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Was ist los mit Hormel Foods?

19. April 2016 - Raimund Brichta in Allgemein | 1 Kommentar »

Heute entspann sich eine Diskussion im Team über unseren derzeit lahmsten Gaul im Stall, die Hormel-Foods-Aktie. Wie immer lassen wir unsere Leser daran teilhaben:


 

Volker Schilling:

Hallo Zusammen,

die Entwicklung unsers Wertes Hormel Foods gefällt mir nicht. Aus meiner Sicht sollte die Aktie jetzt einen Boden finden, sonst wäre mir das ganze etwas unsicher. Gibt es hier irgendwelche Erkenntnisse Eurerseits?
Wer hatte den den Wert vorgschlagen? Wollen wir den Spürhund mal direkt fragen? Wäre auch mal etwas Neues.


 

Raimund Brichta:

Ups, lieber Volker, in der vergangenen Woche hattest Du noch geschrieben:

„In unserem Depot gefallen mir unabhängig von der derzeitigen Entwicklung an den Märkten folgende Werte ganz gut: …… Hormel Foods …..“

Worauf ich geantwortet hatte:

„Insgesamt gefällt mir unsere gesamte Depot-Performance seit dem Wiedereinstieg allerdings nicht. Neben Nike ist dafür vor allem Hormel Foods verantwortlich. Auch hier haben wir offensichtlich einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt erwischt.“

Wie kommt es zu dieser plötzlichen Kehrtwende bei Dir? Im Hormel-Kurs hat sich seit letzter Woche nämlich nichts Wesentliches mehr getan. Es gab vielmehr schon vorher die von mir erwähnte scharfe Korrektur.

Bei Hormel hat sich, gerade als die Finanzmärkte in Turbulenzen waren, eine Art Fahnenstange nach oben ausgebildet, die nun korrigiert wird. Begünstigt wurde die Fahnenstange – wie ich bereits in meinen Kommentaren schrieb – vermutlich durch einen Aktiensplit, der Anfang Februar wirksam wurde.

Meinem Kommentar der letzten Woche

„Auch hier haben wir offensichtlich einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt erwischt.“

gibt es also nichts hinzuzufügen.

Fundamental zieht die Firma unverändert solide ihre Bahnen. Der starke Kurs-Anstieg hat offensichtlich Leerverkäufer angelockt, die nun auf fallende Kurse setzen. Dabei ist ein kurzfristiger, steilerer Aufwärtstrend gebrochen worden, der seit Mitte letzten Jahres entstanden war. Der nächste, flachere Aufwärtstrend verläuft derzeit bei ca. 35 $ (akt. Kurs 39,40). Er könnte als Unterstützung dienen. Allerdings besteht bis dorthin kurzfristig nun ein Risiko.

Weitere Meinungen?


 

Anton Voglmaier:

Die Verluste der letzten Woche war auch durch die Dividendenzahlung verursacht.


 

Raimund Brichta:

Nein, der Quartalsdvidendenabschlag bei Hormel ist erst heute (19.4.). Und es sind auch nur 13 Cents. Also kaum der Rede wert. Und die Aktie ist heute sogar im Plus.

Will jemand Hormel abstoßen?


 

Anton Voglmaier:

Ich nicht.


 

Raimund Brichta:

Und Volker?


 

Volker Schilling:

Hallo Zusammen,

Ja, ich hatte vor 2 Wochen geschrieben, dass mir Hormel Foods gefällt, weil ich wie du der Meinung war, dass es hier eine gesunde Korrektur des übertriebenen kurzfristigen Anstieges gibt. Vielleicht habe ich mich in meiner heutigen Email etwas falsch ausgedrückt: Ich wollte nur mitteilen, dass die Aktie an der aktuellen Stelle einen Boden finden sollte, da ich sonst den Wert zur Disposition stellen würde.

 

Und wie du in deiner Antwort heute bestätigst: Der nächste, flachere Aufwärtstrend verläuft derzeit bei ca. 35 $ (akt. Kurs 39,40),sind wir bei einem Kurs von aktuell 35,23€ in Richtung Deiner Unterstützung unterwegs. (Anmerk.: $/€ Umrechung ist mir klar!)

 

Bei dem Kursverlauf (log. Darstellung), sehe ich allerdings schon bei 39$ zumindest eine mittelfristige Unterstützung, die aus meiner Sicht halten sollte. Mit anderen Worten: Ein Abtauchen darunter würde ich schon als Ausrufezeichen sehen. Wenn wir hier jedoch jetzt langsam den Boden sehen ist das toll, dann können wir gerne nochmal aufstocken, wenn nicht sollten wir aber vorsichtig werden. Nur das war mein Anliegen heute morgen. Fundamental habe ich nichits einzuwenden. Mir ist nur die augenfällige Gegenbewegung zum allgemeinen Marktgeschehen etwas suspekt. In guter Beckenbauer Manier: Schau mer mal!

Hier noch mein laienhafter Chart für die Darstellung der 39$ (34,5€ Kurs) Unterstützung:

image

(Anklicken zum Vergrößern)

 


 

Raimund Brichta:

Es freut mich, lieber Volker, dass selbst Du Dich langsam mit Linealschiebereien anfreundest – und dass Du sogar schon die logarithmische Darstellung wählst 😉

Allerdings würde ich solche Schiebereien immer nur an der Heimatbörse anstellen, hier also in New York am Dollarkurs-Chart. Hintergrund: Der Kurstrend wird in der Regel an der Heimatbörse gemacht. Dort agieren die meisten Verrückten, die den Charts mit Linealen zu Leibe rücken. Und je mehr Verrückte es gibt, desto aussagekräftiger sind solche Schiebereien. Ist das nicht verrückt?

Wenn man sein Lineal aber im Dollarkurs-Chart herumschiebt, kommt man zu anderen Ergebnissen, als wenn man das Gleiche im Eurochart macht. Kuck mal:

image

(Durch Anklicken vergrößern)

Der Trend seit August 2014, auf den Du Dich beziehst, verläuft hier bei den von mir erwähnten 35 $. Bei 39 $ ist kein Trend zu erkennen, egal wie oft ich das Lineal auch hin- und herschiebe.

Wenn man allerdings eine Kursmarke aus dem Eurochart ableitet (34,50 €), diese dann einfach in Dollar umrechnet (39 $) und meint, dort eine Unterstützung auszumachen, hat man sich aus Linealschiebersicht laienhaft verschoben. Ist das nicht verrückt?

 

P.S.

Das „S“ in obigem Chart markiert übrigens den Aktiensplit. Man sieht sehr schön, wie der Kurs im Umfeld dieses Splits einen Schub nach oben bekam. Vorher durch diejenigen, die darauf setzten, dass der Split den Kurs nach oben treiben wird. Nachher durch diejenigen, die sich von der optischen Verbilligung verwirren ließen und sich die Aktie zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen ins Depot legten.


 

Volker Schilling:

Verrückt ! 🙂

1 Kommentar

  1. Ich habe noch mal nach News gesucht, aber auf die Schnelle keine negativen Nachrichten gefunden, die für den Kursrückgang verantwortlich gemacht werden könnten. Hier und dort liest man etwas von „überverkauft“ und hin und wieder wird auf eine Vielzahl von Indikatoren verwiesen, die nicht alle schlecht seien und gelegentlich auch Anlass gäben, auf wieder steigende Kurse zu spekulieren (fragt sich dann noch, ob solche Einschätzungen nicht schon morgen wieder überholt sind).

    Die oben geäußerte Theorie vom Effekt des Aktiensplits und anschließenden Leervekäufen scheint mir einleuchtend. Das KGV liegt mittlerweile „nur noch“ bei ca. 25 – trotzdem ist die Aktie historisch hoch bewertet.

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