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Gepostet by on Juni 18, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Schützt Anlegerschutz Anleger wirklich?

Schon der Begriff irritiert mich: EU-Kleinanlegerstrategie. Warum eigentlich „Kleinanleger“? Menschen, die ihr Geld investieren, Verantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen und sich am Produktivkapital beteiligen wollen, sind für mich nicht „klein“. Sie sind Anleger. Allein diese Begrifflichkeit sagt aus meiner Sicht viel über die Haltung aus, mit der diese Debatte teilweise geführt wird. Sie klingt nach Fürsorge, aber auch nach Bevormundung. Nach Schutz, aber auch nach Misstrauen. Nach der Vorstellung, Anleger müssten vor allem vor sich selbst geschützt werden. Natürlich brauchen Anleger Schutz. Natürlich brauchen sie Transparenz. Natürlich müssen Kosten nachvollziehbar sein. Natürlich muss klar sein, welche Interessen im Vertrieb eine Rolle spielen. Aber schützt man Anleger wirklich, wenn man ihnen immer neue Formulare, Zielmarktdefinitionen, Kostenraster, Product-Governance-Vorgaben und Rechtfertigungspflichten zumutet? Oder schützt man sie am Ende vor allem davor, überhaupt zu investieren? Je länger ich mir die Diskussion um die EU-Kleinanlegerstrategie anschaue, desto stärker habe ich den Eindruck: Wir reden über die falschen Probleme. Denn immer detailliertere Regulierung macht Anleger nicht automatisch besser geschützt. Sie kann den Zugang zur Geldanlage...

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Gepostet by on Juni 14, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Donald Trump als Präsidenten des „Schocktainments“.

Ein interessanter Essay von Nicola Abé in DER SPIEGEL 25/2026 bringt es auf den Punkt: Donald Trump ist der Präsident des „Schocktainments“. Das trifft den Kern. Trump regiert mit Spektakel, Provokation und Dauererregung. Er inszeniert Politik als Kampf, als Show, als permanentes Überbietungsritual. Aber genau an dieser Stelle würde ich den Gedanken weiterdrehen. Trump ist nicht der Beweis, dass die freie Gesellschaft am Ende ist. Er ist der Beweis, dass sie herausgefordert ist. Und das ist ein entscheidender Unterschied. Eine liberale Demokratie funktioniert nicht automatisch. Sie lebt nicht allein von Verfassungen, Gerichten und Parlamenten. Sie braucht ein gemeinsames Fundament: Werte, Gemeinsinn, Respekt vor Institutionen und die Bereitschaft, den politischen Gegner nicht zum Feind zu erklären. Dieses Fundament ist brüchig geworden. Das ist der Druck von innen. Schon vor Trump gab es illiberale Bewegungen von rechts. Schon vor Trump gab es eine Linke, die eigene Positionen oft moralisch absolut setzte. Und schon vor Trump haben soziale Medien unsere Öffentlichkeit verändert: weg vom gemeinsamen Gespräch, hin zur permanenten Erregung. Trump hat...

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Gepostet by on Juni 11, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Wenn Trump liefert, verdient er Anerkennung

Man kann Donald Trump vieles vorwerfen: seine Sprache, seinen Stil, seine Lust an der Eskalation, seine politische Show. Aber Politik wird am Ende nicht an Stilnoten gemessen. Sondern an Ergebnissen. Sollte sich bestätigen, dass Trump die angekündigten weiteren Angriffe auf den Iran tatsächlich abgesagt hat, weil ein belastbarer Deal auf höchster Ebene erreicht wurde, dann wäre das ein Moment, in dem man fair bleiben muss. Dann gebührt ihm Anerkennung. Aber nur unter einer entscheidenden Voraussetzung: Der Deal muss substanziell sein. Nicht irgendein Papier. Nicht irgendeine Formel. Nicht irgendeine diplomatische Verpackung. Sondern ein Ergebnis, das die reale Bedrohung durch das iranische Mullah-Regime tatsächlich reduziert. Denn der Kern dieses Konflikts ist nicht Trumps Temperament. Der Kern ist die nukleare Bedrohung, die von Teheran ausgeht. Ein Regime, das Israel offen bedroht, Terrororganisationen in der Region unterstützt und zugleich an nuklearen Fähigkeiten arbeitet, kann nicht mit schönen Worten beruhigt werden. Ein guter Deal wäre deshalb nur dann ein guter Deal, wenn Iran substanzielle und überprüfbare Zugeständnisse machen musste: beim Atomprogramm, bei der Kontrolle...

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Gepostet by on Juni 08, 2026 in Allgemein | 1 Kommentar

Trump und Xi: Brüder im Geiste?

Auf den ersten Blick klingt die These absurd: Donald Trump und Xi Jinping — Brüder im Geiste? Der eine ist ein amerikanischer Präsident, gewählt in einem demokratischen System: laut, unberechenbar, permanent im Konflikt mit Medien, Gerichten, Bürokratie und politischem Gegner. Der andere ist der mächtigste chinesische Parteiführer seit Jahrzehnten: Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Staatspräsident und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission — in einem autoritären Einparteienstaat. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen beiden, die man nicht übersehen sollte: Beide wollen ihre Länder nicht einfach regieren. Sie wollen sie umbauen. Sie wollen nicht verwalten, sondern disruptieren. Trump versucht, Amerika von oben zu disruptieren — im Modus des permanenten Angriffs auf das, was er den „Deep State“, die alte Elite, die Bürokratie, die Medienmacht und die globalistische Ordnung nennt. Xi disruptiert China ebenfalls von oben — aber im Modus der systematischen Zentralisierung: mehr Partei, mehr Kontrolle, mehr Ideologie, mehr Staat, mehr strategische Autonomie. Der eine arbeitet mit Chaos. Der andere mit Kontrolle. Aber beide eint der Wille zum Bruch. Trump stellt alte...

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Gepostet by on Juni 07, 2026 in Allgemein | 13 Kommentare

Vom KGB in den Kreml – Hat sich die Methode wirklich geändert?

Wer Putins Politik verstehen will, sollte seine Biografie nicht unterschätzen. Denn Wladimir Putin ist kein Berufspolitiker. Er wurde als Offizier des KGB ausgebildet. Der KGB betrieb nicht nur klassische Spionage. Zu seinem Instrumentarium gehörten auch sogenannte „aktive Maßnahmen“: Desinformation, Einflussoperationen und die gezielte Schwächung politischer Gegner im Ausland. Klassische Spionage dient der Informationsbeschaffung. Einflussoperationen verfolgen dagegen ein anderes Ziel: Sie sollen politische Entscheidungen, öffentliche Debatten und gesellschaftliche Stimmungen beeinflussen. Die Frage ist deshalb naheliegend: Hat sich diese strategische Denkweise mit dem Ende der Sowjetunion wirklich erledigt – oder finden sich ihre Grundmuster auch heute in der russischen Politik wieder? Vor diesem Hintergrund sind auch die Bilder aus St. Petersburg bemerkenswert. Sie zeigen, dass Russland trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterhin politische und wirtschaftliche Kontakte zu Akteuren aus Europa pflegt. Daraus lassen sich keine pauschalen Schlussfolgerungen über die Motive der Beteiligten ziehen. Die Frage bleibt jedoch, welche strategische Wirkung solche Bilder entfalten und welche Botschaft sie nach innen und außen senden. Gerade weil offene Gesellschaften Raum für freie Debatten...

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Gepostet by on Juni 04, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Die politische Mitte muss wieder sprechen

Das aktuelle SPIEGEL-Interview mit Wolfram Weimer ist lesenswert. Interessant ist dabei nicht nur seine zugespitzte Prognose, die AfD werde „zusammenfallen wie ein Soufflé“. Wichtiger ist aus meiner Sicht seine grundsätzliche Analyse: Die demokratische Mitte hat zentrale Begriffe wie Identität, Heimat, Kultur, Aufklärung, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu lange den politischen Rändern überlassen. Genau darin liegt ein wichtiger Punkt. Eine stabile Demokratie braucht nicht nur Abgrenzung gegenüber Extremisten. Sie braucht auch eine eigene Sprache, eigene Orientierung und vor allem die Fähigkeit, reale Probleme zu lösen. Denn am Ende entscheidet sich die Stärke der Mitte nicht in Sonntagsreden, sondern an den großen Fragen des Landes: Wirtschaft, Migration, Sicherheit, Reformfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ob Weimers Prognose zur AfD eintritt, wird sich zeigen. Richtig ist aber: Wenn die politische Mitte wieder handlungsfähiger wird, klarer spricht und bessere Antworten liefert, verlieren die politischen Ränder an Attraktivität. Ich finde das Interview gut und drücke Wolfram Weimer und der gesamten Bundesregierung dafür die Daumen. Quelle: DER SPIEGEL, „Die AfD wird zusammenfallen wie ein Soufflé“, SPIEGEL-Gespräch...

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