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Halbjahreswechsel – und jetzt?

3. Juli 2017 - Raimund Brichta in Allgemein | 18 Kommentare

Der Alphabet-Kurs hat an der Nasdaq am Freitag auf Tiefststand geschlossen. Ich vermute, dass dafür – wie bei anderen Aktien – ultimo-getriebene Verkäufe zum Halbjahresende verantwortlich waren. Man konnte ähnliche Beobachtungen am Freitag im DAX machen, der in der letzten halben Handelsstunde noch mal stark unter Druck kam, um sich nach 17:30 Uhr in der inoffiziellen Nachspielzeit schon wieder zu erholen. Und auch im S&P 500 gab es in den letzten Handelsminuten am Freitag eine Verkaufswelle, in deren Rahmen fast der ganze Tagesgewinn wieder ausgelöscht wurde.

Siehe Grafik (zum Vergrößern anklicken):

Das riecht nach ultimo-getriebenen Verkäufen.

Da diese Verkäufe nun ausgelaufen sind, heißt das für mich: Die Börsen dürften sich in den ersten Juli-Wochen erholen. Wir sollten also abwarten, wie weit eine solche Erholung trägt, um dann zu entscheiden, ob wir eventuell umfangreicher Kasse machen.

Meinungen?

18 Kommentare

    • Das ist die Frage nach der Henne und dem Ei. Der Rückgang setzte schon längere Zeit vor der EU-Entscheidung ein und erhielt danach nur noch den letzten Kick nach unten. Andererseits war die Entscheidung genau für diesen Tag angekündigt und erwartet worden, so dass Anleger die Gelegenheit genutzt haben könnten, im Vorfeld Gewinne mitzunehmen.

      Tatsache ist aber, dass der Kurs Anfang Juni genau in dem Moment drehte, als die 1000-Dollar-Marke touchiert wurde. Für mich ist das ein Fall für die alte Erkenntnis: Kurse machen Nachrichten und nicht umgekehrt.

      • Mein nächstes kurzfristiges Ziel für Google/Alphabet wäre die obere rote Linie (zum Vergrößern anklicken):

  1. Ich hatte das schon im Unilever Teil geschrieben:

    Die drei besten Monate zum Kaufen von Aktien waren:
    August 1921, Juli 1932 und Juni 1949

    Dann erfand jemand „Sell in may and go away“

    Jetzt habe ich mir mal den Dax für das letzte Jahr angesehen und musste schlucken.
    Top Monat war natürlich Februar. Aber wenn man den verpasst hatte, war Juni schon ein toller Monat, um Aktien zu kaufen.

    Daraufhin habe ich mal meinen Bauch durchgeschüttelt und die Stirnfalten gerunzelt.

    Sell in May and go away and come back in September scheint schon häufig vorzukommen und darauf ist ja auch fast jeder vorbereitet. Alle haben abgesichert und die Cashquote hochgefahren und das reinigende Sommergewitter steht eigentlich schon fest.

    Aber was ist mit „Buy in June“? Okay, das ist jetzt völlig neu oder kommt aus der Mottenkiste und fällt eigentlich niemanden auf. Es kommt vielleicht genauso häufig vor wie „Sell in May“.

    Also ich denke, wenn man in 15 Jahren zurück guckt, wird es besser sein, wenn man gekauft hat.
    Wenn sich Sell in May und Buy in June abwechseln, gibt es vielleicht einen besseren Kurs zum Kaufen.
    Allerdings wussten wir bis heute auch nicht, dass es überhaupt einen Buy in June gibt.

    Also ich habe in den letzten Tagen gekauft. Ich werde jetzt nämliche ein Buy in June Anhänger.
    Und dann hoffe ich, dass es mir in 15 Jahren völlig egal ist, dass ich damit jedes zweite Jahr falsch lag:)

  2. Das halte ich für eine sehr gute Idee, jetzt erstmal abzuwarten. Erholung und weiterer Rücksetzer sind möglich.
    Für letzteres spricht, dass sich Trump immer stärker als unsicherer Kantonist herausstellt und wir das sehr genau beobachten sollten. Das Stichwort ist hier die Entwicklung in Asien, speziell die Beziehungen der USA zu Nordkorea und China.

  3. Ich halte aufgrund des negativen Juni auch die kommenden Wochen für eher schwieriger und durchaus anfällig für weitere Korrekturen. Dass es auch zum Halbjahr Window Dressing gibt ist bekannt und dass die ersten Tage des Juli wieder steigen auch, da hier viel Geld über regelmäßige Sparpläne zum Monatsanfang in den Markt drücken. Ich würde es daher durchaus begrüßen, wenn wir mit der laufenden Erholung den ein oder anderen geplanten Verkauf realisieren.

  4. Gerade gelesen im neuen Wellenreiter:

    „Der Juli sollte der vorerst letzte starke Monat für die Aktienmärkte sein. Fonds-Manager dürften/sollten den Zeitraum nutzen, um ihr Portfolio wetterfest für den Herbst zu machen.“

    Eine Einschätzung, die sich durchaus mit meiner Erwartung deckt. Stay tuned!

  5. Nun ja, wer kennt schon Bye in June? Ich hoffe Ihr habt Recht. Warum war es eigentlich letztes Jahr anders?

    • Letztes Jahr gab es wegen des Brexit-Votums im Juni noch mal günstige Einstiegskurse. Die haben wir im Depot zum Beispiel für den DAX-Fonds genutzt. Bis jetzt 30 Prozent plus …

      Ich rechne aber betont nicht damit, dass dies in diesem Jahr wieder so sein wird. Im Gegenteil: In disem Jahr rechne ich mit einem vorläufigen Hochpunkt im Sommer. Im DAX haben wir diesen entweder schon gesehen, oder er kommt noch im Juli/August.

  6. Ich bin da ganz bei Herrn Brichta, entweder wir haben das Top gesehen in 2017 oder sehen es bei 13100, dann/jetzt runter bis 10800, dann schauen wie sich Zinsen, Dollar, Gewinne etc entwickeln und natürlich die Charttechnik :), entweder ab Ende Oktober nochmal Richtung 14000++ in 2018 oder auch nicht, sondern Richtung 8500, aber das entscheidet sich erst Anf. 2018

    Gr TR

  7. Denke auch, dass (hoffentlich) der Juli/August nochmal einen ordentlichen Schub bekommt (zudem ist ja im Chart der 7er Jahre für Juli noch mal ordentlich Anstieg)… dennoch habe ich die Cash-Position in den letzten Tagen trotzdem erhöht..

    Nehme dann im September vielleicht die stärkere Korrektur an und hoffe, dass es dann im Oktober nochmal steiler bergauf geht bis Jahresende (sich jetzt schon zur Ruhe setzen für 2017 macht ja auch kein Spaß *schmunzel*).

    Hoffe weiterhin dann auf einen freundlichen Aktienmarkt in der ersten Jahreshälfte 2018, weil dann vermutlich im Sommer/Herbst 2018 die große Korrektur kommt… ob es dann gar ein Crash ist… abwarten.

  8. Laut Gebert Indikator erst mal raus oder still halten.

  9. Laut der Liste über Daytrader, die reich wurden, sollte man Marktiming nicht mal versuchen.
    Natürlich kann man sagen, dass Daytrader keinen Plan von Charts haben.
    Aber ich habe auch noch nie von einem Charttechniker gehört, der reich wurde, weil er danach gehandelt hat.
    Natürlich gab es einige, die Geld machen konnten, weil sie Bücher darüber geschrieben haben.

    Mir ist aufgefallen, dass jeder „Sell in May “ kennt. Wenn die Kurse runter gehen, fällt das natürlich auf.

    Bye in June kennt keiner. Mal anders gefragt: Hat schon mal jemand gemerkt, dass Kurse im Sommer auch stark steigen können?
    Ich möchte die Antwort selber geben: Nein hat keiner. Vor kurzem habe nicht mal ich das gemerkt.

    Ich habe mich natürlich gefragt, woran das liegt.

    Ich vermute mal, dass man Kursverluste stärker wahr nimmt.

    Jeder nimmt einen Crash wahr. Keiner merkt , dass auch Bärenmärkte crashen. Die ersten 6 Monate nach dem Zenit eines Bärenmarktes nimmt keiner wahr, obwohl es die besten Bullenmonate sind.
    Junimonate, die einen haussierenden Monat einleiten nimmt auch keiner wahr.

    Natürlich werde ich diesmal unrecht haben. Da kann man selbst Dirk Müller nach fragen. Aber ich wette, wenn es Sommermonate gibt, wo Aktien stark steigen, merkt es keiner und Sell in May wird trotzdem als goldene Regel verkauft.

    Ich bekenne mich hiermit zu Bye in June und ich bin der einzige.

    Btw, nach einigen Regeln für Bärenmärkte hatten wir von Frühling 2015 bis Frühling 2016 einen Bärenmarkt. Der Bullenmarkt könnte auch sehr jung sein. Er wäre damit nicht wesentlich älter als knapp ein Jahr.

  10. Update am Freitag, den 7.7.17 um 16:30 Uhr:

    Mein favorisiertes Szenario ist nun bis zum Beweis des Gegenteils: Nach der heutigen Zwischenerholung könnte es am Montag noch mal schwächere Kurse geben. Danach ein Turnaround Tuesday am Dienstag …

  11. Hallo Herr Brichta,

    ich bin erstaunt, dass Sie auf einmal so kurzfristig denken 🙂 Ich bleibe bei meinen 11000+/- 500 bis Ende 2017, danach entweder nochmal richtung 14000 oder aber weiter richtung 9000 !? Aber die Topbildung, wenn es denn eine wird, wird sich über Monate ziehen, wie 2000 und 2007, somit sehen wir erst Anf. 2018 klarer.

    Erholsames Wochenende,
    Gr Thomas Redeker

    • Da missdeuten Sie etwas: Ich denke sowohl kurz-, als auch mittel-, als auch langfristig. Je nachdem, was mir gerade angebracht erscheint. So haben wir mittelfristig seit mehr als einem Jahr stillgehalten, weil wir mit dem Aufschwung bis Sommer 2017 gerechnet hatten. Um kurzfristige Verluste zu vermeiden, denken wir in den nächsten Wochen an Gewinnmitnahmen. Schließlich wollen wir Abschwungphasen, die am Aktienmarkt unvermeidlich sind, nach unten abfedern. Langfristig bin ich von weiter steigenden Kursen überzeugt.

      Wann der ganz große Rückschlag, den auch ich in den nächsten Jahren erwarte, genau kommt, lasse ich betont offen. Momentan rechne ich eher 2018 damit und schließe nicht aus, dass der Markt nach einer diesjährigen Herbstkorrektur noch mal auf neue Höchststände klettert. Aber da bleibe ich gelassen und beobachte den Markt einfach weiter. Er wird mir zu gegebener Zeit vermutlich wieder die richtigen Hinweise geben 😉 Stay tuned!

  12. Da sind wir ja einer Meinung 🙂 Entweder nochmal neue Hochs oder nicht, siehe mein letzter Kommentar, wobei ich zu „keine neue Hochs“ tendiere, lasse mich vom Markt aber gerne eines Besseren belehren.

  13. Grüezi an alle,
    Eine hochinteressante Geschichte, Ihnen allen zu folgen. Die Diskussionen spiegeln schätze ich mal das jeweils herrschende Marktsentiment gut wider. Man erkennt heute in den Kommentaren meiner Meinung nach gut, wie der Privatanleger langsam nervöser wird, der Finanzprofi (noch) gelassen auf die Kurse reagiert. Ich nehme viel für meine eigenen Entscheidungen aus Ihren virtuellen Gesprächen auf der Webseite mit, auch wenn mein Depot eher schweizlastiger daherkommt und nur eine kleinere Schnittmenge mit Ihrem Musterdepot hat. Ich danke hiemrmit allen Beteiligten für Ihren Einsatz. Es ist für mich eines der besten Gesprächsforen, welche ich kenne, da sich höchst engagierte Privatanleger und motivierte Finanzprofis hier im professionellen Kreis treffen können.
    Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz,
    Marc Staedele

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