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2 Münzen für 2 Billionen Dollar!

25. März 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 18 Kommentare

Wenn dieser Vorschlag umgesetzt würde – wie gesagt WENN -, dann wäre dies jetzt schon Helikoptergeld. Zumindest ein interessanter Ansatz …

ntv.de:

Eine Gesetzeslücke und eine lange belächelte Theorie bilden die Grundlage für einen Gesetzesvorschlag, der die US-Geld- und Finanzpolitik revolutionieren könnte. Demnach soll der Finanzminister zwei spezielle Münzen prägen. Deren Wert würde ausreichen, um der US-Bevölkerung durch die schwere Wirtschaftskrise zu helfen.

https://www.n-tv.de/21665676

18 Kommentare

  1. „Diese Münzen wären dann ein allgemeingültiges Zahlungsmittel. Die Regierung kann sie bei der Notenbank Federal Reserve (Fed) eintauschen und sich zwei Billionen Dollar auf ihrem Konto gutschreiben lassen – ohne einen Dollar Schulden aufgenommen zu haben. Das Geld soll sie nach Tlaibs Vorschlag für die Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen in den USA bis zum Ende der Corona-Krise verwenden.“

    Geniale Idee.

    Warum nicht gleich jedes Jahr jeweils drei 1-Bio-Münzen in $ und € prägen, und alle Amis und EU Bürger bekommen ein bedingungsloses Grundeinkommen? Endless summer, party on. Make love, make no war.

    Gearbeitet wird dann nur noch in Asien.

    In Russland muss auch nicht mehr gearbeitet werden, da die Rohstoffe nach China geleitet werden – das will der ewige Putin, Präsident bis 2036, so haben, damit die russiche Bevölkerung entspannt bleibt.

    Jetzt aber die alles entscheidende Frage nach der Ökologie: Da es sich um eine Biomünze handelt, wird auch das Klima gerettet.

    • „Da es sich um eine Biomünze handelt, wird auch das Klima gerettet.“

      Vorausgesetzt, dass Platin wurde unter ethisch einwandfreien Bedingungen gefördert und fair gehandelt. 😂

  2. Hallo Raimund,
    kannst Du das näher erläutern, warum dies dann aus Deiner Sicht Helikoptergeld ist? Durch die Ausgabe der Münzen bekäme doch der einfache Bürger keinen Dollar, zumindest nicht von der Notenbank. Wo ist mein Denkfehler?

    • Der Staat macht die Münze, hinterlegt sie bei der Notenbank, lässt sich dafür – ohne Schulden zu machen – ein Billionen-Guthaben auf dem Notenbankkonto gutschreiben und verschenkt dieses dann ans Volk.

  3. Das ist Hexenwerk!
    Nein! Doch! Oooohhhhh!

    Auf den Scheiterhaufen mit dem Purschen

    Einzig wundert mich, dass sich jemand wundert, dass durch die Anleihenkäufe noch keine Hyperinflation ausgelöst wurde.
    Da bedarf es noch Aufklärungsarbeit Raimund

    • Genau. Es gibt sogar noch Publikationen wie den „Inflationsschutzbrief“ – dabei ist im Gegenteil ein de-flationärer Zusammenbruch das, was tatsächlich droht.

    • Die Münz Idee ist ja nicht neu, wird dadurch aber nicht besser.Rund 10 Jahre ging es jetzt gut, immer mehr Geld zu drucken,aber unbegrenzt funktioniert die Ausweitung der Geldmenge nicht.

      • Klar ist die Münzidee nicht neu, genauso wenig wie die Heli-Geld-Idee neu ist. Neu ist aber, dass die Wahrscheinlichkeit größer wird, dass solche Ideen tatsächlich einmal realisiert werden. Stay tuned!

  4. „Nein! Doch! Oooohhhhh!“

    Klassiker…:-)

    „Deflationärer Zusammenbruch“: würde wohl im Falle eines längeren Shutdowns drohen. Nicht umsonst möchte Trump die Wirtschaft am liebsten wieder zügig hochfahren. Seiner Argumentation nach sorgt eine große Wirtschaftsdepression für mehr Tote und Leid als durch die „Grippe“. Bin gespannt wie diese heikle Diskussion ausgeht.

    Faktisch wird in China die Produktion wieder hochgefahren. Bringt aber nur bedingt etwas, da in Europa und den USA derzeit die Nachfrage stockt.
    Shell least derzeit scheinbar Tanker, um diese vollgepumpt auf den Ozeanen zu parken.

  5. Das ist doch das wirklich interessante, mit welchem Tempo solche vor kurzem noch als vollkommen abstrus gebrandmarkt Ideen im Moment salonfähig werden.
    Irgendwann werden wir uns fragen, warum auf diese geniale Idee noch keiner vorher gekommen ist. Wir liegen alle in der Hängematte und wenn wir etwas brauchen, dann bezahlen wir mit unserem unbegrenzt verfügbaren Geld.
    Andererseits, und da würde mich Deine Meinung interessieren, ist doch die derzeitige Situation meiner Meinung nach nur ein Haar breit von der Platinmünze entfernt.
    In den USA und auch Europa kaufen die Zentralbanken die Staatsanleihen, so dass wenn überhaupt kaum ins Gewicht fallende Zinskosten entstehen. Bei Fälligkeit werden neue Staatsanleihen ausgegeben und wieder aufgekauft. Es gibt im Grunde derzeit keine Grenzen der Schuldenaunahme durch die Staaten, da das Steuerungsinstrument Zins ausgeschaltet ist. Letztlich ist eine bei der z. B. EZB liegende Staatsanleihe genauso wie die 1 Billion Münze?! Niemand rechnet damit, dass die Schuld jemals getilgt wird, sie wird immer weiter verlängert.
    Letztlich kann z. B. die EZB die Schulden einfach aus ihren Büchern streichen. Ein Mausklick und Italien hat wieder eine Verschuldung von 30% des BIP?!
    Jetzt kann die Geldmenge nicht mehr durch Schuldbegleichung schrumpfen. Die Schuld ist weg.
    Damit sinkt natürlich die Attraktivität des Euro im Ausland.
    Wann endet das Spiel? Keine Ahnung! Ich schätze, wenn die Währung nicht mehr zum Tausch gegen Ware ausreichen akzeptiert wird.
    Da wirkt dann ein Flugzeugträger vor der Küste Wunder

    • Die derzeitige Situation unterscheidet sich noch von der der Platinmünze. Denn noch sind alle Staatsschulden tatsächlich Schulden, die irgendwann getilgt werden müssen. Auch wenn sie dann lediglich durch neue Schulden abgelöst werden. Das gilt selbst dann, wenn die Staatsanleihen bei der Zentralbank liegen. Denn noch bestehen auch die Zentralbanken auf Tilgung. Anders wäre es erst dann, wenn die Zentralbanken die Schulden in größerem Stil erließen. Dann würde daraus tatsächlich nachträglich Helikoptergeld. Aber so weit ist es – noch – nicht. Stay tuned!

  6. Lieber Raimund,
    glaubst Du daran, dass die Schuldpapiere in den Bilanzen der Zentralbanken jemals in Nennenswerten Umfang auf üblichen Wegen ( Tilgung) verschwinden? Ich nicht. Dazu müssten die Staaten sich in tiefe Rezessionen und Handlungsfähigkeit sparen oder den 1% Vermögenden an ihre Guthaben gehen, was ich beides für ausgeschlossen halte.

    • Wenn Du meine bisherigen Kommentare aufmerksam gelesen hast, weißt Du, dass ich schon seit Jahren ein weiteres langfristiges Aufblähen der Notenbank-Bilanzsummen prognostiziere. Gerade befinden wir uns in einer weiteren Stufe dieses Prozesses. Und Du kennst auch meine Analyse, dass dieses anhaltende Aufblähen nötig ist, um dem Geld- und Finanzsystem die nötigen Stützen zu geben, ohne die es zusammenbrechen würde.

      Dies vorausgesetzt, beantwortet sich Deine Frage von selbst: Selbstverständlich können die Schuldpapiere somit auch nicht in nennenswertem Umfang aus den Zentralbankbilanzen verschwinden. Denn in diesem – theoretischen – Fall würden die Bilanzsummen schrumpfen, die Stützen werden wegbrechen und das System würde kollabieren.

      Was also nötig ist, ist, dass fällige Papiere immer wieder durch neue ersetzt werden – zu den dann jeweils geltenden Konditionen. Dies ist aber ein Unterschied zum Schuldenerlass durch die Notenbanken. Bei einem Schuldenerlass würden die Staatsschulden sinken, ohne werden sie weiter steigen. Und das Steigen ist bis auf Weiteres auch das realistische Szenario. Der Erlass könnte zwar irgendwann auch in größerem Umfang kommen, aber dies wird vermutlich erst dann der Fall sein, wenn sich der System-Zusammenbruch ohnehin nähert. In diesem Fall werden die Staatsschulden ein Ausmaß angenommen haben, dass von der Mehrheit der Finanzwelt als nicht mehr tragbar angesehen wird – auch dann nicht wenn der größte Teil der Staatsschulden bei der Zentralbank liegt.

      Letzteres ist momentan und auf absehbare Zeit nicht der Fall.

      • Die Frage war auch eher rhetorisch, da ich Deine Einschätzung kenne, aber die Unterscheidung zwischen unendlicher Ablösung der Altschulden zu gleichen oder besseren Konditionen und Schuldenerlass eher akademisch empfinde. Beides hat natürlich eine komplett andere Außenwirkung. Im Ergebnis bleibt es bei einer Aufblähung der Geldmenge bis die Investoren durch Abverkauf der Währungen ( die Schuldtitel liegen dann schon mehrheitlich bei den Zentralbanken ) den Stöpsel ziehen. Ob nun vor der Flucht aus den Währungen die Schulden gestrichen werden oder mittendrin oder danach, weiß nur Deine Glaskugel.
        Passend zur Jahreszeit bleibt nur der Rat seine Ostereier in verschiedene Nester zu legen und manche gut zu verstecken.

        • Die Frage der Ablösung der Altschulden durch neue ist tatsächlich mehr als eine rhetorische Frage. Die Ablösung ist gelebte Praxis seit vielen Jahrzehnten. Neu wäre nur, dass die Institute gewechselt haben: Früher spielten dabei die Geschäftsbanken die Hauptrolle, künftig sind es die Zentralbanken. Wobei ich mir nach wie vor nicht vorstellen kann, dass die Zentralbanken alles auf ihre Bücher nehmen. Versicherungen und andere Kapitalsammelstellen dürsten geradezu danach, ihre Mittel ebenfalls in Staatsanleihen anlegen zu können. Das wird so bleiben. Und auch das ist ein Grund dafür, dass es bis auf Weiteres bei der Ablösung der Schulden bleiben MUSS. Wo sollen denn sonst die riesigen Summen an Geldvermögen angelegt werden, die den riesigen Summen an Schulden gegenüberstehen?

          • Die gelebte Praxis lebte aber von einem Steuerungsinstrument des Zinses, so dass „schlechte“ Schuldner einen höheren Preis für Schulden zahlen mussten als „gute“. Wirtschaftete ein Land gut oder schlecht, veränderte sich die Meinung der Finanzwelt und damit auch der Zins. Dieser Mechanismus ist weitesgehend durch das Agieren der Notenbanken außer Kraft gesetzt. In jedweder Hinsicht. Kaufte ich früher eine hochverzinste Anleihe eines schwachen Staates, dann musste ich auch das Risiko des Ausfalles miteinberechnen, was sich wiederum in der Zinshöhe widerspiegelte. Banken/Versicherungen musste auch mehr Eigenkapital hinterlegen. Warum kaufen denn die Notenbanken Staatsanleihen auf? Weil es zu dem Zins, zu dem die Staaten sich überhaupt noch verschulden können/ wollen, anscheinend doch nicht genug Nachfrage besteht?! Würde die Welt nach Staatsanleihen Italiens 10j. zur Zeit 1.5% dürsten, warum kauft die EZB diese auf? Wenn Deutschland und vielleicht auch Frankreich keine Probleme hätten ihre Staatsanleihen zu Niedrigst-/ Minuszinsen an Investoren zu verkaufen, warum kauft die EZB diese auch in dreistelliger Milliardenhöhe auf?
            Aus regulatorischen Gründen könnten – selbst wenn sie wollten – viele Versicherungen nicht mehr Aktien kaufen, da diese viel mehr mit Eigenkapital hinterlegt werden müssen, als Staatsanleihen. Wenn ich davon ausgehe, dass am Ende doch jedes europäische Land vor der Insolvenz gerettet wird, kaufe ich lieber höher verzinste von möglichen Pleitekandidaten. Vielleicht erklärt sich so, warum die EZB auch deutsche und französiche Staatsanleihen aufkauft, weil die Nachfrage nach 0% +- doch nicht so groß ist?! Vielleicht hat es aber auch politische Gründe?!
            Wie dem auch sei. Warum Staaten ihre Staatsanleihen an Geschäftsbanken verkaufen, denen hohe Zinsen zahlen, die Geschäftsbanken das noch nicht einmal mit Eigenkapital hinterlegen müssen und sich das Geld billiger von der EZB holen mit Ausfallschutzgarantie, erschließt sich mir nicht. Im Zweifel fällt eine europäische Staatsanleihe derzeit nie aus, weil die EZB einspringt. Ich habe eine Gelddruckmaschine! Heureka! Aber das ist ein anderes Thema.
            Kurzum. Da niemand ernsthaft damit rechnet, dass die Staatsanleihen in nennenswertem Umfang getilgt werden, noch die Zinsen namhaft steigen können ohne eine weltweite Geldmengenimplosion/ Depression auszulösen, ist die derzeitige Form in meinen Augen nur ein Feigenblatt, um die fatale Lage zu verdecken und das System am Laufen zu halten. Würde man ehrlich sein und offenlegen, worauf es zwangsläufig hinausläuft, hätten wir ein paar unruhige Wochen.
            Soll mir Recht sein, mir geht es damit gut.
            Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!

            Wo sollen denn sonst die riesigen Summen an Geldvermögen angelegt werden, die den riesigen Summen an Schulden gegenüberstehen?
            Eine berechtigte Frage. Das dürfte vielleicht den negativen Zins für Guthaben sein?! Friss oder stirb langsam 4.0!
            Ich hatte ja spekuliert, dass die europäischen Staaten massiv Public Private Partnerships für Infrastrukturprojekte anbieten werden, um hier die Geldanlage besser verzinst zu ermöglichen. Vielleicht kommt das ja noch. Das wäre ein WIN-WIN-LOOSE Geschäft. Die brachliegende öffentliche Infrastruktur könnte mit wenig öffentlichen Geldern endlich saniert werden ( WIN ). Die Kapitalsammelstellen hätten eine gesicherte gut verzinste Geldanlage ( WIN ). Die Bürger zahlen jahrzehntelang die hohen Zinsen und sonstigen Mauscheleien ( LOOSE )….aber das tun sie sowieso

  7. Hallo Herr Brichta,
    das Thema Zentralbanken beschäftigt mich in diesen Zeiten besonders. Prinzipiell habe ich (trotz der Lektüre Ihres Buches) noch nicht ganz verinnerlicht, warum eine Zentralbank nicht einfach Staatsschulden (also Anleihen) erlassen kann. Sofort leuchtet das Argument der Ausgabendisziplin der Länder ein. Die Geldmenge würde mit ausufernden Ausgaben steigen und wahrscheinlich zu hoher Inflation führen, das ist klar. Aber wie kommt die Notenbank selber in Schwierigkeiten? Sie begründen das im Kapitel „Gottesspieler oder Sagenhelden“ mit Vermögenswerten, die die Notenbanken untereinander aufweisen müssten. Müsste es an dieser Stelle nicht schon lange geknallt haben, da doch alle großen Notenbanken mittlerweile extrem aufgeblähte Bilanzen haben? Das Argument des Vertrauens scheint mir plausibel und hat ja nach meiner laienhaften Einschätzung zum Boom bei Vermögenswerten seit der Finanzkrise geführt. Im täglichen Leben (als Arbeit, Kleinkonsum) spielt das allerdings bisher (nach meiner Meinung) keine Rolle. Der Metzger überprüft ja Morgens nicht die Geldmenge…

    • Auch das habe ich im entsprechenden Buch-Kapitel im Prinzip schon erklärt: Das Vertrauen ins Geld hängt von den Vermögenswerten ab, die dem Geld gegenüberstehen. Und auch wenn die Metzger im Jahr 1948 die Zentralbank-Bilanz nicht kannten, so hatten sie offensichtlich irgendwann ein gutes Gespür dafür entwickelt, dass der damaligen Reichsmark keine ausreichenden Vermögenswerte mehr gegenüberstanden. Sie haben die Reichsmark verweigert. So wird es wieder sein. Das ist die zweite Variante einer Notenbankpleite.

      Die erste Variante ist Pleite im Verhältnis zum Ausland, die Sie angesprochen haben. Der isländischen Notenbank hat diese Art in der Finanzkrise gedroht. Dass es dazu nicht kommt, dazu ist der IWF da. Deshalb wird es deshalb auch nicht so schnell „knallen“.

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