Vom KGB in den Kreml – Hat sich die Methode wirklich geändert?
7. Juni 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | 2 Kommentare
Wer Putins Politik verstehen will, sollte seine Biografie nicht unterschätzen.
Denn Wladimir Putin ist kein Berufspolitiker. Er wurde als Offizier des KGB ausgebildet.
Der KGB betrieb nicht nur klassische Spionage. Zu seinem Instrumentarium gehörten auch sogenannte „aktive Maßnahmen“: Desinformation, Einflussoperationen und die gezielte Schwächung politischer Gegner im Ausland.
Klassische Spionage dient der Informationsbeschaffung. Einflussoperationen verfolgen dagegen ein anderes Ziel: Sie sollen politische Entscheidungen, öffentliche Debatten und gesellschaftliche Stimmungen beeinflussen.
Die Frage ist deshalb naheliegend:
Hat sich diese strategische Denkweise mit dem Ende der Sowjetunion wirklich erledigt – oder finden sich ihre Grundmuster auch heute in der russischen Politik wieder?
Vor diesem Hintergrund sind auch die Bilder aus St. Petersburg bemerkenswert. Sie zeigen, dass Russland trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterhin politische und wirtschaftliche Kontakte zu Akteuren aus Europa pflegt.
Daraus lassen sich keine pauschalen Schlussfolgerungen über die Motive der Beteiligten ziehen.
Die Frage bleibt jedoch, welche strategische Wirkung solche Bilder entfalten und welche Botschaft sie nach innen und außen senden.
Gerade weil offene Gesellschaften Raum für freie Debatten bieten, können sie auch zum Ziel gezielter Informations- und Einflussoperationen aus dem Ausland werden.

Gibt es im Westen keine Desinformationen, Einflussoperationen und die gezielte Schwächung politischer Gegner?
Schauen Sie sich einfach mal die Vita und das Sponsoring bspw der Herren Musk, Gates, Soros an – gerne in Kombination auch die Vielzahl der sogenannten NGOs (welche ja ebenfalls finanziert werden müssen von irgendwem).
Je nachdem, wer welchem Lager angehört, wird Einfluss genommen, um die persönliche Macht zu sichern bzw zu erweitern.
Ja, klar gibt es auch im Westen Desinformation, Lobbyismus, Einflussnahme und Versuche, öffentliche Debatten oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.
Das war aber nicht der Punkt meines Beitrags.
Mein Punkt war: Der KGB hat sogenannte „aktive Maßnahmen“ systematisch als Instrument staatlicher Machtpolitik eingesetzt. Die Frage ist, ob sich Elemente dieser strategischen Denkweise heute in der russischen Politik wiederfinden.
Dass auch westliche Staaten, Unternehmen, Millionäre und Milliardäre, Stiftungen oder NGOs Einfluss ausüben, widerspricht dieser Frage nicht. Beides kann gleichzeitig zutreffen.
Entscheidend ist, sauber zu unterscheiden: private Einflussnahme, Lobbyismus und NGO-Finanzierung sind nicht automatisch dasselbe wie staatlich gesteuerte Desinformation oder geheimdienstliche Einflussoperationen.
Genau diese Differenzierung ist mir wichtig.