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Der Hund ist beim Herrchen zurück

10. Februar 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 27 Kommentare

Er war weit vorausgelaufen, aber heute ist er zu seinem Herrchen zurückgekehrt. „Er“, das ist der S&P 500, der wichtigste Aktienindex der Welt, und das Herrchen ist seine 200-Tage-Linie, also der Durchschnittskurs der letzten 200 Handelstage.

 

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Es war spannend, heute zu beobachten, wie zielstrebig der S&P 500 Schritt für Schritt weiter nach unten ging. Jede Gegenwehr wurde schnell abgeblockt – bis der Index am frühen Abend die Linie auf den Punkt erreichte. Wie ein artiger Vierbeiner stupste er sein Herrchen kurz an und trabte dann wieder los, nach oben.

Dahinter stecken natürlich unzählige Trader und Anleger, die genau solche Linien im Blick haben. Bietet sich eine als Haltepunkt an wie in diesem Fall – schließlich waren die Kurse in den vergangenen Tagen so stark gefallen wie selten zuvor -, dann wird auch entsprechend gehandelt. Das alles ist also keine Zauberei, eher schon eine Spielerei.

Was bedeutet das Ganze nun? Zunächst einmal könnte der Markt damit fürs Erste bereinigt sein. Das bedeutet – hoffentlich – nicht, dass der Index sofort wieder nach oben wegläuft, um bald in die gleiche abgehobene Lage zu geraten wie im Januar. Er wird sich jetzt hoffentlich näher an der Linie aufhalten, möglicherweise auch um diese Herumlaufen wie ein Hund um sein Herrchen. Auf jeden Fall sollten nun wieder normalere Zeiten einkehren.

Und das ist gut so, meint Ihr
Raimund Brichta

27 Kommentare

    • Mit Verbotsforderungen ist man immer schnell bei der Hand. Ich halte davon nichts, denn wenn man an der Börse auf steigende Kurse wetten darf, warum sollte man dies nicht auch auf fallende Kurse dürfen? Zumal eine solche Korrektur wie die letzte auch eine gesunde Wirkung entfaltet, wie man am Herrchen-Hund-Chart erkennen kann.

    • Kleinanleger werden nicht nur verunsichert sondern auf diese Weise systematisch vertrieben.

  1. Ein stetiger Aufstieg ist auch ein Aufstieg! Die Kurs Ausschläge der vergangenen Tage waren aber wenigstens mal spannend. 🙂

    • ‚Nach dem Anstieg ist vor dem Anstieg.‘ 😉

  2. steigende Kurse nutzen jedem, fallende Kurse schaden und reißen andere mit guten Aktien in die Tiefe. Ist Ihnen das so gleichgültig wenn andere großen Schaden nehmen? Damit vertreibt man auch Anleger……..oder wollen Sie selbst schlechte Aktien doch noch zum Guten zwingen auf kosten anderer Anleger durch das setzen auf fallende Kurse???? Damit wären Sie nicht besser als alle diese Banker die nur ihren eigenen Vorteil sehen. Den Schaden kennt man ja den die angerichtet haben. Verfügen Sie über mehr Ethik????????

    • Einspruch! Dass steigende Kurse nicht immer allen nutzen, sollte Ihnen spätestens in den vergangenen Monaten zumindest andeutungsweise klargeworden sein. Wenn nämlich Kurse zu stark steigen, droht ein Einbruch auch ohne das Spekulieren auf fallende Kurse. Das nützt bestimmt nicht allen. Leerverkäufer können hier sogar frühzeitig als Korrektiv wirken. Zum Beispiel, indem sie überwertete Aktien aufspüren. Oder nehmen Sie das Beispiel des Neuen Narktes oder der Bitcoin. Haben da steigende Kurse allen genutzt?

      Kurzum, wer das Spekulieren auf steigende Kurse zulässt, muss auch das Spekulieren auf fallende Kurse zulassen.

      • gelobt seien dann die Betrüger und Rufmörder, ich brauche nur Aurelius betrachten,

        oder werden die Kursfäller auf Ehrlichkeit geprüft?????? Wohl kaum…………

        • Leute, die Schlechtes im Schilde führen, gibt es auf beiden Seiten, auch bei den Bullen. Dies halte ich also für kein stichhaltiges Argument.

          • die klugen Äußerungen von Professor Hans-Werner Sinn sind sehr interessant zu dem Thema Leerverkäufe etc. aber für viele auch sehr unbequem, da wird auch kein Argument jemals stichhaltig sein.

    • als konservativer anleger ist man mit einem physischen ETF-sparplan auf den Dax oder msci-world mit monatl. sparraten besser als mit einzelwerten bedient. durch die monatlichen käufe erhalten Sie einen gewogenen durchschnittskurs, der schwankungen ausgleicht. die leerverkäufer können Ihnen dann gleichgültig sein. wer einzeltitel hält, ankauft und verkauft fährt mit erhöhtem risiko – m.e. überhaupt nur zu empfehlen, wenn man notfalls einen totalverlust verkraften bzw. nicht in verkaufszwang kommen kann und man muß wissen, börse ist mit und ohne leerverkäufer DSCHUNGEL. wenn die von Ihnen gehaltenen aktien wirklich gut sind, werden sie sich auch wieder erholen. geduld ist m.e. mit die wichtigste eigenschaft eine börsianers, selbst, wenn man in niedrigzinsphasen investiert, denn es kann dauern bis sich wirtschaft u. börse erholen.

      • Das sehe ich auch so.

  3. Einverstanden! Ein ETF z.B. „Vanguard all world“, mit Kosten von 0,25 % p.a., sehr breit gestreutem Portfolio, gehoert m.E. in jedes konservative Depot.

    Frage: die Quellensteuer holt sich der ETF wohl zurueck, aber schuettet er sie auch an die Investoren aus und verbessert so die Performance oder „behaelt der ETF diese ? Das letztere waere nicht so schoen….

    • Ich bin zwar kein Steuerexperte, nach meinem Kenntnisstand verhält es sich aber so: Wenn der Fonds die Steuererstattung behält, würde dies das Fondsvermögen erhöhen und somit dem Anleger per Kursgewinn zugute kommen. Wenn er sie ausschüttet, müsste der Anleger versteuern. Es steht also nicht von vornherein fest, welches die für den Anleger günstigere Variante ist.

      Aber dazu kann unser Fondsexperte Volker Schilling bestimmt noch was beisteuern.

      • Bei „justETF“ oder dem „Finanzwesir“ findet man einiges zur steuerlichen Behandlung von ETF’s (die seit dem 1.1.2018 vereinfacht wurde);
        leider kann ich nirgends etwas zur Einbehaltung von Quellensteuern, deren Anrechnung oder Ausschuettung bzw. Erhoehung des Sondervermoegens finden.
        Da z.B. US-amerikanische Dividenden mit 30 % Quellensteuer belegt werden, ist die Frage fuer deutsche ETF-Investoren
        schon interessant.

        • Dann geht es aber nicht darum, ob eine Erstattung vom Fonds ausgeschüttet wird oder nicht, sondern darum, ob überhaupt erstattet wird. Das ist etwas anderes. Wenn nicht erstattet wird, wäre die Frage, ob man dies hierzulande als Anleger beim Finanzamt absetzen kann, was ich nicht weiß, aber für unwahrscheinlich halte. Zumindest wurden ausländische Fonds deshalb früher graue Fonds genannt.

  4. Die Frage ist, wie wir „normale Zeiten“ definieren.

    Nach dem bisherigen läppischen 10%-Rücksetzer hat der DOW Stand heute innerhalb von zwei Jahren immer noch satte ca. 50% zugelegt. Eine solche verschärfte Ralley innerhalb des (auslaufenden?) 7-/8-Jahreszyklus sucht in der Vergangenheit seinesgleichen und ist der Geldschwemme und laxen Kreditvergabe geschuldet.

    Sehr offensichtlich ist, dass technische Rebounds immer schneller abverkauft werden – ein starkes Signal für eine Trendwende am Aktienmarkt. Die Stimmung ist dabei zu kippen, nachdem der erste Schuß gefallen ist.

    „Normale Zeiten“ waren mal Zeiten ohne Gelddruckerei der Notenbanken und ohne laxeste Kreditvergabe und somit Massenkonsum – auf letzterem basieren die aktuellen Unternehmensgewinne. Ein Rücksetzer beim DOW auf 19.000 / 20.000 Punkte würde ebenfalls noch in den langjährigen Aufwärtstrend passen.

    • Die Sache ist doch einfach: Normale Zeiten sind Zeiten, in denen es an der Börse auf und ab geht. Welcher mittelfristige Trend sich daraus ergibt – hoch, runter oder seitwärts – lässt sich erst später absehen.

      Und was die Kurssteigerungen der letzten 2 Jahre betrifft, die hier schon des öfteren angesprochen wurden, muss ich mal etwas zurechtrücken: Ihr verschweigt dabei, dass Ihr von dem Ausgangsniveau aus rechnet, dass nach dem Kurseinbruch im Januar/Februar 2016 erreicht wurde. Damals hatte der US-Markt vom Hoch bereits 15-17 Prozent eingebüßt. Der erste Teil der Aufwärtsbewegung seit Anfang 2016 war also nichts Weiteres als ein Wiedergutmachen vorangegangener Verluste. Diese Aufholbewegung ist anders zu bewerten als der Anstieg seit Mitte 2016, der sich daran anschloss. Wenn ich nur diesen zugrunde lege, komme ich beim S&P 500 (für mich ist das der einzig maßgebliche Index) jetzt noch auf ein Plus von weniger als 25 Prozent in den letzten anderthalb Jahren. Auch das ist noch ordentlich, aber weniger als halb soviel wie Ihr unterstellt.

      • Sie sprechen einen spannenden Punkt an, und zwar den kleinen kurzfristigen Mini-Rücksetzer Anfang 2016 (Chart vom S&P 500, Quelle: Comdirect).

        Ist es richtig, dass seinerzeit die US-Notenbank über Käufe den Markt gestützt hat, um einen Börsencrash zu vermeiden? (seinerzeit hat China leicht gehustet)

        Falls dem so ist, dürften mit dem Wegfall der US-Gelddruckerei wieder „normalere Zeiten“ anbrechen, sprich eine sukzessive Rückkehr zu den Regeln des Marktes.

        Die Massenverschuldung und laxe Kreditvergabe, auf dem die aktuellen Unternehmensgewinne sowie das weltweite Wachstum basieren, kann man nur eine zeitlang ignorieren. Der erste Schuß ist bereits gefallen. Künftige Schüsse (chinesische Schulden?) werden nach aktueller Zins-Planung der US-Notenbank nicht durch die Gelddruckerei aufgefangen – insofern ist da noch gewaltig Luft nach unten.

        Wir befinden uns num im achten Jahr einer Hausse. Selbst wenn der S&P 500 auf ca. 2.200 Punkte korrigiert (DOW: 19.000 / 20.000), befinden wir uns noch immer im langfristigen Aufwärtstrend.

        • Auch die oft zu lesende Geschichte von der Hausse seit 2009 lese ich anders: Im März 2009 begann lediglich der Aufstieg aus dem Loch, das die Finanzkrise in die Märkte gerissen hatte. Das war noch lange keine Hausse, sondern lediglich ein Wiederwettmachen der vorangegangenen Verluste. Nach meiner Rechnung begann die Hausse erst im Jahr 2013, als die alten Rekordstände, die noch aus dem Jahr 2000 stammten, herausgenommen wurde. Dieser Aufschwung läuft jetzt erst im fünften Jahr und damit um einiges kürzer.

          An eine „Rückkehr zu den Regeln des Marktes“ glaube ich allerdings nicht. Denn wenn es das nächste Mal wieder hart auf hart kommt, das heißt in der nächsten Krise, werden die Notenbanken wieder losballern. Wetten? Und hier kommt eine andere Zählweise ins Spiel: Die letzte große Krise liegt jetzt bald 10 Jahre zurück. Bei der Fragilität unseres gesamten Geldsystems, wie wir sie in unserem Buch beschrieben haben, ist davon auszugehen, dass die nächste größere Krise immer näher rückt.

        • Und apropos China: Die chinesische Börse hat am letzten Donnerstag und Freitag ihren zweijährigen Aufwärtstrend mit Vehemenz nach unten verlassen (siehe unten). Der Durchbruch ist dermaßen heftig, dass ich ein Fehlsignal ausschließe.

          Dieser flache Aufwärtstrend war ohnehin nur als Konsolidierung der vorangegangenen herben Verluste anzusehen und musste damit als Bestätigung für den übergeordneten Abwärtstrend gelten. Die Auflösung nach unten war somit folgerichtig.

          Nächstes Kursziel wäre das Tief von Anfang 2016. In welcher Schnelligkeit es erreicht wird, kann ich im Vorhinein nicht einschätzen, aber dass es erreicht wird, scheint mir wahrscheinlich.

          Die Frage wäre dann, ob dieser erneute Rückfall vonstatten gehen könnte, ohne dass es zu (weiteren) Blessuren an den anderen Börsen kommt? Man denke nur an das Argument „China-Angst“, das bei den heftigen Korrekturen im Sommer/Herbst 2015 sowie im Januar/Februar 2016 an den Börsen gespielt wurde. Ich tendiere derzeit also dazu, diese Frage mit „nein“ zu beantworten.

          Stay tuned!

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  5. Hallo Herr Brichta können sie mir mal erklären was die Ziffern und Diagramme von den Aktien bedeuten sollen ?

    Was stellen die Aktien aus der Marktwirtschaft da ? Was haben die Aktien zu bedeuten ?

    Können sie mir das vielleicht beantworten ?

    • Gerne, lieber Marc, ich freue mich immer, wenn auch Einsteiger sich für unsere Seite interessieren 🙂

      Also: Mit Diagrammen meinen Sie sicherlich die Charts. Diese stellen die vergangene Kursentwicklung von Aktien dar. Zeigt ein solches Diagramm nach oben, ist der Aktienkurs gestiegen. Zeigt es nach unten, ist er gefallen.

      Die Ziffern und Zahlen stellen dabei in der Regel die Höhe des Aktienkurses dar. Dieser Kurs ist der Preis, zu dem man eine betreffende Aktie an der Börse gerade kaufen oder verkaufen kann. Steht da zum Beispiel die Zahl 50, bedeutet das, dass die betreffende Aktie zurzeit 50 Euro kostet.

      Eine Aktie ist der Anteilsschein an einem Unternehmen. Wer eine Aktie hat, ist also zu einem kleinen Teil an einem Unternehmen beteiligt – und damit auch an dessen Erfolg oder Misserfolg. Die marktwirtschaftliche Bedeutung der Aktien liegt darin, dass das Eigentum an Unternehmen so auf eine große Zahl von Aktionären verteilt werden kann. Damit können auch Leute Aktionäre werden, die ansonsten nicht die finanziellen Möglichkeiten hätten, um sich an Unternehmen zu beteiligen.

      • Ja Okay aber ich verstehe noch immer nicht was die Aktien aus dem Markt anzeigen ? Was stellen die Ziffern und Diagramme da Finanzen oder abgehandelte Produkte ???? Was habeb sie zu bedeuten ????

        • Es gibt Ziffern bzw. Zahlen und Diagramme, die nur den Börsenwert der jeweiligen Aktie darstellen. Es gibt aber auch Zahlen und Diagramme, die den Börsenwert daraus abgeleiteter Produkte darstellen. Bei Letzteren handelt es sich um so genannte Finanzderivate auf Aktien. Diese sind aber für Einsteiger wie Sie nicht geeignet. Deshalb sollten Sie sich damit nicht beschäftigen.

          • Ich verstehe noch immer nicht was die Aktien darstellen was zeigt der Börsenwert den da an ?

          • Er zeigt an, welchen Wert ein Unternehmen an der Börse gerade hat. Liegt der Aktienkurs zum Beispiel bei 10 € und hat das Unternehmen 10 Millionen Aktien ausgegeben, dann liegt der Gesamtwert des Unternehmens bei 100 Millionen € (10 mal 10 Millionen).

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