Geschlossene Abteilung? Das falsche Gebäude, Herr Gysi
Gregor Gysi hat nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin einen bemerkenswerten Satz gesagt: „Wenn ich das 1990 prognostiziert hätte, wäre mir eine geschlossene Einrichtung empfohlen worden, da hätte ich mich auch hinbegeben.“ Ein guter Satz. Nur führt er mich gedanklich in ein anderes Gebäude. Ins Gefängnis. Denn 1990 lag gerade ein Staat in Trümmern, der Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen verfolgt, bespitzelt und eingesperrt hatte. Die DDR war eine Diktatur. Getragen von der SED. Schätzungsweise 200.000 bis 250.000 Menschen waren in SBZ und DDR politische Häftlinge. Menschen saßen hinter Gittern, weil sie widersprachen, ausreisen wollten oder dem Staat politisch unbequem waren. Und Gregor Gysi? Er trat 1967, mit 19 Jahren, in die SED ein. Als Rechtsanwalt machte er in der DDR Karriere – und vertrat zugleich prominente Regimekritiker und Oppositionelle. Dann kam 1989. Am 9. Dezember, einen Monat nach dem Fall der Mauer, wurde Gysi zum Vorsitzenden der SED gewählt. Eine Woche später nannte sich die Partei SED-PDS, im Februar 1990 nur noch PDS. Gehörte Gysi deshalb ins...
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