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One more thing …

17. August 2017 - Raimund Brichta in Allgemein | 22 Kommentare

Noch eine kurze Einschätzung zur aktuellen Börsenlage: Letztlich ist es egal, was gerade als Begründung für Kursbewegungen herumgereicht wird – Trump, Korea, Charts etc. Es kommt auf die Kursbewegungen als solche an. Wir vom Wahre-Werte-Team ignorieren deshalb in der Regel solche Begründungen, wenn wir von einer Grundtendenz überzeugt sind.

So haben wir seit über einem Jahr jegliche Börsenzuckungen ignoriert, weil wir von der Grundtendenz nach oben überzeugt waren. Zum Beispiel auch, als letztes Jahr wieder die üblichen September-/Oktober-Crashszenarien kursierten. Wir blieben stur dabei.

Nun rechnen wir zwar auch nicht mit einem Crash, aber nach einem Anstieg wie in den letzten Monaten erscheint uns zumindest eine schöne Spätsommer-/Herbstkorrektur möglich. Deshalb nehmen wir Risiko raus und erhöhen die Kasse.

Und in einer solchen Situation kann dann eben auch ein „Kreuzwiderstand“ wie der im DAX gezeigte eine Rolle spielen. Den gleichen hätten wir vor einem Jahr noch komplett ignoriert. Es kommt eben nicht auf die Charts alleine an, sondern immer auch auf das gesamte börsenpsychologische Umfeld. Eine meiner Aufgaben ist es, dies stets einzuordnen.

22 Kommentare

  1. Beängstigend für mich ist dass Ihre Einordnung zu funktionieren scheint. Ich erkenne nicht die übergeordneten Indikatoren die zur Einschätzung der Gesamtlage führen.
    Fühle mich daher mit meinen 30Jahren Börsenerfahrung hier weiterhin wie ein Greenhorn.

  2. Finde ich auch gut ??. Wird mal Zeit, dass sich neue Chancen wieder ergeben.

  3. Ich lese überall von Spätsommerkorrektur oder möglichen Crash.
    Auf Finanzen.net ist Claus Vogt wieder dabei, den Untergang zu beschwören. Wenn er auftaucht kam in der Vergangenheit immer eine schöne Ralley. Ich kann mich noch daran erinnern, wie er im Februar 2016 prophezeite, das dicke Ende würde noch kommen.
    Ich persönlich würde mich auch über eine gute Korrektur freuen.
    Allerdings beunruhigt mich, dass niemand eine Spätsommerralley auf der Liste hat.

    Als nicht- Chartzauberkünstler habe ich mal gegoogled, was ein Kreuzwiderstand ist. Sehe ich das richtig, dass wenn der nach oben durchbrochen wird, dann kommt eine dicke Ralley? Oder um das Chartsignal richtig zu verstehen: Wahrscheinlich geht es weiter runter oder es geht schnell rauf?

    • Die Crux mit den Kreuzwiderständen ist, dass sie nur für kurze Zeit bestehen. Die beiden Linien kreuzen sich ja nur zu einer bestimmten Zeit. Und da er in der letzten Woche nicht gebrochen wurde, ist die Chance auf einen Durchbruch vorbei. Er scheint also eher gewirkt zu haben 😉

  4. Ich stelle mir immer vor, dass für die Kurssteigerungen an der Börse, die Menschen in den Unternehmen entsprechend die Ergebnisse steigern müssen. Da frage ich mich, wie soll das auf Dauer in einem solchen Tempo gehen ? Aber eines ist mir ganz klar, wenn die solch ein Tempo gehen müssen, möchte ich dort nie arbeiten.

  5. Och, da würde ich mir einfach mal Mc Donald’s ansehen. Es wird oft als Musterunternehmen für den modernen Kapitalismus genannt. Ich habe mal (vor kurzem) gelesen, dass ein Manager dort leitender Angestellter ist und weniger als 2400 Euro pro Monat verdient. Er steht am Ende seines Lebens auf der Liste der Grusi (Grundsicherung). Richtig interessant wird es auch, wenn man herausbekommt, wie viele noch über Sechzig bei MC Donald’s arbeiten und warum so wenige davon in der Gewerkschaft sind. Ich frage mich ja immer, ob die Geschichten dazu wirklich wahr sind. Es gibt dazu ja wirklich viele Geschichten. Aber wenn sie wahr wären, würden sie vor unseren Augen geschehen und komplett ignoriert werden. Das würde auch einiges über unsere Gesellschaft aussagen. Aber wer weiß schon, was wirklich wahr ist. Trotzdem schwören viele auf die MC Donalds Aktie.
    Ich habe schon seit einem Jahrzehnt Probleme Mc Donalds wieder zu kaufen und habe dabei einen Menge Gewinn verpasst. Ich kapiere bis heute nicht, warum das Unternehmen erfolgreich ist. Ich habe die Aktie in den letzten 10 Jahren irgendwann verkauft und seitdem ca. 130 Prozent verpasst. Heute hat das Unternehmen ein negatives Eigenkapital und ich frage mich jeden Tag, was ich davon zu halten habe. Wie gesagt, vor vielleicht 10 Jahren verkauft zu Kursen von vielleicht 45. Ich hatte zu viel darüber gelesen und meinte einfach, dass kann niemals ewig funktionieren. Heute sehe ich das anders. Heute glaube ich, dass MC Donald’s uns allen passieren wird. Das liegt an der Digitalisierung und Robotorisierung. Wir werden alle irgendwann in einer Art Mc Donald’s arbeiten oder halt nicht arbeiten. Und es wird Kurssteigerung bedeuten. Wenn wir genau hingucken, dann war MCD früher eher das untere Ende. Heute ist jemand von der MCD Kasse Vollzeit und single schon Teil der Mittelschicht. Kaum zu glauben oder? Aber wenn jemand Vollzeit zu Mindestlohn arbeitet und single ist, dann ist er heute Teil der Mittelschicht.

    Ich würde nicht zu laut sagen, wofür man nicht arbeiten möchte. Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass es einen massiven Trend nach unten gibt. Man müsste mal die schönen Arbeitsstatistiken daraufhin untersuchen, wieviel Arbeitsplätze aufgestockt und Mindestlohn sind. Nein, ich möchte ihren Satz anders formulieren: Das Tempo wird zunehmen und immer mehr Arbeiter werden für die Grusi arbeiten wie in Blöder. Und wir alle werden das tun und Merkel weiter wählen. Und Merkel steht für diesen Trend. Und wir wollen ihn. Darum wählen wir ihn und darum funktioniert MC Donald’s . Wir sind nämlich auch auf einer gewissen Art Nichtwissenwoller und ängstlich. Also ich möchte es anders formulieren: Die Frage ist langfristig nicht, wie wir arbeiten wollen, sondern wie wir arbeiten werden. Und vielleicht sollten wir MC Donalds als Ziellinie nehmen. Der Trend geht auf jeden Fall dahin.

    Ich möchte mich hiermit für diesen Text entschuldigen. Aber Hartwig hat mich mit seinem Text auch irgendwie dazu genötigt. Ich wollte einfach darauf was schreiben.

    • Das negative Eigenkapital ist auf die hohen Aktienrückkäufe zurückzuführen. Das Unternehmen muss die Aktien, die es zurückgekauft hat und negativ bilanzieren muss (dürfen nicht als Vermögen bilanziert werden), ja nicht vernichten – dann müssten Sie mit den Gewinnrücklagen verrechnet werden. Ansonsten sieht die Bilanz ganz ordentlich aus, bei Boeing ist das genauso (bin aber leider zu früh abgesprungen).

      Und genug hungrige Kunden gibt es ja auch, das sollte sich so schnell nicht ändern. Zumal immer weniger Leute in meinem Alter (Mitte-Ende 20) sogar googlen müssen wie man ein Ei hart kocht.

    • Marco Dengel, Du sprichst mir aus der Seele. Aber genau darum ging es mir, als ich meinen Beitrag geschrieben habe. So schön auch die Gewinne am Aktienmarkt sind, man sollte auch immer im Blick haben, wie die erkauft wurden.

    • Vorgestern habe ich übrigens erst ein Buch zu dem Thema zu Ende gelesen, es nennt sich „Das Ende des Shareholder Value“:
      https://www.amazon.de/Shareholder-Value-langfristigen-Wachstumsstrategien-zur%C3%BCckkehren-Wirtschaftsbuch/dp/3827270340/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1503340681&sr=8-1&keywords=das+ende+des+shareholder+value

      Das Buch ist zwar älteren Semesters, was die Herausgabe betrifft, aber der Inhalt ist höchst aktuell. Sie beide haben es ja schon angeschnitten. Es geht bis in die Dotcom-Blase hinein, aber das Platzen wurde da nicht mehr „miterlebt“. Es geht darum, dass Unternehmen früher zum Überleben und Arbeiten gegründet wurden und dann nach und nach nur die Gewinnmaximierung im Vordergrund stand. Auch erklärt der Autor schön wie das „gelungen“ ist.

  6. Sieht ja nun gar nicht nach einer wirklichen Herbstkorrektur momentan aus, „Septemberangst“ sieht anders aus… und je stabiler sich der Dax zeigt und tendenziell er sogar vielleicht leicht weiter nach oben strebt, umso unruhiger werden die Investoren, die sicher zahlreich an der Seitenlinie warten und immer nervöser werden nicht dabei zu sein…
    Ich glaube, wir sehen dieses Jahr noch die 13000 Punkte…

    • Kann gut sein, allerdings hat es in den USA noch keine Korrektur gegeben. Ich rechne deshalb ab Mitte/Ende September damit.

  7. Ist nicht auszuschließen und bisschen Luft rauslassen (schonend) aus dem Amimarkt wäre nicht verkehrt und gesund… allerdings wäre mir lieb, wenn dies nicht die europäischen Märkte (zu sehr) beeinflusst… denn es ist alles eine Frage der Bewertung… zudem mache ich über den Amerikanischen Markt (zu teuer) sowieso einen Bogen und bleibe lieber in Deutschland/Europa…
    Ich schätze Ihre Einschätzung und gute Treffsicherheit was den Gesamtmarkt betrifft ja schon, allerings weiß ich nicht, ob ich ihre noch angenommene Korrektur mir so wirklich wünsche… *schmunzel*

    PS: An dieser Stelle mal etwas am Rande… es wäre wünschenswert, wenn sich die Telebörse auch wieder verstärkt damit beschäftigt, was sie im Namen trägt, nämlich Börse… ob da Anastacia und Heidi Klum nun für Discounter Klamotten entwerfen, eigentlich völlig fehl am Platz und beide Discounter sind ja auch nicht börsennotiert… ich weiß die „Zwänge“ von Privatsendern, aber wieso wird der Geldanlage-Check z.B. nicht abends in der Telebörse nochmal gezeigt… sollen nun die Deutschen mehr in Aktien investieren und wäre soetwas nicht angebrachter als die neue Klamottenkollektion von Klum?

    • Vielen Dank für Ihre Anregungen zum Telebörsen-Programm, lieber Andreas Berger. Da ich aber selbst – wie hier schon mehrfach betont – selbständiger Journalist und somit nur Programmzulieferer bin, habe ich keinen Einfluss auf die übergeordnete Programmplanung.

      Ich fände es deshalb toll, wenn Sie Ihre Anregung in Form einer Zuschauer-E-Mail an die n-tv-Zuschauerredaktion schicken würden. Von dort wird sie dann sicherlich in die richtigen Kanäle weitergeleitet.

  8. Tipp ausgeführt… bin mal gespannt, wie sich das Programm bzw. die Telebörse nun verändert… *schmunzel*

    … ohne dass Sie darauf antworten müssen, Herr Brichta, ich schätze Sie so ein, dass Sie selbst nie so ein Programmthema „Klamotten von Kommerz-Heidi“ für die Telebörse gewählt hätten und mir zustimmen, dass die Wiederholung des Geldanlage-Checks am Abend eine sinnvollere und geistvollere Alternative wäre…

    • Da bin ich ganz offen, lieber Herr Berger: So ’ne Anastacia oder Heidi Klum ist doch auch für Börsenfans und Männer Ihres Alters sicherlich ein Hinkucker 😉 Als buntes Thema also, auch in der Telebörse, warum nicht? Zumal Anastacia an diesem Tag persönlich im Studio war …

      Ich hätte das Thema vielleicht nicht ganz an den Anfang gestellt, aber darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein.

  9. Also Herr Brichta, ich habe sicher nichts gegen attraktive Frauen, aber Frau Klum ist mir total unsympathisch und nervt einfach nur…
    Zumal haben sie ja beim Sender auch attraktive Frauen von der Börse, die sich sicher nicht hinter einer Frau Klum verstecken müssen… sei es aus USA oder auch vom Frankfurter Parkett… oder eine Frau Anja Kohl (weiß anderer Sender *schmunzel*)
    Das sind einfach Frauen mit mehr Stil, Ausstrahlung, Niveau…
    Wir schweifen aber ab… obwohl das Thema Frauen sicher interessanter ist, als die Frage der Definition eines „Ballerspiels“ oder ob Herr Brichta eine Krawatte tragen sollte oder nicht… (glaube das war doch hier auch mal irgendwie Streitpunkt oder allgemein das Thema Mode)

  10. Muss jetzt doch nochmal auf dieses „alte“ Thema zurückkommen und nicht nur Bitcoin… *schmunzel*

    Nächste Woche endet der September und wenn nicht etwas Unvorhergesehenes kommt, ist vermutlich mit keinen größeren Rücksetzern zu rechnen… betrifft Dax und vermutlich sogar auch Dow… (natürlich davon ausgehend, dass die Wahl am Sonntag keine große Überraschung bringt und eine vernünftige Koalition zu Stande kommt und sich z.B. die SPD nicht wie ein bockiges Kleinkind dann gegen z.B. eine neue GroKo stellt, schon aus Prinzip… Neuwahlen wären Gift)

    Die Frage ist mal die Politik außen vor etwas, ob die erste Oktoberhälfte nochmal ungemütlich an der Börse wird, aber ich sehe es nicht unbedingt, wieso sollten die Leute den schlimmsten Monat September so performen, um dann im Oktober die Aktien auf den Markt zu werfen, weil doch viele weiterhin an der Seitenlinie stehen und nicht zu spät auf eine mögliche Jahresendrally aufspringen wollen… vielleicht hat diese schon längst begonnen…

    Wäre nicht böse darüber, wenn es zu keinen großen Rücksetzern dieses Jahr mehr kommt und dann schön bis Jahresende hoch ziehen… auch mit der Folge, dass dann vielleicht schon Anfang 2018 (trotz noch guter Wirtschaft) eher ziemliche Vorsicht geboten ist, weil der Dax zum Jahresende vielleicht bei 13500 steht (selbst 14000 vielleicht nicht ganz ausgeschlossen)…

    • Mir fehlt bisher schlichtweg eine merkliche Korrektur der amerikanischen Aktienmärkte. Das saisonale Zeitfenster dafür ist noch bis Mitte/Ende Oktober offen. Wenn es nicht genutzt wird, werden wir es merken. Bis dahin kann es m. E. aber nicht schaden, etwas mehr Kasse zu halten, so wie wir das tun. Aktien, die nach unserer Einschätzung die Korrektur schon hinter sich haben, haben wir ja schon zugekauft, z. B. L’Oreal und Nike.

      Anlässe für eine Korrektur lassen sich immer finden, etwa die in den USA derzeit exorbitant hohe Verschuldung mit Wertpapierkrediten. Die deutschen Wahlen allerdings werden kein solcher Anlass sein. Da bin ich mir sicher 😉

  11. September geschafft und mit dieser Perfomance habe selbst ich nicht gerechnet…
    Nun ist die große Frage, sehen wir in der ersten Oktoberhälfte nochmal einen deutlicheren Rücksetzer nochmal oder bleibt dieser womöglich ganz aus… mehr noch, viele sind noch an der Seitenlinie (denke ich) und treiben den Markt noch weiter… also wenn nicht was total Unterwartetes passiert, sollten wir die 13500 dieses Jahr noch sehen, von mehr mag ich momentan gar nicht träumen…
    Eigentlich fehlt ja dann noch so richtig die Euphorie und Übertreibung, sehen wir vielleicht 2018 noch kurz die 15000 bevor es zum Absturz kommt… die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen ja noch mit 2 Jahren Aufschwung und insgesamt sieht ja die Weltwirtschaft global echt nicht schlecht aus, wer weiß wo uns das noch hinführt…

    • Den ganz großen Rücksetzer gibt es vermutlich auch im Oktober nicht mehr. Aber ein mittlerer ist möglich, bevor die Jahrsendrally kommt.

  12. Was ist ein mittlerer? In welcher prozentualen Range halten sie einen Rücksetzer beim Dax im Oktober für möglich?

    • Ach, da habe ich keine festen Erwartungen. Jetzt warten wir den Oktober doch einfach mal ab. Häufig ist es so, dass sich die Börsenstimmung zum Monatsende von der zum Monatsanfang deutlich unterscheidet. Da die Stimmung augenblicklich ausgezeichnet ist, könnte sie sich also nur verschlechtern 😉

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