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Depotvorschlag: Silber

23. Februar 2017 - Joachim Fischer in Gastbeitrag | 16 Kommentare

Wenn man Gold als wahren Wert sieht, sollte man sich ebenfalls Gedanken um den kleinen Bruder Silber machen. Silber hat aus meiner Sicht historisch noch viel Potential nach oben, was den Geldwert betrifft. Ferner war und ist es Zahlungsmittel, hat physischen Bestand und wird im Gegenteil zu Gold auch zum Großteil aus der Industrie nachgefragt. Chinas Pläne zu Photovoltaik dürften dies noch verstärken in Zukunft. Als Investment wäre hier ein physisch hinterlegter ETF sinnvoll. Historisch gesehen gab es sogar schon das Verbot für den Besitz von Gold, bei Silber war dies noch nicht der Fall…

16 Kommentare

  1. Herzlichen Dank, lieber Herr Fischer.

    Selbstverständlich sehen auch wir in Silber einen wahren Wert. Die Frage ist nur, welchen Zusatznutzen es hätte, wenn wir zum Gold auch noch Silber ins Depot nähmen?

    Der Silberpreis bewegt sich meistens in dieselbe Richtung wie der Goldpreis – mit dem Unterschied, dass er stärker schwankt, also stärker nach oben geht, aber auch stärker fällt als der Goldpreis. Wollen wir das?

    Ich bin noch nicht überzeugt und stelle es deshalb zur Diskussion.

    Außerdem: Hätten Sie einen Silber-ETF vorzuschlagen? Aber einen richtigen ETF und kein Papiersilber.

  2. Sehr geehrter Herr Fischer,

    mir erschließt sich der Mehrwert von Silber gegenüber Gold in unserem Depot auch nicht.
    Trotzdem vielen Dank für Ihren Vorschlag.

  3. Hallo lieber Herr Brichta
    Hallo liebe Diskussionsteilnehmer!

    Ich möchte mich gerne mit ein paar Fragen in die Diskussion einklinken, da mir manches noch nicht ganz klar ist.
    Als Erstes: Aus welcher Sicht soll denn Silber eigentlich betrachtet werden?

    Soweit ich das in Erinnerung habe, ist der Gold ETF im WAHREN WERTE DEOPOT als Simulation gedacht zur Darstellung von physischem Gold welches im realen Leben natürlich nicht im Depot liegt, sondern eben woanders und damit als Notfall- und Krisenwährung dient!?
    Silber kann man natürlich auch so betrachten, muss man aber aus meiner Sicht nicht unbedingt.
    Wenn man Silber als „Währung“ betrachtet, tendiere ich auch zur Ansicht von Herrn Bricht und Herrn Brichta.
    Silber hängt doch dem Goldpreis in der Entwicklung im Regelfall etwas hinter her, also steigt erst dann, wenn Gold schon gestiegen ist. Hier könnte man auch wagen Silber als realen Rohstoff zu betrachten und im Depot so behandeln wie Aktien – Gewinne laufen lassen so lange sie laufen und Verluste begrenzen. Aus dieser Sichtweise wäre ich durchaus bei Herrn Fischer.
    Ich persönlich halte Silber nur physisch so wie Gold auch. Wobei ich Xetra – Gold in kleinen Positionen im Depot handel. Leider kenne ich auch keinen Silber ETF.

    Viele Grüße

    Markus Kleint aus Wetzlar

    • Gegen’s Anlegen und Spekulieren in Rohstoffen, gleich welcher Art, stelle ich mich konsequent. Warum? Rohstoffe sind zum Verarbeiten bzw. Verbrauchen da und nicht zum Spekulieren. Die spekulativen Gelder, die in diese Märkte fließen, sorgen dort oft für irrationale Preissprünge, die es ohne diese Zockerei nicht geben würde. Der Ölfinanzmarkt ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Von Agrarrohstoffen will ich gar nicht reden.

      Um es auf den Punkt zu bringen: Zocken mit Rohstoffen ist ein Handeln, das dem Wahre-Werte-Gedanken widerspricht – auch wenn man die Rohstoffe selbst als wahre Werte betrachtet.

  4. Das Gold Silber Ratio wird schon seit Römerzeit mit Argusaugen verfolgt.

    http://www.macrotrends.net/1441/gold-to-silver-ratio

    Daher denke ich dass Silber schon eine würdige Beimischung zum Portfolio ist da es zum Gold im langfristigen Trend Nachholbedarf hat. Ich stehe im Moment im 1:1 Ratio auf Gold und Silber (meine Krügerrand zählen nicht mit. Das ist Erbmasse).
    Einen guten Silber ETF habe ich auch nicht im petto daher bleibt es bei mir im Moment auch lediglich bei Papiersilber weil mir die 5kg Barren zu unhandlich sind.
    Fürs wahre Werte Depot ist das natürlich auch keine befriedigende Lösung allerdings wollte ich hier meinen Kommentar loswerden weil ich glaube dass Silber zu Recht in ein wahres Werte Depot gehört zumindest in der jetzigen Ansparphase. Mit zocken hat das meiner Meinung nach eher wenig zu tun.
    Liebe Grüße, Markus

    • Aber Tatsache ist, dass Silber mehr Rohstoffcharakter hat als Gold. Und gerade die Rohstoffeigenschaft hat Herr Fischer in seinem Vorschlag auch hervorgehoben.

  5. Hallo Herr Brichta,
    Sie sind Moralist. Als Pastor finde ich das sogar gut, da ich glaube, dass Geschäfte nur gedeihen, wenn sie fair sind. (Der da oben muss seinen Segen dazu geben.) Aber auch ohne religiös zu sein, kann man diese Einstellung vertreten; denn langfristig setzt sie sich wahrscheinlich durch.
    Vielleicht könnten Sie über Ihre diesbezüglichen Einstellungen mal etwas schreiben, Herr Brichta. Sie stehen nicht in dem Verdacht, ein weltfremder Moralist zu sein, der von Wirtschaft keine Ahnung hat.
    Schöne Grüße
    Martin Eerenstein

    • „Moralist“? Das ist dann doch etwas zu viel des Guten 😉

      Was ich aber propagiere, ist, öfters mal zurückzutreten und zu hinterfragen, was man da macht. Ich denke dabei zum Beispiel an die unzähligen Lemminge, die seit Jahren den Rufen folgen, doch unbedingt in Rohstoffe zu „investieren“. Wie blöd muss man eigentlich sein, um in seiner Garage unzählige Fässer Öl oder Säcke Getreide zu stapeln in der Hoffnung, diese irgendwann wieder teurer verkaufen zu können?

      Nichts anderes tut man im Prinzip auch dann, wenn man in diesen Rohstoffen über die Finanzmärkte spekuliert. Dann erspart man sich zwar selbst das Stapeln, überlasst es aber anderen und ist somit Teil des Systems. Das führt dann dazu, dass – wie am Hochpunkt der Ölspekulation 2008 geschehen – zu bestimmten Zeiten unzählige öltanker voll beladen auf den Weltmeeren hin- und herschippern, ohne Abnehmer zu finden, die das Öl gerade verbrauchen wollen. Von den Preiseskapaden ganz zu schweigen, die durch solche Finanzgeschäfte verursacht werden.

      Möchte mir jemand widersprechen? Dann freue ich mich darauf hier 😉

    • Wort zum Sonntag: 😉

      Ich kann nur befürworten, dass Sie bei der Werteauswahl auch moralische Überlegungen anstellen. Auf die Frage, was ein moralisch „Sauberes“ Investment ist, gibt es aber keine einfachen Antworten.

      Investitionen in Öl, Argraflächen und Agrarrohstoffe, Alkohol- und Tabakproduzenten kann man aus gutem Grund schmutzig finden, und es fällt nicht schwer, darauf zu verzichten. Aber auch Investitionen in Pharmaunternehmen kann man von zwei Seiten betrachten, und dies ist nur ein Beispiel. Zum einen macht die Pharmaindustrie dicke Profite mit dem Leid (und auch auf Kosten) der Menschen, zum anderen lindert sie deren Leid und forscht zum Wohle der Menschheit. Bei Immobilieninvestitionen wähnt sich wohl kaum jemand in einem moralischem Zwiespalt. Auch Sie haben einen Immobilienfonds im Depot. Ich zahle derzeit eine sündhaft teure Miete in einer Großstadt und bekomme gleichzeitig lukrative (und durchaus sinnvolle) Angebote zugeschickt, mein Geld in Immobilenprojekte zu investieren, die eben die Mietpreise dort weiter in die Höhe treiben. Das kommt mir schon pervers vor. Aber selbst wenn ich mein Geld einfach nur auf dem Girokonto liegen lasse, weiß ich nicht, was für einen unmoralischen Blödsinn die Bank dann damit anstellt (siehe Finanzkrise 2008). Ganz schnell ist man dann auch bei marxistischen Gedanken und kann das Sparen = Horten generell in Frage stellen. Im Buch „Die Wahrheit über Geld“ führen Sie dem Leser selbst die Verwerfungen des Hortens vor Augen („Geldspeicher gibt es nicht nur in Entenhausen“).

      Otto Normalverbraucher würde gehortete Silberbarren wie auch sonst sein gehortetes Geld nicht bis in alle Ewigkeit dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Letztlich sparen die meisten Menschen doch aus guten Gründen: Z.B. für das Alter, z.B. für das Studium der Kinder, z.B. für das Eigenheim. Spätestens mit dem eigenen Ableben geht das Vermögen an andere Menschen über, die es dann ggf. mit vollen Händen wieder dem Wirtschaftskreislauf zuführen. Verwerflich ist das Silber-Horten nur dann, wenn es nicht genug Silber gibt, dass jeder Mensch ein wenig davon zurücklegen könnte. Gäbe es keine Vorsorgealternativen, würden wir selbstverständlichlich auch Getreidesäcke und Öltonnen (oder Kraftstofffässer) in unseren Garagen lagern. Das wäre dann gar nicht unsinnig. Das sind echte Werte, die wahrer nicht sein könnten, und wir würden sie auch nicht in den Garagen vergammeln lassen, sonderen aufbrauchen und nachkaufen. Auch der Staat hortet diese Werte zur Krisenvorsorge. Sie werden nicht verzinst. Das Horten führte somit nicht zu den gleichen Problemen, die andere Anlageformen mit sich bringen. Was ist dann soviel unmoralischer daran, in einen Rohstofffonds zu investieren, der im Prinzip das Gleiche macht? Der Staat verbietet auch nicht den Alkohol- und Tabakkonsum, verdient aber „gutes“ Geld an den Steuereinnahmen aus diesen Branchen, worüber sich kein Wähler beklagt. Unanständig werden Rohstoffinvestitionen doch nur durch kurzfristiges Profitdenken, Zockerei, Leerverkäufe, etc., was über den reinen Vorsorgegedanken hinausgeht. Hier ließe sich mit Regulierungen abhelfen, die es derzeit leider nicht gibt.

      • Im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu. Wir sollten uns darauf verständigen, dass jeder selbst subjektiv bestimmen darf, wo er seine persönlichen ethischen Anlagegrenzen zieht. Wichtig ist nur, dass er/sie sich überhaupt darüber Gedanken macht. Dies tun meiner Erfahrung nach viel zu wenige Anleger.

        Mein Problem, das ich persönlich zum Beispiel mit jeder Rohstoffanlage habe, ist, dass die riesigen Summen an Anlagegeldern, die dorthin fließen, die Preisbildung für diese Rohstoffe übernehmen. Dieser Zweitmarkt überlagert also den eigentlichen Markt für diese Rohstoffe und führt zu erheblichen Verzerrungen. Daran möchte ich mich schlichtweg nicht beteiligen.

    • Noch ein Nachtrag zu meinem „Wort am/zum Sonntag“: 😉

      An einem einfachen Beispiel kann man sich die Unsinnigkeit von großen Geldinvestitionen in Agrarrohstoffen schnell klarmachen:

      Investierte man bspw. ca. 5 Euro in Weizenmehl zum Discounter- bzw. Supermarktpreis, so könnte man davon mehr als genug Brot für’s ganze Jahr backen (natürlich braucht auch noch andere Zutaten – je nach Rezept/Brotart, z.B. Wasser, etwas Hefe und Salz). 12 Päckchen Mehl = 12 Kg Mehl ergibt grob geschätzt ca. 18 Kg Brot (inkl. Wasseranteil). Das sollte für eine Einzelperson ein Jahr reichen – man ernährt sich schließlich nicht nur von Brot. 😉

      Vielleicht etwas skurril :), aber so erübrigt sich natürlich jede weitere Moraldiskussion über Agrarrohstoffanlagen.

  6. Guten Morgen,
    ich möchte hier ein paar Punkte aufgreifen. Da es historisch gesehen schon Goldverbote gegeben hat, würde hier schon mehr für Silber sprechen aus politischen Sicherheitsgründen. Ferner sehen wir immer nur den „Silberpreis“, der wesentlich von den Terminmärkten bestimmt wird, also von „Papiersilber“. Dies beantwortet auch die Frage nach physischem Silber, am besten einen ETF, der physisch hinterlegt ist, z.B. von der ZKB. Gold wird in den Tresoren gehortet, Silber wird zudem verbraucht, es hat eine Zwitterfunktion als Anlagemetall und zugleich Industriemetall. Man kann es nicht wirklich 1 zu 1 mit Gold vergleichen und hier die höhere Vola zu Grunde legen. Unter preislichen Gesichtspunkten ja, aber nicht unter physischen. Und wir wollen hier ja einen wahren Wert und keinen wahren Kurs

    • Das Argument mit dem Goldbesitzverbot spricht durchaus für ein zweites Standbein Silber. Allerdings ist erstens nicht sicher, ob es in fernerer Zukunft wieder ein solches geben wird, und wenn ja, ob zweitens Silber nicht ebenfalls davon betroffen sein wird.

      Als Gegenargument bleibt aber nach wie vor, dass Silber zu einem bedeutenden Anteil auch als industrieller Rohstoff genutzt wird und es meiner Meinung nach dem Wahre-Werte-Gedanken widerspricht, diesen Rohstoff durch Hortung dieser Nutzung zu entziehen.

      Darüber hinaus sehen wir unsere Goldposition als Dauerinvestment an, das wir nicht nach zyklischen Erwägungen auf- oder abbauen wollen. Würden wir bei Silber ähnlich verfahren, würde unser Depot wegen der viel stärkeren Schwankungsanffälligkeit des Silberpreises ebenfalls schwankungsanfälliger. Dies würde unserem Ziel widersprechen, Abwärtsrisiken stets so gering wie möglich zu halten.

      Und last but not least: Ihrem Argument „wahrer Wert statt wahrer Kurs“ halte ich entgegen, dass unsere Depotentwicklung, an der auch wir letztendlich gemessen werden, AUSSCHLIESSLICH von den „preislichen Gesichtspunkten“ abhängig ist. Genau deshalb müssen wir bei unseren Entscheidungen gerade diesen Punkt stets besonders beachten.

  7. ETFS Physical Silver WKN / ISIN A0N62F

    müsste ein physisch hinterlegter Silber ETF sein. Wird allerdings nicht ausgeliefert.

  8. Während Gold tatsächlich Krisenstabilität aufweist, sehe ich diese Entwicklung bei Silber ganz und gar nicht. Zumindest habe ich noch nie die „Rendite-hungrige“ Meute nach Silber schreien hören! Silber wird doch vorwiegend als reiner Industrierohstoff verwendet. Die stärkere Schwankungsanfälligkeit hat Raimund bereits erläutert. Von meiner Seite somit ein Nein!

    PS. Lieber Markus, vielen Dank für die interessante Internetseite, diese kannte ich bisher noch nicht 😉

  9. Sehenswert zum Thema Gold:

    Leschs Kosmos: Mythos Gold – die Angst vor dem Crash

    Zu finden in ZDF-Mediathek

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