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Depotvorschlag: Reckitt Benckiser

18. November 2015 - Gastbeitrag von Sandro in Allgemein | 7 Kommentare

Ich hatte gestern die Henkel-Aktie vorgeschlagen und möchte Reckitt Benckiser als eine weitere interessante Aktie in Vergleich stellen. Da ich zu Henkel schon so viel geschrieben habe, fasse ich mich diesmal kürzer:

Reckitt Benckiser (Hauptsitz in Berkshire, UK) produziert Waren in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Haushalt, hat Niederlassungen in 60 Ländern, vertreibt seine Produkte weltweit und besitzt viele bekannte Marken. Zu denen gehören: Finish, Lysol, Dettol, Vanish, Woolite, Durex, Calgon, Airwick, Harpic, Bang, Mortein, Veet, Nurofen, Clearasil, Strepsils, Gaviscon, Mucinex, Scholl und French’s.

Man könnte das Unternehmen also mit einer Henkel und einer Church & Dwight in eine Kategorie packen. Vergleicht man die Kursentwicklungen dieser drei Unternehmen über 2 Dekaden in der jeweiligen Landeswährung, so ist die Church & Dwight der klare Performance-Sieger, aber auch die beiden anderen Unternehmen entwickelten sich stark überdurchschnittlich. Es fällt auf, dass alle drei Unternehmen sich während der IT-Blase gegenläufig zum Markt entwickelten. Reckitt Benckiser entwickelte sich ähnlich stark wie Henkel, aber der Kurs ist deutlich weniger volatil: Die Finzanzkrise 2008-2009 konnte dem Kurs kaum etwas anhaben, und auch im Jahr 2011 blieb der Kurs stabil. Das KGVe liegt bei etwa 26 (ähnlich hoch wie Church & Dwight) und ist damit deutlich höher als das KGV von Henkel. Die Eigenkapitalquote von 44,1% ist niedriger, aber nicht schlecht.

Vielleicht wäre es aus Diversifizierungsgründen sinnvoll, ein internationales Packet von Unternehmen dieser Kategorie aufzunehmen (versch. Länder und Währungen).

7 Kommentare

  1. Diese Aktie überzeugt mich – ehrlich gesagt – noch mehr als Henkel. Besonders beeindruckend finde ich ihre Widerstandskraft während der letzten Finanzkrise: Ihr Kurs lag Ende 2008 nur unwesentlich niedriger als am Jahresanfang. So sieht wahre Krisenresistenz aus, Chapeau!

    Auch die Tatsache, dass die traditionsreiche deutsche Industriellen-Familie Reimann/Benckiser mit ihrem Aktienpaket immer noch einen gewissen Einfluss ausüben kann, ist sicherlich kein Nachteil.

    Wir müssen nur aufpassen, dass wir uns mit unserem Depot nicht zu sehr auf Wasch-, Putz- und Pflegemittel ausrichten. Schließlich haben wir schon Church & Dwight und Colgate-Palmolive im Bestand. Aber ich denke: Einer geht noch, einer geht noch rein … und plädiere dafür, den Calgon- und Clearasil-Hersteller in unser Depot aufzunehmen.

    Was meinst Du, Volker?

  2. Mir gefällt u.a. die sehr breite Produktpalette, von Wasch- Putz- Spül- und Hygienemitteln bis hin zu Kukident, Kondomen und Nahrungsergänzungsmitteln und rezeptfreien Arzneien, die nicht nur bloß Pflegemittel sind. Dazu gehören bspw. Halsschmerztabletten (Dobendan), ein Mittel gegen Sodbrennen (Gaviscon) und Nurofen (Ibuprofen, Schmerzmittel, fiebersenkend und entzündungshemmend). Im Frühjahr 2015 soll das Unternehmen mit Nurofen an der Grippewelle gut verdient haben. Manche Mittel, wie etwa Sagrotan, das es schon seit 100 Jahren gibt, sind in verschiedenen Ländern unter unterschiedlichen Markennamen bekannt. Alles Dinge, die sich schnell verbrauchen und immer wieder neu gekauft werden müssen, auch in einer Krise.

  3. Hallo Zusammen,

    da sind wir wieder bei den Haushaltswaren. Ich habe meine Freude über diesen Sektor ja schon zum Ausdruck gebracht und kann mich Raimund nur anschließen: Einer geht noch, einer geht noch rein! Ich halte es ebenfalls für ein gutes Triumvirat mit Colgate Palmolive und Church & Dwight. Lassen wir die drei doch einmal gegeneinander antreten. Interessante Mischung und die machts ja bekanntlich. Aus guter handwerklicher Tätigkeit des Asset Managements heraus, schlage ich allerdings vor, dass dieser Sektor nicht mehr als 15% unseres Gesamtdepots einnehmen sollte. Mit Colgate und C&D liegen wir schon bei 9%, weshalb wir hier maximal 5% gewichten sollten, um nicht gleich an die Grenze zu stoßen. Hurra, wir haben einen Neuzugang! Raimund, wann wollen wir kaufen? Heute Schlusskurs?

    • Perfekt – wir nehmen die Aktie zum heutigen Schlusskurs für knapp 5.000 Euro ins Depot. Je nachdem, was die Stückelung zulässt. Damit liegen wir noch unter 5% Depotanteil, wobei ich kein Freund solcher Höchstgrenzen bin. Denn wofür sind solche geschaffen worden? Für Depots, die kaufen und liegenlassen. So will man erreichen, dass eine gut laufende Branche eine gerade schlecht laufende ausgleicht.

      Aber dieser Ansatz ist für uns zu wenig herausfordernd, weil wir uns generell zum Ziel gesetzt haben, schlecht laufende Aktien (und Branchen) kurzerhand herauszuschmeißen. Soll heißen, wenn eine Aktie nicht gut läuft, war sie ohnehin die längste Zeit dabei. Höchstgrenzen haben für uns also eine geringere Bedeutung.

      By the way, Volker: Du scheinst in Eurem Haushalt nicht fürs Einkaufen zuständig zu sein 😉 Wenn ich nämlich in die Haushaltswaren-Abteilungen mir bekannter Kaufhäuser gehe, finde ich dort Glas, Geschirr, Handtücher, Tischdecken und so’n Kram. GEbrauchsgegenstände sind aber nicht das Kerngebiet unserer Depot-Favoriten. Eher VERbrauchsartikel. Vielleicht sollten wir sie also eher Hersteller von Haushaltsartikeln nennen. So steht’s jedenfalls oft auch im Supermarkt an den Regalen, wenn ich dort bei meinen häufigen Einkäufe vorbeigehe 😉

      • Ich freue mich, dass Ihnen die Aktie gefällt und dass ich etwas beitragen konnte.

        Sruß,
        Sandro

  4. 😉 Ich würde dir ja gerne sagen, dass ich nicht für das Einkaufen zuständig bin, die Realität sieht allerdings anders aus. Ich habe den Begriff nur etwas großzügiger gefasst und damit die täglichen Verbrauchsgüter des Haushaltes mit einbezogen. Vielleicht schauen wir beide heute Abend einmal wieviele Produkte von Colgate und Reckitt wir bei uns zuhause finden. Also ich merke mir: Haushaltsartikel nicht Haushaltswaren. Kauf geht heute mit Schlusskurs ins Depot!

    Ach und zum Thema Höchstgrenzen: „Man heiratet wegen der Mitgift und das Gift bleibt einem!“ Getreu dieser alten deutsche (Un)Weisheit, möchte ich nur nicht aufeinmal zuviel Gift im Depot haben, wenn die Mitgift des Sektors einmal ausfällt 😉

    • Glaubst Du im Ernst, dass eine Krise in der weltweiten Haushaltsartikel-Branche übernacht und vollkommen überraschend auf uns niederprasseln würde???? Schlechte Aktien werden von uns ohnehin aussortiert, so dass wir eine Höchstgrenze für einzelne Sektoren im Prinzip nicht brauchen.

      Etwas anderes ist das bei einzelnen Unternehmen – siehe VW. Hier halte ich eine Begrenzung sehr wohl für sinnvoll.

      Mit anderen Worten: Sektoren-Höchstgrenzen sind was für professionelle Fondsmanager und andere Weicheier 😉

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