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Depotvorschlag: Intuit Inc.

6. Januar 2022 - Sandro in Depotvorschlag | 34 Kommentare

Intuit (WKN 886053, Heimatbörse/Listung Nasdaq bzw. S&P 500) bietet verschiedene Finanz-Softwareprodukte an, die sowohl von privaten Einzelpersonen als auch kleinen und mittelstĂ€ndischen Firmen und Finanzexperten bei alltĂ€glichen Anforderungen wie Rechnungen bezahlen, Guthaben ĂŒberprĂŒfen, Gehaltslisten erstellen oder SteuerprĂŒfung genutzt werden. Einige der Leistungen sind auch ĂŒber mobile GerĂ€te (Smartphones, Tablets) abrufbar. MittelstĂ€ndischen Unternehmen ersparen die Softwareprodukte u. a. eigene teure Programmierer um Daten mehrerer Quellen und Systeme zu integrieren.

Die Flaggschiffprodukte sind QuickBooks (FinanzbuchfĂŒhrung und Bezahltools) und TurboTax. FĂŒr Rechnungsleger werden zusĂ€tzlich die Steuerprogramme ProSeries und Lacerte angeboten. Die Die-Software gibt es in verschiedenen Varianten, je nach KundenbedĂŒrfnis. Als Freelancer kann man Quickbooks schon fĂŒr 15 $ /Monat erhalten. Die „Advanced Version“ von Quickbooks kostet fĂŒr Unternehmen 180 $ im Monat. Es gibt auch Zwischenstufen.

Dies sind aber nicht die einzigen Produkte. Auf der Unternehmenswebsite wird bspw. auch ein Produkt namens „mailchimp“ angeboten: Eine Software zur Erstellung von Online-Domains und Marketing, die es sowohl als Freeware als auch als kostenpflichtige Version gibt. Auch wird eine App namens Credit Karma angeboten, womit sich u. a. eine persönliches Kredit-Profil erstellen und ĂŒberwachen lĂ€sst (Zugang zu Credit-Scores).

Die ebenfalls angebotene App Mint ist ein kostenloser, webbasierender Online-Dienst zur persönlichen Finanzverwaltung und erlaubt den Nutzern u. a., alle ihre finanziellen Accounts gleichzeitig einzusehen. Die Software-Produkte machen sich auch den Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz zu Nutze.

Intuit wurde 1983 gegrĂŒndet und beschĂ€ftigt mittlerweile 14.200 Mitarbeiter, mit 20 Niederlassungen in 9 LĂ€ndern, insb. USA, Kanada, GB und Indien. 1999 wurde die deutsche Niederlassung zu Gunsten der Firma Lexware aufgegeben, mit der eine strategische Allianz eingegangen wurde – die Programme Quicken und Quickbooks werden dabei unter anderem Namen von Lexware vertrieben bzw. sind in den Lexware-Produkten integriert.

Im Jahr 2013 beschloss das Unternehmen, sich neu auszurichten und auf Finanzsoftware zu konzentrieren. Im Zuge der Umstrukturierung wurden 2015 5 % der Belegschaft entlassen. So ist die Intuit Health Group bzw. Kommunikationssoftware Dreamforce verkauft worden. Das ehemals wichtige Produkt Quicken (Online-Banking-Software, von Lexware als Finanzmanager vertrieben) ist 2016 von Intuit verkauft worden. Mit diversen Übernahmen (bspw. auch im Cloudbereich) hatte sich das Unternehmen im Gegenzug gestĂ€rkt. 2009 wurde Mint.com von Intuit fĂŒr 170 Millionen US-Dollar ĂŒbernommen. Ein ganz guter Überblick ĂŒber die Historie wird u. a. hier gegeben: https://wiki.edu.vn/wiki13/2020/12/21/intuit-wikipedia/

Intuit gibt einen „corporate responsibility report“ heraus und verschreibt sich werbetrĂ€chtig der Mission „Power Prosperity Around the World“. In dem Report erfĂ€hrt man u. a., dass Intuit vom Wirtschaftsmagazin Fortune mehrfach sehr gute Bewertungen in Sachen „Sustainability“, „Environmental Score“ und Mitarbeiterzufriedenheit erhielt. Man erfĂ€hrt auch, dass das Unternehmen wĂ€hrend der Coronakrise schnell auf die krisenbedingten Kundenanforderungen reagierte mit „… free innovative tools to help people navigate the complexities of federal aid programs through Intuit Aid Assist; quickly developing a simple application in QuickBooks Online to enable small businesses to participate in the government’s Paycheck Protection Program; the TurboTax Stimulus Registration product that helped millions access stimulus funds; as well as contributions from Intuit to the relief efforts of the United Nations World Health Organization and the Centers for Disease Control and Prevention“ (siehe Vorwort des CEOs im letzten Bericht).

Auch auf der Homepage erfĂ€hrt man mehr ĂŒber das Engangement fĂŒr Corona-Hilfen, zusĂ€tzlich zu den schnell zur VerfĂŒgung gestellten Software-Tools u. a. zu Beginn der Pandemie getĂ€tigte Spenden und gewĂ€hrte ZahlungsaufschĂŒbe, um den Kunden in der schwierigen Lage zu helfen. FĂŒr mich zeugt das rasche Krisenengagement zumindest von einer hohen FlexibilitĂ€t des Unternehmens.

Einen grĂŒnen Anstrich gibt sich Intuit wie viele Unternehmen auch in einem auf der Homepage verlinkten Werbefilmchen mit ehrgeizigen Zielen zur Reduzierung des CO2-Footprints/Erreichung von Klimazielen. Zahlen und SchĂ€tzungen: Im Jahr 2021 betrug der Umsatz von Intuit 9,63 Mrd. US-Dollar.

Das Wachstum von Umsatz, Gewinn und Cashflow ist sehr stark. Die Eigenkapitalquote ist in den letzten Jahren gestiegen und betrug im abgelaufenen Jahr 2021 betrug sie 63,6 %. KGV 2021 = 66,0534; KGVe 2022 = 55,5099; KGVe 2023 = 47,691. KCV 2021 = 53,7125; KCVe 2022 = 46,5652; KCVe 2023 = 29,0403. Umsatz 2021 = 9,63 Mrd. US-$; Umsatz 2022e = 12,26 Mrd. US-$; Umsatz 2023e = 14,16 Mrd. US-$. Gewinn/Aktie 2021 = 7,56; Gewinn/Aktie 2022e = 7,11; Gewinn/Aktie 2023e = 8,51. Cashflow/Aktie 2021 = 11,9778; Cashflow/Aktie 2022e = 13,8163; Cashflow/Aktie 2023e = 16,4794. Dividendenrendite 2021 = 0,37 %; Dividendenrendite 2022e = 0,42 %; Dividendenrendite 2023e = 0,42 %.

Ich sehe derzeit keinen Grund, weshalb das anhaltend starke Wachstum in nĂ€chster Zeit zurĂŒckgehen sollte. Bspw. zeugt auch das Umsatzwachstum des relativ neuen Produkts Credit Karma von einer hohen Innovationskraft.

Chart: Beim Anblick des Charts (s. u.) kann einem fast schwindelig werden. Bspw. betrug der Kursanstieg im vergangenen Jahr 2021 ca. 75 %, ca. 225 % seit dem Corona-Tief (Zeitraum 20.03.2020 bis 01.01.2021) und ca. 450 % in den letzten 5 Jahren. Bezogen auf die letzten 5 Jahre konnte zumindest auch das Gewinnwachstum mithalten (Stand: 01.01.2021). Hervorheben möchte ich dabei, dass der Chart in den KrisenzeitrĂ€umen 2001 – 2003, 2008 – 2009, sowie im Bereich des Corona-Tiefs (20.03.2020) stabiler blieb als der Chart der Referenzindizes (Nasdaq bzw. S&P500). D. h. der Kurs verlor viel weniger und/oder widersetzte sich den negativen Trends und/oder stieg vom Tiefpunkt ausgehend viel schneller wieder an.

Das mag zum einen am allgemein starken Wachstum des Unternehmens liegen, vielleicht aber auch daran, dass das GeschĂ€ftsmodell nicht so konjunkturabhĂ€ngig ist. Schließlich mĂŒssen SteuererklĂ€rungen jedes Jahr gemacht werden, und die Buchhaltung muss auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren weitergefĂŒhrt werden, so dass das Unternehmen auch in solchen ZeitrĂ€umen mit seiner Software viel Geld verdienen kann. Dies begrĂŒndet m. E. auch eine Krisenresistenz im Sinne des WWD.

Insgesamt habe ich einen recht positiven Eindruck vom Unternehmen gewonnen. Das hohe KGV mag zunĂ€chst etwas abschrecken. Es ist aber auch nicht höher als das KGV der WWD-Titel Carl Zeiss Meditec, Intuitive Surgical, Solar Edge oder Exponent. Trotzdem lassen der zuletzt verstĂ€rkt steile Chart und das hohe KGV vermuten, dass vielleicht eine Korrektur bevorsteht. Persönlich habe ich mich daher entschieden, zunĂ€chst in Form eines Sparplans mit kleinen Sparraten einzusteigen (Comdirect bietet einen Sparplan fĂŒr die Aktie an) und werde voraussichtlich bei einer Korrektur die Sparraten erhöhen und/oder die Sparzeitintervalle verkĂŒrzen oder auch zusĂ€tzlich zukaufen.

Grafik: Intuit-Chart vs. Chart des S&P500-Indexes

34 Kommentare

  1. Vielen Dank fĂŒr Deinen gut recherchierten Vorschlag, lieber Sandro. Zu Deinen Argumenten gibt es kaum etwas hinzuzufĂŒgen – bis auf die Tatsache, dass auch wir den erwĂ€hnten Internet-Dienst Mailchimp nutzen. Über ihn verschicken wir unsere Depotalarm-Mails. Sollten wir also Intuit eines Tages ins Depot aufnehmen, wird der Neuzugang die Nachricht seiner Aufnahme selbst in die Welt verbreiten. Ein Novum, das es bisher nicht gab.

    In der Zwischenzeit schlage ich vor, Intuit auf die Ersatzbank zu setzen und auf die erhoffte Korrektur zu warten. Wir haben schließlich Zeit, oder?

    • Vielleicht lĂ€uten die in den letzten 2 Tagen deutlichen Kursverluste von Nasdaq-Werten ja bereits eine Korrektur ein.

      p. s. Kleine ErgÀnzungen/Korrekturen:
      1) Die o. g. Zahlen/SchÀtzungen stammen von Comdirect unter Berufung auf FactSet.
      2) Nur der VollstĂ€ndigkeit halber: Die in der Vergangenheit verkaufte Kommunikationssoftware hieß „Demandforce“, nicht „Dreamforce“.

    • Ja. Qualitaet geht vor Zeit.Und Pareto nicht aus den Augen verlieren. – Das gilt natuerlich auch fuer den Jahresausblick. Einen moderaten Kursanstieg unter Kursschwankungen prognostiziert, da kann man nicht so viel falsch machen. Das passt in deutlich mehr als fuenfzig Prozent aller Jahre.Vielleicht mit etwas mehr Schwankungen als im vergangenen Jahr. Es soll doch nicht nach einem abgekarteten Spiel aussehen…
      Interessant ist allerdings, fuer dieses Jahr rechnet gar niemand mit Kursrueckgaengen beim Dax.Da wird sich auch #Raimund Brichta einreihen…

      • Gut, dass ich bis Anfang Januar gewartet habe. Denn nun kommt noch ein weiteres Element ins Spiel. Stay tuned!

        • Bei dem einen weiteren Element wird es nicht bleiben, soviel ist sicher … Vielleicht besser bis zum Fruehling warten … oder auch laenger …
          Signifikante Ausschlaege (+-25%) in beide Richtungen hat ohnehin noch niemand mehr als ein- oder zweimal richtig vorhergesagt.Wenn ueberhaupt.

          • „Bei dem einen weiteren Element wird es nicht bleiben.“

            Mit Sicherheit nicht. Aber dieses ist ein sehr wichtiges 😉

            Außerdem maße ich mir nicht an, signifikante Ausschlaege in beide Richtungen vorherzusagen. Diesmal geht es eher um ein „wenn, dann …“

        • @Raimund… lass dir Zeit. Aber im ernst, habe ich gerade richtig vernommen von Jens Korte in der Telebörse, dass die FED nicht nur das Tapering schneller zurĂŒcknehmen will, sondern auch Anleihen aus ihrem Bestand verkaufen und auf den Markt werfen? Das war doch so bisher nicht kommuniziert bzw. vorgesehen…

          • Damit triffst Du genau ins Schwarze, lieber Andreas 😉

          • @ Andreas B

            “ … die FED nicht nur das Tapering schneller zurĂŒcknehmen will, sondern auch Anleihen aus ihrem Bestand verkaufen und auf den Markt werfen? Das war doch so bisher nicht … “

            Boah eyyy, das geht ja gar nicht, weil … also aemm aeh, weil nicht sein kann, was nicht sein darf und ueberhaupt und sowieso

            Andererseits, Jens Korte hat einen guten Ruf, der ist regelmaessig recht gut informiert und rein gar nicht fuer Fake News bekannt. Wenn der das sagt, der muss das wissen … –

            Nichts ist bestÀndiger als der Wandel !!!

            YEAH

  2. @Raimund Brichta :
    Wenn sich eine oder mehrere CoVid-Varianten durchsetzten, welche mit signifikant hoeherer Sterblichkeit einher gehen, dann duerfte der Dax das Jahr negativ abschliessen …
    Wenn die Notenbanken die Inflation gar nicht in den Griff bekommen, dann duerfte der Dax das Jahr negativ abschliessen …
    Wenn die Lieferkettenprobleme voellig aus dem Ruder laufen,dann duerfte der Dax das Jahr negativ abschliessen
    Wenn der Chinese Taiwan besetzt undOder der Russe die Ukraine teilt und der Amerikaner es nicht bei den haertesten Sanktionen aller Zeiten bewenden laesst,dann duerfte der Dax das Jahr negativ abschliesssen
    Das laesst sich so oder aehnlich ewig fortsetzten …
    * gaehn *

    • Damit bringst Du tatsĂ€chlich lauter GĂ€hn-Argumente. Die meine ich aber nicht, sondern ich denke an ein entscheidendes. Lass‘ Dich doch einfach ĂŒberraschen 😉

  3. @ Lies,

    bitte setze Raimund nicht unter Druck. Jeder agiert hier doch in seiner eigenen Art und seinem eigenen Tempo.

    Außerdem ist es wirklich die Höhe, dass du jetzt schon Äußerungen kommentierst, die noch gar nicht getan wurden. Das geht wirklich zu weit.

    Ich wĂŒnsche mir mehr QualitĂ€t in deinen Äußerungen. Ich lese nĂ€mlich sehr aufmerksam mit und denke ĂŒber das nach, was die Einzelnen sagen. Deine Äußerungen tun mir allerdings nur im Kopf weh. DafĂŒr ist mir dann meine Zeit zu schade.

    • Hallo Aries,

      kann dein „Ordnungsruf“ nachvollziehen, es ist jedoch immer sehr schwierig zwischen „unterhaltenden“ und „informativen“ Kommentaren die richtige Balance zu finden. Ich wĂŒrde mir vor allem mehr „unterhaltende“ und „informative“ Kommentare wĂŒnschen. Von daher bin ich Lies Land dankbar und wĂŒnsche den Passivlesern (ca. 90% aller Leser) in 2022 mehr Mut zum Kommentar;-)

      P.S. Spannungsaufbau beherrscht Raimund auf jeden Fall 😉

    • @ Aries Eeberg

      Moeglicherweise habe ich mich iwo missverstaendlich ausgedrueckt oder einen falschen Anschein erweckt.Es ist Sache des Admins, ob, wann und wie er Ausblicke postet undOder wie oft er diese aendert undOder etwas nachschiebt. –
      Ob die „Qualitaet“ meiner Sicht der Dinge so grottenschlecht ist,das sollen die User beurteilen.Diejenigen, die rege sind und alle, die still mitlesen.

  4. @ Aries Eeberg

    Da stimme ich zu.

  5. Ist eigentlich eine ausreichende Anzahl Profis bereits an den Markt zurueckgekehrt … oder spielen sich noch immer vorwiegend die Privatiere die Baelle ueber den Zaun …
    wenn, dann … ja dann, aber nur dann … schaut der Ausblick um die Ecke …

  6. @Lies

    Ich wollte mich ja nicht zu Aries Ă€ußern, aber ganz ehrlich, er hat vollkommen recht. Ich bin echt froh, dass du hier bist, finde es gut, dass du andere Sichten hier reinbringst, Diskussionsgrundlagen schaffst, ABER:

    dein Schreibstil ist zu provokant, teilweise schlicht respektlos, unterstellend, obwohl manchmal die Leute die Dinge gar nicht so geschrieben haben oder bist du teilweise nicht fĂ€hig geistig, das Gemeinte anderer BeitrĂ€ge zu verstehen?) Deine Kommentare sind immer so geschrieben, als wĂ€ren alle anderen dumm, kommen konkrete RĂŒckfragen, deine Sicht mehr zu begrĂŒnden, mit Fakten zu hinterlegen, die ZusammenhĂ€nge deiner Gedanken darzustellen, zu begrĂŒnden… kommt meistens nichts, außer hĂ€ufig provokante Gegenfragen.

    Wie gesagt, ich schĂ€tze hier echt auch deine gegenteiligen Meinungen, selbst wenn wir nicht so ĂŒbereinstimmen, das spielt da keine Rolle, aber deine Schreibart und damit auch fĂŒr mich menschlich charakterlich, ist es einfach nur schwach.

    So nun zur Börse: ja genau, das mit dem Anleihenverkauf der FED – zumindest schonmal so kommuniziert – war klar neu und das meinte auch Raimund, als er darauf verwies, gut bis Januar gewartet zu haben, denn natĂŒrlich ist mir jetzt klar, was beim Raimund im Ausblick stehen wird. Die ZusammenhĂ€nge hat er ja aus seiner Sicht schon oft geschildert. Wir warten seine Bewertung ab, denn das ist jetzt ganz klar davon abhĂ€ngig, wie dieses Jahr die FED dann letztlich agieren wird, vermute ich. Nur kurz zu deinem Kommentar Lies:

    Ich habe NIE gesagt, dass es nicht sein kann, dass die FED Ihre Bilanzsumme reduziert bzw. Geld entzieht. Raimund verwies schon mal auf eine Aktion des Notenbankchefs in der Vergangenheit, wo er auch ziemlich schnell wieder zurĂŒckrudern musste. Er war gezwungen, um keinen großen Crash vielleicht auszulösen oder die Wirtschaft völlig abzuwĂŒrgen.
    Vielleicht ist das jetzt auch bewusst von der FED eine Drohung, um die Überhitzung der MĂ€rkte bestmöglich behutsam zu beruhigen, vielleicht entzieht die Notenbank wirklich Geld und beobachtet, aber sie wird höchstwahrscheinlich dann umkehren, wenn der Entzug von Geld zu stark ist und MĂ€rkte und Wirtschaft stark in die Knie zwingt.
    NatĂŒrlich muss die Notenbank schon allein der GlaubwĂŒrdigkeit wegen, bei der Inflation mit Zinsen reagieren und vielleicht auch bewusst TEMPORÄR etwas Geld entziehen, um HandlungsfĂ€higkeit zu beweisen und Exzesse an den MĂ€rkten zu bekĂ€mpfen. Sie wird aber Börse wie auch Wirtschaft keinesfalls ins gefĂŒhlt bodenlose stĂŒrzen lassen, denn dann hĂ€tten wir schon frĂŒhzeitig den Systemcrash.

    Warten wir ab, wie Raimunds Analyse aussieht.

    • Die FED hat bisher ja gar nichts zum Anleiheverkauf im Fruehjahr gesagt, schon gar nicht Powell.
      Das war lediglich die Meinung von James Bullard.

      • @ Paulchen

        Notenbanken kommunizieren ueber diverse Kanaele, leider nach wie vor nicht immer fuer jeden eindeutig verstaendlich.
        Sollte es dennoch nach landlaefiger Meinung eindeutig sein,dann verstehen es viele immer noch nicht. –
        Wenn man bis zur Halskrause investiert ist, womoeglich noch auf Kredit, dies mit mangelnder geistiger Flexibilitaet einhergeht, dann, ja dann … aber auch nur dann …

      • Naja diesen Punkt (Reduzierung Bilanzsumme Fed durch AnleiheverkĂ€ufe) muss man selbstverstĂ€ndlich im Auge behalten. Raimund wird uns sicher noch aufklĂ€ren. Seine Formulierung: „wenn, dann“ könnte auf eine noch ausstehende Entscheidung ĂŒber ob, wann, Höhe hindeuten. Vielleicht Ă€ußerst sich ja auch Herr Bernacker beim anstehenden RĂŒckschlag dazu. Schaun mer mal…immer flexibel bleiben.

    • Der Raimund macht das ja auch immer so Spannend 
.
      Zusammen mit Thomas Gebert , fĂŒr mich bei weitem die besten Analysten.Ein Podcast mit beiden
.. das wĂ€re doch mal was!!!

      • @ Umberto

        Rocco und Marcel … abba auch …

    • Andreas B

      Zur Richtigstellung, ich habe ganz sicher nicht Dich gemeint was den Ausschluss Bilanzkuerzung der FED angeht. Da gibt es nicht so viele, die das ausgeschlossen haben undOder dies noch immmer tun.

      Was meinen Schreibstil angeht, vielleicht bin ich tatsaechlich Charakterschwach.Ich weiss es nicht. Aber wenn ich manche Beitraege lesen, wie einfach sich User das machen, so in der Art solange es eine Sache gibt, dann steigen die Kurse immer weiter, Rueckschlaege kann es geben, aber unter dem Strich geht es immer nach oben und das nur wegen eines einzigen Sachverhalts.
      Ich denke doch,das die Kursverlauf das Ergebnis vieler ganz verschiedener Faktoren ist.

      • @Lies

        Erstmal Respekt fĂŒr diese Antwort und auch der Selbstreflexion. Jeder macht Fehler und niemand ist perfekt. Aber man kann an sich hier und da arbeiten und wenn etwas nicht so geht und keine Art und Weise, muss man darauf hingewiesen werden. Der Rest liegt an dir, d.h. ja nicht, dass du jetzt unsere Meinung zur Börse annehmen musst, es geht einfach um den respektvollen Umgang untereinander.
        Das schĂ€tzen hier auch viele stille Leser, dass hier offen diskutiert wird, Gedanken angeregt werden und i.d.R. auch respektvoll miteinander umgegangen wird. Es gibt genug Börsenforen mit respektlosem MĂŒll und Anfeindungen.

        Ja, es gibt viele Neue an der Börse, die werden auch ihr Lehrgeld zahlen und trotz 24 Jahren an der Börse, ich werde auch weiterhin Erfahrungen sammeln, Lehrgeld zahlen und nie aufhören zu lernen.

        Beispiele meiner Börsenvergangenheit:
        Als Student mein Depot minus 75 Prozent zeitweise und trotzdem habe ich die Nerven behalten und bin der Börse treu geblieben…

        In Einzelaktien investiert und dann totales Klumpenrisiko, Allianz und KlöCo prĂ€gten jahrelang mein Depot, nur es erholte sich nicht so schnell wie erhofft…

        Wirecard, ach es gab doch WirtschaftsprĂŒfer, Blödsinn, Shortseller… und letztlich 20000 Euro versenkt.

        Steinhoff… ach der Abschlag unter 1 Euro oder gar 30 Cent, gekauft, gekauft… und es ging noch tiefer… aber ich habe auch nicht bei 4 Cent und Jahre des Wartens nicht die Nerven verloren, habe nun inzwischen mit Steinhoff sogar Geld verdient, mein Risiko inzwischen stark reduziert und trade eher die Aktie jetzt noch zum Spaß…

        Kostolany, klar bekannt… aber Geld und Psychologie, dann las ich dank Michael das Buch… und wieder lernte ich ungemein, auch wenn ich momentan ihm (Michael) noch nicht 100 Prozent folgen mag, aber ich habe seine Aussagen im Hinterkopf…

        Also die rosarote Börsenbrille habe ich auch nicht auf und schon echt viel falsch gemacht. Aber Börse macht Spaß und ist eine Art Sucht und insgesamt unterm Strich bin ich klar im positiven Bereich… den Markt nicht so oft (bisher) geschlagen, aber mehr Geld gemacht, als wenn ich ohne Börse leben wĂŒrde…

        An meiner Börsenperformance arbeite ich aber noch… grins.

  7. Ich möchte an dieser Stelle Raimund Brichta ein großes Kompliment machen fĂŒr seine immer sehr fundierten Analysen und Ausblicke. Ich bin sehr froh, dass es dieses Forum hier gibt. Bisher gehörte ich auch zu den stillen und passiven Lesern.

    @ Lies Land : Falls die Kommentare uns mit ihrer Brillanz flashen sollten, das ging nach hinten los ! Kontroverse Diskussionen sind gut und wĂŒnschenswert, aber bei jeden Beitrag einfach immer nur Kontra geben und das völlig substanzlos, das nervt einfach nur. Und wenn es konkrete RĂŒckfragen an Dich gab, kam leider meistens nichts mehr dazu von Dir. Schade !
    Und zum Kommentar von Andreas B. 

    “ So nun zur Börse: ja genau, das mit dem Anleihenverkauf der FED – zumindest schonmal so kommuniziert – war klar neu 
“. > Ja, stimmt und der Rest Deines Kommentars auch.
    Ich freue mich nun erstmal auf den Ausblick von Raimund.

    • @ Johanne

      Richtig ist,das jeder sehr leicht nachvollziehen kann, was fuer mich wirklich eine Relevanz hat.

  8. Ja, warten wir auf den Ausblick v. Raimund….aber auch auf den RĂŒckschlag v. Herrn Bernecker. Wird doch keine HĂ€ngepartie werden?

    • @ Peter Czeck

      Ja, diese Boersenbriefe, die sind echt nuetzlich.
      Die hohe Anzahl der positiven Boersenbriefe nehme ich immer wieder gerne als Kontraindikator her …

      • Also Lies, was die Börsenbriefe angeht, muss ich dir ausnahmsweise mal recht geben. Wenn ihr Rat so gut wĂ€re, mĂŒssten Sie sich nicht die MĂŒhe machen, ihren Rat teuer zu verkaufen.

  9. ZunĂ€chst möchte ich allen Lesern dieser Seite noch ein gesundes neues Jahr wĂŒnschen.
    Auch ich melde mich heute aus der Reihe der stillen Leser und es ist mir ein ausgesprochenes BedĂŒrfnis, mich mitzuteilen, da ich es wichtig finde, dass der respektvolle Umgang miteinander, den es hier in all den Jahren gab, nicht verloren gehen darf.
    Ich schĂ€tze diese Seite sehr und verfolge die Diskussionen hier immer wieder gespannt, da mir dadurch schon viele Anregungen und Kenntnisse vermittelt wurden und hoffe gleichzeitig, dass uns Herr Brichta, mit seinen wissensstarken, seriösen und vorausschauenden Kommentaren noch sehr lange begleiten wird. Auch von mir an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Herrn Brichta und sein Team, dass sie diese Seite möglich machen.

    @ Lies Land: Machen sie doch ihre eigene Seite auf. Dort können sie dann herummotzen und ihrer Art und Weise frönen.

    • Richtig, ich polarisiere, Frau A.Molk

      Gelegentlich versuche ich witzig zu sein.

      Schlimm?

      • Ihre Witzigkeit scheint ja nicht nur von mir missverstanden worden zu sein (siehe obere Kommentare). Aber zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung soll es ja öfter Unterschiede bei Menschen geben 😉

  10. @ Johanne

    Stimmt, eine offene Rueckfrage.
    Es ging darum, das “ … man nicht daruber redet, ob die FED ihre Bilanz verkuerzt, sondern nur noch darum wann … “
    Ich habe das so seinerzeit aus einem Artikel bei CNBC recherchiert, der zum Zeitpunkt meines Postings dort zu lesen war. Damit habe ich partiell so etwas ausgeloest, wie ich mir einen Shitstorm vorstellen koennte.
    Es ist nicht unueblich, das Teleboerse User sich bei CNBC informieren. Auch fand ich es ein wenig befremdlich etwas beweisen zu muessen.Halte ich es doch mit Nathan dem Weisen.Damit die liebe Seele Ruh gibt, habe ich dann sehr viel spaeter wegen des Links nachgesucht, das Teil aber nicht mehr gefunden.Es ist da ja nach den Anzahl der Aufrufe sortiert.
    Es besteht aber kein Zweifel, ich bin mir meiner Sache sicher,das dieser Passus so geschrieben stand.
    Daher nehme ich fuer mich Anspruch,das so herzureichen.
    Da hat es in der FED wohl irgendwo ein Leck gegeben.

    • Lecks in der Fed soll es geben. Wenn es ein solches in diesem Fall gegeben hat, fand es halt keine Resonanz an der Börse. Auch das soll es geben.

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