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Brauchen wir einen Digi-Euro?

18. November 2019 - Raimund Brichta in Allgemein | 13 Kommentare

Die deutschen Banken fordern einen digitalen Euro. Auch Bundesfinanzminister Scholz ist dafür. Aber was wäre das überhaupt? Wir bezahlen doch schon jetzt mit Smartphone oder Computer. Was könnte ein digitaler Euro bringen?

Darüber sprechen die n-tv-Moderatoren Raimund Brichta und Etienne Bell in einer neuen Folge von „Brichta und Bell – Wirtschaft einfach und schnell“. Immer montags bei n-tv.de und Audio Now. Mithören, um mitzureden.

https://audionow.de/podcast/brichta-und-bell—wirtschaft-einfach-und-schnell#eps

13 Kommentare

  1. Das von Ihnen gewünschte Zentralbankgeld würde eine wesentliche Forderung aus dem kommunistischen Manifest erfüllen und ist deshalb in Gänze abzulehnen. Schade, dass Sie bei diesem Podcast es versäumt haben, auf die wirklich interessanten Ausführungen von Prof. Thomas Mayer einzugehen. Stichwort „Distributed Ledger Token mit integrierten Smart Contracts“. Vielleicht können Sie Ihr Podcastformat dahingehend verändern, dass Sie ihn zu diesem Thema einladen. Der Mann hat viel Interessantes hierzu zu erzählen.

    • Mich interessiert – ehrlich gesagt – Ihr distributed lager token weniger. Mich interessiert hauptsächlich die Möglichkeit, an Zentralbankgeld zu kommen. Wenn es dafür über die Banknoten hinaus eine Möglichkeit gäbe, wäre dies eine echte Innovation. Das hat mit dem kommunistischen Manifest nichts zu tun. Selbst wenn dort eine ähnliche Möglichkeit gefordert wird.

      • warum so dünnhäutig? Es ist nicht mein distributed ledger token, sondern er wurde von Prof. Mayer beschrieben. Das hatte ich auch oben unmissverständlich geschrieben.

        • Wieso “dünnhäutig“? Keine Spur 😂

          Ich wollte nur klar machen, dass mich die TECHNIK, die hinter irgendwelchem Digi-Geld steht, nicht interessiert. Die überlasse ich getrost den Software-Ingenieuren. Ich interessiere mich vor allem für die monetäre Bedeutung solchen Geldes und für dessen Auswirkungen auf uns alle. Und da ist es nun mal Fakt, dass es eine erhebliche Bedeutung hätte, wenn wir alle künftig Zentralbankgeld auch in digitaler Form besitzen könnten und nicht nur in Form von Banknoten. Ihren Verweis auf den Kommunismus verstehe ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.

          • das ist dann bei mir falsch angekommen. Wir beide sind offen für neue Technologien und Innovationen. Der entsprechende Passus aus dem kommunistischen Manifest ist Ihnen ja auch bekannt. Die von Ihnen beschriebene Zentralbankgeldversorgung würde, bei allen Vorteilen, dann aber ein gefährliches Einfallstor für eben jene kommunistischen Vertreter darstellen, was ich für sehr gefährlich halte. Die sozialistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft sind ja nicht mehr zu übersehen. Die bessere Lösung wäre ein freier Währungswettbewerb nach Hayek. Und dafür wären die dustributed ledger tokens mit smart contracts bestens geeignet. Das sprengt jetzt aber unser Thema.

          • Ach wissen Sie, ich halte mich generell und ganz bewusst aus solchen Ideologie-Spielchen raus: Marxismus ist blöd, Österreichische Schule und Hayek sind gut usw. … Diese Schubladendenkweise springt viel zu kurz. Wenn Zentralbankgeld Teufelszeug wäre, müssten wir schleunigst all unsere Banknoten verbrennen. Das ist natürlich Humbug. In unserem heutigen System – und nur darüber rede ich – ist Zentralbankgeld die sicherste Geldart, die es gibt – sicherer als jedwedes Geschäftsbankengeld. Und deshalb wäre es für uns von Vorteil, neben dem Bargeld eine weitere Zugangsmöglichkeit zu bekommen. Weil es das sicherste Geld unter den Fiatgeldarten ist, mussten auch die Zentralbankgeldbestände seit der Finanzkrise so stark aufgestockt werden. Ohne diese Stützen wäre das Finanzsystem zusammengebrochen. Nur diese Stützen halten es auch jetzt noch am Leben. Und da kommen Sie mit „dustributed ledger tokens mit smart contracts“ als Heilsbringer. 😂

          • wenn man nur eine begrenzte Sichtweise bis zum eigenen Tellerrand hat, gebe ich Ihnen absolut recht. Nur über den Tellerrand hinaus gibt es auch noch etwas und das habe ich oben beschrieben. Sie propagieren ein noch mehr der gleichen falschen Medizin und wissen selbst, dass dies nicht funktionieren wird. In einem anderen Podcast haben Sie bereits beschrieben, dass das Fiatgeldsystem erhebliche Risse hat und nur noch durch blindes Vertrauen zusammengehalten wird. Der Geldsozialismus wird das nicht heilen. Frei nach Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet): „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“

            Als Finanzberater befinde ich mich genau in diesem Dilemma, dass ich letztendlich nur bis zum Tellerrand beraten kann, um möglichst hohe Renditen für die Kunden zu erzielen. Von daher kann ich Sie absolut verstehen. Wir beide werden das System nicht verändern und insofern ist es müßig über den Tellerrand zu schauen.

            Ob letztendlich der oben beschriebene Ansatz der Heilsbringer wäre, bliebe abzuwarten. Bisher konnte mir noch keiner eine fachlich fundierte bessere Lösung aufzeigen.

          • Sie schreiben:
            „wenn man nur eine begrenzte Sichtweise bis zum eigenen Tellerrand hat, gebe ich Ihnen absolut recht. Nur über den Tellerrand hinaus gibt es auch noch etwas und das habe ich oben beschrieben.“

            Die Frage, ob man sich wie ich darauf konzentrieren sollte, die reale Entwicklung möglichst gut zu analysieren und daraus abzuleiten, was künftig tatsächlich passieren wird, hat meiner Ansicht nach nichts mit der Frage zu tun, ob man über den eigenen Tellerrand hinausblickt. Sie hat mit der Analyse von Fakten zu tun und damit, daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen.

            Im Gegensatz dazu haben Sie leider gar nichts „beschrieben“, wie Sie sich selbst unterstellen. Sie sind uns vielmehr schuldig geblieben, überhaupt etwas Substanzielles zum Thema digitales Notenbankgeld beizusteuern. Stattdessen werfen Sie lediglich das Schlagwort „kommunistisches Manifest“ hin und behaupten ohne Beleg, digitales Zentralbankgeld wäre ein „gefährliches Einfallstor für eben jene kommunistischen Vertreter“. Und dann platzieren Sie noch einen anderen Schlagwort, nämlich „dustributed ledger tokens mit smart contracts“, ohne auch nur im Ansatz sagen zu können, was es damit im Zusammenhang mit digitalem Zentralbankgeld auf sich hat. Ich nenne das schlichtes Platzieren schlau klingender Fachbegriffe ohne Substanz. Bei mir entsteht dadurch der Eindruck, dass sich hier nur jemand wichtig machen will. Dass Sie Ihren Fachbegriff nicht einmal richtig schreiben (dustributed statt distributed), sei Ihnen da noch verziehen. Schließlich liegen u und i in der Tastatur direkt nebeneinander 😉

            Weiter schreiben Sie:
            „Sie propagieren ein noch mehr der gleichen falschen Medizin und wissen selbst, dass dies nicht funktionieren wird.“

            Leider haben Sie mich nicht verstanden: Ich „propagiere“ digitales Zentralbankgeld nicht als „Medizin“, sondern ich stelle lediglich fest, dass ein solches neben Banknoten eine zusätzliche Möglichkeit böte, in den Besitz von Zentralbankgeld zu gelangen. Das ist Fakt. Und diese Möglichkeit würde in der nächsten Krise von vielen Leuten mit Sicherheit gerne genutzt. Zentralbankgeld mag seine Schwächen haben, aber es ist immer noch sicherer ist als das Geld der Geschäftsbanken. Das ist alles, was ich sage.

            Dass ein solches Zentralbankgeld darüber hinaus eine „Medizin“ für irgendetwas wäre, können Sie von mir nicht gelesen haben. Es hat nur dazu beigetragen, dass das Finanzsystem in der letzten Finanzkrise nicht zusammengebrochen ist. Und ich glaube, dass wird sogar der von Ihnen hochgeschätzte Thomas Mayer nicht bestreiten.

            Weiter schreiben Sie:
            „In einem anderen Podcast haben Sie bereits beschrieben, dass das Fiatgeldsystem erhebliche Risse hat und nur noch durch blindes Vertrauen zusammengehalten wird.“

            Da müssen Sie sich verhört haben. Ich habe allenfalls gesagt, dass das System noch durch die Notenbanken zusammengehalten wird.

            Weiter schreiben Sie:
            „Wir beide werden das System nicht verändern und insofern ist es müßig über den Tellerrand zu schauen.“

            Zum ersten Halbsatz volle Zustimmung, zum zweiten nicht. Ich habe oben schon erwähnt, dass es meiner Ansicht nach nichts mit „nur bis zum Tellerrand schauen“ zu tun hat, wenn man – wie ich – sich darauf konzentriert, das bestehende System möglichst objektiv und wertneutral zu analysieren und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Ich halte dies im Gegenteil für eine sehr wichtige Aufgabe, weil sie dabei hilft, sich auf das Kommende einzustellen. Die meisten anderen entziehen sich dieser Herausforderung und konzentrieren sich darauf, kluge Ratschläge zu geben. Dies halte ich für wenig hilfreich.

            Und zum Schluss schreiben Sie:
            „Ob letztendlich der oben beschriebene Ansatz der Heilsbringer wäre, bliebe abzuwarten. Bisher konnte mir noch keiner eine fachlich fundierte bessere Lösung aufzeigen.“

            Das ist wieder nur eine – pardon – Plattitüde. Bringen Sie doch endlich Butter bei die Fische und erklären substanziell, für was dieser Ansatz eine „bessere Lösung“ sein soll und warum.

          • Ein weiteres Beispiel für eine ideologiegefärbte Schubladendenkweise liefert heute Thorsten Polleit. Mich bestärkt auch dieser Artikel in meiner Haltung, mich aus solchen Diskussionen komplett rauszuhalten. Sie führen zu nichts.

            Thorsten Polleit in der „Jungen Freiheit“: „EZB-Minuszinspolitik ist marxistischer Frontalangriff auf europäisches Wirtschafts- und Finanzsystem“

            Zum Vergrößern anklicken:

  2. Das letzte was wir brauchen ist einen zentralen digitalen Euro. Never… Wenn Blockchain basiertes Digitalgeld dann dezentral bitteschön und in der Supply begrenzt (nicht inflationär). Und wenn es unbedingt Digitalgeld sein muss dann macht eine Binnenwährung von meinetwegen D-Mark 2.0 digi oder so. Aber endlich weg mit dem Eurokorsett.

    • Träumen Sie weiter Ihren süßen Traum vom „privaten, Blockchain basierten dezentralen Digitalgeld in der Supply begrenzt“. Das gibt es ja bereits in Form des Bitcoins. Nur dieser wird sich nie als vollwertige Währung durchsetzen. Er wird ein Spekulationsobjekt bleiben. Zu mehr ist er auch gar nicht geeignet.

  3. @Andreas „Die sozialistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft sind ja nicht mehr zu übersehen.“

    Die Tendenzen sehen auf dem ersten Blick sozialistisch aus, und sollen auch so aussehen. Das ist ja der ganze Trick an der Sache, den aber nur die wenigsten durchschauen.

    Sozialismus bzw Kommunismus heißt ja, dass „das Volk“ alles besitzt.

    De facto haben wir aber eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben:
    – Es werden Krisen geschürt, die zu Privatisierungen führen.
    – sinnvolle Sozialprogramme wie Eigenheimzulage und Renten werden zusammengestrichen
    – Durch die Notenbankprogramme fließt das Geld in die Vermögenswerte. Vermieter und Aktienbesitzer sind die Gewinner, der Rest Verlierer und somit Sklaven
    – …

    Damit diese zentralen Themen nie auf die Tagesordnung kommen, setzen die Besitzer der Medien und Konzerne Themen wie Klimawandel auf die Tagesordnung. Und die Menschenmassen sind so naiv und springen über genau dieses Stöckchen, was ihnen hingestreckt wird – wie ein dressierter Hund.

    Parallel wird dafür gesorgt, dass der IQ der Bevölkerung sukzessive absinkt. Brauchen Sie ein Beleg? Siehe PISA.

    • Dein Kommentar, lieber Michael, bestätigt mich voll und ganz in meiner Haltung, mich aus all diesen ideologisch gefärbten Diskussionen herauszuhalten. Man kann es so sehen oder auch anders. Das interessiert mich in der Regel nicht.

      Mich interessieren nur die Fakten, um daraus wahrscheinliche Szenarien für die Zukunft abzuleiten. Dabei geht es mir nur darum, was voraussichtlich passieren WIRD. Die meisten anderen begehen den Fehler, sich darauf zu konzentrieren, was – je nach ihrer ideologischen Ausrichtung – passieren SOLLTE. Damit nehmen diese Leute sich unangemessen wichtig und unterstellen, dass sie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft in irgendeiner Weise beeinflussen könnten.

      Das tue ich nicht. Bei mir könnt Ihr Euch darauf verlassen, dass Ihr nur das lesen werdet, was ich – objektiv und frei von ideologischen Scheuklappen – für die Zukunft erwarte. Aus meiner Sicht hat das mehr Sinn, als zu suggerieren, man könne das künftige Geschehen beeinflussen.

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