den politischen Kontext und nicht primär darum, dass man mit einem Mauclick einen Haufen Pixel, der einen feindlichen Soldaten repräsentiert, „erschießen“ kann. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es nicht sinnvollere Aktivitäten gibt, besonders für Jugendliche, die diese Spiele definitiv spielen. Letztendlich ist es eine Form von Unterhaltung wie bei einem Actionfilm im Kino, mit einer mehr schlechten als rechten Rahmenhandlung, wobei die sich auch immer mehr an Hollywooddarstellungen annähern. Und dazu kommt der Geschicklichkeits-, Wettbewerbs- und Teamaspekt, was für die, die es spielen, die Motivation ausmacht. Was das Spiel mit einem Macht hängt doch sehr stark vom Kontext und der sozialen Lebenssituation und der Medienkompetenz des Spielers ab. Ich war auch schon mit 12 Jahren in der Lage abstrakte Gewalt in Spielen klar von der Realität zu unterscheiden. Wenn sie keine Lust haben, selber mal so ein Spiel auszuprobieren, können Sie sich auch problemlos ein paar Gameplayvideos auf Youtube ansehen und entscheiden, wie sehr Sie davon persönlich negativ beeinflusst werden. Ich möchte mal meinen eher weniger bis gar nicht.

    Wie gesagt, es hängt immer vom Kontext ab, sowohl vom Spieler als auch vom Handlungskontext im Spiel. Und da hat die Call of Duty Reihe, mit der Activision Blizzard viel Geld verdient auch schon mal eine Kontroverse bei denen ausgelöst, die prinzipiell keine Probleme mit Ballerspielen an sich haben, bei der man definitiv auch über Ethik beim Inhalt diskutieren kann.

    http://www.gamestar.de/artikel/modern-warfare-2-killt-die-spielekultur-kommentar-der-chefredaktion,2310352.html

    Und auch die US Armee proudziert seit vielen Jahren selbst eine „Ballerspiel“ Reihe für Rekrutierungszwecke.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Armee-produziert-First-Person-Shooter-60946.html

    Daran zeigt sich wieder, dass das Problem im politischen Kontext zu sehen ist. Aber ich sehe das Problem genauso in der Medienberichterstattung in den Nachrichten, wie dort über Kriege und Terror berichtet wird. Dort wird weder der Krieg gegen den Terror hinterfragt, und zwar als Ganzes, noch wird auch nur ansatzweise kritische genug über Amerikanische (NATO)-Angriffskriege berichtet. Es wird nicht auf das Angriffskriegsverbot in der UN Charta eingegangen und darauf, dass die UN Charta keine Antiterrorkriege rechtfertigt. Und diese mangelnde kritische Haltung sehe unter anderem bei NTV. Bei NTV scheint sich ja auch keiner an dem seit Terrornarrativ zu stören, dass seit 9/11 verbreitet wird. Und da möchte ich die Gelegenheit dazu nutzen, Sie Herr Brichta persönlich anzusprechen. Haben Sie schonmal vom Begriff „False Flag“ Terrorismus gehört? Wenn nicht sollten Sie sich ausführlich darüber informieren, weil das ein sehr wichtiges Thema ist, besonders, wenn man im Nachrichtenbereich tätig ist. Natürlich ist man als unbescholtener Bürger nicht für Verbrechen der Politik der eigenen Regierungen im Westen nicht automatisch mitschuldig, aber wenn man darauf hingewisen wird, besonders als Familienvater, kann man das nicht ignorieren!

    Ich finde es auch interessant, wie Dirk Müller, den Sie kennen, der ja durchaus kritisch gegenüber amerikanischer Geopolitik eingestellt ist und auch mal „the grand chessboard“ gelesen hat, sich doch bei gewissen Themen, sagen wir mal, zurückhält. Es ist für micht schwer vorstellbar, dass der Mann im Kontext von Terrorismus und False Flag Terrorismus nur genau so viel weiß, wie er öffentlich in seinen Videos und Interviews von sicht gibt. Und bei Ihnen kann ich mir das auch nur schwer vorstellen. Nun Sie moderieren zwar, aber es gibt auch Dinge, wo man mal Stellung beziehen muss, um ethisch korrekt zu handeln. Als Nachrichtensender, sollte man geopolitische Themen im Kontext präsentieren und nicht nur, wer wen tagesaktuell beschuldigt und wen gerade tagesaktuell bombardiert. Ohne Kontext geht es nicht.

    Entschuldigung für den Off Topic, aber das musste mal erwähnt werden.

    • World of Warcraft ist also kein „Ballerspiel“, weil keine Schusswaffen zum Einsatz kommen? Das ist aber eine sehr feinsinnige „Verteidigung“. Ich bin wahrlich gerührt 😉 Wenn sich Spieler in Kämpfen und Schlachten gegenüber stehen, ist es für mich egal, mit welchen Waffen sie kämpfen.

      Konkret: Es ist egal, auf welche Weise ein Mensch getötet wird. Im Zweifelsfall kann das Töten mit anderen Waffen sogar grausamer sein. Kurzum: Die Freiheit nehme ich mir, alle Schlacht- und Kampfesspiele als Ballerspiele zu bezeichnen. Zumal das sogar noch ein verharmlosender Begriff ist.

      Im Übrigen gehe ich als „Ahnungsloser“ davon aus, dass Activision Blizzard auch Spiele im Programm hat, in denen der spielerische Umgang mit Schusswaffen geübt wird. Ist das korrekt?

      • Sie können natürlich Ihre persönlichen Definitionen und Kategorien verwenden. Bloß wird dann niemand verstehen, was Sie genau meinen. Definitionen dienen dazu ein gemeinsames Begriffsverständnis zu erlangen. Im Übrigen benutzen so gut wie nur Leute den Begriff „Ballerspiel“, die nie eins aus freien Stücken gespielt haben. Sie können natürlich auch diesen Begriff verharmlosend finden und einen sehr hohen ethischen Maßstab an den Inhalt von Spielen anlegen. Dann müssten Sie natürlich konsequenterweise auch Super Mario ablehnen, weil darin streng genommen Schildkröten und andere Lebewesen getötet werden. Mich persönlich beschäftigt reale Gewalt und Krieg mehr als mehr oder minder realistische Gewaltdarstellungen in virtuellen Welten. Ich kann es verstehen, wenn Leute „Ballerspiele“ ablehnen und wenn Spiele für Propagandazwecke und Konditionierung missbraucht werden, lehne ich das auch ab. Ich mache es eben vom Kontext abhängig. Wenn in World of Warcraft ein Troll mit einem Schwert auf eine Elfe (auch als nicht-Spieler weiß ich, dass dort die wenigsten menschliche Figuren spielen) einschlägt, juckt mich das nicht im geringsten.

        Ich bin nicht emotional in das Thema Videospiele investiert und auch nicht in den wahre Werte Fonds investiert, aber als Anleger interessiert mich doch das Portfolio und die neuesten Meldungen zu Zu- und Verkäufen (auch Ihr Buch über Geld habe ich gern gelesen), sonst hätte ich hier gar nicht kommentiert.

        Ich würde mir wünschen, dass Sie so hohe ethische Maßstäbe zum Thema Gewalt und Krieg im realen Kontext anlegen und hoffe, dass sie den zweiten Teil meines Kommentars nicht übersehen haben, denn der ist wichtig!

        • Lieber Herr Fischer, Sie können sicher sein, dass ich im realen Leben das Töten von Menschen mindestens ebenso abscheulich finde wie im Spiel. Und was Ihre Elfen und Trolle angeht: Ja, damit kann man sich das Töten schönreden, weil es keine Menschen, sonder Fabelwesen sind. Diese Wesen tragen aber in aller Regel menschliche Züge, können sprechen und denken und sind damit mit Menschen gleichzusetzen.

          Super Mario habe ich bis jetzt ebenso wenig gespielt wie WoW, fürchte aber, dass er in punkto „Erfüllung“ und „sinnvolle Zeitverwendung“ kaum mehr punkten kann 😉

          • „Sie können sicher sein, dass ich im realen Leben das Töten von Menschen mindestens ebenso abscheulich finde wie im Spiel.“

            Ich glaube Ihnen, dass dies Ihre persönliche Haltung ist, aber es passt leider ganz und gar nicht mit Berichterstattung Ihres Arbeitgebers N-TV zusammen. Wenn Sie sich da nichts schönreden wollen, müssten Sie sich in einem gewaltigen Gewissenskonflikt befinden. Denn Ihr Arbeitgeber hat sich plumper Geschichtsfälschung und Kriegspropaganda schuldig gemacht.

            Ich muss mir nichts schönreden, nur weil ich mal Ballerspiele gespielt habe. Man muss sich nur etwas schönreden, wenn man etwas moralisch verwerfliches getan hat.

          • „Wenn Sie sich da nichts schönreden wollen, müssten Sie sich in einem gewaltigen Gewissenskonflikt befinden. Denn Ihr Arbeitgeber hat sich plumper Geschichtsfälschung und Kriegspropaganda schuldig gemacht.“

            Erstens: n-tv ist nicht mein „Arbeitgeber“, sondern einer meiner Kunden. Als selbständiger Journalist und Moderator bin ich dort lediglich Programmzulieferer.

            Sollte sich also auch ein Beleuchtungszulieferer von VW in einem „gewaltigen Gewissenskonflikt“ befinden, weil einer seiner Kunden Dieselsoftware manipuliert hat? Das ist wohl reichlich verquast und weit hergeholt.

            Im übrigen trage ich mit meiner Programmzulieferung dazu bei, dass n-tv auf meinen Fachgebiet, der Wirtschaft, frei von Fälschung und Propaganda ist. Das ist meinem ruhigen Gewissen sogar sehr zuträglich 😉

            Zweitens nennen Sie für Ihre abstruse Behauptung, n-tv habe sich „plumper Geschichtsfälschung und Kriegspropaganda schuldig gemacht“, keinen einzigen Beleg. Das halte ich für ein sehr fragwürdiges und allzu durchschaubares Vorgehen. Damit kommen Sie aber bei mir nicht durch. Sie disqualifizieren sich damit eher.

            Außerdem kann man sich selbstverständlich auch Sachverhalte schönreden, die nicht gleich „moralisch Verwerliches“ enthalten. Ich erlebe es zum Beispiel regelmäßig, dass Firmenchefs ihre Geschäftsergebnisse schönreden. „Moralisch verwerflich“ sind schlechtere Geschäftsergebnisse dabei überhaupt nicht 😉

  4. Lieber Ballerino,
    auch von mir einen herzurichten Dank für Ihren Depotvorschlag. Grundsätzlich habe ich keine Probleme mit solchen Spielen, da durch das Spielen von Baller-Spielen vermutlich keine schießwütigen Menschen herangezogen werden, die das dann auch im realen Leben ausleben. Darüber hinaus möchte ich mich auch grundsätzlich nicht in die Gestaltung der Freizeit von Menschen einmischen. Das sollte schon jeder selber entscheiden, was er in seiner freien Zeit treibt. Hier schätze ich Ihren Vorschlag also anderes als Raimund.
    Ein abschließendes Urteil zur Aktie kann ich noch nicht fällen, da ich mich erst noch mit den Kennzahlen der Aktie beschäftigen muss.
    Beste Grüße
    Anton Voglmaier

    • Das ist aber ein großes Missverständnis, lieber Anton. Ich mische mich ganz und gar nicht in die Gestaltung von Freizeit von Menschen ein. Wie kommst Du darauf? Jeder soll und darf die Freizeit so verbringen, wie er mag.

      Ob ich persönlich allerdings die besagten Spiele als wahre Werte betrachte, ist eine ganz andere Sache, die nur von meiner Einschätzung abhängt. Meine Einschätzung ist aber keine Einmischung, sondern nur meine Einschätzung. Die Frage, inwieweit das Eintauchen in virtuelle Spielewelten für viele Menschen nur eine willkommene Flucht aus der realen Welt bedeutet, habe ich dabei noch gar nicht angesprochen. Sie würde über das Thema Ballerspiele weit hinaus gehen.

  5. Ich glaube, die etwas überzogene Reaktion von OLE rührt daher, dass World of Warcraft sicherlich vieles ist, aber eins ganz sicher nicht: Ein Ballerspiel. 🙂

    • World of Warcraft ist also kein „Ballerspiel“, weil keine Schusswaffen zum Einsatz kommen? Das ist aber eine sehr feinsinnige „Verteidigung“. Ich bin wahrlich gerührt 😉 Wenn sich Spieler in Kämpfen und Schlachten gegenüber stehen, ist es für mich egal, mit welchen Waffen sie kämpfen.

      Konkret: Es ist egal, auf welche Weise ein Mensch getötet wird. Im Zweifelsfall kann das Töten mit anderen Waffen sogar grausamer sein. Kurzum: Die Freiheit nehme ich mir, alle Schlacht- und Kampfesspiele als Ballerspiele zu bezeichnen. Zumal das sogar noch ein verharmlosender Begriff ist.

      Im Übrigen gehe ich als „Ahnungsloser“ davon aus, dass Activision Blizzard auch Spiele im Programm hat, in denen der spielerische Umgang mit Schusswaffen geübt wird. Ist das korrekt?

      • Die Tötungsdebatte gehört nicht in einen lokalen Rahmen, sondern in einen globalen.
        Und dann das Ende der Debatte wird immer sein: Keine Regeln oder generelles Verbot.
        Ich bin für ein generelles Verbot von physischer Gewalt. Emotionale Gewalt wird es immer geben.
        Die Diskussion ist aber letztendlich genauso irrational, wie die Diskussion um Drogen…

        • Von einem Verbot hat doch niemand geredet, Jeder sollte spielen können, was er will. Aber jeder sollte auch davon halten können, was er will.

          • Ich auch nicht 😉
            Das ich habe letztendlich nur aufgezeigt zu welchem Ende die Debatte führen wird, wenn man verschiedene Argumentation bis zum Ende geführt werden. Und da sehe ich keine Argumentation als idealistisches Ziel an und deshalb erübrigt sich die Debatte für mich.

          • Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zwischen einem Verbot solcher Spiele und einer Debatte über ihre Sinnhaftigkeit besteht doch ein riesiger Unterschied. Man kann über letzteres diskutieren, ohne gleich an Verbote o. ä. zu denken.

  6. Also ich habe früher Ultima Online und Everquest 1 gespielt. World of Warcraft reichte bei mir nur für 2 Monate. Es war nicht wie früher, eher fast Food. Aber fast Food ist auch erfolgreich. Jedes gute Restaurant verliert gegen Mc Donald’s. Allerdings ist WOW kein Ballerspiel. Es ist ein Spiel, wo man mit viel Zeit und Einsatz einen virtuellen Erfolg erzielen kann, der nichts mehr zählt, wenn man damit aufhört. Vermutlich haben sich alle Spiele angeglichen. Ich bin da schon lange raus.

    Alte Spiele wie Ultima Online und Everquest 1 hatten was mit Strategie, Taktik und Charakterkontrolle zu tun, man musste wissen, was man macht. Seit WOW gilt, es reicht Zeiteinsatz. Das macht es aber auch sehr erfolgreich. Jeder kann dort etwas werden, wenn er nur genug Geld und Zeit investiert.
    Ole ist noch sehr jung, sonst wüsste er, dass er eines Tages mit WOW aufhört und dass es dann nur verbrannte Zeit war.
    Ich bin auch über 50 und bekenne mich zu meiner Online Zeit. Wir haben damals ICQ benutzt. Das war also vor What’s up und Facebook.
    Vor also langer Zeit entschied ich mich , nicht mehr raiden zu gehen und hörte einfach auf. Der Tag danach hatte einfach viel Ruhe. Nichts von war mehr wichtig von Raiden und farming. Und alles war nur verbrannte Zeit.
    Weiß Du Ole, es zählt nicht Deine Meinung, solange Du noch spielst. Sag mir, was davon bleibt, wenn Du aufhörst.

    Allerdings hat das nichts damit zu tun, ob Blizzard erfolgreich ist. Ich halte Facebook und What’s up auch für Mist. Das hat aber nichts mit wirtschaftlichen Erfolg zu tun.
    Ich finde auch interessant, dass hier jemand einen Systemcrash bekommt, nur weil WOW nicht anerkannt wird.
    Dann will ich Dich mal weiter provozieren. Ich habe WOW nur 2 Monate gespielt, weil es im Vergleich zu den ersten Games zu einfach war und unter Lachnummer fiel. Im ersten UO konnte sich ein Spieler entscheiden, Playerkiller zu werden, einen Spieler killen und komplett ausrauben. Und Du denkst, WOW erfordert wirklich irgend ein Können außer Zeiteinsatz? Stell Dir mal ein WOW vor, wo man Dich killen und komplett ausrauben könnte, während Du ein Dungeon rocken willst. Dann müsstest Du echt gut spielen können.

    • Auch wenn Sie OLE ansprechen und nicht mich, möchte ich kurz folgenden Senf dazugeben (die Freiheit nehm‘ ich mir 😉

      Ihre Erfahrungen mit diesen Spielen decken sich hundert Pro mit meiner Einschätzung: Sie sind zum großen Teil verschwendete Zeit. Und Ihr Empfinden am Tag nach dem Ausstieg spricht Bände. Hätte ich genauso eingeschätzt, ohne jemals gespielt zu haben.

  7. Lieber Herr Brichta,

    sicherlich wollten Sie provozieren. Für mich kommt Ihre Einschätzung aber doch zu pauschalisierend und moralisierend daher. Es gibt doch Abstufungen und große Unterschiede in den Spielprinzipien – ich würde nur teilweise zustimmen.

    Als Teenager hatte ich selbst häufig Computerspiele gespielt. Darunter solche Strategiespiele, die man durchaus als kriegsverherrlichend bezeichnen könnte, auch wenn nicht wirklich geballert wurde. Ähnliche Spiele gab es auch als Brettspiele (ohne Computer und ohne animierte Ballerszenen). Trotzdem bin ich dabei weder ein Waffennarr noch rechtsradikal geworden. Und ich bin auch sicher kein Fan von irgendwelchen Diktatoren dieser Welt und ihrer wahren Kriegsspiele. Ganz im Gegenteil. Für mich war das Computerspielen (neben verschwendeter Jugend 😉 ) einfach nur Unterhaltung mit gewissem Suchtpotential, nicht mehr und nicht weniger.

    Man kann natürlich auch in „Super Mario“ und jeglichen Jump‘n Run-Spielen Gewalt suchen. Man kann sogar Pac-Man und Pokemons gefährlich finden, diverses Kinderspielzeug verabscheuen (z. B. einst Zinnsoldaten, heutzutage martialische Plastik-Kampfhelden), Horror- und Action-Streifen verteufeln, sowie Krimis generell als gewaltverherrlichend betrachten, auch als gedruckte Bücher.

    Persönlich finde ich z. B. den öffentlich-rechtlichen Pseudovolksmusik-Terror und die öffentlich-rechtliche Quiz-Show-Verblödung schlimmer als die ARD-Tatorts 🙂 . Man kann auch behaupten, ein Monopoly-Spiel oder Telebörsen würden Menschen zu geldgierigen Turbokapitalisten erziehen. Glaub ich auch nicht.

    Als Wahre Werte würde ich solche Unternehmen der Unterhaltungsbranche allerdings auch nicht bezeichnen. Hier stimme ich Ihnen zu. Grundsätzlich finde ich es auch gut, dass Sie ethischen Aspekten bei der Werteauswahl einen hohen Stellenwert einräumen.

    • Wir sind uns im Prinzip einig, lieber Sandro. Ich behaupte schließlich nicht, dass man als Spieler solcher Spiele zum Waffennarr werden muss. Aber ob sich hinter solchen Spielen Werte verbergen, die man als wahre Werte bezeichnen kann, ist doch neine ganz andere Frage.

      Sie nennen mit ‚Suchtpotential‘ oder ‚verschwendeter Jugend‘ durchaus zwei Stichworte, die auch ich mit solchen Spielen in Verbindung bringen würde. Meine persönliche Erfahrung mit Computerspielen ist übrigens hauptsächlich die, dass mich im Anschluss an das Spielen selten das Gefühl der „Erfüllung“ überkommt, sondern ich im Gegenteil eher Leere verspüre und an verschwendete Zeit denke. Aber das ist eine rein subjektive Erfahrung. Ich würde gerne mal Erfahrungsberichte von Leuten lesen, denen es anders geht, die eine Erüllung durch das Spielen erfahren. Vielleicht ermöglicht mir das dann einen vollkommen neuen Zugang …

  8. Und um die Debatte noch mal anzuheizen, folgende Beobachtung:

    Es mag Zufall sei, aber bei der morgendlichen Zeitungslektüre heute sind mir im Bericht über den Prozessauftakt gegen den jugendlichen Brutalo-Mörder Marcel H. folgende Passagen aufgefallen:

    „Am Abend jenes 6. März fand H. bei seinem ehemaligen Schulkameraden Christopher W. Unterschlupf. Der 22 Jahre alte W. hatte keine Ahnung, dass die Polizei Marcel suchte. Gemeinsam spielten sie bis in die Nacht am Computer. Christopher W. war wie Marcel H. begeistert von japanischen Manga-Comics und animierten Phantasiespielen.“

    „Rico B. beschreibt Marcel H. als auffälligen Schüler, … Oft sei Marcel auch nicht dagewesen, er habe ja immer am Computer „gezockt“.“

    „„Einen Schirm hatte Marcel dabei, obwohl es gar nicht regnete, und ein kleines Netz mit Zwiebeln.“ Manche glauben, darin einen Hinweis auf eines der japanischen Spiele zu sehen, das Marcel H. spielte.“

    Wie gesagt, vermutlich nur ein Zufall. Dennoch ist er es wert, darüber nachzudenken …

    • GENAU die Bösen Computer Spiele sind Schuld, weil es ja auch nur Spiele gibt die genau solche Brutalen Szenarien darstellen und so der Täter bis ins kleinste alles üben kann.UNd Mangas ganz großes Teufelswerk.

      Sicherlich sind Sie genau so ein Manga Experte wie Spezialist für Ballerspiele ^^

      Meine Theorie ist er hat vorher Luft geatmet, die hat ihn angestiftet, ich finde wir sollten Luft verbieten.

      Sie urteilen über Dinge die sie nie selbst ausprobiert haben.
      Das ist für mich das gleiche, als wenn mir Leute die noch nie in Aktien angelegt haben sagen, dass an der Börse nur ZOCKER sind und alles Teufelszeug ist.

      Also erst ausprobieren, dann urteilen. Ansonsten sind sie in meinen Augen nur ein Provokateur der Vourteile über andere fällt aber selbst keine Kritik zulässt.

      So nach den MOTTO
      Ihre Meinung alle Spiele, wo man gegeneinander kämpft sind Ballerspiele. Egal was ihr sagt es bleibt dabei. Akzeptiert das.

      Aber ich hoffe für Sie das Sie auch mal über den Tellerand hinausblicken können. Nicht nur Nachdenken auch mal ausprobieren

      • hmm … eigentlich habe ich in meinem Kommentar zum Prozessauftakt gegen Marcel H. nur einige Beobachtungen aneinandergereiht, mehr nicht. Schlüsse daraus wollte ich jedem Leser selbst überlassen.

        Aber soviel darf ich sagen: Ihre „Anstiftungstheorie“ erscheint mir recht abstrus. Sie sollten eher mal in eine andere Richtung denken: Haben Sie jemals von einem Amokläufer, Psycho-Mörder oder anderem Gewalttäter gehört, dessen Hobby es gewesen wäre, mit anderen Menschen gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen, zu singen oder zu plaudern? Ich noch nicht. Haben Sie aber schon mal von Gewalttätern gelesen, die tage- und nächtelang am Computer gesessen haben? Ich habe das schon öfter gelesen.

        Ab hier sollten Sie wieder selbst weiterdenken ..

    • Vermutlich gibt es bei labilen Personenschon die Gefahr, daß Sie den Realitätssinn nach intensivem Spielekonsum etwas verlieren.

      • Dies, lieber Udo, ist einer der vernünftigsten Kommentare, die ich zu diesem Thema bisher hier gelesen habe.

  9. Fakt ist dass Millionen Menschen (und das sind nicht nur Jugendliche mit denen da Geld verdient wird) ihre Zeit mit elektronischen Spielen verbringen. Dadurch wird niemand verletzt. Der Bogen wird da etwas weit geschlagen.
    Da sehe ich es schon kritischer in Fischfarmen, Truthahn und Schweinemast zu investieren. Ebenso fragwürdig halte ich den Tabakkonsum bzw. elektronische Derivate die derzeit populär werden. Alkohol und die Rüstungsindustrie sind weitere Bereich die langfristig profitabel, gesellschaftlich aber eher doch kritisch zu hinterfragen sind.
    Wen würde das abschrecken in ein solides Geschäftsmodell zu investieren?
    Das muss jeder mit seinem Gewissen selbst ausmachen. Was aber wohl wahr ist dass man nicht überall dabei sein muss. Es gibt jedenfalls genügend Auswahl.

    • Fischfarm, Truthahn- und Schweinemast dienen, wenn sie vernünftig betrieben werden, der menschlichen Ernährung und damit einem der Grundbedürfnisse des menschlichen Daseins. Ich sehe darin grundsätzlich nichts Fragwürdiges. Lediglich bestimmte METHODEN dieser Tierhaltung können fragwürdig sein. Dann geht es aber nur um die Art der Tierhaltung und nicht um die Tätigkeit an sich.

  10. Lieber Raimund,
    Deine Frage, „inwieweit das Eintauchen in virtuelle Spielewelten für viele Menschen nur eine willkommene Flucht aus der realen Welt bedeutet“, sehe ich als unproblematisch an, da wir Menschen eben ab und zu aus der realen Welt fliehen wollen. Das macht sogar das Bildungsbürgertum durch den Besuch von Theater-,Opern-,Konzert-,oder Kinoaufführungen.

    • Den Besuch einer Oper mit der Flucht aus der realen Welt in eine virtuelle Computerscheinwelt zu vergleichen, halte ich für reichlich gewagt 😉 Vor allem deshalb, weil das „Bildungsbürgertum‘, wie Du es nennst, sich in jedem Moment seines Opernbesuchs der spielerischen Situation der dargebotenen Stücke bewusst sein dürfte. Außerdem hat es dabei nur den Zuschauer-Part und nimmt nicht selbst am Geschehen auf der Bühne teil. In der virtuellen Computerwelt gehört man als Gamer dagegen selbst zu den Akteuren. Und last but not least: Das „Bildungsbürgertum“ hat es gar nicht nötig, dauerhaft in Scheinwelten zu fliehen, weil es in der Regel in der realen Welt fest verankert ist. Für jemanden aber, der sich in der realen Welt zu den Abgehängten zählen könnte, ist die Versuchung umso größer, die Scheinwelt der Wirklichkeit vorzuziehen.

  11. Ich verstehe die ganze Aufregung von Ole und den Anderen nicht. Herr Brichta hat nur begründet, warum er Spiele dieser Art bzw. die Aktien deren Hersteller nicht als Wahre Werte sieht und nicht investieren möchte. Eine Auffassung, die mir sehr symphatisch ist und ihm wohl auch zusteht. Ohne dass er sich dafür rechtfertigen muss.
    Auch ich lasse betimmte Aktien nicht in mein Depot, z.B. Rüstungswerte. Weil ich sie nicht mag. Andere können dies anders.

  12. Die Finanzkennzahlen der Aktie sind sehr gut und demnach könnte die Aktie durchaus ein attraktives Investment für unser Depot sein.
    Gegen eine Aufnahme der Aktie in unser Depot spricht aber eindeutig der regelrechte Absturz des Kurses von ACTIVISION BLIZZARD während der Finanzkrise 2008. Ich bin also gegen die Aufnahme der Aktie in das Depot.

    Trotzdem finde ich die inhaltliche Diskussion zum Geschäftsmodell der Firma auf unserer Seite sehr interessant.

  13. Es ist ok, wenn mein Kommentar gelöscht wird. Er hatte eher etwas mit pro und gegen WOW zu tun, eine Insider Sache. Es war aber auch eher nur Provokation.

    • Löschen? Wie kommen Sie darauf? Bei uns werden keine Kommentare gelöscht.

  14. Das halte ich nicht für gewagt, lieber Raimund. Mir ging es nämlich nur um das ob, und nicht um das wie.

    • Aber indem Du das eine mit dem anderen gleichsetzt, berücksichtigst Du eben nicht die gravierenden Unterschiede, die es zwischen dem Ballerspiel-Spielen und einem Opernbesuch gibt. Ein Opernbesucher „flieht“ – wie gesagt – viel weniger intensiv aus der realen Welt als ein Baller-Gamer. Deshalb ist das „Wie“ ein ganz entscheidender Faktor, der zu berücksichtigen ist.

  15. Nun ja, ist schon ein paar Tage her. Den Kommentar schrieb ich, als noch nichts hier stand und vermutlich liest ihn auch keiner mehr.

    Ich möchte aber noch einiges Sachliches hinzufügen.

    Um die Intensität von WOW zu verstehen: Eine neue Expansion führte früher zu vermehrten Krankmeldungen vor allem in staatlichen Betrieben. Eine virtuelle Existenz, in der man etwas anderes, besseres sein kann als das echte Ich hat für viele einen Reiz. WOW ist kein Ballerspiel. Man kann sich dort auch virtuell in einer Kneipe treffen oder heiraten. Das machen auch einige. Ob WOW und Co eine Flucht sind, möchte ich so formulieren. Wo ist der Unterschied, wenn man stattdessen am Samstag in die Kneipe geht und sich abschießt?

    Natürlich sind online Games eine Art Droge, aber nicht so böse wie echte Drogen. Es gibt auch keine Studien, ob online Games auch Menschen geholfen haben, weil sie soziale Defizite hatten. Aus meiner aktiven Zeit weiß ich, dass auch viele gespielt hatten, weil sie einsam waren. Ich kann mich da an eine amerikanische Bus Fahrerin erinnern, die stark übergewichtig und alt war. Es war für sie das Größte eine Druiden Elfin zu spielen, die angebaggert wurde. Leider wurde es immer wieder bitter für sie, wenn es Richtung echtes Leben ging. Aber waren deswegen die Illusionen schlecht, die sie im Spiel hatte?

    Für mich war die wichtigste Erfahrung, dass halt nichts bleibt, wenn man aufhört. Es ist dann nur verlorene Zeit.
    Trotzdem denke ich, dass für viele diese bessere pseudo Realität auch wichtig war. Und sie kann für viele wirklich real werden. Ich denke, dass viele einsame Menschen diese Spiele spielen.

    Um es mal anders zu formulieren:
    Man kann mit 26 Jahren einiges am Wochenende machen:

    Man kann sich mit Freunden treffe und 6 Flaschen Wodka öffnen.

    Man trifft sich in einer Disco, hängt am Pfeiler und guckt cool rum.

    Man sitzt vorm PC und geht mit einem Magier und ein paar online Freunden in ein Dungeon um ein virtuelles zu ergattern.

    Wer will wirklich entscheiden, was wie dämlich ist?

    • Nun vergleichen Sie aber angefaulte Äpfel mit angefaulten Birnen: Sich die Birne mit realem Wodka zuzudröhnen, ist in meinen Augen natürlich ebensowenig ein wahrer Wert wie die Zeitvergeudung mit besagten Computerspielen. Auch eine Wodka-Aktie würde ich nicht ins WWD aufnehmen wollen.

  16. Das habe ich nicht gesagt. Für mich waren Wodka und Co die schlechtere Lösung

    • Das sage ich doch: Noch schlechter als schlecht. Aber deswegen wird die andere Alternative doch nicht automatisch gut und zum wahren Wert. Wir reden hier nur darüber, ob das andere ein wahrer Wert ist. Und ich meine: nein.

  17. Lieber Ballerino,

    besten Dank für Ihren Depotvorschlag. Es freut mich zu sehen, dass in dieser Diskussion ordentlich Feuer drin ist, darum möchte ich nun auch meinen Senf dazugeben.

    Wir sollten uns am gesamten Unternehmen orientieren und an diesem Punkt kommen wir schnell wieder zu unseren ethischen Standards. Sicherlich ist Blizzard bekannt für die oben genannten Spiele, wie auch für andere Fantasy-Blockbuster, die je nach Interpretation die First-Person-Shooter und Gewaltdiskussion umgehen können, doch ist Activision vor allem auch für Marken wie Call of Duty bekannt. Gerade dieses kleckert nicht unbedingt mit Kontroversen.

    Gleichwohl möchte ich das Wort „Killer- oder Ballerspiel“ nicht in den Mund nehmen, sondern differenziert an die Sache herangehen. Diese Spielreihe hat eine Altersfreigabe von 18 Jahren und ich bin der Meinung, dass die Konsumenten in diesem Alter in der Regel reif genug sind, um Realität und Spiel voneinander zu trennen.

    Daher zu den von Ballerino aufgeführten Stichpunkten. Auch wenn die Aktie teuer erscheint, bin ich grundsätzlich der Meinung, dass der Titel – ebenso wie andere Entwicklerstudios – etwa EA und Take 2 Interactive – weiteres Entwicklungspotential haben. Gaming wird ein immer wichtigerer Teil der Freizeitgestaltung und auch das Mobile-Gaming zieht stetig an. Die Geräte werden leistungsfähiger und auch erschwinglich, gleichzeitig die Konsumenten und Einsteiger „gefühlt“ immer jünger, was aus Marketingsicht sicherlich nicht von Nachteil ist.

    Gleichwohl verletzen aber eben Spiele wie Call of Duty unsere ethischen Standards, weshalb auch ich hier kein grünes Licht geben kann. Wenn wir etwas machen, dann konsequent, siehe unsere Diskussion zu Tabakkonzernen.

    Auch für mich ist der Titel damit kein wahrer Wert!

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