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Die Linken wollen keine Reichen. Die Konservativen keine Schulden

17. Oktober 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | 6 Kommentare

Über kaum etwas wird so leidenschaftlich gestritten wie über Geld und Schulden. Und kaum etwas wird dabei so gründlich missverstanden wie der Zusammenhang zwischen beiden.

Die Linken empören sich über die riesigen Vermögen der Reichen. Gleichzeitig können sie gar nicht genug neue Schulden machen, um ihre politischen Vorstellungen zu finanzieren.

Die Konservativen dagegen verteidigen die großen Vermögen, wollen aber am liebsten keine neuen Schulden zulassen.

Merkt eigentlich niemand, wie widersprüchlich diese Debatte ist?

Der größte Teil unseres Geldes entsteht durch Schulden. Banken schaffen neues Geld, indem sie Kredite vergeben. Ohne Verschuldung gäbe es den größten Teil unseres Geldes nicht.

Die einen wollen die Schulden, aber nicht die daraus entstehenden Vermögen. Die anderen wollen die Vermögen, aber nicht die Schulden.

6 Kommentare

  1. Sind die sogenannten Linken wirklich „links“ im klassischen Sinne?

    Oder handelt es sich dabei vielleicht um indirekte Gehilfen der Superreichen, sprich Multimilliardäre?

    Wo „links“ an die Macht kommt, sinkt das Vermögen der Durchschnittsbürger, welche etwas Vermögen erarbeitet haben.

    Das Vermögen ist bekanntlich nicht weg, sondern es wechselt lediglich seinen Besitzer.

    Was heute in Frankreich passiert, wird in wenigen Jahren auch in Deutschland passieren. Auch in Ihrer Heimatstadt und in Ihrem Wohnort. Sind Sie darauf stolz?

    Ich weiß, sehr direkt formuliert von mir – aber Klartext ist wichtig.

    • Mir geht es weniger um die Frage, wer politisch links oder rechts steht. Meine Kritik gilt beiden politischen Lagern. Während die einen über große Vermögen klagen und neue Schulden fordern, verteidigen die anderen große Vermögen und wollen die Schulden begrenzen. Dabei wird häufig übersehen, wie eng Geldvermögen und Verschuldung miteinander zusammenhängen. Genau auf diesen Widerspruch wollte ich aufmerksam machen.

  2. „Die einen wollen die Schulden, aber nicht die daraus entstehenden Vermögen. Die anderen (Anm. Die Konservativen) wollen die Vermögen, aber nicht die Schulden.“

    Das greift mEn etwas zu kurz, und ist pauschalisiert.

    Zunächst: wen meinen Sie mit den „Konservativen“ in Deutschland? Die heutige CDU ist de facto keine konservative Partei mehr, wie sie noch unter Kohl war (und Stoiber für die CSU). Frau Merkel und jetzt Herr Merz haben den Laden umgekrempelt.

    Bundeskanzler Merz hat massive Schulden aufgenommen und sein Wahlversprechen gebrochen.

    Ergo machen sowohl die sogenannte Linke als auch CDU/CSU massive Schulden GEMEINSAM. Es gibt hier also keine „zwei Lager“, welche diesbezüglich unterschiedlich handeln.

    „Die Konservativen dagegen verteidigen die großen Vermögen, (…)“

    Die ganz großen Vermögen werden sowohl von den sogenannten Linken als auch den „Konservativen“ GEMEINSAM verteidigt. Wenn dem so nicht wäre, würden die ganz großen Vermögen schrumpfen.

    Ab welchen Vermögenssummen definieren Sie „ganz große“ Vermögen? Die Antwort darauf finde ich sehr spannend.

    • Sie haben recht, dass meine Kolumne bewusst zuspitzt. Und selbstverständlich ist mir nicht entgangen, dass Friedrich Merz mit der Lockerung der Schuldenbremse eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen hat.

      Mir geht es allerdings nicht um eine parteipolitische Bestandsaufnahme oder darum, ab welcher Summe ein Vermögen als groß gilt.

      Es geht um einen grundlegenden wirtschaftlichen Zusammenhang: Der größte Teil unseres Geldes entsteht durch die Kreditvergabe der Banken. Gleichzeitig stehen finanziellen Forderungen immer entsprechende Verbindlichkeiten gegenüber. Wer über Schulden und Geldvermögen diskutiert, sollte diesen Zusammenhang nicht ausblenden.

      Genau darauf wollte ich mit meiner Kolumne aufmerksam machen.

      • Auf dem Gebiet sind Sie natürlich Experte. Ich kenne zumindest die Grundlagen und die Zusammenhänge.

        (Geld)Vermögen und Schulden müssen sukzessive wachsen.

        Jetzt kommt aber der für mich zentrale Aspekt bei dieser Thematik: die VermögensVERTEILUNG.

        Anbei meine Einschätzungen:

        Wie gesagt: Vermögen müssen wachsen, da die Schulden wachsen.

        Die Multimilliardäre (Musk, Bezos, Gates & Co) vergrößern ihr Vermögen unaufhörlich, und wollen es natürlich nicht abgeben bzw reduzieren.

        Demzufolge müssen andere Vermögen reduziert werden, damit deren Vermögen weiter wachsen kann (und weiter wachsen wird).

        Von wem kann man Vermögen wegnehmen? Nur von dem, der Vermögen erarbeitet hat (und es sich nehmen lässt).

        Bis zum Zusammenbruch des Ostblocks war es in Westeuropa oberstes Gebot der Regierungspolitik, in der heimischen Bevölkerung Vermögen aufzubauen. Insbesondere in Westdeutschland, gepaart mit Freiheit pur. Dadurch wurde ein klares Signal an die Bevölkerungen des Ostblocks gesendet: „go west“.

        Die Strategie ging auf: der Ostblock kollabierte, da die Bevölkerungen in Westeuropa wohlhabend waren und Vermögen aufbauen konnten. Konkret: Eigene Immobilie(n), moderne Autos, Geld für Urlaub etc – häufig war es ausreichend, wenn der Vater arbeiten ging („Zweidrittelgesellschaft“).

        Den Ostblock gibt’s nicht mehr. Somit gibt es auch keinen Grund mehr, den Vermögensaufbau der heimischen Bevölkerung durch entsprechende Politik zu unterstützen.

        Vielmehr wird durch Steuern, Abgaben, Schikanen uvm das Vermögen der „Zweidrittelgesellschaft“ sukzessive geschreddert.

        Diese gerät in die Minderheit und hat bald nichts mehr zu melden – siehe Wahl in Berlin.

        Und niemand hinterfragt mehr die Spitzenvermögen der Multimilliardäre…denn dazu braucht es kritisches Denken und das Verstehen von Zusammenhängen.

        • Die Frage der Vermögensverteilung ist zweifellos wichtig. Allerdings bedeutet ein wachsendes Milliardenvermögen nicht automatisch, dass das Vermögen anderer Menschen entsprechend schrumpfen muss. Vermögen sind keine feststehende Größe, die lediglich umverteilt wird.

          Gerade deshalb sollten wir zwei Fragen auseinanderhalten: Wie entsteht unser Geld, und wie verteilt sich der gesellschaftliche Wohlstand?

          Mit der zweiten Frage habe ich mich bereits in einer früheren Kolumne beschäftigt. Darin beleuchte ich die Frage der Ungleichheit aus einer historischen Perspektive und zeige, weshalb selbst sozialistische Systeme sie nicht beseitigen konnten.

          https://wahre-werte-depot.de/der-wahre-streit-hinter-dem-dgb-bundeskongress-warum-selbst-sozialistische-systeme-ungleichheit-nie-beseitigen-konnten/

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