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Gil taucht ab

27. Oktober 2017 - Raimund Brichta in Allgemein | 27 Kommentare

Heute ist Gilead Sciences auf Tauchstation. Anlass sind die neuen Quartalszahlen. Unsere Geduld könnte sich auszahlen. So sind wir den stark steigenden Kursen im Sommer nicht hinterhergelaufen, sondern haben in aller Ruhe auf den zu erwartenden Rückschlag gewartet. What goes up, must come down. Wir bleiben aber noch in Lauerstellung.

Dieser Analyst bleibt zumindest zuversichtlich:

 

Terry Chrisomalis

Gilead beats on both top and bottom-line of Wall Street’s estimates.

Gilead raised its lower end of guidance for revenue in 2017.

Acquisition of Kite Pharma will drive value for Gilead in the long-term.

Legacy products such as the HIV drugs and Hepatitis B treatments picked up the slack for the lagging Hep C sales during the quarter.

Kite Pharma’s pipeline not only added Yescarta into the mix; it added two CAR-T therapies, and one T-cell receptor product.

After the closing bell on Thursday, Gilead Sciences (GILD) reported earnings for the third-quarter, which beat Wall Street’s estimates. It was a pretty solid quarter, as it had beat on both the top-line and bottom-line of estimates. The only issue that remains is that Hepatitis C sales continue to lag. Even then, the company still managed to beat on earnings for the quarter. In addition, it was able to raise its lower end guidance of revenue for the rest of 2017. I feel that the company is still a great buy after its reported numbers. In terms of Hepatitis C sales, they have been declining for quite some time now. That’s the point, in that it has been known for a long time that sales of Gilead’s Hep C franchise has been shrinking. Despite the decline of Hep C sales, the company has been doing well with its other programs. I feel that Gilead will be fine in the coming years, and the recent buy of Kite Pharma (KITE)should ultimately help it branch out to other cancer indications.

The Numbers

Adjusted profit for the third-quarter came in at $2.27 a share, which beat analysts‘ forecast for $2.13 a share. Gilead reported that it had earned $6.51 billion revenue for the third-quarter which also came above estimates for $6.33 billion. Taking a look at the numbers, I have to say that Gilead had a great quarter. Especially, when you consider the fact that Hepatitis C sales have been shrinking. In my opinion, it’s pretty amazing for a company to still beat on Wall Street’s estimates despite the huge overhang on declining Hep C sales. Even then, Hepatitis C sales are not dropping by a monumental amount. Gilead guided that its Hep C sales for the full year would drop down to $9 billion from a prior high end estimate of $9.5 billion. That is a drop in Hep C guidance, but not by much. It doesn’t mean that the company will collapse because of a slightly lower guide on Hep C sales. Also when thinking about guidance for 2018, analysts are probably already aware of declining Hep C sales. That means that estimates for Hep C sales from Wall Street, should come down in 2018. If that happens, then Gilead will have an easy time beating analysts‘ estimates for each quarter in 2018.

 

Quelle:
https://seekingalpha.com/article/4117203-gilead-buy-earnings

27 Kommentare

  1. Im Moment tut sich einiges an den Börsen. Deshalb muss ich mich heute Abend schon wieder melden: Gilead ist heute im Tagestief um mehr als 5% gefallen und hat dabei fast die 200-Tage-Linie erreicht (siehe unten). Im Verlauf hat sich die Aktie stark erholt und mit nur noch 1 Prozent minus fast auf Tageshoch geschlossen. Das riecht danach, dass damit die Korrektur abgeschlossen sein könnte. Was haltet Ihr also davon, am Montag auf volle Position aufzustocken?

    Zum Vergrößern anklicken:

  2. Ende September beim cfo Wechsel gab es auch mal so eine Phase (nur über ein paar Stunden) wo es starke Rücksetzer gab. Bis ich da zugreifen konnte war es dann schon zu spät und mein Abstauberlimit wurde nicht mehr ausgeführt.

    Vielleicht klappt es diesmal.

    Bei Gilead ist es ohnehin so dass ich es als Anlage für die Zukunft sehe. Da werden noch ein paar harte Quartale kommen bis die Pipeline soweit ist dass sie absteigende Geschäftsfelder ausgleichen kann. Was man da kauft ist eine Firma mit einem visionären Managemant Team, egal wieviel Schelte sie sich für ihen Aktien-Rückkauf und die lange ausstehenden Zukäufen eingefangen haben.

    Auf halbe Positionen zu switchen bedeutet für Kapitalertragsteuer, Soli und Kirchensteuer zu zahlen welche dann voraussetzen dass eine Korrektur von mehr als einem Drittel meines derzeitigen Gewinnes einsetzt, um wieder mit dem gleichen investierten Kapital auf den selben Aktienbestand zu kommen.

    Positionsgrößen halbieren / Dritteln kommt für mich daher nur in Frage wenn ich denke dass sich da potentiell etwas größeres anbahnt.

    • Aber wir hatten hier gar nicht halbiert. Wir sind vielmehr im Frühjahr nur mit einer halben Anfangsposition eingestiegen, weil sich noch kein richtiger Boden ausgebildet hatte. Nach dem jüngsten Rückschlag bietet sich nun die Gelegenheit aufzustocken.

      • Ok – das hatte ich nicht auf dem Radarschirm. Stimme dem jedoch zu, daß es jetzt ein guter Zeitpunkt zum aufstocken sein dürfte. Mit dem timing ist das immer so eine Sache, ob man am selben Tag oder eher ein oder zwei Tage danach einsteigen sollte.
        Mittelfristig dürfte es jedenfalls solide weitergehen. Und in der Zwischenzeit gibts es quartalsweise Dividende.

        • Am selben Tag ist einfach aus organisatorischen Gründen nicht machbar. Jeder von uns geht zahlreichen anderen Beschäftigungen nach und hängt nicht dauernd am Bildschirm, um all unserer Werte zu beobachten 😉

  3. Und wenn ich mir den Chart jetzt nochmal so ansehe war das wohl gut so, dass ich mit meinem Abstauberlimit Ende September leer ausging…… 🙂

    Montag morgen sollte man noch gute Chancen haben für 77 $ einzukaufen bevor die US Börse öffnet. Ich denke dass im Laufe des Tages eine Gegenbewegung erfolgen sollte. Immerhin handelt es sich hier nicht um die Quartalszahlen von GE welche den Kurs auf einen langsamen dividendengestzützen Gleitflug schicken.

  4. Es ist ein Jammer mit Gilead.

    • Wieso ein Jammer? Ich sehe darin nichts anderes als die erwartete Gelegenheit zum Aufstocken 😉

  5. Ich halte es lieber, wie der gute Warren es machen würde. Kapiere ich es nicht, kaufe ich es nicht. Es gibt tatsächlich diesen Grund, warum Warren in der Regel die Finger von Pharmawerten lässt.
    Keiner hier kann langfristig dieses Patent-Dingens einschätzen.

    • Novo-Nordisk, Johnson & Johnson und Gilead – 3 Unternehmen in unserem Depot, für die „Patent-Dingens“ mit Sicherheit eine Rolle spielen, wenn auch in unterschiedlichen Variationen. Mehr würde ich unserem Depot, das auf Risikobegrenzung setzt, auch nicht zumuten wollen. Ich meine aber, so viel Risiko darf sein.

  6. Nun Risiko muss man auch richtig verstehen. Irgendwann wird es wieder einen Bären geben. Und wenn die Kurse richtig runter gehen, braucht man Vertrauen. Das habe ich zumindest gelernt. Darum ist es wichtig für mich, Aktien auch halten zu wollen, wenn es richtig runter geht. Bei Gil hätte ich null Vertrauen. Bei einer Unilever wäre es anders. Es gibt Aktien, die würde ich halten, wenn es richtig Dick kommt. Das würde niemals für Gil gelten. Auch nicht für Novo. Allerdings für Johnson & Johnson. Es geht nicht um Risiko sondern um Vertrauen. Es ist leicht Aktien zu halten, wenn sie steigen. Da ich nicht an Markttiming glaube, ergibt sich eine andere Frage. Was macht man, wenn der Markt fällt. Woran hält man sich fest?

    • Ganz einfach, wenn der Markt fällt, und zwar nachhaltig, sind wir nicht mehr dabei 😉 Im Übrigen hat auch Gil inzwischen eine beeindruckende Kurshistorie, die über ein Vierteljahrhundert geht. Es handelt sich also nicht um irgendeine Newcomer-Biotechbude.

  7. Zitat
    „Ganz einfach, wenn der Markt fällt, und zwar nachhaltig, sind wir nicht mehr dabei “

    Ja, jeder träumt davon, rechtzeitig auszusteigen. Allerdings erkennt man Bärenmärkte erst, wenn man im Zenit solcher steckt. Natürlich ist Gil keine Newcomer Bude. Aber Gil besteht aus Patenten. Keiner hier kann sie einschätzen oder irgendwie abschätzen.
    Betrachten wir mal Gil. Was genau würde hier bedeuten, nachhaltig zu fallen, so dass man bei einem echten Bären nicht mehr dabei ist?

    • Wenn sich die Kurs-Entwicklung der letzten Monate nicht als Bodenbildung entpuppen würde, wie es jetzt den Anschein hat, sondern nur als Zwischenerholung, würden wir uns von Gil mit Sicheheit wieder verabschieden – nötigenfalls auch mit Verlust. Dass wir das können, haben wir schon mehrfach bewiesen. Das ist eine reine Kopfsache. Man darf sich nur nicht in einen Wert verlieben und mit ihm durch Dick und Dünn gehen wollen.

      Was die Entwicklung der Gesamtmärkte anbelangt, haben Sie sicherlich recht mit der Einschätzung, dass es schwierig ist, Bärenmärkte rechtzeitig in den Griff zu bekommen. Aber genau dies ist mein Ziel. Genau deshalb sind wir so vorsichtig. Dabei sind wir mit Sicherheit einige Male ZU vorsichtig, aber dies nehme ich gerne in Kauf. Dies ist die Versicherungsprämie dafür, dass wir auch im Ernstfall rechtzeitig die Reißleine ziehen können. Stay tuned!

  8. Nur um es mal eindeutig klar zu stellen: Charttechnik gibt es schon lange, trotzdem gab es noch nie einen Spekulanten, der in jeder Hausse dabei war und zweimal rechtzeitig einen Bären kommen sah. Der berühmteste Bär ist Jesse Livermore, der den 1929 iger Bären exakt timte. Er war 1934 pleite. Er gilt als einer der Väter der Charttechnik.

    • Ich kenne ALLE Argumente für und ALLE gegen die Charttechnik. Wie bei allen Instrumenten und Werkzeugen kommt es auch hier in großem Maße auf denjenigen an, der sie benutzt. So einfach ist das. Vor allem muss man auch die Grenzen der Charttechnik erkennen und darf diese nicht für ein Allheilmittel halten. Dann ist schon einiges gewonnen.

      Im Übrigen sind es nicht nur die Charts, die ich beobachte, sondern ich beziehe stets auch die gesamte technische Marktverfassung in meine Überlegungen ein. Beispiel: Am Beginn des vergangenen Jahres stand es noch nicht fest, ob es sich nur um einen vorübergehenden Marktrückschlag handelt oder ob sich dies zu einer neuen handfesten Baisse ausweitet. Dies wurde dann aber im weiteren Jahresverlauf 2016 klar. Und entsprechend haben wir uns verhalten.

      • Und noch etwas: Anfang der achtziger Jahre waren es NUR Charttechniker, die prognostiziert hatten, dass dem Markt nun ein ganz langfristiger Aufschwung bevorsteht. Kein Fundamentalanalyst hat dies zu diesem Zeitpunkt prognostiziert.

        Die Signale dazu lieferten ausschließlich die Charts: Sowohl der S&P 500 als auch der Dax waren 1983 nämlich aus einer langen Seitwärtsphase nach oben ausgebrochen.

        Genau dies ist 2013 wieder passiert, also exakt 30 Jahre später. Und genau deshalb hatte ich bereits 2013 einen neuen, langfristigen Börsenaufschwung prognostiziert mit einem DAX-Ziel von 50.000 Punkten zum Ende des kommenden Jahrzehnts. Das Überwinden der 13.000-Punkte-Marke ist also nur ein kleiner weiterer Schritt in diese Richtung 😉

  9. Zitat
    „Und noch etwas: Anfang der achtziger Jahre waren es NUR Charttechniker, die prognostiziert hatten, dass dem Markt nun ein ganz langfristiger Aufschwung bevorsteht.“

    Sagte Andre Kostolany auch und er hielt nichts von Charts. Er sagte es auch schon vor 1983.
    1982 hatte eine BASF 10 Prozent Dividendenrendite.
    Für eine Zeitraum gibt es an der Börse immer nur drei Möglichkeiten: Die Kurse bleiben gleich, was sehr unwahrscheinlich ist. Sonst gilt , sie steigen oder fallen. Wenn man 5 mal Recht hatte, kann man auch an Voodoo glauben.
    Aber ich habe auch etwas gelernt. Es zählt langfristig nie, was man gewinnt, denn jeder hat mal öfters recht. Es zählt, was bleibt, wenn man schief liegt. Blöderweise lernen wir immer nur in der Baisse, was echt falsch war. Darum wird es auch die nächste Baisse sein, in der sich jede Strategie beweisen muss. So sehr wir auch diskutieren. Die nächste Baisse wird erst Klarheit schaffen. Ich glaube nicht, dass sie durch Charts getimed werden kann. Sie wird überraschend kommen.
    Wenn Sie die nächste Baisse richtig timen, stehen sie immerhin auf einer Stufe mit Jesse Livermore. Allerdings mindert das dann nicht die Chance für einen Selbstmord 11 Jahre später.
    Eine echte Legende wird man erst, wenn man 2 mal einen Bärenmarkt richtig timed und vorher all in war. Das hat noch nie einer geschafft.

    Hoffentlich leben wir beide lange genug für zwei weitere Bärenmärkte.:)

    • Den Vergleich mit Kostolany halte ich für unzutreffend. Kosto hat STETS gesagt, man solle Aktien kaufen und dann Schlaftabletten nehmen. Sein Rat war also unabhängig von bestimmten Aktienmarktsituationen. Die damaligen Prognosen der Charttechniker bezogen sich ber betont auf eine bestimmte Aktienmarkt-Konstellation.

      Und was künftige Krisen anbelangt, sage ich schon lange, dass die wahre Feuertaufe für unser Depot erst in der nächsten großen Krise bevorsteht. Dann wird sich zeigen, ob wir die Verluste tatsächlich begrenzen können – und das nicht nur durch stures Halten unserer wahren Werte 😉

  10. Zitat
    „Kosto hat STETS gesagt, man solle Aktien kaufen und dann Schlaftabletten nehmen“

    Nein, das hat er nicht. Ich habe seine Bücher gelesen. 1999 hat er sogar davor gewarnt Aktien zu kaufen. Er hat die Börsenphasen auch in Bullen und Bärenmärkte unterschieden. Er schrieb, es sei die schwerste Prüfung für Spekulanten am Ende eines Bullenmarktes zu verkaufen und zu leiden, wenn die Aktien weiter steigen. Seine Formel war 2+2 = 5-1. Sie bedeutete, erst am Ende komme das, was logisch sei. Dazwischen sei alles möglich. Die Schlaftabletten kommen erst ins Spiel, wenn man im Bärenmarkt kauft. Hier prägte er das Zitat, wer die Aktien nicht habe, wenn sie fallen, habe sie auch nicht, wenn sie steigen. Wenn man gekauft hatte, solle man die Nachrichten ausschalten, Schlaftabletten nehmen und dann solle man nach Jahren aufwachen und man werde sehen, es war richtig. Kostolany hatte nie gesagt, man solle Aktien einfach für ewig halten. Dieses Zitat wird immer aus dem Zusammenhang gerissen.

    • Kann es sein, dass Sie eine etwas verklärte Erinnerung an den guten alten – und auch von mir sehr geschätzten – Kosto haben? Ich habe ihn gut gekannt und mit ihm zahlreiche Interviews geführt. An eines kann ich mich noch besonders gut erinnern: Zu seinem 90. Geburtstag im Februar 1996 haben wir über eine Stunde lang vor laufenden Kameras miteinander gesprochen. Auch zu dieser Gelegenheit hatte er seinen Spruch mit den Schlaftabletten parat. Er bezog ihn in der Regel auf Standardwerte und nannte oft Siemens als Beispiel. Außerdem riet er bei uns (anders als bei Ihnen), den Wecker in ca 7 Jahren zu stellen. Hätte man diesen Rat befolgt, hätte Anfang 1996 Siemens-Aktien gekauft und für Anfang 2003 den Wecker gestellt, wäre man mit Kursverlusten aufgewacht 😉

      Wovor er auch bei uns 1999 gewarnt hat – und möglicherweise ist das bei Ihnen noch in Erinnerung -, war der Neue Markt. Vor Standardwerten hat er bei uns nicht gewarnt.

      Damit will ich nicht Kosto schlechtreden, ganz im Gegenteil. Aber er war wie Sie der Ansicht, dass es sich nicht lohne, den Markt zu timen. Folglich hatte er nicht das von Ihnen unterstellte Timing, Anfang der 80er Jahre zum Einstieg geraten und 1999 davor gewarnt zu haben. Seine Warnung galt dem Hype am Neuen Markt.

  11. Kosto schrieb, dass er davon lebt, nur in 51 Prozent aller Fälle recht zu haben. Aber Kosto hat auch defintiv gesagt, dass man in Übertreibungsphasen raus gehen soll. Er hat also nie gesagt, dass man immer auf Schlaftabletten bauen soll. Er hat sich sicher auch oft geirrt, wie wir alle.
    Verklären tue ich da eher eine andere Sache, dass er zugibt, wie oft er ich geirrt hat. Das kann kaum einer. Und schon mal von Charttechnikern gehört, die das sagen?
    Ich sage hiermit, dass Kosto nie gesagt hat, dass man konsequent nur Schlafpillen nehmen sollte.

    • Im Endeffekt hat Kosto mehr Bekanntheit durch seine Sprüche und Bücher erlangt als durch seine Investments. Da sind wir uns bestimmt einig 😉

      Ich darf auch noch mal an den Ausgangspunkt unserer Kosto-Diskussion erinnern: Es ging um Ihren Einwurf, dass nach dem Ausbruch der Märkte Anfang der 80er Jahre nicht nur technische Analysten optimistisch waren, sondern auch Kosto, der nix von Charttechnik hielt. Darauf hatte ich erwidert, dass dies kaum vergleichbar wäre, da Kosto generell für Aktien langfristig optimistisch war (auch noch 1996 in unserem Interview), die Charttechniker dafür aber einen speziellen Anlass hatten, nämlich den Ausbruch 1983. Dies stellt aus meiner Sicht einen wesentlichen Unterschied dar.

  12. Hallo Herr Brichta,
    nachdem die Kosto Diskussion abgeebbt ist möchte ich gerne zum Thema Bullenmarkt, Timing und Positionsgröße bei Ihnen nachhaken.

    Im Nachhinein ist man ja immer schlauer, aber das timing welches sie in den letzten 3 Wochen an den Tag gelegt haben war ziemlich zielsicher so gesteuert dass sie ihre Cashposition kurz vor Beginn der Herbstralleye von 40% auf 20% abgebaut haben. Retrospektiv macht das Sinn – was für mich als Außenstehender nicht nachvollziehbar ist wie sie das timing schaffen zumal wir uns weitgehend einig sind, dass man den Markt nicht timen kann. Das war bisher eher eine Festtellung als eine Frage.

    Nun zur Frage: Wie sieht der weitere Plan für das Wahre Werte Depot aus? Sind die 20% cash das trockene Pulver falls doch noch unverhofft die Bären auftauchen, oder planen Sie weiter in den nächsten Tagen oder Wochen zu investieren?

    Ich selbst bin in meinem Portfolio auf einem Minimalbetrag an Cash abgesunken (<10%) was für meinen persönlichen Geschmack zu niedrig ist. Vom Gewinne mitnehmen ist noch keiner arm geworden, schade ist nur wenn man die Kurse im Anschluss weiterlaufen sieht, wie es oben bereits treffend in der Diskussion erwähnt wurde.

    Liebe Grüße,
    Markus R.

    PS:noch ein Kommentar zu den 3 Pharma-Werten – beim nächsten Bärenmarkt würde ich mir über J&J, Novo und Gilead weniger Sorgen machen als um die Zykliker im Depot. Nur weil die Konjunktur mal ins stottern kommt, werde ich nicht meinen Insulinkonsum, meine Hämophilie Präparate oder die HIV-Therapie einstellen, oder meine Medikamente gegen Generika tauschen.
    Wenn es da eine Gefahr gibt, lauert diese eher im Bereich Innovation. Da gibt es keine Garantie, daß morgen nicht irgendein "new kid on the block" ankommt und bestehende Geschäftsfelder veralten läßt (sobald man Diabetes heilen kann wird Insulinproduktion eine schlechte Geschäftsgrundlage sein – das hört sich weit hergeholt an aber vor 10Jahren hätte auch keiner gedacht, dass man Hepatitis C heilen kann). Das einzige was da hilft ist auf innovationsstake Unternehmen setzen.

    • Auch wir haben keine Kristallkugel, lieber Markus. Für uns stand lediglich fest, dass sich zum Ende Oktober das Zeitfenster für eine Herbskorrektur schließt, und deshalb haben wir bei den Werten, die zumindest kleinere Korrekturen hinter sich hatten, zugeschlagen.

      Mit ca. 20 Prozent Kasse fühlen wir uns generell wohl. Das ist eine Einstellung, die unserer Risikoaversion geschuldet ist. Ein solches Polster ist Teil unserer Strategie, mögliche Rückschläge abzufedern, auch wenn wir in den nächsten 12 Wochen nicht mit einem größeren Marktrückschlsg rechnen. Vor uns liegt schließlich die beste Börsenzeit des Jahres. Aber wir planen nicht, die Kasse weiter merklich zu reduzieren – es sei denn, es böten sich einmalige Gelegenheiten.

      Zu den ‚Zyklikern“ in unserem Depot: Welche meinen Sie konkret? Richtige Zykliker haben wir eigentlich gar nicht.

  13. Also bleibt es beim „Trockenen Pulver“ um Chancen zu nutzen. Danke für die Erläuterung.

    Zu den Zyklikern: Naja – ich würde Shimano, Nike und TXRH zu „discretionary spending“ zählen. Bei der nächsten Krise in der die Breite Masse den Gürtel enger schnallt überlege ich mir zweimal ob ich die neue Gangschaltung oder das neueste Stella Modell! oder das 3te Paar Schuhe von Nike brauche – und vielleicht gehe ich mit der Familie sogar eher zu McDonalds als zu TXRH essen.

    Wie schon zuvor erwähnt – am Insulin, dem neuen Herzschrittmacher oder dem Fleisch/Fisch per se, wird in der nächsten Wirtschaftskrise wohl eher nicht gespart werden – daher sind Pharma, Medizintechnik, Versorger und Lebensmittel eher unzyklisch.
    Weiterhin viel Glück mit dem Timing und ich bleibe auf die Reißeleine gespannt.

    • Interessanterweise hat sich die Shimano-Aktie in der letzten Krise recht widerstandsfähig gezeigt. Man könnte auch argumentieren, dass in Krisenzeiten viele vom Auto aufs Fahrrad umsteigen. Steaks und Turnschuhe stehen in der Krise aber vermutlich weiter hinten, da gebe ich Ihnen recht.

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