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Depotalarm: Auch Unbares ist Wahres!

7. Mai 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 8 Kommentare

Wir haben gestern die Visa-Aktie aufs Feld geschickt. Dass es sich dabei um einen interessanten Wert handelt, ist unbestritten. Uns reizt vor allem die Aussicht, dass der unbare Zahlungsverkehr durch die Coronakrise einen weiteren Schub erleben dürfte.

Den Coronacrash hat die Aktie zwar schon wieder mehr als zur Hälfte aufgeholt. Dennoch erscheint uns das verbleibende Kurspotential noch als attraktiv genug.

Damit haben wir unsere früheren Bedenken gegen Visa ein Stück weit revidiert. Die Aktie war schon von Steffen (2017) und Marco (2019) vorgeschlagen worden.

Zwar sehen wir die Nähe zum Bankensektor, der für uns tabu ist, nach wie vor als Malus an. Aber das grundlegend andere Geschäftsmodell dieses Kreditkartenanbieters stimmt uns nun etwas milder: Allein für die Abwicklung der Kreditkartenzahlungen werden Gebühren erhoben. Das Risiko unbezahlter Kartenschulden tragen Banken und andere Organisationen, die die Kreditkarte ausgeben. Insofern kann man Visa eher als Zahlungsdienstleister bezeichnen.

Und der Zahlungsverkehr ist – trotz aller Banken-Problematik – ein unabdingbarer Bestandteil jeder Wirtschaft. Er ist damit ein wahrer Wert. Ähnlich hatten wir schon argumentiert, als wir Fiserv aufs Feld geschickt hatten (was wir bis jetzt übrigens nicht bereut haben).

Das Geschäftsmodell unterscheidet Visa auch vom Konkurrenten American Express, der Kredit-Forderungen an Kunden in seine eigenen Bücher nimmt.

Die Eigenkapitalquote von Visa liegt mit 40% zwar unter unserer Mindestanforderung von 50%. Aber sie ist immer noch doppelt so hoch wie die des Konkurrenten Mastercard, den wir uns ebenfalls angeschaut haben, weil er ein vergleichbares Geschäftsmodell hat. Ohnehin stellt die 50%-Grenze für uns kein Ausschlusskriterium dar, wie wir schon mehrfach gezeigt haben. Dazu kommt, dass auch Visa in früheren Jahren schon über 50% lag und wir durchaus Chancen sehen, dass die Quote wieder in diese Richtung steigt.

Ach ja, um für Visa Platz zu schaffen, haben wir unsere Unilever-Position halbiert. Unilever hat sich im Corona-Crash zwar relativ stabil gehalten, aber insgesamt lässt die Performance doch eher zu wünschen übrig. Wir meinen deshalb: Die halbe Kraft reicht bei Unilever vollkommen aus.

8 Kommentare

  1. Gute Entscheidung ! Visa hat einen enorm großen „Burggraben“ und viele Millionen Point of Sales. Ich wollte den Wert, der auch bei Vanguard zu den Top 10 gehört, schon vorschlagen.. Ihr wart schneller.
    Beste Grüße
    Jochen

  2. Hallo Raimund,

    Gratulation zur guten Entscheidung! Habe mich selbst im Juni 2018 (also ca. 1 Jahr nach meiner hier besprochenen Analyse und der daraus resultierenden Empfehlung von Visa oder Mastercard) final für Mastercard entschieden und habe dies nicht bereut (trotz Corona-Krise immerhin noch rund +50% in ca. 23 Monaten).

    Der Chartverlauf von Visa und Mastercard ist jedoch sehr vergleichbar – daher ist es aus meiner Sicht nicht so relevant, für welchen der beiden Werte man sich entscheidet – hauptsache man hat einen der 2 im Depot!

    Aufgrund der höheren EK-Quote von Visa (ca. 48% im GJ 2019) vs. Mastercard (ca. 20% im GJ 2019) passt Visa jedoch zweifellos besser zur WW-Philosophie 🙂

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg!
    Steffen

    • Wir hatten auch erst an Mastercard gedacht, weil die Aktie in den letzten Jahren noch einen Tick besser gelaufen war als Visa. Aber als wir uns dann die mickrige Eigenkapitalquote angeschaut hatten, war die Entscheidung klar. Außerdem ist Visa der Marktführer und Mastercard nur die Nummer 2.

      Dennoch dürften sich beide Unternehmen auch künftig ungefähr im Gleichschritt entwickeln – sofern sich nicht eines von beiden einen Patzer erlaubt.

  3. Unilever war sicherlich eine recht stabile Aktie in den letzten Wochen, hatte 2019 aber nur eine Eigenkapitalquote von 21%. Reicht das aus, wenn das Finanzsystem irgendwann mal ins wanken gerät, bzw. ist das wirklich eine Aktie im Sinne des WWD?

    • Als wir Unilever ins Depot holten, hatte die Gesellschaft noch eine EK-Quote von knapp 30%. Mit der Halbierung der Position tragen wir indirekt also auch dem Umstand Rechnung, dass sich die Quote seither verringert und das Risiko sich damit erhöht hat. Mittelfristig behalten wir uns vor, Unilever ganz vom Feld zu nehmen.

  4. Man kann auch Visa und Mastercard haben. Meine beiden größten Positionen. Unilever hat bei mir auch eine gelbe Karte.
    Und Du setzt mich doch jetzt etwas unter Druck gegen meine Regeln schon jetzt etwas bei Unilever zu machen. Das hatte ich gar nicht auf meinen Schirm.

    Ich möchte etwas anmerken, das ich schon erwähnt hatte (hoffe ich) . Man kann Visa und Mastercard haben. So hart es auch klingt. Mastercard wuchs trotz schlechterem Eigenkapital besser. Aber ich begrüße die Entscheidung. Unbares ist ein Megatrend. Ich habe es in Corona gelernt. Ich war vor kurzer Zeit noch Barzahler, also einer dieser Oldies, die Kleingeld an der Kasse zusammenzählten und Zeitfresser sind. Seit drei Wochen schätze ich PIEEP. Schnell es ist. Die Aktien sind zwar teuer gerade, aber das sind sie oft.

    Pieep. Ich werde natürlich daran arbeiten, dass Texas Roadhouse zurück kommt. Aber natürlich erst zu deutlich höheren Kursen.

  5. Nur Gold ist Geld. Alles andere ist Kredit

    • Unser heutiges Geld IST Kredit! Willkommen in der Gegenwart 😂

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