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„Lyxor-DAX-ETF nicht sicher“

25. März 2018 - Gastbeitrag von Dr. Gerald Baumann in Allgemein | 11 Kommentare

Hallo Herr Brichta,

ich habe Ihnen schon einmal geschrieben und angemerkt, dass der Lyxor-Dax-ETF nicht sicher ist. Er ist zwar vollständig repliziert, betreibt aber Wertpapier-Leihe. siehe:

https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=LU0252633754&gclid=CO2A39-Crc8CFeEV0wodtzQBkg

Deshalb ist der Aktienbestand nicht durchgehend im Besitz des ETF. Vielmehr beinhaltet das ETF Portfolio auf Grund der Leihgeschäfte permanent mehr oder weniger andere Wertpapiere, deren Zusammensetzung nicht transparent ist.

Daher bin ich der Meinung, dass dieser ETF nicht zu den wahren Werten laut Ihrer Definition gehört.
Alternativ wird ein ETF sinnvoll, der vollständig repliziert und keine Wertpapierleihe betreibt.

Abschließend möchte ich mich für Ihr Buch bedanken. Es hat mir die Augen geöffnet. Ich bin deshalb gerade dabei, meine Altersvorsorge umzustellen.

Mit herzlichen Grüßen

Gerald Baumann

11 Kommentare

  1. Das ist richtig, lieber Herr Baumann. Nach meinen Informationen betreiben aber nahezu alle ETFs in einem bestimmten Rahmen Leihgeschäfte. Dies gilt für DAX-ETFs im Besonderen, da der DAX ein Perormance-Index ist und somit Dividendeneinnahmen als Zusatzeinkünfte für den Fonds nicht in Betracht kommen.

    Ich fürchte also, dass wir diese Kröte schlucken müssen, wenn wir auf das Instrument Index-Fonds nicht gänzlich verzichten wollen. Für mich ist ein voll replizierender ETF, der Leihgeschäfte betreibt, aber immer noch das kleinere Übel im Vergleich zu einem swap-basierten ETF.

    Sollten Sie oder andere Leser jedoch auf einen voll replizierenden DAX-ETF stoßen, der NICHT verleiht, geben Sie uns Bescheid. Dann würden wir diesen natürlich vorziehen. Derzeit haben wir ohnehin keinen ETF im Depot.

  2. Hallo Herr Brichta,

    es gibt solche Dax ETF vollständig repliziert, ohne Wertpapier-Leihe
    z.B.
    Comstage
    WKN: ETF901 auf Dax
    WKN: ETF907 auf M-Dax
    WKN: ETF905 auf S-Dax
    WKN: ETF903 auf Div-Dax
    WKN: ETF908 auf Tec-Dax
    WKN: ETF950 auf Euro Stoxx 50
    WKN: ETF960 auf Europa 600

    Grüß
    Peter Kühn

    • Vielen Dank, lieber Peter. Ich werde das mal gegen-checken. Wenn es tatsächlich so ist, werden wir beim nächsten DAX-Engagement den Comstage-ETF nehmen.

    • Nach meiner Information stimmt das nicht bez. Comstage. Ich bin selber (geringfügig) in zwei Comstage-Branchen-ETFs investiert. Im letzten Jahr bekam ich eine Mitteilung, wonach ab Anfang dieses Jahres (zu meiner Freude) die Comstage-Fonds zukünftig tatsächlich vollständig replizieren, aber im Gegenzug die Kosten (oder Ausgabeaufschlag) steigen, wenn ich mich recht erinnere. Vorher waren sie zumindest teilweise swap-basiert, bei Comdirect aber ohne Ausgabeaufschlag erhältlich, wenn ich mich recht erinnere. Kürzlich bekam ich eine neuerliche Mitteilung (Datum 15.02.2018) über einige Änderungen. Ich zitiere: „… Ferner hat der Verwaltungsrat der Gesellschaft für alle Teilfonds zum 12.03.2018 beschlossen, dass die Verwaltungsgsellschaft zukünftig für die Anbahnung und Durchführung besonderer Techniken und Instrumente die Wertpapiere und Geldmarktinstrumente zum Gegenstand haben, wie Wertpapierdarlehensgeschäfte, Wertpapierpensionsgeschäfte und Derivate, für Rechnung des jweiligen Teilfonds eine Vergütung in Höhe von bis zu 30% der Erträge aus diesen Geschäften enthält … Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Gesellschaft für alle Teilfonds zum 12.03.2018 beschlossen, der voraussichtlich für Wertpapierleihegeschäfte infrage kommenden Anteil des Vermögens des jeweiligen Teilfonds auf 0 % bis zu 50 % zu erweitern. …“

      • p. s. Ich war ursprünglich davon ausgegangen, dass die Änderung Anfang des Jahres, d. h. die Umstellung von (zumindest teilweise) swap-basiert auf voll replizierend, mit der Änderung der Abgeltungssteuer (ab Anfang dieses Jahres) zusammenhingen, um dem Anleger entgegenzukommen. Mag sein, dass viele andere ETFs tatsächlich dementsprechend auch eine Änderung vollzogen haben.

  3. Inzwischen habe ich recherchiert: Die von Herrn Kühn oben zitierte Produktfamilie der „Comstage-1-ETFs“ (vollreplizierend, keine Wertpapierleihe, dafür aber ausschüttend) ist laut Comstage ein vollkommen neues Angebot, das es vorher noch nicht gab. Man trage damit den Wünschen bestimmter Kundengruppen Rechnung, zum Beispiel von Stiftungen, die einer Wertpapierleihe ablehnend gegenüberstehen.

    Es handelt sich hier also um eine Neuerung, der wir uns selbstverständlich nicht verschließen. Da auch die Pauschalgebühr von 0,15% p.a. für den DAX-ETF im akzeptablen Rahmen liegt, wäre der ETF901 bei nächster Gelegenheit für uns eine Alternative zum Lyxor.

  4. DBX1DA und 593393 sind ebenso voll replizierend und thesaurierend

    • Richtig, davon gibt es viele, zum Beispiel den Lyxor, den wir im Depot hatten. Die Frage ist nur, wer außer den Comstage-1-ETFs auf Wertpapierleihgeschäfte verzichtet?

      • Hallo Herr Brichta,
        was nützt ein voll replizierender thesaurierender ETF, der keine Wertpapiere verleiht, wenn man ihn zukünftig aufgrund regulatorischer Repressalien in Krisensituationen nicht mehr verkaufen kann?

        https://www.institutional-money.com/news/uebersicht/headline/eu-prueft-verbot-des-fondshandel-in-krisenzeiten-141956/

        https://finanzmarktwelt.de/bei-einem-boersencrash-eu-behoerden-planen-entmuendigung-der-fondsanleger-83326/

        Nach meinem Verständnis widerspricht dies in jeder Hinsicht dem zugrunde gelegten Konzept des WWD. Wäre es somit nicht konsequent, auf Investitionen in ETFs komplett zu verzichten?

        Beste Grüße

        • Mögliche regulatorische Repressalien in Krisen sind selbstverständlich immer ein Thema, das wir im Auge behalten. Darauf werden wir uns auch mit Sicherheit einstellen. Da die DAX-ETF-Position aber eine Position ist, mit der wir unsere – positive – Markterwartung auszudrücken pflegen, bin ich mir nahezu sicher, dass wir diese in der Krise ohnehin nicht halten werden 😉

          Stellt sich die Frage, warum wir dann überhaupt darüber reden, weil die Leihe vermutlich erst im Krisenfall zum Problem werden dürfte. Meine Antwort: Es handelt sich um ein rein prinzipielles Vorgehen nach dem Motto: Auch wenn wir noch nicht in der Krise sind, möchten wir jene ETFs halten, die grundsätzlich die geringsten Ansatzpunkte zur Kritik bieten. Und da ist eben der ETF, der nicht verleiht, einem ETF vorzuziehen, der verleiht. Auch wenn die Bedeutung in der Praxis für uns weniger relevant erscheint.

  5. Sehr geehrter Herr Kühn,

    vielen Dank für Ihren wertvollen Hinweis.

    Beste Grüße
    Anton Voglmaier

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