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Depotvorschlag: Grand City Properties

10. September 2017 - Manfred Wortmann in Depotvorschlag | 11 Kommentare

Soeben las ich in der WELT AM SONNTAG ein Interview mit dem Vorstandschef des S-Dax Wertes Grand City Properties (WKN A1JXCV).Das Unternehmen kauft Wohnungen, die vom Vorbesitzer, meist aus finanziellen Gründen, nicht gut verwaltet wurden. Schwerpunkt ist Deutschland (NRW mit Städten wie Köln, Dortmund, Essen und Düsseldorf) Das Portfolio von rund 18000 Wohneinheiten soll um Wohnungen in den Städten Nürnberg, Mannheim, Dresden und Kiel erweitert werden. Weil mich die Aussagen neugierig machten, informierte ich mich über den Wert und stieß auf Zahlen, die die Aktie als interessant für die Aufnahme in unser Wahre Werte Depot erscheinen lassen : Eigenkapitalquote rund 50% KGV 2016 4,9 Kurs-Buchwertverhältnis unter 1 Dividendenrendite 2016 3,93 % Ein weiters Argument für eine Investment ist die Aufnahme in den M-Dax am 18.09.17 und, dass es sich um einen Wchstumsmarkt handelt. Ich freue mich auf Ihre Einschätzung.

11 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für Ihren Vorschlag, lieber Herr Wortmann.

    solche Immobilienaktien sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Dies ist dem Immobilienboom geschuldet, und es ist ein Hype, den ich nicht mitmachen möchte. Viele dieser Firmen wird es möglicherweise in 10-20 Jahren nicht mehr geben, so wie es Grand City Properties vor 12 Jahren noch nicht gegeben hat.

    Deshalb ist diese Aktie für mich leider kein geeigneter Kandidat für unser Depot.

  2. Sehr geehrter Herr Wortmann,

    mir gefällt die Aktie nicht, da sie mir zu deutschlandlastig mit den Immobilienprojekten ausgerichtet ist. Deshalb ist die Aktie für mich kein Kandidat für unser Depot.
    Beste Grüße
    Anton Voglmaier

  3. Interessant ist die Frage, ob wir eine Immobilienblase haben. Das wird ja gerne verneint. Allerdings wäre Immobilienblase die einzige echte Antwort, warum man hier nicht mit machen soll. Das führt natürlich zu einer wichtigen Frage: Blasen erkennt man immer nur im Rückspiegel, aber könnten wir eine Immobilienblase haben?

    • Sie schreiben: „Allerdings wäre Immobilienblase die einzige echte Antwort, warum man hier nicht mit machen soll.“ Nach meiner Meinung gibt es auch andere echte Antworten, bei Grand City Properties nicht mitzumachen, selbst wenn wir keine Immobilienblase haben. Schließlich muss man nicht bei jedem Immobilienunternehmen dabei sein.

      • Hallo Herr Brichta, die anderen echten Antworten würden mich brennend interessieren. Können Sie mehr dazu sagen?

        Besten Dank und viele Grüße

        • Die echteste Antwort können Sie doch schon aus meinem letzten Kommentar herauslesen: Selbst wenn wir in Deutschland derzeit noch keine Immobilienblase haben, muss – und vor allen Dingen KANN – man nicht in allen Immobilienwerten investiert sein. Sonst müsste man ja ALLE kaufen. Das ist also allein eine logische Frage der Kapazität.

          Und was Grand City im speziellen Betrifft: Wir führen ein Wahre-Werte-Depot. Da schließt es sich schon aus grundsätzlichen Erwägungen aus, in einen Börsenneuling zu investieren, der an der Börse noch gar nicht bewiesen hat, dass er ein wahrer Wert ist. Zumal man dies allein schon anhand des Geschäftsmodells bezweifeln könnte: Oder hielten Sie es etwa für vereinbar mit dem Wahre-Werte-Gedanken, wenn ein Unternehmen heruntergewirtschaftete Immobilien aufkauft, diese notdürftig renoviert, um sie dann teurer zu vermieten oder weiter zu verscherbeln?

          Mir scheint Grand-City-Properties lediglich ein Nachzügler zu sein, der vom Immobilienboom nun noch an der Börse profitieren will. Die Börsengeschichte hat unzählige Beispiele aus früheren Boomzeiten in anderen Branchen. Immer kamen in solchen Booms unzählige Trittbrettfahrer an die Börse, die einige Jahre später schon wieder verschwunden waren.

          Diese Gefahr schätze ich bei Grand City als sehr groß ein. Dennoch kann die Aktie selbstverständlich in der Zwischenzeit weiter steigen. Wer damit also sein Glück versuchen will, soll sich von mir nicht daran hindern lassen 😉

          Ich erkläre hier nur, warum das Papier nicht für uns in Frage kommt. Zumal wir als Wertpapierexperten, die keine Immobilienexperten sind, uns im Immobilienbereich lieber auf Fonds konzentrieren, die in Reits investieren. Dadurch sehen wir die Risiken als besser gestreut an.

          • danke für die Ausführungen. Hört sich für mich schlüssig an.

  4. Blasen erkennt man erst im Nachhinein. Ich denke übrigens, dass wir Blasen haben, auch bei Aktien. Ich kann aber nicht sagen, wann sie platzen. Und wenn sie erst in 6 Jahren platzen, ist heute ein guter Kaufzeitpunkt. Das gilt nicht, wenn es in zwei Jahren knallt. Aber das kann keiner timen

  5. Die Kollegen der Actien-Börse äußern sich in ihrer heutigen Ausgabe zu Grand City. Ihre Einschätzung deckt sich voll mit meiner oben geäußerten:

    „Die Gesellschaft hat sich u. a. darauf spezialisiert, heruntergekommene Wohnungen in Deutschland aufzukaufen und mit geringem Aufwand aufzupäppeln. Danach werden die Assets bilanziell hochgeschrieben, gute Gewinne ausgewiesen und über Kapitalerhöhungen sowie neue Schulden zu günstigen Konditionen Kapital für neue Deals eingeworben. So wurde der Börsenwert auf 3 Mrd. € hochgeschrieben.“

    Quelle: Die Actien-Börse Nr. 38 vom 23.9.2017

  6. Ich schließe mich der Meinung der Kollegen und beziehe mich auf eine m.E. wichtige Aussage der Actien-Börse. „ mit geringem Aufwand“. Der Anstieg des Börsenwertes durch die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten dürfte somit auf lange Sicht wenig nachhaltig sein, da offenbar nach dem Minimalprinzip erneuert wird. Somit könnten in wenigen Jahren bereits neue Renovierungsarbeiten fällig werden die sich wiederum in der Bilanz und damit im Börsenwert niederschlagen könnten.

    Auch bezüglich einer möglichen Immobilienblase sollte man bedenken, dass die Mietpreise besonders in Großstädten anziehen. Wenn die Löhne jedoch nicht im gleichen Maße steigen wird es zu Problemen kommen. Mittel- bis langfristig könnte so eine Korrektur der Mieten vonnöten sein. Die Frage ist dann wer diese Korrektur besser verkraften wird, erfahrene Unternehmen mit Qualitätsimmobilien, oder ein Börsenneuling, der zu geringen Preisen – und dabei wohl langfristig fragwürdiger Objektqualität – einen schnellstmöglichen Anstieg des Börsenkurses forcieren möchte?

    Nachhaltigkeit und Minimalprinzip schließen sich in den meisten Fällen gegenseitig aus. Daher halte ich Grand City Properties ebenfalls für keinen geeigneten Kandidaten für das Depot.

  7. Guten Tag, an die Fachleute Brichta, Voglmaier und Schilling!
    Einmal mehr bin ich mit einem Vorschlag für die Aufnahme in unser WWD auf die Nase gefallen. Macht nichts !
    Es ist einfach großartig, dass Sie sich so eingehend mit Vorschlägen von interessierten Kleinanlegern auseinandersetzen.
    Ihre Argumente für die Nichtaufnahme sind überzeugend. Sie haben einfach einen anderen Horizont, um Aktien auf Herz und Nieren zu prüfen.
    Hoffentlich bleibt uns Ihre Expertise noch lange erhalten !
    Liebe Grüße
    M. Wortmann

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