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Hält Steinmeier diese Koalition noch zusammen?

5. Oktober 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | Keine Kommentare »

Wenn der Bundespräsident zum Telefon greifen muss, um einen Streit innerhalb der Bundesregierung zu entschärfen, ist das kein gutes Zeichen.

Genau das ist jetzt geschehen. Als der Streit um die Pflegereform eskalierte, telefonierte Frank-Walter Steinmeier nach Medienberichten mit Lars Klingbeil und Alexander Dobrindt. Einen Tag später beschloss das Kabinett die Reform.

Ob Steinmeiers Intervention dafür entscheidend war, wissen wir nicht. Aber sie zeigt, wie brüchig diese Koalition inzwischen ist.

Meine Prognose: Sie wird das Frühjahr 2027 nicht erleben.

Denn seit den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat sich für die SPD die politische Rechnung verändert. In Berlin wurde die Linke stärkste Kraft. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte Manuela Schwesigs SPD trotz des Wahlsiegs der AfD 35,5 Prozent.

Und in beiden Ländern arbeiten SPD, Grüne und Linke inzwischen an einer gemeinsamen Machtperspektive.

Warum sollte das ohne Folgen für den Bund bleiben?

Für die SPD eröffnet sich damit eine völlig neue Perspektive. Statt sich bis 2029 an die Union zu binden, könnte sie die Koalition beenden und den nächsten Bundestagswahlkampf als Lagerwahlkampf führen: ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken gegen die Union.

Und an dessen Spitze könnte Manuela Schwesig stehen. Sie verfügt über etwas, das in der Bundes-SPD inzwischen Seltenheitswert besitzt: Wahlerfolg.

Mein Szenario: Bruch der Koalition durch die SPD, Lagerwahlkampf – und bereits im Februar 2027 Neuwahlen.

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