Categories Menu

Renaissance des Bargelds

21. November 2021 - Raimund Brichta in Allgemein | 42 Kommentare

Viele fürchten, dass Bargeld demnächst abgeschafft werden könnte. In der Gastronomie allerdings erlebt es gerade eine Renaissance. Selbst Lokale, in denen man früher mit Karte bezahlen konnte, nehmen jetzt nur noch Bares. Andere, die nach den Lockdowns neu eröffnet wurden, fangen mit der Kartenzahlung gar nich erst an. Als Gründe nennen die Wirte oft hohe Kosten oder Probleme mit den Zahlungsabwicklern.

Für uns ist das aus zwei Gründen interessant: Erstens könnte der wahre Wert Bargeld im Alltag wieder an Bedeutung gewinnen. Und zweitens könnte das Geschäft der Kartenanbieter sich nicht ganz so rosig entwickeln wie erhofft. Der jüngste Kursrutsch unseres Depotwerts Visa, der auf die Probleme des Unternehmens in Australien und Großbritannien zurückzuführen ist, könnte jedenfalls ein Warnsignal sein.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Bargeld in der Gastronomie? Und welche Erwartungen habt Ihr in Bezug auf die Kreditkartenunternehmen? Schreibt mir dazu hier.

42 Kommentare

  1. Mein Italiener um die Ecke(in Berlin) hat schon immer nur Bares akzeptiert. Geldwäsche (Eigner ist Sizilianer)?

  2. Ein Restaurant in Karlsruhe nimmt seit der Wiedereröffnung keine Kreditkarten mehr. Nur noch Girocard.

  3. Ich war lange Zeit Gastronom , und ich habe immer nur Cash akzeptiert!
    Es hatte sich auch nie einer beschwert.Aber viele meiner Kollegen akzeptieren Kreditkarten aus Angst ,dass sie ihre Kunden verlieren.

  4. Ich sehe nach wie vor eher genau den gegenteiligen Trend.
    In der realen, analogen Welt gewinnt das digitale Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung.
    Selbst mein Bäcker um die Ecke, der sich immer gegen Kartenzahlung ausgesprochen hat, akzeptiert nun schon ab den ersten Cent die Karte oder ganz neu sogar das Handy.
    Neben der Pandemie, die hier sicher als Treiber genannt werden kann, wird die Barzahlung politisch mehr Druck bekommen. Denn das Schwarzgeld und das damit verbundene Waschen rückt mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.
    In der digitalen Welt, wird es, was das bezahlen angeht sicher noch Überraschungen und neue Möglichkeiten geben. Diese sind natürlich ebenfalls digital und ob ein Konzern wie VISA diese Dynamik immer mit gehen kann, wird man sehen.

  5. Bargeld bleibt m.E. aktuell noch unverzichtbar. Was ist, wenn Handys u. Computer crashen. Hacker soll’s auch geben. Alles nur digital u. virtuell?

  6. Die Frage ist, ob die Welt größer ist als Deutschland.
    In Schweden wollen sie Bargeld eher abschaffen.

    Wie Sandro schon erwähnte gibt es noch Bäcker. Vor Corona kannten sie kaum Kartenlesegeräte. Jetzt haben sie alle welche.

    Mit Kneipen kenne ich mich zur Zeit nicht mehr so gut aus. Seit Corona war ich vielleicht dreimal wieder in einer Kneipe und da ging das mit der Karte.

    Allerdings kann der Wusch nach Bargeld auch andere Gründe haben. Denn Probleme mit der Zahlungsabwicklung halte ich für Vorgeschoben. Sonst hätte man sie überall und dann sicher nicht lange. Vielleicht steckt eher eine Trinkgeldpolitik dahinter.

    Die künftigen Probleme der Gastronomie sehe ich nicht bei den Kosten für Kartenzahlungen sondern bei der Personalbeschaffung. Es wächst nämlich in Deutschland eine Generation heran, die diesen Job nicht mehr machen möchte. Das typische Schild vor einer Kneipe lautet „Servicekraft gesucht“ und nicht „Nur Bares ist wahres“.

    Auch scheint mir, dass es ein allgemeines Kneipensterben gibt. Die nächsten Generationen wollen dort nicht nur mehr arbeiten, sie scheinen dorthin sowieso nicht mehr hingehen zu wollen. Kneipe scheint etwas für alte Leute zu werden. Könnte natürlich sein, dass Kneipen zusammen mit Bargeld aussterben. Würde mich aber überraschen. Trotzdem muss ich allgemein mal feststellen, dass die Kneipe an der Ecke grundsätzlich weg ist. Ich muss heute eine halbe Stunde gehen, ehe ich eine Kneipe erreiche. Das war mal anders.
    Ich denke, dass der Megatrend Online weiter geht und das bedeutet Karte.
    Ich denke, dass eher die Bankcard aussterben wird. Warum zweimal Kosten, wenn Kreditkarte reicht.

    International ist es sowieso sowas von egal, was Deutschland macht. Die Probleme von Visa mit Großbritannien halte ich für temporär.
    Wesentlicher ist, dass Mastercard und Visa und erst recht Paypal hoch bewertet waren und noch immer sind (auch wenn Tech-Werte noch teurer sind). Das schafft Platz für Korrekturen. Für Korrekturen gibt es immer wichtige Gründe, die später egal sind.

    Auch Lindt ist sehr teuer und damit sehr anfällig für eine Korrektur. Die Gründe dafür werden auch eher egal sein. Man wird sie dann aber ebenfalls für wichtig halten.

    Man sollte nicht vergessen, dass Aktienkurse manchmal etwas von Jojos haben.

    • 1) wesentliche Entscheidungen werden nicht in Deutschland gefällt
      2) Marco hat Recht, ich teile seine Beobachtungen und aktuellen Einschrätzungen zu den genannten Aktien
      3) das Bargeld wird auch hierzulande abgeschafft – früher oder später. Das ist so sicher wie die Impfpflicht, die ebenfalls kommen wird. Wurde als Verschwörungstheorie abgetan – jetzt gibt es bereits Kinderimpfstrassen in Wien für 5 bis 12 jährige.

      Beim Schachspiel ist man seinem Gegner genau dann überlegen, wenn man mehrere Züge im Voraus planen kann – sei es für ein Schachmatt oder den Gewinn einer Figur (was bereits spielentscheidend ist).
      Der unterlegene Gegner spielt trotz aufgebauter Falle hoffnungsvoll weiter, weil er sie nicht erkennt. Dabei ist er bereits Schachmatt in wenigen Zügen.

    • @ Marco Dargel
      … die Schweden wissen offenbar mehr oder setzen ihre Erkenntnisse konsequent um …

      „Das Gespenst einer sich beschleunigenden Inflation veranlasst den grössten Pensionsfonds Schwedens, sowohl seinen Aktienbestand als auch sein Anleihe-Portfolio zu reduzieren. Andere Grossinvestoren teilen die Ansicht.

      Stattdessen erhöht Alecta zur Renditesicherung sein Engagement in alternativen Vermögenswerten wie Infrastrukturprojekten und Wohnimmobilien. Der Fonds verwaltet rund 1,1 Billionen Schwedische Kronen (110 Milliarden Euro).“

      „Längerfristig könnten wir eine steigende Inflation erleben, und das ist einer der Gründe, warum wir das Portfolio auf mehr Sachwerte umstellen“, erklärte Investmentvorstand Hans Sterte im Gespräch mit Bloomberg News.

      • „mehr… Sachwerte“👏

  7. Es gibt viele Stellen wo bargeldloses Zahlen nach wie vor nicht zu 100% klappt – sei es wg. der fehlenden Infrastruktur (Internet) oder vor allem den tausend verschiedenen Systemen wo die einen Terminals nur EC-Karten akzeptieren und keine Kreditkarten, andere nehmen auch Kreditkarten an und bei manchen Terminals funktionieren Kreditkarten nur manchmal. Da muss es halt ein einheitliches System geben und einheitliche Preise, aber hier will ausgerechnet die EU mal keine Vorgaben und Richtlinien machen.

  8. Uff. Jetzt kommt die Aktienrente! Eigentlich sehr vernünftig,aber irgendwie muss ich an Riesterrente und Dt.Telecom Volksaktie denken.Alles zw 2000 u Anfang 2002 ……und an der Börse ging es den Bach herunter. Ein böses Omen ????

    • Eher objektiv gut f. den Aktienmarkt. Steigerung der Nachfrage nach Aktien durch zusätzlichen potenten Käufer. Der geplante Fond wird sicher seeeehr breit streuen und nicht nur eine Aktie erwerben. Wenn weitere Staaten nachfolgen, könnte sich der Aufwärtstrend verstetigen/beschleunigen und das wäre gut so. Dadurch könnte Raimunds Fernziel DAX 50000 evtl. früher erreicht werden.

        • Immer erst richtig lesen, dann kommentieren. Deshalb hatte ich ausdrücklich geschrieben, wenn sich noch mehr Staaten anschließen. Wenn das Gelddrucken wie aktuell in USA lediglich reduziert wird -ohne die geschaffene Geldmenge zu reduzieren- kann die Börse damit leben. Richtig kritisch würde es nur, wenn die Notenbanken positive Realzinsen ansteuern.

          • „ -ohne die geschaffene Geldmenge zu reduzieren-“

            In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal auf meine Einschätzung hinweisen, dass sich die einmal geschaffene Geldmenge gar nicht reduzieren lässt, zumindest nicht in wesentlichem Umfang (Zahnpasta-Vergleich). Gibt es dazu andere Meinungen?

          • Welcher Staat soll denn mit einem Staatsfonds noch nachfolgen?

            Italien?
            Frankreich?
            Griechenland?

            Die reichen und intelligent geführten Staaten haben bereits entsprechende Fonds für ihre Bürger. Dort befinden sich auch keine Peanutsbeträge…

  9. Hallo in die Runde. Zum Bargeld in der Gastronomie. Da ich vieles so sehe wie Sandro oben, denke ich, das es sich um eine Corona bedingte Momentaufnahme handelt. Wenn der Gast sich schon nicht gerne identifizieren lässt („einchecken als Spiderman“ ) wird er auch nicht seine echte „Max Mustermann“ Karte zücken. Möglicherweise nehmen auch die Trinkgeldzahlungen bei Kartenzahlung ab. Das Bild sollte eigentlich in den Avatar.

    • Bist Du das auf dem Bild?

  10. Tendiere zum Luftballon/Blasenvergleich. Klar kann man aus einem Luftballon die Luft ablassen…aber dann fällt er in sich zusammen.Wird er immer weiter aufgeblasen platzt er. Beides nicht schön. Luftballon ohne Luft ist öde, also wird er wieder langsam aufgeblasen oder ein neuer muss her. Bei der Zahnpasta hilft nur eine neue Tube, wenn man sich weiter die Zähne putzen will.

    • Der Unterschied ist nur, dass man nach dem Luftablassen wieder Luft in den Ballon pumpen kann. Bei der Zahnpastatube funktioniert der umgekehrte Weg nicht. Deshalb ist die herausgedrückte Zahncreme nicht wieder zurückzukriegen. Ähnlich ist es beim Geld: Was draußen ist, muss draußen bleiben und kann nicht wieder zurück. Einverstanden?

      • Wie schon ausgeführt hilft bei der Zahnpasta nur eine neue Tube. Anschließend ergeben sich vd. Varianten: 1. man beseitigt die ausgedrückte ZP u. drückt aus der neuen Tube, 2. man beseitigt nicht und schafft neue Tuben an u. drückt weiter.3. man schafft eine neue Tube an, drückt aber keine Zahnpasta aus. Letzteres Modell hat einen Nachteil. Man kann sich die Zähne nicht mehr richtig putzen.

        • @ Peter Czeck

          Entschuldige, aber
          das mit der zweiten Tube, das ist Unsinn. Sorry.
          Tut mir leid, aber das musste sein

          • Das ist der aktuelle Istzustand. Die gedruckte Geldmenge (ausgedrückte Zahnpasta) wird nicht beseitigt (z.B. durch Währungsreform über Nacht) u.es wird weiter gedruckt. Viel Glück.

  11. @ Herr Brichta

    Unterstellt man die Notenbanken teilen diese Ansicht vollumfaenglich, dann frage ich ganz harmlos, wie soll eine Inflation, die man frueher oder spaeter nicht mehr als voruebergehend verkaufen kann bekaempft werden ? Oder laesst man die einfach laufen, weil man meint Deflation ist noch viel schlechter …

    • 1. Ich gehe nicht davon aus, dass die Notenbanken meine Ansicht vollumfänglich teilen. Ich habe schon mehrmals den Notenbänkern widersprochen.

      2. Die Inflation kann nicht mehr bekämpft werden, zumindest nicht ohne den Kollaps zu riskieren. Denn Inflation (kommt von inflare = aufblähen) bedeutet in monetärem Sinne zunächst nur das Aufblähen der Geldmengen. Steigende Preise sind dann lediglich ein mögliches Symptom. So wie Fieber ein mögliches (nicht zwingendes) Symptom von Covid19 ist.

      Bekämpft man das Symptom steigende Preise dann mit einem Schrumpfen der Geldmenge, führt das zum Kollaps.

      Aber ich glaube, darüber hatten wir hier schon öfters diskutiert.

      • @ Herr Brichta

        Okay, die Geldmenge bleibt ab einem bestimmten Zeitpunkt fuer eine langere Zeit mindestens gleich?
        Aber die Zinsen die steigen irgendwann ? Oder duerfen die nicht steigen ueber die jeweilige Inflationsrate ?

        • 1. Ich fürchte, dass schon eine über einen längeren Zeitraum stagnierende Geldmenge zu Problemen führt.
          Der Grund: Nahezu sämtliches Geld ist per Kredit in den Verkehr gekommen. Um die Kredite tilgen zu können, müssen die Schuldner stets ausreichende Möglichkeiten haben, an Geld kommen. Da aber nie sämtliches Geld zirkuliert, sondern zu großen Teilen dem Kreislauf entzogen wird, indem es Gelbesitzer horten, wird bei stagnierender Geldmenge das Geld früher oder später knapp. Dann geraten sukzessive immer mehr Schuldner in die Bredouille. Daraus kann sich ein Domino-Effekt entwickeln, der das System in den Abgrund zueht. Deshalb müssen die Geldmengen langfristig stets steigen, selbst wenn schon sehr viel Geld im Verkehr ist. Nur so ist gesichert, das Schuldner immer ausreichende Möglichkeiten haben, um an Geld zu kommen, mit dem sie ihre Schulden bedienen können.

          Zumal ja auch noch folgendes gilt: Bei jeder Tilgung wird Geld wieder vernichtet, d.h. die Geldmenge schrumpft.

          2. Für die Zinsen gilt folgender Zusammenhang, der jüngst im Actien-Blatt von Daniel Bernecker gut beschrieben wurde. Ich könnte es zwar auch erklären, aber in diesem Fall ist es einfacher, den Absatz schnell hierhin zu kopieren. Also ich zitiere Daniel Bernecker:

          „Die globale Verschuldung entspricht inzwischen mit 350 % des globalen BIP einem historischen Rekord. Damit hat sich dieser Wert in den letzten 40 Jahren mit den gleichzeitig fallenden Kapitalmarktzinsen ca. vervierfacht. Weil die Größenordnung selbst bei der kleinsten Zinserhöhung nicht mehr zu refinanzieren ist, verzögern die Notenbanken diese und sitzen damit in der Schuldenfalle. …
          Die Verbindlichkeiten der einen sind die Forderungen der anderen. 295 Bio. Dollar an Anleihen und Krediten stellen das Vermögen von Banken und Anlegern aller Art dar. Weil deren Bilanzen die Kursverluste durch einen Zahlungsausfall nicht verkraften, können die Schuldner die Gläubiger permanent zwingen, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.“

  12. So wie ich das sehe, dann fuehren steigende Zinsen zu fallenden Aktienkursen und fallenden Immobilienpreisen …
    Eine gleich bleibende Geldmenge verstaerkt diese Effekte.
    Goldlocke ist tot. Erst mal.

  13. # Herr Brichta

    Probleme werden bereits spaetestens dann entstehen, wenn die Maerkte raelisieren, das die Fed tatsaechlich saemtliche Kaeufe eingestellt hat.
    Nicht auszudenken was dann passiert, wenn man realisiert, das die Notenbanken nichts gegen die Inflation tun.
    Aktien, Anleihen, Gold, Oel etc. dann faellt alles. Die Coins erholen sich als Ausnahme nicht wieder.
    Die Lemminge kaufen immer wieder die Dips, die Profis verkaufen stets die Tops. Das kann sehr lange so laufen.Geld wird immer verdient. –
    Diese Mal ist die Seitenlinie leider leer. Selbst die Letzen der Listen, die sich die laengste Zeitim Hintergrund zurueckhielten und nicht so hervortraten sind wegen der Alternativlosighkeit und des Strafzinsengeizes mittlerweile alle ALLInn.

    • „Probleme werden bereits spaetestens dann entstehen, wenn die Maerkte raelisieren, das die Fed tatsaechlich saemtliche Kaeufe eingestellt hat.“

      Das Einstellen der Anleihe-Käufe allein muss noch nicht viel Negatives an dennBörsen bewirken. Als die Fed zuletzt ihre Käufe einstellte, stiegen die Aktienkurse munter weiter. Sie stiegen sogar noch eine Zeitlang, als die Fed schon damit begonnen hatte, ihre Bilanzsumme zu schrumpfen.

      • @ Herr Brichta

        Das mag richtig sein, dennoch ist die Situation dieses Mal voellig anders.
        Viele Hunde sind des Hasen Tod.
        Ich denke dabei unter anderem an die viel hoehere Inflation, Chinas leer stehende Immobilien, freundliche Mutationen, Leferketten, ueberbewertete Boersen und und und
        Im Uebrigen wiederholt sich Geschichte niemals eins zu eins

        • Gerade weil die Inflation höher ist als damals, könnten die Märkte ein Einstellen der Käufe honorieren, weil es die vermeintliche Entschlossenheit der Fed signalisiert, etwas gegen die Inflation zu tun.

          Im Übrigen gehe ich davon aus, dass die Fed den Geldhahn wieder aufdrehen wird, sobald die Märkte mit fallenden Kursen sie dazu zwingen sollten. Denn auch dies sollte man beachten: Stark fallende Aktienkurse in Verbindung mit einer monetär härteren Gangart der Notenbank wirken deflationär.

          • @ Herr Brichta

            Okay, zuerst wird das Einstellen der Kaeufe hnoriert, hernach deren Wiederaufnahme … –

            Niemand glaubt an die Entschlossenheit der FED gegen inflation vorzugehen

            Dafuer glauben alle die FED stabilisiert die Maerkte jederzeit ohne Mandat

            Preisstabilitaet oder Aktienmarktstabilitaet, es duefte klar sein wie die FED da entscheiden muss …

            Sollte man sich weiterhin standhaft weigern, dann hat man am Ende gar nichts !

          • „Okay, zuerst wird das Einstellen der Kaeufe hnoriert, hernach deren Wiederaufnahme … –
            Niemand glaubt an die Entschlossenheit der FED gegen inflation vorzugehen“

            Tatsächlich kommt es oft weniger darauf an, was der Markt wirklich glaubt, sondern darauf, welcher Anlass als Begründung für eine Marktbewegung herangezogen werden kann.

            „Preisstabilitaet oder Aktienmarktstabilitaet, es duefte klar sein wie die FED da entscheiden muss …“

            Interessant ist in diesem Zusammenhang: 6% US-Inflation haben den Markt nicht daran gehindert, von einem Rekord zum nächsten zu eilen. Erst die Befürchtung eines konjunkturellen Gegenwindes wegen Corona mit entsprechenden deflatorischen Begleiterscheinungen (Ölpreisrückgang, Renditerückgang) wurde zum Anlass für die gestrige Korrektur genommen.

    • Die Lemminge wollen schlicht und ergreifend Kostolany nicht verstehen. Dabei hat er seiner Nachwelt alles mitgegeben:

      https://www.welt.de/print-welt/article502900/Geld-Psychologie-Tendenz.html

      Und sehr eindrucksvoll hat er 1999 gegen die Zockerei am Neuen Markt argumentiert. Teilweise wurde er ausgelacht. Die Lemminge wollten nicht hören, mussten dafür fühlen.

      „Als die Fed zuletzt ihre Käufe einstellte, stiegen die Aktienkurse munter weiter“ – richtig, auch diesen Sachverhalt beschreibt Kostolany. Wenn der Faktor Psychologie auf dunkelgrün ist, darf der Faktor Geld auch neutral oder leicht negativ sein.

      „Strafzinsengeizes“ – geiles Wort. Erweitert den persönlichen Wortschatz. Vielen Dank.:-)

    • Außerdem: Wenn die Fed ihre Käufe erst einmal eingestellt hat, ist das keine Überraschung mehr. Das regelmäßige, vermutlich monatliche Drosseln der Käufe hat dann schon lange vorher begonnen. Und jeder kann sich ausrechnen, wann die Käufe bei null angelangt sind.

      • @ Herr Brichta

        “ Und jeder kann sich ausrechnen, wann die Käufe bei null angelangt sind. “

        Okay, es waere in ein paar Monaten Schluss gewesen.Das wurde allgemein so erwartet im Mainstream.
        Jetzt sagt Jay Powell ziemlich direkt fuer einen Notenbanker, das beenden wir ein „paar Monate“ frueher …

        Auf zwei Zinserhoehungen in 2022 von jeweils einem viertel Prozent in der zweiten Jahreshaelfte wuerde ich mich nicht verlassen …
        Nicht kleckern sondern klotzen wird eher die Devise sein !

        • Genau, aber auch bei der beschleunigten Gangart weiß man Monate im Voraus, wann Schluss sein wird.

          • @ Raimund Brichta

            Wie sollen wir etwas wissen, die FED weiss das selbst nicht so ganz genau vorher und muss sich immer wieder neu ans Geschehen anpassen.
            Wenn,wann nicht jetzt !

          • Bevor die Fed ihr beschleunigtes Reduzierungsprogamm bekanntgegeben hat, wissen wir es natürlich nicht. Aber sie dürfte uns auf jeden Fall einige Monate im Voraus wissen lassen, wann sie bei null angelangt sein wird.

  14. @ Peter Czeck

    Unwahrscheinlich, dass die FED ueber eine Waehrungsreform oder einen Waehrungsschnitt auch nur anfaengt nachzudenken ob sie anfangen soll darueber nachzudenken.Vielmehr haben die ein riesiges Interesse an ihren Pensionskassen.
    Die haben doch schon die Hosen gestrichen voll, wenn der Markt demnaechst mal eben 25% Prozent tiefer steht, was aber voellig normal ist.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo