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28 Kommentare

  1. Ich finde die Verfassungsgerichts Entscheidung gut.
    Es kann nicht sein, dass über 10 Jahre Süd- Staaten über den Umweg über Banken unterstützt werden, wir haben die höchsten Steuerquoten und die höchsten Sozialkosten.
    Ich allein bezahle nahezu 10000 in die KdR.
    Ich find das Urteil gibt Herrn Weidmann mehr Macht, er ist doch sehr von der Kanzlerin abhängig und macht nur was Sie zulässt.
    Dann sollte man auch an Target2 denken.

  2. Hallo Herr Brichta, wie kommen Sie zu der Schlußfolgerung daß es ohne Aufkaufprogramme der EZB gar nicht mehr geht ?

    Wieso hat denn die ganzen Jahre das Finanzsystem ohne Aufkaufprogramme der Zentralbanken funktioniert ?

    Das wäre doch mal eine Frage die von sog. Experten erklärt werden sollte.
    Und wie kommt es denn, daß bis zum Ende des Goldstandards (Bretten Woods) das kleine Land Deutschland es geschafft hat die 2. größten Goldvorräte der Welt anzuhäufen ?

    Und seit dem Ende des Goldstandards ca. 1972 erhöhen sich diese Goldvorräte nicht mehr 😉

    MfG

    H.G.R.

    • Die Antwort darauf ist ganz einfach: Weil sich unser Finanzsystem inzwischen in einem Entwicklungs-Stadium befindet, in dem es ohne die Notenbankstützen zusammenbrechen würde. Um das zu erkennen, muss man die Funktionsweise und die Entwicklung des Systems über die ganzen Jahre allerdings genau analysieren.

      Ich habe das getan und im Buch „Die Wahrheit über Geld“ allgemeinverständlich erläutert. Aktuelle Einschätzungen und Hintergründe dazu finden sie stets auch in meinem Blog hier.
      Ein Indiz für Sie könnte aber auch – ohne meine Erläuterungen – die Tatsache sein, dass ALLE führenden westlichen Notenbanken spätestens seit der Finanzkrise diese Ankäufe machen. Es geht nicht mehr ohne …

      • Was unterscheidet eigentlich den USD vom Euro? Ich verstehe nicht, warum Europa andere Probleme haben sollte als die USA. Alle Probleme, die der Euro hat, haben die Amis seit dem Bürgerkrieg. Ich meine, wir denken, dass der Euro baden geht? Yen und USD machen eigentlich nichts besser. Besser noch. Eigentlich müsste die norwegische Krone besser laufen, macht sie aber seit Jahren nicht. Dabei ist das die Währung, die am wenigsten mit Schulden belastet ist. Das macht keinen Sinn. Wenn ich darauf wetten müsste, welche Währung einen Schuldencrash überlebt, würde ich auf Norwegen wetten. Warum ist die Währung so schwach?

        • Die Frage kannst Du Dir eigentlich selbst beantworten: Was unterscheidet die Vereinigten Staaten von Amerika von der Eurozone? Ich wette, Du kommst selbst drauf 😉

          • Ein Flugzeugträger im Pazifik und ein paar Bick Bens im Bunker und auf Ubooten?

          • Falsch, das meine ich nicht. Weiter raten 😜

        • Hmmm…. Ich kaufe ein „v“ und möchte lösen. Vereinigte Staaten!

          • 👍

  3. Dass das BVG erst jetzt dieses Urteil fällt, ist bedauerlich. Die Anleihen, die von der EZB schon gekauft wurden können dem Euro und den Eurostaaten das Genick brechen. Gegen dieses Urteil wird wohl ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet werden. Das wird die Sache noch verkomplizieren. Europäisches Recht steht über deutschem Recht, ist das so? Bei einem Urteil des BVG? Es bleibt abzuwarten wer zuerst einknicken wird. Es zeigt sich wie unzureichend die Verträge über den Euro und deren Kontrollsysteme sind. Es ist ein Totgeburt, auch wenn es keiner wahrhaben will.

    • Dass der Euro zwar keine Totgeburt, dafür aber eine Fehlgeburt ist, habe ich bereits im Buch „Die Wahrheit über Geld“ analysiert. Er wird früher oder später auseinanderbrechen, sofern er nicht durch immer höhere Transferleistungen zusammengehalten wird.

      • Das ist nun einmal so wenn in von der Wirtschaftskraft sehr stark abweichenden Wirtschaftsräumen eine Währung gilt und man gleichzeitig ähnliche Lebensbedingungen in diesem Wirtschaftsraum schaffen möchte. Es geht nur über Transfers. Entweder Geld in die eine Richtung oder die Menschen gehen in die andere Richtung. Das machen übrigens alle bisherigen Staaten auch so. Deutschland über den Länderfinanzausgleich. Ansonsten wird zuerst das Geld aus den wirtschaftsschwachen Regionen abgesaugt und dort sinkt der Lebensstandard (u.a.Löhne, um überhaupt konkurrieren zu können) und dann folgen die Leistungsfähigen dem Fluss des Geldes. Die Regionen verarmen und kürzen Angebote des Staates/ Grundversorgunh. Ein Teufelskreis. Zurück bleibt eine Einöde. Die reichen Regionen müssten sich gegen den Menschenstrom abschotten. Wenn ich das nicht möchte, muss ich diese Regionen finanziell unterstützen.
        Angenehmer Nebeneffekt ist mehr Frieden auf dem Kontinent auf dem ich wohne. Denn sind wir ehrlich. Wahrscheinlich wird die Mehrzahl der Kriege letztlich um Geld und Ressourcen geführt. In den armen Regionen wählen die Frustrierten irgendeinen populistischen Dummbatz an die Macht, der die Schuld irgendwelchen ethnischen oder religiösen Gruppen zuschreibt.
        Im Mittelmeer sterben tausende Menschen aus genau diesen Gründen und die Vermögenden sitzen in Ihren Villen, legen die Hände in den Schoß und nutzen den Staat als Schützer ihrer Interessen.

      • Am 13.05.2020 um 20:20 schrieb Peter Scherwitz :

        Fehlgeburt oder Totgeburt eigentlich kein großer Unterschied. Beides ist ohne Erfolg. Optimismus ist nicht angebracht.

        • Der Optimismus hängt von der Perspektive ab. Wer den Euro für eine Fehlgeburt hält, dürfte froh darüber sein, wenn dieser sich seinem Ende nähert 😉

          • Optimist kann man sein auch für das Ende des Euros. Es wird die 3. Geldentwertung für Deutschland In den letzten 100 Jahren sein. Für die Menschen wäre es nicht all zu tragisch. Bei einer funktionierenden Wirtschaft wird es nach der größten Kapitalvernichtung ein neues Wirtschaftswunder geben, eine Möglichkeit die Fehler der Vergangenheit zu bewältigen.

          • Einspruch! Ein Ende des Euro wird für Deutschland vermutlich zum Gegenteil einer Geldentwertung führen: Zur Aufwertung der in Deutschland geltenden Währung. Genau dies wird auch zu einem Problem werden, nämlich zu einem Aufwertungsschock für die deutsche Wirtschaft. Die Folge: Rezession.

  4. Der Begriff Staatsanleihenankäufe ist irreführend, denn es ist in Wirklichkeit eine Kreditgewährung der EZB für Bankrotte Zombie-Staaten.
    Die EZB druckt leistungsloses Luft- oder besser Falschgeld, überweist es and diese bankrotten Staaten und erhält dafür absolut wertlose Schuldtitel .Diese Schuldtitel sind leistungslos also wertlos weil die Schulden dieser Staaten nie zurückgezahlt werden und fällig gestellt werden noch dazu werden keine Marktüblichen Zinsen für diese Gelder gezahlt.
    Dieser sogenannte Ankauf von Staatsanleihen ist nichts anderes als ein betrügerisches Kapitalverbrechen nämllch gleichzusetzen mit dem Drucken von Falschgeld.
    Es ist das gleiche als würde ich Ihnen ein Auto verleihen das Sie nie zurückgeben müssten und für das sie nie eine Leihgebühr bezahlen würden, man nennt es auch Diebstahl, denn es ist absolut das gleiche .
    Ich habe es satt mir diesen ökonomische Müll von irgendwelchen Finanzexperten anhören zu müssen die diese Art des Diebstahls irgendwie zu rechtfertigen zu versuchen.
    Noch mal, ein Gut oder ein Geld das quasi für die Ewigkeit „verliehen “ wird ohne auch nur einen cent Leihgebühr dafür zu verlangen ist ein geraubtes Gut oder Geld .
    Der sogenannte Zins der EZB ist kein Zins weil er kein Marktzins ist er ist manipuliert und dient einzig und allein dazu den Räubern per Federstrich das von den Sparern geraubte Geld „kostenlos “ zu übertragen.
    Dieser Ankauf von Staatsanleihen der EZB wirkt inflationär weil dadurch die Geldmenge erhöht wird die sich auch in den Aktienmärkten niederschlägt und ebenso auch die Verbraucherpreise in die Höhe treibt. Die Kaufkraft der Währung wird zerstört.
    Das durch die EZB geschaffene Geld das durch den „Ankauf von Staatsanleihen “ entsteht ist hundertprozentiges Falschgeld weil es Leistungslos entsteht also die Schuld nie getilgt wird und auch keine Leihgebühr gefordert wird.

    • Hallo Karl, es ist beides: Die Staatsanleihekäufe entsprechen Krediten der Notenbanken an ihre Staaten. Da aber die Notenbanken in den meisten Fällen wiederum den Staaten gehören, sind es auch Kredite der Staaten an sich selbst. Damit produzieren sich die Staaten das Geld, das sie brauchen.

      Das Ganze ist geschichtlich aber gar nicht so ungewöhnlich: Staaten machen sich schon seit Jahrhunderten ihr Geld oft gerne selbst – mal verdeckter, mal offener. Und in den Anfangsjahren der Notenbanken haben sie sich dabei auch dieser Notenbanken bedient. Dieser Zweck stand zum Beispiel im Hintergrund bei der Gründung der Bank of England vor über 300 Jahren.

  5. ich denke hier gibt es eine Diskrepanz zwischen Bundesrecht und EU-Recht:

    „Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage der deutschen Notenbankdirektorin Isabel Schnabel trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichts ihre Wertpapierkäufe fortsetzen. Dies geschehe im Einklang mit dem Mandat der EZB, sagte Schnabel der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Nur der Europäische Gerichtshof (EuGH) sei zuständig für die EZB und ihr Handeln. „Er entschied 2018, dass das PSPP legal ist“, sagte Schnabel mit Blick auf das Public Sector Purchase Programme.

    Die EU-Kommission erinnerte daran, dass Urteile des EuGH für alle Mitgliedsstaaten bindend seien.“

    Quelle: Zeit Online, vom 11.05.2020

    Es ist wirklich interessant, ob die EZB eine Begründung liefern wird, ich glaube nicht, da sie im Einklang mit EU-Recht gehandelt hat.

    Der Streit m.E. wird andauern, den Euro/USD Kurs weiterhin belasten und möglicherweise auch unter die Parität drücken.

    Exportwerte könnten evtl. steigen, obwohl das jetzt grundsätzlich in Coronazeiten schwer zu prognostizieren ist.

    Beste Grüße

    Eckart B.

    • Auch wenn sich die EZB auf den Standpunkt zurückziehen könnte, nur der EuGH sei für sie zuständig, wird sie vermutlich eine Lösung finden, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Sie wird für die Strafarbeit vermutlich die Bundesbank einspannen.

  6. Schon lustig wie hierzulande sich alle über die EZB aufregen.Eins der wenigen Länder die vom € profitieren ist Deutschland.
    Würde es die DM noch geben wäre sie bestimmt 20 bis 30% teurer als die Südländer Währungen.Ob es dann diesen Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahre hier gegeben hätte ist fraglich.
    Ausserdem müssen sich die anderen Länder verschulden um Waren aus Deutschland kaufen zu können!! Wenn das nicht mehr geht ,geht der Wohlstand hier zurück.Somit sind Eurobonds nichts anderes als ein Konjunkturpaket für Europa und insbesondere für Deutschland.
    Wenn der € dann in der Zukunft zerbrechen sollte,würden diese Schulden durch eine Aufwertung der DM für die BRD geringer ausfallen.

    • Der Euro hat allenfalls für ein zusätzliches, ungesundes und die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse verzerrendes Doping der deutschen Wirtschaft gesorgt. Ohne Euro hätte sich die deutsche Wirtschaft ebenfalls gut entwickelt – so wie sie sich über Jahrzehnte zu Zeiten der D-Mark prächtig entwickelt hat, und zwar trotz stetiger Aufwertungen. Die deutsche Wirtschaft hätte den Euro nicht gebraucht. Wer diese Erzählung nachplappert, fällt auf die Märchenerzähler herein, die uns dies weismachen wollen 😂

      • Hallo Raimund!
        Das sehe ich ähnlich, steht aber im dem Anschein nach im Widerspruch zu Deiner Aussage weiter oben, dass ohne den Euro ein Aufwärtungsschock für die Währung in Deutschland mit darauf folgender Rezession droht. Oder stellst Du auf die zeitliche Komponente einer plötzlichen Aufwertung bei Scheitern des Euro ab, die eine Anpassung an eine im Gegenteil dazu langsam aufwertenden Währung unmöglich macht?
        Grüße

        • Steht überhaupt nicht im Widerspruch. Vor 8 Jahren habe ich das im Buch „Die Wahrheit über Geld“ so erklärt: Der Eurozerfall mit seinem Aufwertungsschock wäre vergleichbar mit dem Ziehen eines Weisheitszahnes. Kurzfristig größere Schmerzen, langfristig Entlastung.

    • Wir profitieren hier so sehr, dass wir den höchsten Mindestlohn, die besten Renten, die besten Arbeitsbedingungen und sogar die höchsten Vermögenswerte im Median der Mittelschicht haben! Naja oder auch nicht. Wir haben aber ein paar Prozent reiche Leute. Okay haben die anderen aber auch. Okay, was bleibt: wir fangen diejenigen am besten auf, die am Arsch sind. Ja das tun wir. In Deutschland gibt es mehr Leute, die kein Wohneigentum haben als in Spanien oder Italien. Wo profitieren wir eigentlich? Im Niedriglohnbereich, der zu den größten in Europa gehört? Viele, die in Deutschland gute Jobs haben, haben Jobs die aussterben. Bei uns verdienen alte Menschen gut. Junge Menschen, die denselben Job machen, verdienen manchmal nicht die Hälfte. Viele junge Menschen in Deutschland arbeiten Teilzeit, mit Befristung und schlechter Bezahlung. Das kennen wir alte Säcke nicht. Warum ich alte Säcke sage? Kein Junger würde sagen, dass wir von der EU profitieren. Er oder Sie weiß, dass man dafür bezahlen muss. Unsere jungen Menschen stehen vor Aufgaben, die sie nicht bewältigen können. Wir Alten ignorieren das. Ich weiß, dass mein Job ein junger Mensch machen kann, der weniger verdient als ich. Ich verdiene mehr nur weil ich vor über 30 Jahren angefangen habe. Das macht mich teuer.
      Wir haben eine IT Fachabteilung. Ich kann Euch sagen, wo sie sitzt: In Indien. Natürlich haben wir auch hier IT Fachkräfte. Die gehen irgendwann in Rente, dann sind sie weg. Wir stehen vor einer Blütezeit der jungen Generation, bei der sie nicht viel verdienen wird. Es gibt in Deutschland kein profitieren. Wir produzieren zukünftige Armut. Und wir schnallen es nicht mal. In Deutschland profitiert das einfache Volk nicht, außer der Mindestlohn wird erhöht. Die, denen es gut geht, sind alt. Deutschland versaut gerade die Zukunft der Jugend. Wir bürden ihnen eine Last auf, die sie nie tragen können und es ist uns scheiß egal. Sie haben Arbeitsbedingungen, die wir nie kannten. Ich kannte nie zeitlich Befristung bis zu 2 zwei Jahren, dann noch Teilzeit und zu niedrigerem Lohn als ein alter Sack, nur weil er 30 Jahre vorher angefangen hat zu arbeiten, an dessen Verdienst ich deswegen nie ran kommen werde.

  7. Wir hatten auch vor dem Euro eine florierende Wirtschaft u. hohe Exportüberschüsse. Deshalb mussten wir die DM häufig aufwerten…auch weil die Franzosen nicht abwerten wollten.
    Begriff Abwertung war dort negativ besetzt. Der Euro war der Wunschtraum einiger führender Politiker…gegen den Sachverstand fast aller Wirtschaftsfachleute. Jetzt haben wir den Salat u. müssen uns halt mit Kompromissen durchwursteln…m.E. das kleinere Übel als der Austritt Einiger.

  8. Permanenter Krisenmodus seit 2011:

    1) Eurokrise
    2) Flüchtlingskrise
    3) Klimakrise
    4) Killerviruskrise
    5) ?

    Haben wir eine Kulturrevolution?

    Ich erinnere mich noch an die Euro-Einführung: die €-Gegner wurden medial diffamiert. Tja, sie haben Recht behalten…

    • Das ist doch alles die ganz normale Normalität. Schon immer gibt es immer wieder Krisen. Die Welt dreht sich trotzdem weiter. Dass man die jüngste Vergangenheit oft als am Schlimmsten betrachtet, liegt vermutlich nur am menschlichen Gehirn. Mit „Kulturrevolution“ hat das nichts zu tun.

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