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Angriff auf die US-Allzeithochs im Sommer?

25. Mai 2016 - Raimund Brichta in Allgemein | 13 Kommentare

Inzwischen ist im Prinzip das eingetreten, was ich Ende April erwartet hatte (siehe unten meine Antwort auf einen Beitrag von Robert Mehlitz). Allerdings geschah dies früher und schneller als gedacht.

Soll heißen: Die Schleife nach unten ist bereits gedreht und jetzt kann der US-Markt tatsächlich einen ernst zu nehmenden Anlauf auf die Allzeithochs starten. Saisonal beginnt nun für Wahljahre eine starke Phase, die bis weit in den August hinein andauern kann. Da der S&P 500 nur weniger als 3% unter seinem Allzeithoch notiert, hat er tatsächlich die Chance, dieses im Sommer zu knacken.

13 Kommentare

  1. Wie schätzt Du aktuell die Lage für den DAX ein? Das klang ja vor ein paar Tagen noch eher pessimistisch. Beste Grüße

    • Der DAX hat in den letzten beiden Wochen tatsächlich einige negative Signale gesendet. Zum Beispiel der Bruch des Aufwärtstrends seit Februar. Allerdings haben es die Bären nicht geschafft, diese Signale überzeugend nach unten umzusetzen. Vielmehr blieben ihre Attacken immer wieder um die 9.800 Punkte herum hängen. Dies führte zu einer Ermüdung und zur Kapitulation vieler Bären. Letzteres trieb die Kurse in den letzten beiden Tagen besonders stark nach oben.

      Jetzt kommt es darauf an zu beobachten, wie weit der nun angesprungene Erholungstrend geht. Käme er unter dem Aprilhoch schon wieder zum Erliegen, wäre dies negativ. Stiege er über das Aprilhoch hinaus, wäre es positiv. Und wenn in den USA tatsächlich ein erfolgreicher Run auf die Allzeithochs erfolgt, wäre letzteres wahrscheinlich.

  2. Fazit: Wenn der DAX steigt, dann steigt er und es ist positiv, wenn er fällt, dann fällt er und das wäre negativ …

    • Nicht ganz, bitte noch mal nachlesen: Es kommt jetzt sehr darauf an, WIE WEIT der DAX im Zuge der laufenden Erholungsbewegung steigt. Positiv wäre, wenn sich ein höheres Hoch ausbildet, das über dem April-Hoch liegt. Negativ wäre, wenn er das nicht schafft, auch wenn er jetzt noch weiter steigt.

      Börsenbeobachtung ist manchmal eben diffizil 😉

      Außerdem spricht die saisonale Komponente am US-Markt für die positive Variante (siehe oben).

      • In den letzten paar Wochen war das Spiel nicht anders. Ständig hat der DAX entgegen den Prognosen entweder die Widerstandslinie nach unten oder oben durchbrochen und schon lauteten die Prognosen wieder anders, als wenige Tage vorher. Und dabei wurden des öfteren auch die so wichtigen Marken gerissen. Und ganz kurze Zeit später hat der DAX auf wundersame Weise wiederum gedreht. Eigentlich ganz amüsant Ich möchte mein Glück nicht von den Charts abhängig machen. Lieber wahre Value Werte – um zum Thema Ihres Depots zurück zu kommen -und diese dann dauerhaft…

        • Wer mit den Charts nichts anfangen kann, der sollte tatsächlich die Finger davon lassen. Ich kann dagegen – trotz aller Irrungen und Wirrungen, die es an der Börse immer gibt – eine ganze Menge daraus ableiten. Deshalb kombinieren wir im Wahre-Werte-Depot ja auch explizit fundamentale und technische Faktoren – und dies bis jetzt nicht ganz ohne Erfolg 😉

          • Und wenn Signale sich fast täglich widersprechen, was tatsächlich zuweilen vorkommen kann, dann ist es vernünftig, einfach etwas länger abzuwarten, bis sich ein stimmigeres Bild ergibt.

  3. Hallo Herr Brichta,

    bis jetzt hatten Sie immer „Ein gutes Händchen“! Anstatt des üblichen Sommerloches gibt es dieses Mal ein Sommerhoch! HG

    • Das wird sich noch zeigen. Tatsache ist aber, dass diesmal sehr viele auf das Sommerloch gesetzt haben. Dies wurde auch in den Postings hier deutlich. Und Sie wissen ja, wie es der Mehrheitsmeinung an der Börse meist geht 😉

  4. Sehr geehrter Herr Brichta,
    „saisonal beginnt nun für Wahljahre eine starke Phase“ –
    schreiben Sie. Meine skeptische Frage: Gilt das auch für den Kandidaten Trump, der von der Wallstreet nicht nur nicht finanziert sondern bekämpft wird und der seinerseits die Wallstreet bekämpft und die Fed abschaffen will und darüberhinaus sogar noch Sympathie für den offiziellen Erzfeind Putin zu bekunden sich getraut?
    Bin weder Fundamentalistin, Charttechnikerin, Elliot-Waves-Anhängerin, weder „rechts“ noch „links“ (wird heute sowieso alles durcheinander geworfen) sondern lediglich eine „schwäbische Hausfrau“, die im Gegensatz zur Wallstreet weiß, daß niemand mit Anhäufung von Schulden reich werden kann.
    Ich denke, daß die Wallstreet erst nach Eliminierung dieses Störfaktors in Euphorie verfällt.
    Z.Zt. ziehe ich Lottospielen vor.
    In freundlicher Erwartung Ihrer Reaktion
    Christine

    • Ja, liebe schwäbische Hausfrau, das gilt interessanterweise statistisch für den Durchschnitt aller Wahljahre, egal wer gerade Kandidat ist. Zumal bis Ende August, wenn die starke Phase zu Ende geht, allenfalls die Kandidaten feststehen und noch lange nicht der Wahlsieger.

      Interessant finde ich übrigens Ihre Bemerkung zu Schulden und Reichtum: Tatsächlich sind derzeit viele vor allem deshalb „reich“, weil sie die Schulden anderer als Gläubiger besitzen. Immer wieder lesen wir in Statistiken, dass die Geldvermögen auf neue Rekorde gestiegen sind. Was dabei ausgeblendet wird, ist, dass jedwedem Geldvermögen die Schuld eines anderen gegenüber steht. Damit sind Geldvermögen und Schulden lediglich zwei Seiten derselben Medaille.

      Damit ist auch klar, dass Reichtum an Geldvermögen stark von der Zahlungsfähigkeit der Schuldner abhängt, auf denen dieses Vermögen basiert. Wahre Werte, wie wir sie suchen, nämlich Sachvermögen bzw. Anteile daran, sind da mit Sicherheit die nachhaltigere Alternative.

  5. Ich sehe im Depot US Werte aber sollte man nicht auch $ Anleihen( ETF: AGG oder IEF) kaufen als Absicherung?Im Fall einer starken Krise wird global das Geld in einem sicheren Hafen angelegt werden…..das sind die USA als Weltmacht nun mal!??
    Grüsse

    • Sehr gute Frage, lieber umberto, die Sie nur dann beantworten können, wenn Sie die Enstehungsgeschichte dieses Depots aus unserem Buch „Die Wahrheit über Geld“ berücksichtigen.

      Kurz: Jedwedes Geldvermögen ist in diesem Geldsystem dem Untergang ausgesetzt, auch das in US-Anleihen angelegte. Die Frage ist nur, wann? Dies lässt sich jetzt noch nicht seriös beantworten. Und solange dies noch nicht der Fall ist, fühlen wir uns mit Bargeld am wohlsten, weil es das unserer Meinung nach sicherste Geldvermögen ist. Natürlich nur dann, wenn es sich um Geld der Zentralbank handelt.

      Letzteres lässt sich in unserem Depot zwar noch nicht darstellen, aber wir arbeiten daran. Der EONIA ist insofern nur ein vorübergehender Platzhalter. Stay tuned!

      Was die von Ihnen genannten $-Anleihen-ETFs anbelangt, so dürften diese in der nächsten schweren Krise ebenfalls Kursverluste erleiden – so wie sie das in der letzten Krise getan haben.

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