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Gepostet by on November 17, 2019 in Allgemein | 15 Kommentare

Jetzt noch keine Angst haben

What a difference a year makes. Genau heute vor einem Jahr erinnerte ich unter der Überschrift „Jetzt gierig sein“ an den Rat von Warren Buffett, an der Börse solle man Angst haben, wenn die anderen gierig sind, und gierig sein, wenn die anderen Angst haben. Heute steht fest: Buffetts Rat war wieder einmal richtig. Größer könnte der Unterschied zwischen damals und heute nicht sein. Vor 12 Monaten herrschten an den Börsen Angst und Schrecken. Inzwischen sind DAX und S&P 500 wieder putzmunter und liegen gegenüber damals mit rund 15% im Plus. Zugegeben, kurz nach meinem Beitrag ging es noch mal runter, aber was soll’s? Den Tiefpunkt erwischt selbst ein Warren Buffett nicht. Worauf es ankommt, ist die grobe Linie. Und die zeigte schon im November des letzten Jahres ein Ausmaß an Angst unter den Anlegern, das mich im Sinne Buffetts ruhiger und optimistischer werden ließ. Sie bestärkte mich in meiner damaligen Einschätzung, dass wir vor einem Jahr nichts anderes sahen als eine Börsenkorrektur, die mit den Korrekturen der Jahre...

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Gepostet by on November 08, 2019 in Allgemein | 1 Kommentar

Googles „Überwachungsdividende“

Soviel vorweg: Wir sind von unserem wahren Wert Google nach wie vor überzeugt. Trotzdem lese ich stets auch Kritisches zu unseren Werten aufmerksam, um nicht eines Tages böse überrascht zu werden. Dabei ist mir heute das Interview mit der Ex-Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff in der FAZ aufgefallen, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Sie führt den Geschäftserfolg von Google auf eine – aus ihrer Sicht ungerechtfertigte – „Überwachungsdividende“ zurück, die es selbstverständlich zu eliminieren gilt. Zitat: „Seit 2009 haben sich Googles Einkünfte um mehr als 3500 Prozent erhöht. Das ist eine große Zahl. Ich nenne das die Überwachungsdividende, weil sie zu großen Teilen auf der systematischen Ausbeutung von persönlichen Daten beruht. Diese Dividende ist für Investoren geradezu unwiderstehlich attraktiv geworden. Wer keine Überwachungsdividende bietet, hat auf dem Markt kaum eine Chance. Deshalb richten sich heute auch andere Industrien wie der Autobau an diesem Geschäftsmodell aus. Die Überwachungsdividende ist eben auch unglaublich profitabel. Man braucht dafür keine Produktionsanlagen und kaum Mitarbeiter. Wenn wir die Überwachungsdividende ausschalten könnten, würden wir den Wettbewerb...

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Gepostet by on November 07, 2019 in Allgemein | 14 Kommentare

Notenbanken: Totengräber oder Lebensretter?

In Berlin hatte ich kürzlich eine interessante Diskussion mit Daniel Bernecker. Das ist der Bruder von Jens Bernecker, mit dem ich einen gemeinsamen Podcast mache. Daniel ist wie Jens Herausgeber eines Börsenbriefs. Dieser heißt „Das Actien-Blatt“, und er ist mir unter anderem dadurch positiv aufgefallen, dass er sich intensiv mit den Aktionen der Notenbanken beschäftigt. Welche Bedeutung ich persönlich den Notenbanken beimesse, ist bekannt. Und zwar nicht nur für das Geschehen an der Börse, sondern auch für die Frage, wie lange der sich abzeichnende Zusammenbruch des Geldsystems aufgeschoben werden kann. Hieraus ergab sich auch der Ansatz für unsere Diskussion. Sie nahm einen derart interessanten Verlauf, dass ich Daniel Bernecker danach vorschlug, sie in Form eines ‚offenen Interviews‘ hier nachzuzeichnen und fortzusetzen. Gesagt, getan: Wir werden unsere Diskussion also hier beginnen und dann mit offenem Ende in der Kommentarfunktion so lange fortsetzen, bis alles gesagt ist oder bis wir keine Lust mehr zum Weiterdiskutieren haben. Ein Experiment, dass ich so noch nirgendwo gesehen habe – ähnlich wie ein Tennisspiel. Der...

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Gepostet by on November 05, 2019 in Allgemein | 41 Kommentare

Die Mauer aus Angst steht

Wieder ein interessanter Chart aus dem Wellenreiter: Bei den Tradern am US-Markt ist von Euphorie weit und breit keine Spur, obwohl der Markt auf Allzeithoch ist. Genauso wie der vor einigen Wochen gezeigte Chart, der die Spekulation auf Kredit abbildet, lässt also auch die Trader-Stimmung noch viel Luft nach oben. Die Mauer aus Angst steht felsenfest. Zum Vergrößern anklicken: Quelle: Wellenreiter-Invest Der Chart zeigt den Sentiment-Index des US-Online-Brokers...

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Gepostet by on Oktober 31, 2019 in Allgemein | 1 Kommentar

So schwarz sah‘s aus vor einem Jahr 😂

Ein vielsagender Rückblick auf eine kleinen Diskurs, den ich genau vor einem Jahr mit dem Leser Stephan Fischer geführt hatte. Eine große Kommentierung erübrigt sich. Nur soviel: Der befürchtete Weltuntergang blieb selbstverständlich aus. Im Gegenteil: DAX und S&P 500 liegen beide jeweils 12% höher als vor einem Jahr. Interessantes am Rande: Der Economist hatte offenbar tatsächlich ursprünglich das im Beitragsfoto zu sehende tiefschwarze Cover. Später scheint er es aber aufgrund einer weisen Eingebung noch in dieses Cover geändert zu haben: Hier der Rückblick: Stephan Fischer 30. Oktober 2018: Herr Brichta, lesen Sie auch manchal den Economist? erstmals rein schwarzes Cover für das Jahr 2019. Vielleicht wissen die Eigentümer des Economist ja etwas was wir nicht wissen, nur so ein Gedanke. Wobei ich mir denken kann, was die wissen, was die breite Öffentlichkeit noch nicht weiß. Raimund Brichta 30. Oktober 2018 Was denken Sie sich denn, was die wissen, was die breite Öffentlichkeit noch nicht weiß? Stephan Fischer 30. Oktober 2018 Dass wir in Zukunft nicht nur bargeldlos zahlen werden...

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Gepostet by on Oktober 30, 2019 in Allgemein | 36 Kommentare

Standpunkt: Digi-Euro für alle!

Der deutsche Bankenverband hat heute erklärt, wie er sich einen digitalen Euro vorstellt. Das Wichtigste: Technisch soll er auf dem neuesten Stand sein. Inhaltlich ist er aber eine Mogelpackung – zumindest für alle, die sich eine staatliche Digitalwährung wünschen. Zur Technik: Der Digi-Euro soll es zum Beispiel erlauben, dass Maschinen künftig nicht nur autonom arbeiten, sondern auch eigenständig bezahlen können. Dazu muss man sie nur mit einer gefüllten Digi-Geldbörse – auf Neudeutsch Wallet – ausstatten. Überhaupt sollen Hauptanwender des Digi-Geldes vorerst die Unternehmen sein. Verbraucher wollen die Banken zwar nicht ausschließen, sie stehen aber erst einmal nicht im Fokus. Hieran schließt sich auch meine inhaltliche Kritik: Die Banken wollen den Digi-Euro selbst ausgeben. Sie wollen nicht, dass er – wie Banknoten – von der EZB kommt. Wenn er von den Banken kommt, ist er aber keine „staatliche Währung“, als die ihn viele gerne sehen. Er ist dann nur privates Geld. Die Banken versprechen allenfalls, dieses Geld jederzeit eins zu eins gegen Banknoten einzutauschen. Nichts anderes tun sie derzeit bei...

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