Categories Menu

Depotalarm: Alles muss raus – außer Gold!

4. Januar 2016 - Raimund Brichta in Allgemein | 13 Kommentare

Wir hatten in den vergangenen Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Lage an den Weltfinanzmärkten merklich eintrübt. Der Kursrückgang bis August war noch als eine – wenn auch heftige – Korrektur der vorangegangenen Rally einzustufen. Deshalb hatten wir zu Paniktiefkursen am 24. August zugegriffen und einige Positionen sogar aufgestockt.

 

Die von uns erwartete Erholung kam dann auch – insofern hatten wir alles richtig gemacht-, aber sie geriet im Dezember auffällig ins Stocken. Dies war für diese Jahreszeit ungewöhnlich, weshalb wir es als Warnsignal interpretierten. Folgerichtig hatten wir noch vor Weihnachten einige Werte aus dem Depot geworfen und dort Gewinne mitgenommen.

 

Unsere Devise war: Mit reduziertem Risiko abwarten. Zumal eine positive Börsenentwicklung im Januar die Lage deutlich entschärfen könnte.

 

Zwar hat der Börsenmonat Januar heute erst angefangen, und niemand weiß, wie er enden wird. Aber bei einem Teil von uns läuteten schon am frühen Morgen vor Börsenbeginn die Alarmglocken. Schon da zeichnete sich nämlich aufgrund der asiatischen Vorgaben ab, dass es den miserabelsten Jahresstart seit Langem geben wird. In Kombination mit den Warnsignalen aus dem Dezember brachte uns dies zu einer folgenschweren Entscheidung:

 

Wir haben heute früh zu Eröffnungskursen sämtliche Werte aus dem Depot geworfen – bis auf den Goldfonds.

 

Die Entscheidung war folgerichtig, weil sich die weltweite Börsenlage weiter eingetrübt hat. Mit anderen Worten: Die Gefahr eines erneuten Abwärtstrends bis ins Frühjahr hinein hat unseres Erachtens nun deutlich zugenommen.

 

Wir sprechen damit unseren wahren Werten nicht generell das Misstrauen aus. Wie könnten wir auch? Sie sind, wie sie sind. Deshalb werden wir sie wieder in unser Depot aufnehmen, sobald sich die Lage beruhigt hat. Möglicherweise gelingt uns dies dann sogar zu deutlich geringeren Kursen …

 

Auch wir wissen natürlich nicht, was die Zukunft bringen wird, aber wir haben unsere Gewinne mit dieser Vorsichtsmaßnahme einfach mal abgesichert. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Mit einem Plus von knapp 21 Prozent seit Depotstart im Oktober 2014 lässt es sich auch gut überwintern, meint Ihr

 

Raimund Brichta

 

P.S.

Wie üblich haben wir auch heute wieder Transaktionskosten in realistischer Größenordnung berücksichtigt.

 

P.P.S.

Dass wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern im Gegenteil heftig um diese gerungen haben, belegt folgender Mail-Austausch von heute früh:

 

Raimund Brichta:
Depotalarm! Was haltet Ihr davon, alles außer Gold glattzustellen? Ich werde das
Gefühl nicht los, dass wir unsere wahren Werte demnächst deutlich
billiger wieder einsammeln können 😉

 

Eine Alternative wäre, alle Positionen außer Gold zu halbieren und die nächsten Tage abzuwarten, um dann zu entscheiden, was mit dem Rest geschieht.
 

Anton Voglmaier:

Ich bin mit einer Halbierung der Positionen einverstanden.
Raimund Brichta:

Und Du Volker? Können wir das zu heutigen Eröffnungskursen buchen?

 

 

Volker Schilling:

Guten Morgen,
nein, ich bin nicht damit einverstanden. Aus dem einfachen Gund, weil ich nicht am Morgen zwischen Tür und Angel Entscheidungen treffen will, die auf einem Zweizeiler beruhen, die auf eine Gefühlslage abheben. Ich dachte, wir machen hier Asset Management mit gesundem Menschenverstand und nicht nach Gefühl. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob wir einen Tag früher oder später Käufe oder Verkäufe vornehmen!
 

Raimund Brichta:

Ich gehe davon aus, dass wir alle ständig die Märkte beobachten und dies deshalb keine Entscheidung zwischen Tür und Angel ist. Im Gegenteil: Dass sich die Marktlage eintrübt, zeichnet sich bereits seit Wochen ab. Und wir haben darauf auch bereits mit Verkäufen von DAX-ETF sowie zweier anderer Depotwerte reagiert.

Insofern ist diese Entscheidung nur eine konsequente Fortsetzung der zuletzt verfolgten Strategie: Wir nehmen weiteres Risiko aus dem Depot. Mehr nicht. In einer Mail am frühen Morgen all die Faktoren noch einmal zu benennen, hielt ich für überflüssig, weil ich – wie gesagt – davon ausging, dass wir sie ohnehin im Hinterkopf haben.

Irgendwann muss man schließlich handeln, und es ist ja gerade unser Vorteil, dass wir nicht erst durch unzählige Gremien damit gehen müssen. Du magst recht haben, dass wir uns darin von anderen professionellen Asset Managern unterscheiden. Aber ich meine, dass diese Unterscheidung sogar positiv zu werten ist!

 

Anton Voglmaier:

Lieber Volker,
grundsätzlich würde ich Dir ja mit Deiner Einschätzung recht geben, wenn wir uns nicht schon vorher über die Thematik unterhalten hätten. Das haben wir aber und so ist die heutige Entscheidung als Bestätigung der vorhergehenden Überlegungen zu sehen. Ich stimme Dir aber zu, dass es auf einen Tag nicht unbedingt ankommen muss.

 

 

Raimund Brichta:

Übrigens: Mein „Zweizeiler“ kann eigentlich nur für jemanden überraschend
gekommen sein, der sich über die Feiertage nicht auch mit dem Zustand der Finanzmärkte beschäftigt hat. Es sei Dir gegönnt, lieber Volker, denn schließlich gibt es auch noch anderes als die Börsen 😉
Aber Du kannst sicher sein, dass auch ich andere Beschäftigungen hatte. Zum Beispiel das Skifahren am Großglockner 🙂 Vielleicht ist es aber gerade die klare Luft in den sonnigen Bergen gewesen, die mir geholfen hat, den Kopf frei zu machen?
Außerdem:
Was Du „Gefühlslage“ nennst, nenne ich Erfahrung. Und die lehrt mich, dass ein Januar, der so beginnt wie dieser, kein gutes Zeichen ist für die Märkte in den kommenden Monaten. Zumindest bis in den März. Selbst wenn die Erfahrung dann in einer Gefühlslage mündet – was ist dagegen einzuwenden? Schließlich habe ich bereits in unserer Diskussion über Renk klar gemacht, wie wichtig auch Bauchgefühle an den Börsen sein können.
Im Prinzip war die Signallage aber schon seit Mitte Dezember klar. Ich habe jedoch noch auf deutliche Signale im Januar gewartet – egal in welche Richtung. Dass sie nun schon am ersten Handelstag kommen, konnte ich auch nicht vorausahnen. Aber es ist umso besser…
Wie dem auch sei. Wir sollten jetzt handeln. Ich möchte auch noch einmal explizit zur Diskussion stellen, nicht nur die Hälfte, sondern alles außer Gold glattzustellen.
Meinungen?

 

Anton Voglmaier:

Bin ich auch mit einverstanden.

 

Raimund Brichta:

Und Volker?????

 

Volker Schilling:

Dann stellen wir mal alles glatt zu den Eröffnungskursen! Mein Mitarbeiter übernimmt das gleich. Depotalarm schreibst du, Raimund?

13 Kommentare

  1. Gratuliere zu dieser konsequenten Entscheidung ohne „Wenn und Aber“. Leider hält der Börsenbär keinen Winterschlaf (kein Wunder bei diesem warmen Dezember). Bin gespannt, wann der Bulle wieder angreift. Bitte rechtzeitig Alarm auslösen, lieber Raimund Brichta.

    • Wir werden uns große Mühe geben, lieber Horst Klophaus. Versprechen kann ich aber nichts 😉

  2. Hallo Herr Brichta,

    das Konzept des Wahre Wertes Depot soll doch folgendes sein:
    —–
    Beim WAHRE-WERTE-Depot handelt es sich um ein internationales Musterdepot mit den Schwerpunkten Sachwerteanlagen und Systemkrisenschutz. Das Depot strebt an, im Kern auf materielle Vermögenswerte und nicht auf Finanz- und Geldwerte zu setzen. Ziel ist es, im Ernstfall selbst einen Zusammenbruch der gegenwärtigen Geldordnung zu überstehen und damit den Risiken Rechnung zu tragen, die Brichta im Buch „Die Wahrheit über Geld“ beschreibt.
    —–

    Ist denn jetzt nicht das Geld auf dem Verrechnungskonto mehr in Gefahr als wenn man Aktien hält?
    Fängt eine Systemkrise nicht auch mit Kursverlusten an?
    Wenn dann jedesmal das Depot glatt gestellt wird, wie kann man erkennen, dass es nur eine Korrektur ist?

    Thomas

    • Eine gute Frage, lieber Thomas, auf die ich folgende Antwort habe:

      Sobald Geld auf einem Konto in Gefahr geraten würde, würden wir selbstverständlich handeln. Ich persönlich habe zum Beispiel in der Finanzkrise 2008 – wie im Buch beschrieben – Geld von Konten abgezogen und in sicherere Häfen gebracht. Damals war das noch in Form des „Dr. Schild“ möglich, falls Sie sich an diesen erinnern. Das Geld wanderte auf ein Konto des Staates bei der Bundesbank. In dem Maße, wie sich die Lage entspannte, konnte ich die angelegten Sicherheitsgurte aber wieder ablegen.

      Sollte sich die nächste Systemkrise abzeichnen, würde ich wieder ähnlich handeln. Soweit ist es aber noch nicht. Im Gegenteil: In einer Phase wie der jetzigen sehe ich Cash ebenfalls als einen wahren Wert an. Am besten wären zwar Banknoten oder ein Konto bei der Bundesbank, das ist klar. Letzteres ist derzeit aber leider nicht möglich, und Bargeld ist in einem Musterdepot schwierig darstellbar. Somit haben wir uns für die EONIA-Lösung entschieden.

      Und ja, selbstverständlich fängt auch eine Systemkrise mit Kursverlusten an. Sie entfaltet sich aber erst längerfristig, so dass wir uns gut gerüstet sehen, bei Bedarf erneut zu reagieren. Zum Beispiel könnten wir von jetzt auf gleich den Goldanteil hochfahren …. Aber auch so weit ist es noch nicht.

      Wir stellen auch nicht jedesmal das Depot glatt, sondern nur, wenn es uns unter Chance-Risiko-Aspekten sinnvoll erscheint. Den ersten Korrekturschub im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel investiert durchgezogen. Ganz einfach deshalb, weil es für uns im Vorhinein nicht absehbar war, wie weit die Korrektur gehen wird.

      Nun ist die Entwicklung aber weiter fortgeschritten, und ich kann dadurch die Gefahr erkennen, dass es im Frühjahr zu einem weiteren Schub kommt. Warum sollte ich nun also die Füße still halten und nicht handeln?

      Und grundsätzlich geht es um die Frage, welches Ziel man verfolgt: Will man mit seinen Werten auch unruhige Zeiten durchmachen oder will man sie möglichst nur in guten Zeiten halten? Wir haben uns mit unserem noch relativ jungen Depot zunächst mal für die zweite Variante entschieden. Ich bin gespannt, inwieweit uns das gelingt. Wir befinden uns ja in der Erprobungsphase.

  3. Vielleicht ist das Wahre-Werte-Depot noch in einer Strategiefindungsphase. Hier einmal ein paar Gedanken dazu:

    Es verdient natürlich absoluten Respekt, wenn man die Indizien für eine schwache Marktphase oder ein Krisenszenario richtig und rechtzeitig erkennt und entsprechend reagiert. Ich muss aber zugeben, dass auch mir ein paar ketzerische Gedanken kamen. Denn wenn man so konsequent handelt, dann braucht man sich bei den Kriterien, nach denen Einzelwerte ausgesucht werden, auch keine Zwangsjacke anzuziehen. Dann braucht man keinen Schwerpunkt auf krisenresistente Basiskonsumgüter zu legen und kann genausogut auch Zykliker aufnehmen, die ja per se nicht schlechter sind, jedoch höhere Kursschwankungen aufweisen (ich erinnere an die Diskussion zur Renk AG). Sie schrieben: „In einer Phase wie der jetzigen sehe ich Cash ebenfalls als einen wahren Wert an.“ Genauso könnte man argumentieren: In einer Phase wie der jetzigen haben auch Derivate einen (wahren?) Wert. Man bräuchte sie nicht kategorisch auszuschließen und könnte sie ebenfalls nutzen, zur Absicherung gegen Kursverluste oder Währungsrisiken (zumindest solange es keine schwere Weltwirtschaftskrise bzw. Depression gibt, in der auch Derivate nichts mehr wert sind). Da gibt es also argumentative Widersprüche, aber sicherlich wäre darauf ausgerichtete Kritik auch nicht ganz fair. Denn niemand kann eine schwache Marktphase oder einen plötzlichen Crash sicher vorhersagen. Nicht immer gibt es klare Indizien, die darauf hindeuten könnten. Alles nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit – auch die Erholungsphase nach dem Paniktief im August hätte ausbleiben können, obwohl unwahrscheinlich. Dann kann man froh sein, nur wahre Werte gehabt zu haben, die weniger als andere Aktien leiden.

    Vielleicht muss aber auch die Definition eines „Wahren Werts“ generell etwas präzisiert werden. Eine Aktie mit einem KGV von 30 kann jedenfalls nicht mehr wirklich als „Sachwert“ (= wahrer Wert?) betrachtet werden. Geld ist auch kein wahrer Wert, sondern hat lediglich Stellvertretercharakter (wie der alte Aristoteles bereits wusste). Gold ist auch nur Geld, allerdings ein besonderes Geld: Eine (leider auch sehr volatile) Universalwährung, die (bislang!) alle Krisen überstanden hat und sich dann als überaus nützlich erwies.

    Mich selbst hat am Wahre-Werte-Depot vor allem eines interessiert: Volatilität und Kriseninstabilität zu reduzieren, ohne auf Rendite zu verzichten und ohne einen hohen Preis für die Absicherung zahlen zu müssen (sei es durch Transaktionsgebühren infolge eines Ausstiegs und Wiedereinstiegs oder andere Formen der Absicherung). Letztlich ist es aber genau das, was jeder Anleger und Fondsmanager erreichen möchte, vielen aber nicht gelingt.

    • Ihre Gedanken sind alles andere als ketzerisch, lieber Sandro, sondern vollkommen nachvollziehbar. Auch wir haben uns über diese Fragen selbstverständlich Gedanken gemacht.

      1.
      Die erste Sache ist ganz einfach: Wir wollen lediglich eine doppelte Sicherung in unser Depot einbauen. Wir versuchen zum einen, größere Marktschwächephasen nach unten abzufedern. Da wir aber davon ausgehen, dass uns dies nicht in jedem Fall gelingt, suchen wir gleichzeitig nach solchen Aktien, die erwarten lassen, dass ihre Kursverluste vergleichsweise moderat ausfallen, sofern wir in einer Abschwungphase investiert bleiben.

      In der Schwächephase im August zum Beispiel sind wir ja investiert geblieben. Und auch, wenn wir die Kerbe relativ rasch wieder ausgebügelt haben, war mir der Rücksetzer, den Sie im Chart sehen, doch etwas zu stark ausgefallen. Ich bin eben ehrgeizig und möchte es noch etwas flacher hinbekommen 😉 Die Vola ist außerdem ein Maß, an dem auch alle Fonds gemessen werden.

      Insgesamt heißt das: Ein Engagement in zyklischen Aktien verbietet sich.

      Außerdem wollen wir ja noch etwas: Uns fit machen für den Extremfall eines möglichen Systemzusammenbruchs. Dafür ist es nötig, Erfahrungen zu sammeln mit Aktien, die in einer solchen Situation erste Wahl wären. Und auch dafür kommen nur wahre Werte in Betracht, wie wir sie definieren – keine Zykliker.

      2.
      Derivate: In unserer Situation brauchen wir Sie zur Absicherung gegen Aktienkursverluste nicht, weil wir unsere Positionen einfach glattstellen können. Zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen wären sie tatsächlich eine Überlegung wert. Wir schließen sie auch nicht kategorisch aus, sondern diskutieren darüber.

      Ich hatte nur einmal in einer Antwort an Volker Schilling mich negativ zu Devisenabsicherungsderivaten geäußert, um ihn zu provozieren. Aber darauf ist er leider nicht eingegangen 😉

      Ob man Derivate aber genauso als wahren Wert bezeichnen kann wie Cash, wage ich zu bezweifeln. Nehmen Sie als Beispiel das, was das Duo Härter/Wiedeking bei Porsche getrieben hat: Mit Cash hätten Sie den Laden nicht vor die Wand fahren können, mit Derivaten haben sie es aber getan.

      Darüber hinaus meine ich mit Cash im engeren Sinne eigentlich nur echtes Geld, also Notenbankgeld. Ich würde auch in unserem Depot deshalb am liebsten Notenbankgeld halten, was sich leider nicht darstellen lässt. Das Geld der Geschäftsbanken ist auch in einer Phase wie der jetzigen nur ein wahrer Wert zweiter Klasse.

      3.
      Dass niemand die künftige Börsenentwicklung sicher vorhersagen kann, ist klar. Etwas in dieser Art habe ich aber auch nie behauptet.

      In der jetzigen Situation zum Beispiel weiß ich genausewenig wie Sie, ob die befürchtete Schwächephase tatsächlich kommt. Die Indizien deuten nur darauf hin.

      Und hier kommt es – in aller Bescheidenheit – eben doch auf denjenigen an, der so ein Depot managed. Wer mehr Erfahrung hat und Signale besser deuten kann als andere, liegt auch öfter richtig als andere 😉

      4.
      Bei der Definition eines wahren Werts kommen wir ins Philosophische. Der wahre Wert kann ohnehin immer nur der Kern eines Objektes sein. Die Bewertung (KGV) ist eine ganz andere Frage und besagt, was den Leuten derzeit dieser wahre Wert wert ist. Ein Stück Ackerland oder Wald zum Beispiel ist auch ein wahrer Wert. Dieser kann aber 1.000, 10.000 oder 100.000 Geldeinheiten kosten. Letzteres entspricht einem hohen, ersteres einem niedrigen KGV. Dennoch bleibt der Kern, das Stück Land, ein wahrer Wert.

      Und beim Geld: Wenn ich 100.000 Euro habe, diese in Aktien investiere, für die ich nach einem halben Jahr nur noch 70.000 Euro zurückkriege, dann war das Geld in dieser Situation der wahre Wert. Hätte ich es behalten, wären mir die 100.000 Euro geblieben.

      Unter wahren Werten verstehe ich also häufig Sachwerte, aber nicht immer.

      5.
      Volatilität und Kriseninstabilität zu reduzieren, ist auch unser Ziel. Hohe Preise für die Absicherung zahlen wir nicht. Denn Transaktionskosten sind heutzutage kein Thema mehr. Selbst als Privater kommen sie bei Online-Brokerm mit Minigebühren weg. Ich habe es zwar noch nicht durchgerechnet, aber ich vermute, dass wir mit Deravaten als Absicherung deutlich mehr zahlen müssten.

      • Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich wollte natürlich nicht Ihre Börsenerfahrung oder Managementkompetenz in Frage stellen (falls dieser Eindruck entstand), sondern wollte die Depotprinzipien und Entscheidungshintergründe etwas besser verstehen. Ich lerne immer gerne etwas dazu. 😉 In diesem Sinne bedanke ich mich auch für die ausführliche und aufschlussreiche Antwort.

        • Alles ist gut, ich hatte das auch überhaupt nicht so verstanden. Und selbst wenn es so gewesen wäre: Ich kann Kritik durchaus vertragen 😉

  4. Ergänzung: Es gibt noch einen Grund, aus dem der manch ein Privatanleger sich möglicherweise anders entscheiden würde als Sie es getan haben: Steuern, die Sie anders als die Transaktionskosten nicht mitberücksichtigen (oder irre ich mich?). Psychologisch mag man dazu neigen, bei Hinweisen auf eine drohende Krise zunächst zuerst diejenigen Werte aus dem Depot zu nehmen, mit denen man besonders viel Gewinn einstecken kann, um sich diesen noch rechtzeitig zu sichern. Aus steuerlicher Sicht wäre es aber genau anders herum sinnvoller. Wird zwischen mehrmaligem Ausstieg und Wiedereinstieg stets etwa 25% Abgeltungssteuer vom Gewinn abgezogen, die danach nicht erneut reinvestiert werden kann, so schmälert das den Zinseszinseffekt auf lange Sicht erheblich. Beispiel: Zuletzt wurde gelegentlich die Marke von 8000 Punkten als ein möglicher Tiefstand für einen möglichen erneuten DAX-Einbruch genannt – dies entspräche beim heutigen DAX-Stand einem Drawdown von etwa 23%. Wenn ich nun beispielsweise eine Aktie schon sehr lange im Depot habe und deshalb mehrere hundert Prozent Kursgewinn verbuche, dann wiegt der Verlust durch Steuern in diesem Fall nahezu genauso schwer wie der maximal erwartete Drawdown (falls ich anderenfalls die Aktie ausgerechnet beim erwarteten Tiefststand verkaufen sollte). Wollte ich solch einer Aktie auf lange Sicht wieder die Treue halten wollen, dann würde ich sie deshalb aktuell auch nicht vorübergehend aus dem Depot nehmen.

    Eine Depotabsicherung durch vorübergehenden Aus- und Wiedereinstieg, wie von Ihnen praktiziert, ist für Privatanleger also nicht immer so sinnvoll.

    • Genau das ist der Unterschied zwischen Privat und Musterdepot oder Fonds. Wir vergleichen uns mit Fonds, und die zahlen auf dieser Ebene keine Steuern. Steuern auf Veräußerungsgewinne werden vielmehr erst dann fällig, wenn der Fonds diese Gewinne an die Anleger ausschüttet oder wenn die Anleger ihre Fondsanteile mit Gewinn verkaufen.

  5. Guten Tag Herr Brichta!

    Wir haben im Moment viele Wenn und Aber. Füße still halten! Ich würde von der Seitenlinie beobachten wie es weitergeht! Ihr DEPOT wird seine Chance noch bekommen. Bin mir sicher, wir bekommen nochmals Druck nach unten. Dies wäre eine gute Chance und der ideale Zeitpunkt, um neu zu kaufen.

    Beste Grüße

    • Genau das tun wir 🙂

      Aber wieso schreiben Sie, dass unser Depot seine Chance noch bekommen wird? Das liest sich so, als stünden wir noch komplett am Anfang und hätten noch nichts geleistet. Dabei haben wir uns gerade unseren Jahresverdienst von mehr als 20% gesichert und lauern nun genau auf die von Ihnen angesprochenen Chancen.

      Ich würde mal sagen: Unser Depot wird im Laufe seines Bestehens vermutlich noch viele Chancen bekommen. Und wir wollen möglichst viele von Ihnen wahrnehmen 😉

      • Glückwunsch! 20% sind stark… Wenn man bedenkt, dass 2015 kein leichtes Börsenjahr war. Cash ist die größte Chance im Moment für Ihr Depot.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo