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Depotvorschlag: Renk AG

25. November 2015 - Gastbeitrag von Dirk Sammüller in Allgemein | 14 Kommentare

Hallo Herr Brichta,
wie in Bad Boll angedroht, möchte auch ich einen Anlagevorschlag liefern, der nach meinem Verständnis einem Wahren Werte Depot gerecht wird. Bei der RENK AG handelt es sich um einen deutschen Maschinenbauer mit zweistelliger EBIT-Marge, hohem Net-Cash Bestand und Corporate-Action Phantasie. Völlig zu Unrecht führt das Unternehmen ein Schattendasein. Ich sehe in Renk ein attraktives Investment, da sich der Geschäfstverlauf in den letzten Jahren als extrem stabil erwiesen hat. Selbst in den Krisenjahren 2008 und 2009 hat Renk zweistellige Margen generiert. Auch die jüngste Publikation zu dem Geschäftsverlauf der ersten 3 Quartale in 2015 zeigt eindrucksvoll die Stabilität und Nachhaltgkeit der Geschäftsentwicklung in Augbsurg.
Zur Aktionärsstruktur: Die MAN SE hält insgesamt 76 % der Anteile, 21,14 % befinden sich im Streubesitz und 2,86 % im Eigenbsitz. Aufgrund dessen, dass der VW Konzern über 75 % der stimmrechtbehafteten Aktien an der MAN hält, gehört Renk indirekt zum VW Konzern. Da Renk eigentlich nicht zu VW passt, wird es über kurz oder lang zu einem Verkauf des Renk-Anteils kommen, der wiederum ein Pflichtangebot an den Streubesitz zur Folge hätte. Die aktuelle Situation durch den Abgasskandalbei Volkswagen könnte einen Verkauf eventuell schon früher als erwartet Realität werden lassen. Für Private Equity Investoren ein geeignetes Fressen mit potenziellen Kurzielen von 200 EUR oder mehr.
Aber selbst wenn sich ein Weiterverkauf und das kurzfristige Einstreichen einer Übernahmeprämie nicht einstellen sollte, handelt es sich bei Renk um ein absolut solides Investment mit rund 2% Dividendenrendite.

Mit den besten Grüßen
DIRK SAMMÜLLER
TBF Global Asset Mngmt. GmbH

14 Kommentare

  1. Ihr Vorschlag gefällt mir, lieber Herr Sammüller. Zumal es sich hier um einen größeren Mittelständler handelt, der als Maschinenbauer zum Rückgrat der deutschen Wirtschaft zählt. Was mir auch gefällt, ist die stetig aufwärts gerichtete Kursentwicklung seit 1998.

    Was mir nicht gefällt, ist die längere Durststrecke während der Finanzkrise, in deren Verlauf sich der Kurs mehr als halbierte. Woran lag das, wenn sich das Geschäft doch – wie Sie schreiben – auch in der Krise gut entwickelte?

    Erklärungsbedürftig erscheint mir auch die plateau-ähnliche Kursentwicklung der letzten 8 Monate. Sieht irgendwie nach Kurspflege aus. Haben Sie dafür eine plausible Begründung? Aktien, die Spielball von Insidern sind, sind mir nämlich eher suspekt.

    Und was ein mögliches Abfindungsangebot anbelangt: Das ist kein Szenario, auf das wir es grundsätzlich anlegen. Wir wollen schließlich möglichst lange Freude an unseren wahren Werten haben und nicht möglichst rasch wieder herausgekauft werden. Das ist eher etwas für ereignisgetriebene Spekulationsstrategien.

    Wie kommen Sie in diesem Zusammenhang eigentlich auf einen Wertansatz von 200€ pro Aktie? Ein von Ihnen genanntes Pflichtangebot müsste sich nur am Durchschnittskurs der zurückliegenden Monate orientieren; und das wären eher 100€ …

    • Hallo Herr Brichta,

      zu Ihren Anmerkungen nun meine Antworten bzw. Erklärungen.

      Anbei die Aussagen des Vorstands Ad Hoc-Meldung vom 19. Februar 2009:
      „Mit dem besten Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte hat die RENK Gruppe das Geschäftsjahr 2008 abgeschlossen. Das operative Ergebnis stieg um 18 % auf den Rekordwert von 80 Mio EUR. Die in den Vorjahren erzielte dynamische Umsatzentwicklung hielt auch in 2008 an. RENK verzeichnete ein weiteres Wachstum von 430 Mio EUR auf 527 Mio EUR, an dem alle vier Geschäftsbereiche partizipierten. Trotz der gegen Ende 2008 bereits spürbaren Marktschwäche konnte der Auftragseingang mit 443 Mio EUR nochmals leicht verbessert werden.
      Für 2009 erwarten wir infolge der weltweiten Investitionsschwäche eine rückläufige Entwicklung der Auftragslage, die bei etwas schwächeren Umsatzerlösen auch das Ergebnis belasten wird.“

      Bei Renk treten aufgrund längeren Dauer zwischen Auftragseingang und Umsetzung konjunkturelle Veränderungen mit zeitlichem Verzug zu Tage. 2009 und 2010 waren demzufolge von einer rückläufigen Geschäftsentwicklung geprägt. Andererseits hat man eine sehr hohe Visibilität, was die Auftragslage über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten betrifft.

      Auch die Gewinn-Margen sind mit 14 bis 16% im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut. Insgesamt hängt Renk natürlich wie jedes andere Industrieunternehmen von den konjunkturellen Rahmenbedingungen ab, aber in Relation erweist sich das Augsburger Unternehmen deutlich resistenter.

      Ich habe mir auch nochmals die Zeiträume 2008 und 2009 im Vergleich zum CDAX angesehen. Ja, Kurshalbierung hat stattgefunden, mit zeitlichem Verzug, dann aber heftig. Teils ist dies der geringen Liquidität geschuldet. Über die letzten 10 Jahre hat sich ein Investment in Renk (+16,4% p.a.) jedoch ungefähr doppelt so gut entwickelt wie der breite deutsche Gesamtmarkt(gemessen am CDAX (+8,4% p.a.)). Reckitt, die Sie jüngst aufgenommen haben, erzielte im 10 Jahreszeitraum eine p.a. Rendite von 17,50%. Und Reckitt zählt zweifelsohne zu den besten Unternehmen und wurde zu Recht ins Wahre Werte Depot aufgenommen.

      Sie schreiben:
      „Erklärungsbedürftig erscheint mir auch die plateau-ähnliche Kursentwicklung der letzten 8 Monate. Sieht irgendwie nach Kurspflege aus. Haben Sie dafür eine plausible Begründung? Aktien, die Spielball von Insidern sind, sind mir nämlich eher suspekt.“

      Keine Insider, aber es gibt in Deutschland ein Investorenkreis an bekannten Value Investoren (die auch keine Stücke geben!), die sich seit Jahren in der Aktie positioniert haben. Der tatsächlich verfügbare Freefloat ist gering, schätzunsgweise unter 10%.

      Ihre Ausführungen zum möglichen Abfindungsangebot kann ich nachvollziehen. Ob und wann etwas kommt, also in einem oder erst in 10 Jahren, ist schwer zu sagen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass etwas kommt, liegt meines Erachtens über 50%.

      Zum möglichen Abfindungsangebot:

      Richtig! Pflichtangebot heißt volumensgewichteter 3-Monatsschnitt, aktuell liegt dieser bei 100,60 EUR. Der faire Wert, den wir für das Unternehmen berechnen, liegt je nach Multiples bei 170 bis 200 EUR. Volkswagen hat, bei einem Weiterverkauf, auch nichts zu verschenken…..

      Herzliche Grüße
      Dirk Sammüller

      • Herzlichen Dank, lieber Herr Sammüller.

        Ich tendiere dazu, die Aktie ins Depot zu hieven. Im Krisenfall wollen wir ohnehin versuchen, Kursstürze nicht allzuweit mitzumachen. Bin gespannt, ob uns das gelingt 😉

  2. Hallo Dirk,
    vorneweg: Es freut mich, dass wir sogar professionelle Fondsmanager begeistern können, für das Wahre Werte Depot als Spürhund zu arbeiten. In diesem Sinne sollten wir Dirk Sammüllers Vorschlag, lieber Raimund, als besonderes Geschenk würdigen!
    Besonders ist es schon deshalb, weil es im besten Sinne eine „Special Situations“ darstellt, denn entgegen unseren anderen Werten im Portfolio befindet sich des vorgeschlagene Unternehmen in mehrheitlichen Besitz eines Großinvestors (MAN!). Abgesehen von den nackten Zahlen des Unternehmens ist es daher nicht mehr nur durch die Geschäftsentwicklung, sondern auch durch die Interessen des Großinvestors bestimmt.Den Wert des Unternehmens durch ein Abfindungsangebot zu heben ist eine wirklich interessante Investmentidee, die sicherlich sehr gut in jeden M&A oder Special Situations Fonds passt. Für uns halte ich dies allerdings für nicht passend. Renk gehört bereits seit 1923 zum MAN Besitz und das mag als Wahrer Wert wirklich von Langfristigkeit zeugen, allerdings zeigt es auch, dass es mnchmal etwas dauern kann mit der letztlichen Abfindung. Ich denke das ist nicht unser „Geschäftsmodell“ im Fonds, obwohl ich den Wert prinzipiell für gut empfinde. Die Umsatzerlöse, das operative Ergebnis und der Jahresüberschuß sind sehr gut und bis auf die kunjunkturellen Dellen interessant. Der Verschuldungsgrad bei fast 80% dagegen etwas gewöhnungsbedürftig für unseren Wahren Werte Ansatz.

    Zweifelsohne zählt der deutsche Maschinenbau zu den besten Industrien, die wir weltweit zu bieten haben und in dieser Hinsicht sind das Wahre Werte. Die jedoch geringere Liquidität der Aktie, der zu starke konjunkturelle Einfluss und die besondere Aktionärsstruktur sind für mich kein „must have“ in unserem Depot. Ich bin daher gegen eine Aufnahme.

    Wie wäre es mit einem Vorschlag, lieber Dirk, aus der „Deep Value“ Kiste? Eines solide aufgestelltes Unternehmen mit „krisenschutz“- Charakter und konjunktur-un-sensitiven Geschäftsmodell?

    Freu mich auf deinen nächsten Vorschlag.
    Vorweihnachtlichen Gruß Volker

  3. Schön, das wir auch mal unterschiedlicher Meinung sind, lieber Volker. War ja schon fast langweilig 😉

    1. Dass wir keine ereignisgetriebene Investitionsstrategie verfolgen, hatte auch ich angemerkt. Ein mögliches Abfindungsangebot kann also kein Grund für eine Aufnahme in unser Depot sein. In diesem Punkt herrscht Konsens.

    2. Die Frage ist aber, ob ein Wert unabhängig von solchen Überlegungen nicht trotzdem ein wahrer Wert sein kann, der eine Aufnahme verdient?

    So ist der von Dir angesprochenen Verschuldungsgrad von 80% überhaupt kein Hinderungsgrund. Denn einige unserer Depotwerte weisen ähnlich hohe oder sogar höhere Verschuldungsgrade auf.

    Colgate Palmolive kommt sogar auf einen Verschuldungsgrad von 1.100%!!!! Da sich die Schuldensituation hier im Jahr 2014 noch einmal deutlich verschlechtert hat, sollten wir sogar überlegen, bei passender Gelegenheit den Schleudersitz auszulösen und CP hinauszubefördern. Aber das diskutieren wir an anderer Stelle.

    Selbst die von Dir so geschätzte Lindt & Sprüngli kommt auf einen Verschuldungsgrad von 87% und wäre demnach nicht mehr qualifiziert für unser Depot.

    Vielleicht sollten wir die Kennzahl Verschuldungsgrad aber hier gar nicht verwenden, weil Sie bei den Lesern für Verwirrung sorgen könnte. Sie errechnet sich nämlich, indem man das Fremdkapital durch das Eigenkapital teilt.

    Wir haben bisher die Eigenkapitalquote betrachtet, also den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (der Bilanzsumme). 50% plus streben wir hier an, obwohl diese Region von einigen Depotwerten nicht erreicht wird. Besonders krass verfehlt – wie erwähnt – Colgate unser Ziel mit lediglich 12%. Renk kommt aber auf 55%, so dass dies in keinem Fall ein Ausschlusskriterium darstellt!

    3. Die Aktionärsstruktur mit der Zugehörigkeit zu MAN und zum VW-Konzern stellt bei der Finanzierung sogar einen Vorteil dar. Wir alle wissen, dass es gerade in Krisenzeiten schwer sein kann, an Finanzierungen zu kommen, und dass Unternehmen allein aus diesem Grund in der Krise über die Klinge springen können. Wohl dem, der in diesem Fall eine Konzernfinanzierung hinter sich weiß, auf die er zurückgreifen kann.

    Das einzige, was wir in diesem Fall zu klären hätten, wäre die Frage, ob die Finanzierungsfähigkeit über den VW-Konzern aufgrund des Abgasskandals und seiner Folgen merklich geschwächt werden könnte. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand dürfte das nicht der Fall sein.

    4. Die geringere Liquidität der Aktie ist für ein Musterdepot unserer Art m. E. zu vernachlässigen. Sie würde eher bei einem größeren Investmentfonds eine Rolle spielen.

    5. Ein übermäßig starker konjunktureller Einfluss auf die Geschäftsergebnisse hat sich laut Herrn Sammüller in der letzten Krise zumindest nicht gezeigt.

    6. Im Aktienkurs gab es diesen Einfluss während der letzten Krise zugegebenermaßen. Er war aber nicht stärker als bei anderen Depotwerten von uns.

    7. Aktuell würde die Aktie mit ihrer erstaunlichen Kursstabilität sogar zur Stabilisierung unseres Aktiendepots beitragen!!!

    8. Ein Fragezeichen sehe ich derzeit lediglich bei den Kurschancen auf der Oberseite – wenn man mal von einer möglichen Abfindung absieht, auf die wir ja betont nicht setzen wollen. Wenn ich mir nämlich den langfristigen Kursverlauf der Renk-Aktie ansehe (seit 1997), sehe ich die kräftigsten Steigerungen bis 2007. Nach dem Rückschlag durch die Finanzkrise ging es nur noch gemächlich rauf.

  4. Liebes Team,

    ich bin gegen die Aufnahme von der Renk AG in unser Musterdepot, da mir -ebenso wie Volker Schilling- der Verschuldungsgrad der Aktie mit 80% deutlich zu hoch ist und die Aktie damit für mich nicht als wahrer Wert in unser Depot passt.

    • Die demokratische Mehrheitsentscheidung respektiere ich selbstverständlich. Allerdings respektiere ich nicht die Begründung, die Du, Anton, als einzige nennst, und die Du, Volker, als eine wesentliche angibst:

      Der Verschuldungsgrad von 80 Prozent.

      Oder andersherum: Ich würde Eure Begründung nur dann respektieren, wenn Ihr sofort nahezu alle unsere Aktien aus dem Depot entfernen würdet! Denn alle unsere Depotaktien – bis auf eine – weisen einen höheren Verschuldungsgrad als die Renk AG auf.

      Konkret:

      – Church & Dwight 85% Verschuldungsgrad
      – Lindt & Sprüngli: 87% Verschuldungsgrad
      – Nestle 88% Verschuldungsgrad
      – Johnson & Johnson 88% Verschuldungsgrad
      – Reckitt Benckiser 138% Verschuldungsgrad
      – Indus 138% Verschuldungsgrad
      – und Colgate Palmolive kommt sogar auf einen astronomisch hohen Verschuldungsgrad von 1.200%!!!!!

      Lediglich Fuchs Petrolub mit einem Verschuldungsgrad von 39% dürfte dann noch in unserem Depot verbleiben.

      Es gibt also zwei Möglichkeiten:

      Entweder ich stelle sofort den Antrag auf die Entfernung aller 7 oben genannten Aktien aus unserem Depot

      oder

      Euch fällt eine andere stichhaltige Begründung für die Nichtannahme von Renk ein. Und sei es nur Euer Bauchgefühl. Selbst dieses würde ich eher respektieren als den Verschuldungsgrad. Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Bauchgefühl bei Investmententscheidungen sein kann.

      Ihr müsst schon deshalb handeln, damit Ihr Euch nicht lächerlich macht. Wenn dies Euer letztes Wort bliebe, wäre das aus meiner Sicht der Fall.

      Ich bin also gespannt, ob unser Depot bald nur noch einen Aktienwert aufweisen wird 😉

  5. Lieber Raimund,

    ich schätze ja Deine Hartnäckigkeit sehr:

    Anders als Du sehe ich in der geringen Liquidität der Aktie ein K O Kriterium für die Aufnahme der Aktien in unser Musterdepot. Während meiner Zeit an der Berliner Wertpapierbörse habe ich nämlich häufiger erlebt, dass marktenge Werte im Falle eines Kursrutsches nicht mehr bzw. nur zu extrem schlechten Kursen veräußerbar waren.
    Diese Tatsache spricht meiner Meinung nach eindeutig gegen die Aufnahme der Aktie in das Depot.
    Einen guten Start in das neue Jahr wünsche ich allen Lesern und dem Team des WWD.
    Beste Grüße
    Anton Voglmaier

    • Super, dann sind wir uns also einig, dass der von Euch zunächst angeführte Verschuldungsgrad von 80 Prozent kein ernst zu nehmender Grund für die Ablehnung ist? Und wir dürfen die restlichen 7 unserer verbliebenen 8 Aktienwerte im Depot lassen?

      Die nun von Dir neu genannte geringe Liquidität lasse ich als Grund gelten. Obwohl auch diese für unser Depot praktisch keine Bedeutung hat. Denn da wir ein Musterdepot führen, buchen wir einfach zu den jeweils festgestellten Börsenkursen ein und aus – fertig. Wie viele Aktien zu diesen Kursen tatsächlich umgesetzt wurden, spielt dabei keine Rolle.

      Und selbst, wenn wir die ca. 50 Aktien, die wir für einen Depotanteil von 4% brauchen, tatsächlich handeln würden, wären diese bei einem heutigen Tagesumsatz in Ffm von 520 Stücken (und das am verkürzten Handelstag) vermutlich ebenfalls reibungslos durchgegangen. Man hätte sie zur Not auch auf mehrere Tage verteilen können.

      Aber wir wollen andererseits natürlich so tun, als ob ein echter Fonds mit größerem Volumen hinter unseren Transaktionen stecken könnte. Dann würde es mit Aktien wie Renk sicherlich schwieriger. Obwohl ich gehört habe, dass der ein oder andere Fonds sie tatsächlich im Depot haben soll. Stimmt das, Herr Sammüller?

      • Für mich ist das ein zusätzlicher Grund, neben dem Verschuldungsgrad, die Aktie nicht aufzunehmen.
        Der Verschuldungsgrad unserer anderen Depotwerte ist meiner Meinung nach anders zu bewerten als bei der Renk AG, da deren Produkte in einer echten Krise nicht mehr gebraucht werden und die Schulden dann sehr schnell zu einem ernsthaften Problem werden könnten, da der cash flow wegen des fehlenden Absatzes der Produkte zusammenbrechen wird.

        • Diese Argumentation ist vollkommen unplausibel, lieber Anton. Denn entweder, die Produkte eines Unternehmens werden in einer Krise nicht gebraucht, dann fällt es ohnehin durch unser Raster. Weitere Analysen erübrigen sich dann.

          Oder aber, das ist nicht der Fall. Erst dann lohnt es sich, weitere Kennzahlen anzuschauen.

          In diesem Fall war in unserer Diskussion bisher an keiner Stelle die Rede davon, dass die Getriebe, die Renk herstellt, in einer echten Krise nicht mehr gebraucht würden. Nur deshalb haben wir uns überhaupt mit der Kennzahl Verschuldungsgrad beschäftigt.

          Die Behauptung, die Du nun aufstellst, entbehrt ohnehin jeder Grundlage. Denn wie könnte Renk seit 1873 (!) bestehen, wenn seine Produkte in einer Krise nicht mehr gebraucht würden? Das ist Quatsch. Getriebe und Antriebstechnik wird in einer Krise mindestens so viel gebraucht wie Schokolade von Lindt, die in einer Krise sogar eher zum Luxusgut als zum dringend benötigten Grundnahrungsmittel gehört. Lindt hat aber erwiesenermaßen einen höheren Verschuldungsgrad als Renk. Und Du sprichst davon, dass der Verschuldungsgrad von Renk schlechter zu bewerten sei als der von Lindt? Pardon, das ist Unfug.

          Es ist sogar eher umgekehrt: Renk ist u. a. Weltmarktführer bei Getrieben für Panzer. Und wir alle wissen, dass Staaten gerade in Krisen dazu neigen aufzurüsten. Russland ist dafür ein aktuelles Beispiel. Hier wäre eher zu überlegen, ob wir Renk wegen des Rüstungsengagements aus ethischen Gründen ablehnen, aber auf keinen Fall wegen des Verschuldungsgrads.

          Die Schulden stellen bei Renk absolut kein Problem dar. Auch deshalb nicht, weil Renk zum MAN-Konzern gehört und deshalb im Krisenfall auf konzerninterne Finanzierungsmöglichkeiten zurückgreifen kann, wie ich weiter oben schon ausführte.

  6. Ja in der Tat fehlt die gute Renk in kaum einen Portfolio der besten deutschen Mid und Small Cap Manager. Sicherlich findet man immer Argumente gegen eine Aktie. Liquidität ist überschaubar und je nach Größenordnung muss man mehrere Tage, Wochen oder Monate sammeln. Ist somit Geschmacksache. Wirtschaftliche Schwächephasen belasten ein zyklisches Geschäftsmodell immer, dies trifft allerdings nicht weniger auf den Depowert Fuchs Petrolub, eine Firma, die ich ebenfalls sehr schätze, zu. Auch die Fonds von Fidelity und Henderson sind in überhöhtem Masse von konjunkturellen Abschwüngen betroffen. Ansonsten besteht das Portfolio aus meiner Sicht grösstenteils aus Consumer Aktien. Ich schätze selbst diese Unternehmen sehr, viele sind der Kategorie Witwen und Waisenaktien zuzuordnen und verfügen über solide Geschäftsmodelle und starke Cash Flows. Lediglich unter Aspekten der Diversifkation erscheint dies diskussionswürdig. Wünsche allen einen guten Start und ein erfolgreiches 2016. Dirk Sammüller

  7. Ich möchte die Diskussion zu einem für alle Leser nachvollziehbaren Abschluss bringen und klarstellen, warum für mich eine Aufnahme in unser Musterdepot nicht in Frage kommt:

    Die Renk AG befindet sich im Portfolio eines Fonds der Greiff AG, deren Vorstand ich bin. Ich will hier jedem Anschein eines möglichen Interessenkonfliktes aus dem Wege gehen, zumal es sich um einen recht engen Wert mit geringer Liquidität handelt. Deshalb bin ich gegen die Aufnahme.

    • Endlich kommst Du auf den Punkt, lieber Volker. Warum hast Du das nicht gleich geschrieben? Einem solchen Argument – noch dazu einem so ehrenwerten – hätte ich doch sofort zugestimmt!

      Damit ist klar: Renk kommt bei uns nicht rein!

      Und Du hast gezeigt, wie offen und nachvollziehbar wir mit solchen Problemen umgehen. Damit unterscheiden wir uns sicherlich von manch anderen.

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