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Das Musterdepot setzt sich derzeit so zusammen:

 

 


 

Unser Depot fast in Echtzeit!

Die Anlegerseite der Comdirect bietet die Möglichkeit, ein Musterdepot zusammenzustellen, zu pflegen und jederzeit mit allen seinen Komponenten fast in Echtzeit zu verfolgen. Wir halten dies – ehrlich gesagt – für eine ziemlich coole Sache. Von einer „kommerziellen“ Website würde man ein solches kostenloses Angebot nicht unbedingt erwarten. Genauso cool finden wir, dass wir mit Genehmigung der Comdirect hier einen Link zu unserem Depot setzen dürfen. Denn damit können wir unserem Anspruch noch besser gerecht werden, das Depot mit maximal möglicher Transparenz zu führen.

Jeder Interessierte hat also von nun an die Möglichkeit, sich jederzeit ein Bild über den aktuellen Depotstand zu machen. Die Kurse sind nur wenige Minuten zeitverzögert.

Hier geht es zu unserem Depot bei Comdirect

Eine Position dürfte dabei erklärungsbedürftig sein: Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, unseren Kassenbestand in unser Musterdepot unter einigermaßen realistischen Bedingungen einzubinden. Und siehe da, wir haben den „EONIA-Total-Return-Index“ gefunden. Das ist ein Geldmarktindex, der von der Deutschen Bank berechnet und mit dem Namenszusatz „DB X-Trackers“ als Indexfonds an interessierte Anleger verkauft wird. Der Index bildet eine täglich rollende Einlage zum Euro Overnight Index Average (EONIA) ab. Der EONIA ist der effektive Tagesgeldsatz, der von der Europäischen Zentralbank festgestellt wird. Er wird als gewichteter Durchschnitt aller unbesicherten Tagesgeldausleihungen zwischen Banken berechnet.

Unseren Kassenbestand legen wir fiktiv in diesem Index an und nehmen damit zurzeit sogar Strafzinsen in Kauf, da der EONIA-Tagesgeldsatz negativ ist. Dass diese Position in der Musterdepot-Übersicht dennoch im Plus notiert, liegt daran, dass wir Verkäufe (und damit Verkaufsgewinne) jeweils auf die Position EONIA-Index buchen, die unsere Kasse darstellt. In unserer Kasseposition schlummern also all unsere realisierten Kursgewinne.

 


 

Unsere Wahre-Werte-Welt

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über jene Werte, die wir bis jetzt grundsätzlich in den Kreis der wahren Werte aufgenommen haben. Sie spielen entweder aktuell im Depot mit oder sie befinden sich auf unserer „Ersatzbank“, um irgendwann einmal eingewechselt zu werden. Ehemalige Depotmitglieder, die wir nicht mehr ins Depot aufnehmen wollen oder können, sind am Ende unter „Unsere EX“ zusammengefasst.

(Durch Anklicken des Wertes erhalten Sie Zugang zum jeweils langfristigen Chart und zu weiteren Informationen wie WKN)

 


ZKB-Gold-Fonds

Eigentlich würden wir ein Investment in physisches Gold jeder „Papiergold“-Anlage vorziehen. Leider aber lässt sich eine physische Goldanlage für unseren Musterdepot-Zweck nicht darstellen. Da wir Gold jedoch für einen unverzichtbaren Bestandteil eines jeden krisenresistenten Anlagedepots halten, gehen wir mit dem Goldfonds der Zürcher Kantonalbank, dem ZKB-Gold-ETF, einen Kompromiss ein, der einem physischen Gold-Investment zumindest nahe kommt.

Denn immerhin handelt es sich hier um einen echten Goldfonds, der laut Emissionsprospekt ausschließlich in physisches Gold investiert. Im Unterschied zu vielen anderen Wertpapieren, die lediglich Schuldverschreibungen des ausgebenden Unternehmens sind und damit „Papiergold“ im wahrsten Sinne des Wortes darstellen, gehört das investierte Gold im ZKB-Gold-ETF als Sondervermögen ausschließlich den Fondsanlegern. Selbst wenn also die Zürcher Kantonalbank pleite gehen sollte, bleibt der Fondswert davon unberührt. Dieser Wert richtet sich ausschließlich nach dem Wert des im Fondsbestand befindlichen Goldes. Ein Emittentenrisiko besteht nicht.

Wir haben für unser Depot jene Tranche des Fonds ausgewählt, die in Euro notiert. Somit müssen Wechselkurseffekte bei der Bewertung unseres Investments nicht mehr berücksichtigt werden. Der Fonds garantiert außerdem die jederzeitige Auslieferung des Goldes. Ob man sich darauf allerdings in jedem Krisenfall verlassen kann, halten wir für fraglich. Zudem ist die dafür erforderliche Mindestmenge von 12,5 Kilogramm (was einem Standardbarren entspricht) oder einem Vielfachen davon so hoch, dass sie für Kleinanleger nicht in Frage kommt. Für einen Publikumsfonds jedoch, den wir mit unserem Musterdepot simulieren wollen, stellt dies keine unerreichbare Größe dar.

Nachdem wir mit einer relativ kleinen Goldposition an den Start gegangen waren, änderten wir unsere Strategie im Sommer 2015. Zu dieser Zeit war der Pessimismus am Goldmarkt nicht mehr zu überbieten. Kaum jemand rechnete noch damit, dass sich der Goldpreis von seinem Rückschlag der vergangenen Jahre jemals erholen werde. Da wir die schlechte Stimmung als Kontra-Indikator betrachteten und zudem unser maximales Korrekturziel von etwa 1.000 Dollar je Feinunze fast erreicht war, begannen wir damit, unseren Goldbestand Schritt für Schritt um den festen Betrag von 500 Euro pro Monat aufzustocken und sind inzwischen bei rund 10 Prozent des Depotbestandes angelangt. Mit dieser Quote fühlen wir uns bis auf Weiteres wohl.


LYXOR DAX ETF

Den Indexfonds auf den DAX betrachten wir als Investment in die deutsche Großindustrie mit all ihren Stärken und Schwächen. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir dabei auch in Branchen investieren, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie die Versorger und die Finanzindustrie. Aber wir betrachten das DAX-Investment hauptsächlich als ein Instrument, das unsere Marktmeinung widerspiegelt und mit dem wir relativ flexibel umgehen. Soll heißen: Wenn wir im DAX investiert sind, rechnen wir mit steigenden Märkten. Wenn aus unserer Sicht an den Märkten Gefahr im Verzuge ist, zögern wir nicht, Gewinne zu sichern und den DAX-ETF zu verkaufen.

Dass wir bei der Auswahl des ETF darauf geachtet haben, einen voll replizierenden zu nehmen, also einen, der tatsächlich in die zugrundeliegenden Aktien investiert und nicht nur über SWAP-Geschäfte versucht, den Indexverlauf nachzubilden, versteht sich von selbst.


Henderson Horizon Pan European Property Equities A1

und

Fidelity Funds – Global Property Fund A (USD)

Unsere beiden Immobilienfonds könnte man als eine Art Dachfonds für börsengehandelte Immobilienfonds (Reits) bezeichnen. Reit steht für „Real Estate Investment Trust“, also für einen „Immobilien-Investmentfonds“, der i. d. R. als Aktiengesellschaft börsennotiert ist. Die beiden Fonds sind offene Publikumsfonds, die ihrerseits vor allem in Reits investieren. Für uns hat das den Vorteil, dass wir das Risiko in dieser Anlageklasse dadurch weiter streuen.  Man muss allerdings festhalten, dass diese Streuung in der letzten Finanzkrise auch nicht viel gebracht hätte. Die Fonds mussten 2008/2009 herbe Kursverluste einstecken, die sich in der Spitze auf 78% beliefen. Wir ziehen daraus die Konsequenz, dass wir auch diese Positionen nicht als Dauerinvestments betrachten, sondern als eher flexible Anlage, die im Ernstfall wieder verkauft wird.

Wie beim Gold würden wir im Übrigen auch hier ein Direktinvestment in Grund und Boden vorziehen. Dadurch wären eventuelle Wertschwankungen vermutlich nicht so erratisch wie bei börsennotierten Einheiten. Auf der anderen Seite sind Direktinvestments in Immobilien aber weniger flexibel handhabbar. Und darüber hinaus sind sie – wie das Investment in physisches Gold – nicht über ein solches Musterdepot darzustellen, weshalb sie für unsere Zwecke von vornherein ausscheiden.

Der Henderson Horizon konzentriert sich bei seinen Anlagen vor allem auf Reits in Europa, während der Fidelity Global Property seine Anlageschwerpunkte in Nordamerika und Asien hat.

 


Rollins

Jeder, der schon mal ein Wespennest am Haus oder Ratten im Gebälk hatte, weiß die Dienste eines Kammerjägers zu schätzen. Rollins bietet genau solche Dienste an – nicht als Einzelkämpfer wie viele Kammerjäger hierzulande, sondern als großes Unternehmen mit mehr als 500 Standorten in den USA, Mexiko, Kanada, Zentralamerika und der Karibik sowie im Nahen Osten und in Asien.  Dass Rollins dabei erfolgreich ist, zeigen jahrezehntelange Gewinn- und Dividendensteigerungen sowie ein beeindruckender Kursverlauf seit dem Jahr 2000.  Überdies ist die Eigenkapitalausstattung üppig und genügt damit voll unseren Anforderungen. Und nicht zuletzt wird Rollins noch immer von der Gründerfamilie geführt.

Apropos Gründung: Rollins wurde 1948 eigentlich als Radiostation ins Leben gerufen und hat erst später die Geschäftsausrichtung gewechselt – eine gute Entscheidung, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Seit 1968 wird die Aktie an der New Yorker Börse gehandelt und ist Mitglied im S&P 400, einem Index für mittelgroße US-Unternehmen, der in etwa mit dem deutschen MDAX vergleichbar ist.

Rollins wurde vom Nutzer Frank erfolgreich vorgeschlagen und hat eigentlich nur einen Haken: Die hohe Bewertung. Allerdings ist der Wert in diesem Sinne schon seit Jahren teuer, was dem stetigen Kursanstieg unter nur relativ geringen Schwankungen bisher keinen Abbruch getan hat.


Rational

„Mal Dampf ablassen mit der Rational AG“, schrieb unser Leser Andreas, als er uns diese Aktie ans Herz legte. Und nach ihm schlugen noch zwei weitere Leser diese Aktie vor.

Bei soviel Zuspruch, dachten wir, muss an dem Unternehmen doch was dran sein. Und tatsächlich: Rational wird seit Jahren auf einer Liste der weltweit am besten geleiteten Unternehmen geführt. Das ist mit Sicherheit ein Verdienst der Inhaberfamilie, die nach wie vor die Mehrheit an dem Unternehmen hält. Außerdem bringt uns der Hersteller von Gewerbeküchen aus Landsberg am Lech mit einer satten Eigenkapitalquote von deutlich über 70% auf den Geschmack.

Kurzum: Rational lässt keine Wünsche offen. Nur die hohe Bewertung schmeckt uns weniger. Aber diese müssen wir – wie bei anderen wahren Werten – auch hier schlucken.


Kraft Heinz

Kraftz Heinz ist erst 2015 aus der Fusion von Kraft Foods und der H.J. Heinz Co entstanden. Beide Vorgängerunternehmen weisen aber eine eine lange Historie auf, die bis Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zurück reicht.  Auf das Unternehmen, das für weit mehr steht als Ketchup und Käse, sind wir nach einem heftigen Kursverfall von unserem Leser Frank aufmerksam gemacht worden. Die Geschäftszahlen blieben trotz des Kursverfalls solide, Starinvestor Warren Buffett blieb ebenfalls an Kraft Heinz beteiligt, weshalb wir die Gelegenheit wahrnahmen und die Aktie in unseren Kreis der wahren Werte aufnahmen. In diesem Fall galt nämlich nicht, was für viele andere wahren Werte gilt: dass sie schon recht teuer geworden sind. Kraft Heinz schien uns im Gegenteil relativ günstig zu sein.


Givaudan

Düfte und Aromen, mit denen Givaudan gutes Geld verdient, sind schon von ihrem Wesen her wahre Werte und damit bestens geeignet für unser Depot. Aber auch das Unternehmen und seine Aktie überzeugen uns. Givaudan ist eine Schweizer Aktiengesellschaft und beliefert als Weltmarktführer für Duftstoffe und Aromen sowie Parfums Kosmetik- und Lebensmittelhersteller, bspw. Procter & Gamble, Unilever und Colgate. Das Unternehmen hat auch eigene Marken im Beauty-Bereich und ist mit 9500 Mitarbeiter global aufgestellt. Uns gefällt auch, dass Givaudan bereits 1895 gegründet wurde und somit über mehr als hundert Jahre Erfahrung verfügt. Wir sehen große Chancen, dass es Givaudan in hundert Jahren noch gibt.

Das KGV ist nicht mehr günstig, zugegeben, aber es liegt im üblichen Rahmen unserer wahren Werte, die inzwischen fast alle ihren Preis haben.

Givaudan wurde von Sandro als wahrer Wert vorgeschlagen.

 


Johnson & Johnson

Dass dies eine erfolgreiche Aktie ist, ist unbestritten. Die meisten Kennzahlen – bis hin zur komfortablen Eigenkapitalquote von über 50% – sprechen für das Unternehmen. Das generelle Risiko, welches Pharmaaktien aufgrund möglicher Rückschläge bei wichtigen Medikamenten innewohnt, erscheint uns bei J & J beherrschbar. Denn der Konzern verfügt im Vergleich zu den klassischen Pharmawerten über eine sehr gute Diversifikation und über andere starke Marken aus Konsum und Diagnostik. Das ist ein echter Pluspunkt. Eine solche Kombination aus Healthcare/Pharma-Produkten und Konsumerzeugnissen bei gleichzeitiger Markenstärke auf beiden Gebieten kann kaum ein anderes Unternehmen vorweisen.

Weitere Argumente finden Sie in unserer Diskussion über das Unternehmen und seine Aktie unter der Rubrik „Aktuelles“. https://wahre-werte-depot.de/aktie-johnson-johnson-wkn-853260/

Die Aufnahme von Johnson & Johnson geht auf einen Vorschlag von Steffen Assmann zurück.


Novo-Nordisk

Diese Aktie verbindet den Trend Gesundheit und Pharma mit besonderen Chancen, die sich in den Schwellenländern auftun. Novo-Nordisk ist als dänischer Anbieter von Diabetesprodukten in den Industrieländern bereits gut etabliert. Weiteres Wachstum versprechen aber vor allem die Schwellenländer. In Asien zum Beispiel kommen immer mehr Diabetes-Patienten in die Behandlung, weil die Bevölkerung dort ihre Nahrungsgewohnheiten den westlichen Verhaltensmustern anpasst. Fast-Food & Co sind auf dem Vormarsch. Typische Ernährungskrankheiten wie Diabetes sind die Folge.

Die Aktie hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten eine Erfolgsstory geschrieben. Mittlerweile ist sie damit zwar in vielen Depots vertreten, auch von Großanlegern, und damit nicht mehr besonders preiswert. Aber das gilt für andere unserer wahren Werte ebenfalls.  Gutes wird eben auch von anderen entdeckt.

Die Gewinnentwicklung über die vergangenen Jahre überzeugt, und die Eigenkapitalquote erfüllt mit mehr als 50% unsere Anforderungen.

Die Aktie ist auf Vorschlag von Eric Dion in unser Depot gelangt. Weitere Argumente entnehmen sie bitte der Diskussion über diesen Depotvorschlag.


American Water Works

Das ist eine „liquide Anlage“ der besonderen Art. Der Rohstoff Wasser ist unbestritten ein wahrer Wert, und ein Unternehmen, das in der amerikanischen Wasserversorgung tätig ist – mit den dort geltenden hohen Standards -, passt gut zu unserem Konzept.

American Water wurde bereits 1886 gegründet und gehörte zwischen 2001 und 2008 zur deutschen RWE-Gruppe. Seit April 2008 ist das Unternehmen an der New Yorker Börse notiert und überzeugt auch durch seine soliden Geschäftszahlen. Einziges Manko ist die relativ geringe Eigenkapitalquote von deutlich unter 50%, deren weitere Entwicklung wir im Auge behalten werden. Der Wert wurde uns vom Nutzer Michael Weigel ans Herz gelegt.


Samsung Electronics

Der südkoreanische Konzern besticht vor allem durch seine weltweite Präsenz und eine breite Produktpalette, die weit über Smartphones hinausgeht. Trotz anhaltender Profitabilität weist Samsung außerdem eine vergleichweise günstige Bewertung auf. Anders als viele andere wahre Werte kann die Aktie also nicht als „teuer“ bezeichnet werden. Die Ausstattung mit Eigenkapital ist zudem reichlich.

Auf der Negativseite steht, dass Samsung in seiner Heimat immer wieder in Korruptionsaffären verstrickt ist. Da das Unternehmen aber seine Bemühungen verstärkt hat, die Korruption zu bekämpfen, war dies für uns kein Ausschlusskriterium. Wir haben die Aktie auf Vorschlag von Steffen Assman in den Kreis unserer wahren Werte aufgenommen.


Schindler

Schindler mit Hauptsitz in der Schweiz ist einer der weltweit führenden Aufzugshersteller. Das Aufzugsgeschäft mag einerseit zyklisch sein und von der Baukonjunktur abhängen. Andererseits hat Schindler aber auch stetige Einnahmen aus dem Wartungsgeschäft, das viel weniger zyklisch ist. Außerdem gibt es neue Geschäftsmodelle, in denen Aufzüge nicht mehr verkauft, sondern nur noch vermietet oder nach gefahrenen Kilometern oder beförderten Personen abgerechnet werden. Auch dieses Geschäft ist weniger schwankunsganfällig und besser planbar, da Aufzüge, die im Betrieb sind, auch in einem konjunkturellen Abschwung weiterbetrieben werden müssen.

Kurzum: Wir haben uns entschlossen, dem Vorschlag von Horst Klophaus zu folgen und Schindler in den Kreis unserer wahren Werte aufzunehmen.


Lenzing

Die Firma Lenzing ist ein österreichischer Zellulosefaserproduzent. Er stellt aus zerkleinertem Holz zunächst Zellstoff her und macht daraus dann Fasern, die in Klamotten, Teppichen oder Hygieneartikeln verarbeitet werden. Die Fasern finden sich zum Beispiel in Jeans- und Blusenstoffen, in Arbeitskleidung, in Unterwäsche oder als Vliesstoff in Kosmetikartikeln.

Fast alle vergleichbaren Unternehmen in Europa haben inzwischen ihren Betrieb eingestellt, Lenzing ist dagegen Weltmarktführer bei holzbasierten Zellulosefasern. Ein Grund dafür ist der Erfindungsreichtum der Österreicher bei der Weiterentwicklung der Fasern mit zahlreichen Patenten auf diesem Gebiet.

Noch ist der Anteil holzbasierter Zellulosefasern am gesamten Fasermarkt zwar gering, er liegt bei weniger als 10 Prozent. Aber er wächst stetig, weil zum einen die Weltbevölkerung und der Wohlstand wachsen und der Trend zu Naturfasern anhält und weil zum anderen die Baumwollproduktion nicht in gleichem Maße mitwachsen kann. Die Anbauflächen für Baumwolle sind begrenzt, weil sie auf Gegenden beschränkt sind, die bestimmte klimatische Voraussetzungen erfüllen. Holz dagegen wächst fast überall.

Seinen Herstellungsprozess bezeichnet Lenzing selbst als umweltfreundlich. Neben Zellulose und Wasser wird bei der Herstellung zwar ein chemisches Lösungsmittel verwendet, aber Lenzing verweist darauf, dass dieses fast vollständig in den Produktionskreislauf zurückgeführt werde. Der Rest werde aus der Faser herausgewaschen und in eigenen Kläranlagen abgebaut.

Zudem gelten die Lenzing-Fasern als hygienisch vorteilhaft, weil Mikroorganismen darauf nicht so wachsen können wie auf anderen Materialien. Das macht diese Fasern besonders interessant für den Einsatz in Regionen, in denen die Hygienestandards nicht so hoch sind wie bei uns.

Außerdem hat Lenzing eine neuartige Faser entwickelt, die als Mischung aus Seide und Kaschmir bezeichnet wird und laut Lenzing weit ökologischer hergestellt werden kann als Seide. Sie soll vor allem in China Anklang finden, aber auch bei Luxusmodefirmen weltweit.

 


Nike

Die Geschäftsentwicklung überzeugt. Umsatz sowie Betriebs- und Reingewinn sind in den letzten Jahren fast ausnahmslos gewachsen. Das Geschäft in Asien, speziell in China, hat hierzu in besonderem Maße beigetragen.

Auch mit Zukäufen hat Nike meist ein glückliches Händchen gehabt – anders als etwa Adidas mit Reebok. Die EK-Quote liegt deutlich über 50% und damit komfortabel im von uns favorisierten Bereich.

Nike wurde von unserem Leser Leser Steffen Assmann vorgeschlagen. Hier lesen Sie seine Argumente.


Unilever

Die Produkte dieses Unternehmens werden in jeder Krise benötigt. Zudem profitiert der Konzern von der weiter wachsenden Weltbevölkerung.

Unilever ist einer der weltweit größten Produzenten von Nahrungsmitteln, Kosmetika, Körperpflege- sowie Haushalts- und Textilpflegeprodukten. Markennamen wie Bertolli, Becel, Lipton, Langnese, Pfanni, Korall, Dove, Lux oder Rexona sind bestens bekannt.

Dennoch ist Unilever bei uns nur der Ersatzspieler für Colgate-Palmolive. Diese Aktie hatten wir ursprünglich in unserer Depotauswahl, mussten  sie aber hinauswerfen, weil die Colgate-Bilanz zum Jahresende 2015 kein Eigenkapital mehr aufwies (siehe unten). Da der Unilever-Konzern in ähnlichen Branchen tätig ist, bot sich der Austausch an.

 


Church & Dwight

Diese Aktie ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert:

Sie ist – genauso wie das Unternehmen selbst – hierzulande fast vollkommen unbekannt. Das liegt daran, dass Church & Dwight hauptsächlich preisgünstige Markenprodukte aus den Bereichen Pflege und Haushalt im Sortiment hat, die zwar in den USA bekannt und erfolgreich sind, die aber nicht weltweit vermarktet werden. Oder haben Sie schon einmal etwas von Arm & Hammer, Oxi Clean, Nair, Spinbrush, Troyan, Xtra, Orajel oder First Response gehört?

Vermutlich nicht, und gerade das macht den Reiz dieses Unternehmens und seiner Aktie aus: Günstige Marken, die gleichzeitig gut sind, erfreuen sich stetiger Beliebtheit. In Krisenzeiten, wenn mehr Verbraucher auf den Preis schauen müssen, können sie im Absatz sogar zulegen. Sind die Kunden zufrieden, halten sie der Marke auch später die Treue, wenn sie sich wieder mehr leisten können.

Entsprechend gehört die Entwicklung des Aktienkurses zu den erfolgreichsten, die wir kennen. Die Aktie von Church & Dwight hat ihre „große Schwester“, die Procter-&-Gamble-Aktie, um Längen geschlagen!

Zwar hat Church & Dwight damit ein hohes KGV erreicht, aber dies ist bei solchen Werten leider üblich.

Vorgeschlagen wurde Church & Dwight von einem unserer aufmerksamsten Leser und Mitdenker: Steffen Assmann.

 


Geberit

Jeder von uns hat mit Sicherheit schon mal ein Geschäft verrichtet, das anschließend mit Geberit-Wassertechnik hinweggespült wurde. Auch deshalb ist der traditionsreiche Schweizer Klospülungshersteller ein sehr bodenständiges Investment. Vor mehr als 140 Jahren gegründet, hat er zahlreiche Krisen überstanden und ist inzwischen mit 12.000 Mitarbeitern in der ganzen Welt tätig. Anders als vielleicht zu vermuten, kann auch asiatische Billigkonkurrenz dem Geberit-Geschäft nicht wesentlich schaden. Erfindungskraft ist eben auch in dieser Branche gefragt, zum Beispiel bei der Spültechnik.

Zusätzlich profitiert Geberit vom Bauboom, der wiederum von den Niedrigzinsen befeuert wird. Und hier kommt unsere Expertise ins Spiel: Nach unserer Analyse kann der Zusammenbruch des Geldsystems nur durch anhaltende Niedrigzinsen hinausgezögert werden. Uns stehen also noch viele Jahre mit Mickerzinsen bevor – allen Unkenrufen zur vermeintlichen Zinswende zum Trotz.

Bau- und Immobilienblasen werden zwar immer wieder platzen, wie 2007/2008 in den USA, die Folge werden aber jeweils NOCH niedrigere Zinsen sein.

Wir folgten mit der Aufnahme von Geberit in den Kreis der wahren Werte einem Vorschlag unseres Lesers Miguelito Hennland.


Gilead Sciences

Obwohl das Biotech-Geschäft stets mit großen Risiken verbunden ist, hat sich dieses Unternehmen als wahrer Wert in seiner Branche erwiesen: Seit einem Vierteljahrhundert ohne größere Geschäfts- und Kurseinbrüche, im Gegenteil mit einem stabilen Aufwärtstrend, das will was heißen. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit einer prallvollen Kasse einen eigenen Geldspeicher im Haus, auch wenn die Eigenkapitalquote aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme in den letzten Jahren abgenommen hat.

Besonders erfolgreich war Gilead zuletzt mit Aids- und Hepatitis-C-Medikamenten, wobei vor allem letztere für aktuelle Probleme sorgen: Erstens werden fast alle Patienten – anders als bei den Aids-Medikamenten – vollständig geheilt. Das heißt, sie werden keine Dauerkunden. Und zweitens gibt es in diesem Markt zunehmend Konkurrenz. Beides sorgt dafür, dass die Umsätze sinken.

Wir halten es jedoch für wahrscheinlich, dass dies mit der heftigen Kurskorrektur 2015-2017 bereits eingepreist ist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist inzwischen entsprechend niedrig. Außerdem ist zu vermuten, dass das Unternehmen wie in den vergangenen Jahrzehnten nicht schläft, sondern auch mit Neuentwicklungen um die Ecke kommt.

Zur Diskussion über den Depotvorschlag von Thomas Müller geht es hier.


L´Oréal

Eines der langfristig erfolgreichsten Kosmetikunternehmen der Welt mit ansehnlichen Gewinnen und einer ordentlichen Eigenkapitalquote von annähernd 70 Prozent. Die Aktie wurde von Leser Frank Sobl vorgeschlagen und von uns für gut befunden.

Ein mögliches Kursrisiko sehen wir darin, dass der Hedge-Fonds des aktivistischen Finanzinvestors Daniel Loeb, der bei Nestlé eingestiegen ist, einen Verkauf der Nestlé-Beteiligung an L´Oréal fordert. Wir halten es aber für wahrscheinlich, dass sich die Nestlé-Führung diesem Ansinnen erfolgreich widersetzt.

 


Medtronic

Die Aufnahme geht auf einen Vorschlag unseres Lesers Frank zurück. Als jemand, der in der Pflege tätig ist, nutzt Frank die Medtronic-Produkte täglich selbst und hat sie nach eigener Aussage auch schätzen gelernt. Dies werten wir als zusätzliches Argument für die Aufnahme, denn die Kundenzufriedenheit ist stets ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen.

Kardiologie, Kardiochirurgie, HNO-Chirurgie, Diabetologie, Neurologie, Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Gastroenterologie und Urologie sind die Hauptgebiete, auf denen Medtronic tätig ist. Gerade in den Industrieländern mit ihrer älter werdenden Bevölkerung sind dies zukunftsträchtige Märkte, die auch durch Finanzkrisen nicht nachhaltig geschwächt werden dürften. Allein wegen der Geschäftsentwicklung von Medtronic sollte man also keinen Herzschrittmacher benötigen 😉

Zugegeben, die Übernahme des irischen Wettbewerbers Covidien im Jahr 2015 hat in Bilanz und GuV ihre Spuren hinterlassen: Gewinn rückläufig, Eigenkapitalquote ebenfalls, beides allerdings noch nicht dramatisch. Positiv zu Buche schlägt dafür das vergleichsweise günstige KGV.

 


Hormel Foods

Diese Nahrungsmittelaktie hat einen überzeugenden langfristigen Kursverlauf. Seit 1990 geht der Kurs stetig nach oben, und auch der Kursrückgang während der letzten Finanzkrise war lediglich eine Korrektur im laufenden Aufwärtstrend. Daran ändert auch – noch – die Tatsache nichts, dass die Hormel-Aktie seit Anfang 2016 in einer längerfristigen Konsolidierungsphase steckt.

Die Hormel Foods Corporation mit Sitz in Austin, Minnesota, USA, gegründet 1891, produziert Fleischprodukte, Teigwaren, Eier und Speiseöle. Bekannt ist das Unternehmen vor allem in den USA für Wurst, Frühstücksschinken, Fertiggerichte und Delikatessen. Das Unternehmen besitzt eine Reihe von Eigenmarken. Kunden sind der Einzel- und Großhandel, Restaurants und öffentliche Einrichtungen. Hormel ist Produzent des traditionsrechen Dosenfleisches „Spam“, das seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vertrieben wird. Gleichzeitig ist diese Markenbezeichnung über den Umweg eines Sketches der Komikertruppe Monty Python Namensgeber für den Begriff Spam-Mails.

Die Gewinnentwicklung überzeugt uns genauso wie die Eigenkapitalquote von 65%. Das Unternehmen zahlt seit dem Börsengang im Jahr 1928 immer eine Dividende.

Die Aktie ist auf Vorschlag unseres Spürhunds Sandro in den Kreis der wahren Werte aufgenommen worden.


Bakkafrost

Diese Aktie ist ein vielversprechender Fang, der gleichzeitig ein Gegengewicht darstellt zur eher „fleischlastigen“ Aktie von Hormel Foods. Bakkafrost ist ein mittelständisches Fischerei- und Fischzucht-Unternehmen von den Färöer-Inseln. Uns überzeugt zum einen der Markt, denn die Bedeutung des schmackhaften und gesunden Nahrungsmittels Fisch wird nach unserer Erwartung weiter zunehmen. Uns überzeugen zum anderen auch die Zahlen der Fischzüchter aus dem hohen Norden: Gewinnentwicklung, Dividendenrendite und Eigenkapitalausstattung sind genau nach unserem Geschmack.

Zudem ist die Börsenbewertung noch lange nicht überzogen, wie das leider bei vielen anderen wahren Werten der Fall ist. Klar, das liegt daran, dass in der gesamten Branche die KGVs vergleichsweise moderat ausfallen. Aber auch das ist kein Makel. Im Gegenteil: Umso größer ist das Potential nach oben. Dass der Betrieb mit seinen rund 700 Mitarbeitern von seiner Gründerfamilie Jacobsen geführt wird, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Auf diesen Fang hat uns G.Braig aufmerksam gemacht. Vielen Dank dafür!


Nestlé

Getreu dem Motto „gegessen wird immer“ halten wir Nestlé für ein Unternehmen, das sich auch in Krisen gut behaupten kann. Denn während der Verbrauch vieler Güter in Krisen zurückgefahren wird, sind Nahrungsmittel elementarer Bestandteil des täglichen Bedarfs, und das Geschäft damit ist relativ krisenresistent.

Dies zeigt im Übrigen auch der Kursverlauf der Nestlé-Aktie in der Krise 2008/2009: Während andere Aktien in dieser Zeit mehr als die Hälfte ihres Wertes einbüßten, belief sich der maximale Verlust der Nestle-Aktie auf 25%.

Zudem ist Nestlé einer der größten Nahrungsmittelhersteller weltweit. Zu seinen bekanntesten Marken gehören Nescafé, Nesquik, Maggi, Thomy, KitKat, Buitoni, Smarties und Wagner. Für Mutter und Baby hat Nestlé u.a. die Marken Alete und Bübchen im Programm.


Lindt & Sprüngli

Der Schweizer Schokoladenhersteller konnte zuletzt nahezu jährlich seinen Jahresüberschuss steigern. In der großen Finanzkrise 2008/2009 hatte sich der Aktienkurs von Lindt & Sprüngli allerdings vorübergehend mehr als halbiert, was die etwas größere Krisenanfälligkeit im Vergleich zu Nestlé deutlich macht. Dafür gefällt uns – genauso wie bei Nestlé – die hohe Eigenkapitalquote von über 50%.

Lindt & Sprüngli ist weltweit führend im Bereich der Premium-Schokolade und schaut auf eine Tradition von fast 170 Jahren zurück, die in Zürich ihren Anfang nahm. Qualitätsschokoladen von Lindt & Sprüngli werden heute in 12 eigenen Produktionsstandorten in Europa (Hauptmarken: LINDT, CAFFAREL, HOFBAUER) und in den USA (Hauptmarken: LINDT, GHIRARDELLI, RUSSELL STOVER, WHITMAN’S) hergestellt und von zahlreichen Tochtergesellschaften und Niederlassungen sowie einem umfassenden Netz von unabhängigen Distributoren rund um den Globus vertrieben.

Zu achten ist bei Lindt aber darauf, inwieweit der weltweite Trend zu gesünderer Lebensweise den Schoko-Konsum beeinträchtigt. Gerade in den USA sind solche Tendenzen bereits zu spüren. Wir sind also auf der Hut.


Fuchs Petrolub

Über 50% des Unternehmens befinden sich in Familienhand. Vorstandsvorsitzender Stefan Fuchs führt also nicht nur ein Unternehmen, sondern auch ein Lebenswerk. Über Generationen und Krisen hinweg zu denken, ist ein Ansatz, der zu unserem Wahre-Werte-Depot passt.

Zudem sind die Kunden des Mannheimer Schmierstoffherstellers geographisch breit gestreut und bestehen sowohl aus Konsumenten (wie Auto- und Motorradfahrer) als auch aus gewerblichen Abnehmern (aus Bergbau, Personenverkehr oder Gütertransport).

Sehr gut gefällt uns auch die außerordentlich hohe Eigenkapitalquote von mehr als 70%. Die reichliche Eigenkapitalausstattung lässt erwarten, dass das Unternehmen selbst in einer nächsten Finanzkrise nicht in Finanzierungsschwierigkeiten geraten dürfte.

Negativ zu Buche schlägt allerdings die hohe Bewertung. Sie gilt leider – wie erwähnt – auch für andere unserer Depotwerte und stellt wohl die Kröte dar, die man bei Aktien solch solider Unternehmen schlucken muss.


INDUS Holding

INDUS gehört zu den wenigen Firmen, die es einer breiteren Anlegerschicht ermöglichen, in den deutschen Mittelstand zu investieren, welcher seit Jahrzehnten – auch über Krisen hinweg – erfolgreich ist. INDUS erwirbt mittelständische Unternehmen in der Regel zu 100 Prozent und bleibt langfristig an ihnen beteiligt. Viele von ihnen sind „Hidden Champions“, die in interessanten Nischenmärkten arbeiten und innerhalb ihrer jeweiligen Märkte oft führend sind. Die übernommenen Unternehmen bleiben in ihrer Geschäftspolitik weitgehend eigenständig. Indus konzentriert die eigenen Aufgaben auf Controlling, Rechnungswesen und Finanzierung. Gerade bei der Finanzierung ergeben sich durch die Holdingstruktur erhebliche Vorteile für Krisenszeiten. Denn kleinere Unternehmen müssen in Krisen oft allein deshalb aufgeben, weil sie keine Kredite zu akzeptablen Bedingungen mehr bekommen. Die Finanzierungsmöglichkeit über die Holding schafft hier also zusätzliche Krisen-Widerstandskraft.

Die Beteiligungsgesellschaften der INDUS sind in der Medizintechnik, in der Metallverarbeitung, im Maschinen- und Anlagenbau sowie im Baugewerbe tätig. Da viele Mittelständler in Deutschland ihre Nachfolgefrage noch nicht geklärt haben, dürfte INDUS auch künftig gute Zukaufsmöglichkeiten und damit Wachstumspotenzial haben.

Die INDUS-Aktie ist in der Finanzkrise allerdings besonders stark unter die Räder gekommen, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen sinken natürlich die Bewertungen der Unternehmen im INDUS-Portfolio, wenn die Unternehmensbewertungen allgemein sinken, wie das in der Finanzkrise der Fall war. Zum anderen befürchtete man offenbar, dass einige der mittelständischen Firmen in der Krise keine Finanzierungen mehr hinbekommen und pleite gehen könnten. Dieser Malus war aus unserer Sicht aus dem oben genannten Grund der Finanzierungsmöglichkeit über die Holding jedoch ungerechtfertigt. Wir setzen darauf, dass der Markt dies nun „gelernt“ hat und sich die INDUS-Aktie in künftigen Krisen resistenter verhalten wird. Der Bewertungseffekt wird sich allerdings auch in der nächsten Krise nicht ausschalten lassen.

Die Eigenkapitalquote der Holding liegt zwar noch unter 50%, weist in den letzten Jahren aber die richtige Tendenz nach oben auf.


Auckland International Airport

Das ist ein Wert, über den wir lebhaft diskutiert haben. Kritikern war vor allem die hohe Bewertung ein Dorn im Auge, aber auch die Gefahr von Vulkanausbrüchen in der Gegend um Auckland. Nach Abwägen aller Für und Wider haben wir uns dennoch entschieden, den Flughafen in die Auswahl unserer wahren Werte aufzunehmen. Ausschlaggebend hierfür waren die nachhaltig gute Ertragslage, die gute Ausstattung mit Eigenkapital (EK-Quote fast 70%), die fehlende Konkurrenz in der Region, der große Grundbesitz in Flughafennähe (evtl. für Firmen interessant) und nicht zuletzt unser Interesse an einer geographischen Diversifikation. Die Aktie ist unser erster neuseeländischer Wert.


Cisco Systems

Dieser Netzwerkausrüster hat das Platzen der Internetblase Anfang des Jahrtausends im Kurs zwar immer noch nicht gänzlich ausgebügelt, aber die letzten Jahre machen Hoffnung: Kurs- und Geschäftsentwicklung zeigen in die richtige Richtung. Besonders gut gefällt uns, dass inzwischen ein Drittel des Umsatzes aus Lizenzgebühren besteht, die regelmässig anfallen. Das macht das Unternehmen weniger anfällig für zyklische Schwankungen.  Zudem hat sich Cisco im Wachstumsmarkt der Cyber-Sicherheit inzwischen zum Marktführer entwickelt. Durch Zukäufe, auch in diesem Bereich, ist zwar die Eigenkapitalquote geringer geworden, wir werden diese aber unter Beobachtung haben und handeln, sofern sie weiter fällt.

Cisco ist auf Vorschlag von Sleek (und danach noch einmal von Josef Traub) in den Kreis unserer wahren Werte aufgenommen worden.


Danaher

Diese Aktie ist ein Dauerläufer mit unendlich anmutender Ausdauer: Seit 1990 geht ihr Kurs unentwegt nach oben, allenfalls von relativ kurzen Korrekturen unterbrochen. Ist das nicht schon Beweis genug dafür, dass Danaher ein wahrer Wert ist?

Im Prinzip ähnelt Danaher der INDUS Holding. Auch Danaher ist nämlich eine Holding, die sich hauptsächlich an eher mittelständischen Industrie-Unternehmen beteiligt, die nicht selbst an der Börse notieren. Freilich ist Danaher dabei noch erfolgreicher als INDUS. Investitionsschwerpunkt sind die USA, aber auch im Ausland ist Danaher auf Einkaufstour. Zum Beispiel  gehört seit 2005 die deutsche Firma Leica Microsystems zur Gruppe.

Danaher ist nicht nur erfolgreicher als INDUS, sondern auch erfolgreicher als Warren Buffett mit seiner Holding Berkshire Hathaway. Aus diesem, aber auch aus einem anderen Grund ziehen wir Danaher der Buffett-Holding vor: In die Danaher-Firmen könnten wir ohne diese Holding gar nicht investieren, in die meisten Buffett-Beteiligungen dagegen schon, weil sie ihrerseits börsennotiert sind.

Danaher wurde von unserem Spürhund Reinhold vorgeschlagen. Er rannte damit offene Türen bei uns ein, weil wir die Aktie schon vorher eine Zeitlang unter Beobachtung hatten.


Svenska Cellulosa

Ein wahrer Wert, wie er im Buche steht: Der Waldbesitz der Schweden erstreckt sich über eine Fläche, die fast so groß ist wie ganz Belgien. Svenska Cellulosa verfügt nicht nur über ein dickes Polster an Eigenkapital, sondern dieses ist auch noch mit dem Sachwert Wald unterlegt.

Als Europas größter Waldbesitzer bietet uns Svenska Cellulosa somit die Möglichkeit, Miteigentümer von Wald zu werden – ein Investment, das uns auf direktem Wege leider verwehrt ist. Genau aus diesem Grund sind vermutlich auch viele andere Sachwerte-Anleger in Svenska Cellulosa investiert. Die vermeintlich hohe Bewertung der Aktie ist unter diesem Gesichtspunkt zu relativieren.

Seit der Abspaltung des Papier-und Zellstoffgeschäfts unter dem Namen Essity im Jahr 2017 sind die Schweden zwar nicht mehr direkt mit der Herstellung von Zewa und Co beschäftigt, sie werden als wichtiger Lieferant von Essity aber auch in Zukunft von diesem Geschäft profitieren. Generell halten wir die ganze Branche ohnehin für zukunftsträchtig, denn im Zuge der Bestrebens, Plastikabfälle zu reduzieren, dürften sich neue Chancen für Produkte auftun, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz entstehen.

Auf Svenska Cellulosa hat uns Miguelto Hennland aufmerksam gemacht. Wir sind sicher, dass er uns damit nicht auf den Holzweg geschickt hat.


Reckitt Benckiser

Obwohl unser Depot keinerlei Pickel hat, könnte ihm etwas Clearasil gut zu Gesicht stehen, dachte sich „Sandro“, der seinen wahren Namen leider nicht nennen will. Deshalb hat er uns die Aktie jenes Unternehmens ans Herz gelegt, das Clearasil im Angebot hat. Wir fanden seinen Vorschlag gut und haben das Papier in den Kreis der wahren Werte aufgenommen.

Clearasil ist natürlich nicht alles, was dieser wahre Wert im Sortiment hat. Dazu kommen durex (gefühlsecht), Calgon, Sagrotan, Kukident, Scholl, Hoffmanns Stärke und und und …. Manche dieser Marken haben schon zwei Weltkriege und Währungsreformen überstanden, sie leben immer noch. Und sie alle sind bekannter als der Name, der dahinter steht: Reckitt Benckiser – ein britisch-deutscher Konzern, dessen deutsche Wurzeln auf die Ludwigshafener Chemiefabrik Benckiser zurückgehen.

Diese Aktie finden wir aus folgendem Grund besonders interessant: Sie gehörte in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zu jenen Papieren, die der gute alte Kostolany so liebte. Kaufen, Schlaftabletten nehmen und liegenlassen … Selbst in der letzten Finanzkrise hätten wir Reckitt Benckiser vermutlich nicht aus dem Depot gehauen. Der Aktienkurs verlor nämlich nur unwesentlich. Damit erwies sich die Aktie als krisenresistenter als alle anderen, die wir im Depot haben.


Google/Alphabet

Das war die erste Hightech-Aktie in unserem Wahre-Werte-Kreis und sie hat ein zumindest im Kerngeschäft leicht nachvollziehbares Geschäftsmodell. Besonders überzeugend: Gewinnentwicklung, Kursentwicklung und Eigenkapitalquote top! Letztere übertrifft die Ek-Quote der Deutschen Bank sogar um mehr als das Zwanzigfache. Und in der Kasse von Google liegen Milliarden. Dagobert Duck hätte allein an diesem Geldspeicher seine wahre Freude.

Neben den bekannten Geschäftsfeldern sind Googles Daten die Einkommensquelle der Zukunft. Und wie kein anderes Unternehmen weiß der Konzern diese Daten für eine Vielzahl innovativer Projekte zu nutzen: Selbstfahrende Autos, Roboter, Gesundheitsüberwachung/ -versorgung, Schnelles Breitband,virtuelle Assistenten, visuelle Erkennungs-, Bezahl-, und Verschlüsselungsprozesse, Drohnen, Cloud, Fintech…. um nur einige zu nennen.

Alphabet verfügt über die notwendigen Informationen, um aus jedem Geschäftsmodell einen Erfolg zu machen. Schon heute ist Google beispielsweise in der Lage, aufgrund seines immensen Datenbesitzes treffsicherere Vorhersagen machen als so mancher Experte.

Die Aktie gelangte auf Vorschlag unseres Lesers Uwe L in den Kreis der wahren Werte.

 


Fielmann

Auch dieses Unternehmen gefällt uns grundsätzlich: Es wird vom Inhaber Günther Fielmann mit ruhiger Hand geführt, der es auf Langfristigkeit ausrichtet. Seine Nachfolge hat er auch schon geregelt und Sohn Marc in den Vorstand berufen, der ihn als Vorstandschef ablösen wird. Dies spricht für Kontinuität in der Führung und anhaltendes familiäres Engagement.

Besonders in der letzten Finanzkrise hat sich die Aktie äußerst stabil gezeigt. Die Eigenkapital-Quote von deutlich über 70% überzeugt uns natürlich im Besonderen.

Bis auf das hohe KGV und die zuletzt volatile Kursentwicklung gibt es an Fielmann kaum etwas auszusetzen.

Wir gratulieren Uwe L., der die Aktie vorgeschlagen hat.


Credit Acceptance Corp.

Die Erfolgsstory dieses Unternehmens halten wir für beeindruckend. Das annualisierte Wachstum des Gewinns pro Aktie über die letzten 10 Jahre beträgt 30 Prozent. Dies ohne Verlustjahr. Zwar ist die Credit Acceptance Corp in der Finanzbranche tätig und erscheint deshalb auf den ersten Blick weniger geeignet für ein Depot unserer Zielsetzung. Allerdings agiert das Unternehmen in erster Linie als eine Art moderner Pfandleiher. Das heißt, seine Kredite sind mit „wahren Werten“ unterlegt, was das Unternehmen unserer Ansicht nach schließlich doch für unse Auswahl qualifiziert.

Alle Direktoren des Unternehmens besitzen Aktienpakete und halten zusammen mehr als 24%. Gerade in Krisensituationen profitiert das Unternehmen durch Bereitstellung von Geldern an Privatpersonen.

 


Unsere Ex:

Hier sind unsere ehemaligen Depotwerte, die wir nicht nur auf die Ersatzbank gesetzt, sondern gänzlich aus unserem Kreis entfernt haben.

 


 Colgate-Palmolive

Diese Aktie haben wir Ende Februar 2016 verbannt. Der Grund liegt in der Bilanz: Dort war das Eigenkapital zum Jahresende 2015 vollständig aufgebraucht. Nachdem wir das dünne – und weiter abnehmende -Eigenkapitalpolster von Colgate Palmolive ohnehin schon unter Beobachtung hatten, war damit für uns eine rote Linie überschritten.

Ein Unternehmen ohne bilanzielles Eigenkapital gehört nicht in ein Depot mit wahren Werten – auch wenn Colgate aufgrund seiner weltweit führenden Marktstellung vermutlich nicht so schnell pleite gehen wird. Wir werden erst wieder über eine Neuaufnahme nachdenken, wenn das Unternehmen seine Bilanz in Ordnung gebracht hat.

Geschäftlich bleibt der Produzent von Zahnpasta und Haushaltshygiene-Produkten natürlich interessant. Seine Markennamen Colgate und Palmolive, aber auch andere wie Ajax, sind weltbekannt. Zudem hat sich die Colgate-Aktie in der letzten Finanzkrise als äußerst widerstandsfähig erwiesen – mit einem maximalen Kursverlust von 20%. Die Gewinne des Unternehmens sind seit Jahren stabil.


 

Energy Assets

Die Firma erhielt ein Übernahmeangebot eines Fonds und wurde  von der Börse genommen. Schade, aber offenbar waren auch andere überzeugt vom Geschäftsmodell. Energy Assets gehört neben den beiden Mitbewerbern National Grid und Smart Metering Systems zu den größten Anbietern für intelligente Stromnetzgeräte in Großbritannien. Dabei hat man einen sehr krisenresistenten und nachhaltigen Weg eingeschlagen, Verbraucher langfristig an sich zu binden. Intelligente Endgeräte werden für geringe Kosten in den Häusern installiert und dafür mit langfristigen Verträgen und einer monatlichen Miete abbezahlt. Energy Assets sichert sich dadurch langfristig stabile Zahlungsströme. Auf Sicht der kommenden Jahre ist deshalb mit stetigen Gewinnzuwächsen zu rechnen. In Krisensituationen ist es zudem vorrangiges Ziel einer jeden Nation, die Energieversorgung der Haushalte und Unternehmen sicher zu stellen. Intelligente Stromnetze helfen dabei.