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Warum kaufen Unternehmen ihre Aktien zurück?

27. Dezember 2021 - Raimund Brichta in Allgemein | 9 Kommentare

In den letzten beiden Folgen des Jahres stehen Hörer-Fragen im Mittelpunkt: Dennis wollte wissen, was hinter dem Thema „Aktienrückkäufe“ steckt, warum machen Unternehmen das, wie wirkt sich das auf den Kurs der Aktie aus, welche Vor-und Nachteile hat der Anleger bzw. das Unternehmen? Viele spannende Fragen, über die die ntv-Moderatoren Raimund Brichta und Etienne Bell in dieser aktuellen Folge sprechen.

9 Kommentare

  1. Wenn ich das Thema Aktienrückkauf höre, dann sollte es nur folgende Gründe geben:
    – Im Fall, dass der Kurs niedriger ist als der reale Wert der Firma, ist es für mich legitim, dass die Firma Aktien zurück kauft. Sie macht dadurch Gewinn.
    – Meist werden aber Aktien nur zurückgekauft um den Kurs zu stützen, damit die Aktienoptionen, die die Manager als zusätzliche Vergütung erhalten, ihren Wert steigern.

    Alle anderen Gründe sind für mich nicht legitim! Entweder sollten Sonderdividenden ausgeschüttet oder das Eigenkapital gestärkt werden.

    Im Falle von Nestle bezeichne ich es als Betrug, wenn L’Oréal -Aktien aus dem Besitz verkauft werden um damit eigene Aktien zurück zu kaufen. Diese Aktien sollte man einfach den Aktionären übertragen. So wie bei Daimler, Siemens und weiteren.

  2. Ergänzen möchte ich noch, dass durch den Rückkauf der eigenen Aktien eine milliardenschwere Aushöhlung der Eigenkapitalbasis / Substanz vieler Aktiengesellschaften einher geht, welche sich in schlechten Zeiten sehr fatal auswirken könnten. Der Eigenkapitalgedanke wird damit massiv ad absurdum geführt.
    Mit Ihren Erklärungen verniedlichen Sie diesen Vorgang und machen daraus ein „easy going“ und unterstützen dadurch die Absicht der Vorstände, sich damit die Taschen füllen zu können.
    Mit dem Rückkauf der eigenen Aktien verspielen diese Vorstände die Zukunft Ihrer Unternehmen, anstatt in neue Produkte zu investieren und damit den Aktienkurs zu steigern.

    Etwas mehr Kritik an diesem „Programm zur Steigerung der Vorstandsboni“ bzw. eine tiefere diesbezügliche Analyse hätte ich von Ihnen schon erwartet.

    • Auf die Eigenkapitalreduzierung hatte ich im Zusammenhang mit den kreditfinanzierten Rückkäufen doch hingewiesen. Ich hatte sogar das Beispiel Colgate-Palmolive genannt, wo das EK wegen der Rückkäufe sagar negativ wurde. Eine Verniedlichung lag mir fern.

      • …..das ist richtig, ging aber meines Erachtens etwas unter bzw. hätte evtl. noch etwas erläutert werden sollen, da die meisten Zuhörer die Technik dahinter, wieso sich dadurch das Eigenkapital veringert, nicht verstehen. Und wenn Schulden dafür aufgenommen werden, ist das noch schlimmer. Darauf hatten Sie aber hingewiesen.

        Im Fall Hewlett-Packard hat sich die Vorständin dadurch ein hohes zweistelliges Millionengehalt (m.W. nahe der US$ 100 Mio) gesichert mit der Folge, dass vor lauter Kauf der eigenen Aktien das Unternehmen tief „unter ferner liefen“ verschwand. Auch fällt auf, dass sehr viele Unternehmen, welche aus dem Rückkauf der Aktien eine permanente Bonierhöhung zustande gebracht haben, irgendwann in erheblich Nöte kamen.

        Für mich ist das eine Pervertierung des Eigenkapitalgedankens, gefördert von den Investmentbanken, welche sich daran dumm und dämlich verdienen.

  3. Man sollte unterscheiden ob die Aktienrückkäufe den Gewinn je Aktie stärker erhöhen als das reine organische Wachstum. Ein starkes Unternehmen, welches zu einem gewissen Teil eigene Aktien zurück kauft – ohne Kreditfinanzierung und nach Entnahme für Forschung und Entwicklung -, darin sehe ich nichts Negatives. Eine Sonderdividende erachte ich aufgrund der steuerlichen Situation für nicht sinnvoll…

  4. Ein Tageskursgewinn v. 4,5% wg
    Aktienrückkauf wie heute bei BASF ist doch nicht zu verachten

    • Na ja, man könnte auch unken, dass das Management offenbar keine besseren Investitionsmöglichkeiten für das Geld sieht als ein Aktienrückkaufprogramm. Dies wäre vielleicht eine Begründung gewesen, wenn der Chart den Ausbruch über die Marke von ca. 63 € nicht geschafft hätte und stattdessen wieder den Rückwärtsgang eingelegt hätte. Immerhin spart sich BASF so zukünftig etwas an Dividendenausschüttungen (oder kann im Gegenzug die verbliebenen Aktinäre mit einer leicht angehobenen Dividende beglücken, falls das Unternehmen mit den Einnahmen immer noch nichts besseres anzufangen weiß). Andererseits: Die BASF-Aktie ist sehr billig, und der charttechnische Ausbruch lag schon in der Luft. Manchmal gibt es mehrere Wahrheiten.

      • Lfd. Dividendenerhöhungen waren losgelöst v. den Rückkäufen ohnehin schon vorher vorgesehen. Übrigens sollen die rückgekauften Aktien eingezogen werden. Letzteres ist ein gewichtiger Grund f. den Kursanstieg.

    • Ja, fand ich auch… BASF ist ein wichtige Position in meinem Depot und ich habe mich auch mit einer kleinen Position an einen gehebelten Optionsschein mal gewagt (was ich sonst nicht mache)…

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