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Peter Thiel kritisiert die Medien – und sie liefern ihm das Anschauungsmaterial

25. September 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | Keine Kommentare »

Manchmal schreibt sich eine Kolumne fast von selbst. Man muss nur die Schlagzeilen lesen.

Peter Thiel bekommt in Berlin den Axel Springer Award und teilt gegen die Medien aus. Die Landschaft sei „sehr, sehr einseitig“, vieles eine „linke Hassfabrik“.

Harter Vorwurf.

Dann kommt die Berichterstattung.

Bei t-online ist Thiel der „umstrittene Tech-Milliardär“. Das ZDF fragt: „Trump-Flüsterer und Tech-Milliardär: Wer ist Peter Thiel?“ Der Tagesspiegel titelt: „Bild umgarnt Peter Thiel“. Und die Süddeutsche braucht für ihren Kommentar zur Preisverleihung nur ein Wort: „Männerbünde“.

Man kann Thiel kritisieren. Man kann seine politischen Ansichten ablehnen, seine Nähe zu Donald Trump problematisch finden und über Palantir streiten.

Nur sollte man dabei eines nicht übersehen: Dieser Mann hat PayPal mitgegründet, war der erste externe Investor von Facebook, gründete Palantir mit und finanzierte zahlreiche Technologieunternehmen. Bei der Preisverleihung ging es auch um eine Frage, die für Europa existenziell ist: Wie können westliche Gesellschaften ihre Innovationsfähigkeit bewahren?

Darüber ließe sich hervorragend streiten.

Stattdessen wieder Trump. Wieder das Etikett „umstritten“. Wieder die politische Schublade.

Und genau da wird es interessant.

Thiel wirft Teilen der Medien Einseitigkeit vor – und Teile der Medien antworten mit genau jener Art der Berichterstattung, die seinen Vorwurf zumindest bedenkenswert erscheinen lässt.

Das heißt nicht, dass Peter Thiel recht hat.

Es heißt nur: Wer einem Mann vorwirft, die Welt zu einfach zu sehen, sollte ihn nicht selbst auf ein paar einfache Etiketten reduzieren.

Denn guter Journalismus fragt nicht zuerst, wer etwas sagt.

Er fragt, ob etwas dran ist.

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