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„Verwandtenbeschäftigung in der Politik: Warum ‚alles legal‘ nicht ausreicht“

4. Mai 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | Keine Kommentare »

Alles legal“ ist kein Argument.
Es ist oft nur eine Ausrede.

In der Bundestagsdebatte vom 26. Februar 2026 ging es um Vorwürfe der Verwandtenbeschäftigung bei der Alternative für Deutschland.
Im Raum standen Vetternwirtschaft und wechselseitige Anstellungen auf Staatskosten.
Die AfD weist das zurück – und sagt: rechtlich zulässig.

Mag sein.

Aber genau dort wird es politisch interessant.

Denn Systeme scheitern nicht erst, wenn Regeln gebrochen werden.
Sondern wenn sie so genutzt werden, dass sie ihren Sinn verlieren.

Wenn Posten über Beziehungen vergeben werden.
Wenn Loyalität mehr zählt als Leistung.
Wenn man sich im Rahmen der Regeln bewegt – und sie gleichzeitig aushöhlt.

Das ist kein Skandal auf den ersten Blick.
Das ist schleichende Veränderung.

Und die hat Folgen.

Vertrauen kann erodieren.
Fairness wird infrage gestellt.
Und irgendwann steht die Frage im Raum: Gelten die Regeln wirklich noch für alle?

Die Analyse von Maria Domańska („The Kremlin’s Loyal Praetorians“, Centre for Eastern Studies, 27.02.2026) beschreibt ein System, in dem genau diese Logik zum Prinzip geworden ist:
Macht entsteht dort weniger durch Institutionen als durch Loyalität und Zugang zum Zentrum um Wladimir Putin.

Deutschland ist davon weit entfernt.

Aber der Punkt ist ein anderer:

Solche Systeme entstehen nicht über Nacht.
Sie entstehen, wenn man sich daran gewöhnt, dass „legal“ als Begründung ausreicht.

Und genau dann verliert Politik ihre Glaubwürdigkeit.

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