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Depotvorschlag: Facebook

2. August 2018 - Leif Scheppelmann in Gastbeitrag | 7 Kommentare

Facebook hat eine schöne Korrektur erlebt. Ein institutioneller Anleger ist ausgestiegen, weil der Umsatz nicht den Erwartungen entsprochen hat. Trotzdem konnte eine gute Gewinnsteigerung erreicht werden – soweit die mediale Aufbereitung des Themas.

 

Meine Interpretation ist eine andere: Zuckerberg (28,2 % Anteile) hat angekündigt, seine Kosten massiv zu steigern. Kosten heißt bei traditionellen Unternehmen das Geld verbrannt wird. Bei Tech-Unternehmen gilt diese Rechnung aber nur bedingt. Wenn diese Kosten bedeuten das führende Tech-Spezialisten eingestellt werden, sind diese Kosten als direkte Investition zu sehen. Ich vertraue Zuckerberg bei seiner Entscheidung. Es fließen Milliarden in StartUps ohne Geschäftsmodell. Da kann man ein StartUp, dass sich schon selbst finanzieren kann, ruhig vertrauen das Geschäftsmodell auszubauen. Charttechnisch ist der Kurs auf den langfristigen Aufwärtstrend gefallen. Die Unternehmensdaten sind weiterhin äußerst attraktiv: EK von über 80%.

 

 

 

7 Kommentare

  1. Vielen Dank für Ihren Vorschlag, lieber Leif. Allerdings wurde Facebook schon mal vor zwei Jahren vorgeschlagen und nach Abwägung aller Für und Wider abgelehnt. Die Begründungen lesen Sie bitte hier noch mal nach.

    Falls Sie weitere Argumente haben, die damals nicht berücksichtigt wurden, melden Sie sich bitte noch einmal.

  2. Lieber Raimund. Meine Filter haben mir irgendwie gesagt, dass Facebook schon Kandidat sei 😉

    Es wurde damals angeführt, der Datenschutz sei das grundlegende Problem. Dem kommt Facebook nun nach: Sie wissen daß sich was ändern muss.

    Und deshalb geht Facebook auch ganz öffentlich mit der Kosten Steigerung um. Facebook weiß, dass der wahre Wert nicht mehr in den Rohdaten liegt sondern in den Schlüssen die man aus diesen zieht. Und der persönlichen Daten interessieren dann auch nicht mehr, weil diese implizit in den Algorithmen widergespiegelt sind.

    Die Zukunft liegt in der AI und Facebook ist neben Google und Amazon der führende Anbieter. Mit der besten Technologie. Die beste Technologie hat hier immer der der die meisten Daten hat, um seine AI zu füttern.

    Wie kann Facebook sicherstellen daß es auch immer die meisten Daten haben wird? Hier hat Facebook eine große Aggression und beweiß gestellt. Instagram und WhatsApp wurden zu lächerlichen Preisen gekauft. Die Funktionen der Konkurrenz Snapchat einfach kopiert und in alle Apps eingebaut. Facebook wird also die Nutzer einfach mit qualitativ hochwertiger Software holen und aggressiv die Konkurrenz kopieren oder kaufen.
    Der Strategie vertraue ich.

    Klingt nicht nach einem Geschäftsmodell eines wahren Werts? Solange das Unternehmen die führenden Technologien besitzt ist es womöglich immer ein wahrer Wert.

    Eigentlich müssten auch Amazon ins Depot…

    • Das damalige Urteil unseres Dreierteams lautete:

      Anton:
      Ist es also einen Wahrer-Wert?
      Ja und nein:
      Ja, wegen des sehr gut laufenden Geschäftsmodells und wegen der guten Geschäftsaussichten!
      Nein, wegen des fehlenden Datenschutzes!

      Volker:
      Das Unternehmen mag eventuell ein zukünftiger Wahrer Wert sein, doch ist es auch aus meiner Sicht eindeutig zu früh, das Wahre-Werte-Siegel Facebook aufzudrücken. Somit stimme ich gegen den Kauf von Facebook!

      Raimund:
      Mit anderen Worten: Für mich persönlich stellt Facebook keinen „wahren Wert“ im eigentlichen Sinne dar. Anders als Google. Ein Leben ohne Google könnte ich mir nämlich nicht mehr vorstellen, egal welchen Job ich habe. Ein Leben ohne Facebook dagegen schon.

      Ich kann hier nur für mich reden: Für mich bleibt FB kein wahrer Wert, und zwar unabhängig vom Datenschutz. Ich persönlich nutze Facebook zwar ebenfalls sehr rege, aber nur, um mit meinen Lesern und Zuschauern zu kommunizieren. Hätte ich nicht den Job, den ich habe, wüsste ich nicht, wozu ich Facebook brauchen sollte. Das mögen hunderte Millionen von Menschen in aller Welt anders sehen, aber ich sehe es so.

      Ich bin hier aber nur einer von dreien im Team. Erneut kommt es also darauf an, was die anderen beiden sagen.

      • Geostrategisch ist Facebook als Datenpool und C2C-Kommunikationsplattform gesetzt und wird somit auf Platz 1 bleiben. Zumindest in der westlichen Welt.

        Die Russen und die Chinesen haben ihre eigenen Social Media Dienste ins Leben gerufen. Sie werden wissen warum…

        Die junge Generation wächst mit Facebook auf. Die können nicht ohne.

  3. Tja, der Schilling ist zwar auf Twitter. LinkedIn und Instagramm, aber auf Facebook ist er nicht. Und seine beiden Söhne, denen man nicht unterstellen kann, dass sie technophob sind, sind es auch nicht. Zugegeben, das ist eine sehr kleine Stichprobe und statistisch völlig irrelevant, aber zeigt sie dennoch, dass man egal ob jung oder alt ganz gut ohne Facebook klar kommen kann. Wahrscheinlich gilt dies aber auch für andere Werte in unserem Depot, die wir trotzdem als wahre Werte ansehen, deshalb kann dies nicht das ausschlaggebende Argument sein, lieber Raimund. Deshalb möchte ich hier noch den „Nutzen“ einbringen. Welchen Nutzen oder Mehrwert stiftet Facebook? Ernährt das Unternehmen jemanden? Produziert es etwas sinnvolles? Hilft es Menschen? Schont es Ressourcen? Ich kann zu keiner dieser Fragen mit ganzer Inbrunst zustimmen. Als Börsianer mag ich das Unternehmen und das Geschäftsmodell durchaus interessant finden, als Wahren Wert jedoch auch heute noch nicht.

    • Denke einfach weiter, lieber Volker: Wenn ich für mich persönlich Facebook als entbehrlich ansehe, unterstelle ich damit, dass es dies für die Masse der anderen ebenfalls ist – obwohl sie Facebook wie ich nutzen. Aber fast alle unserer anderen wahren Werte produzieren ein Produkt oder erbringen eine Dienstleistung, die in der heutigen Zeit unentbehrlich sind. Wohne oder arbeite zum Beispiel mal in einem Hochhaus ohne Aufzug, dann verstehst Du, was ich meine.

      Am entbehrlichsten in diesem Sinne wäre allenfalls die Schokolade. Und dann entscheide selbst, was entbehrlicher ist: Ein Jahrhunderte altes Traditionsprodukt oder eine Internetseite, auf der Leute posten, dass sie sich gerade in der Nase popeln.

  4. Ich bin mittlerweile auch gegen die Aufnahme von Facebook in unser Depot, da der Datenschutz bei der Firma unter aller Kanone ist. Bin gespannt, was da noch alles ans Licht kommt.

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