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Depotvorschlag: Thermo Fisher

22. April 2020 - Freddy in Depotvorschlag | 11 Kommentare

Ich beginne meinen Vorschlag mit einem anderen Namen: mit Qiagen. Das ist einer der letzten Überlebenden des Neuen Marktes. Qiagen hat von der US-Arzneimittelbehörde eine Zulassung für einen Corona-Schnelltest (Ergebnis in 2 Stunden) erhalten, das freute mich. Und Qiagen hat ein Übernahmeangebot mit Barzahlung bekommen, da ich meine Qiagen-Aktien behalten wollte, ärgerte ich mich.

Wer war da so frech und wollte mich von Qiagen trennen? Es war Thermo Fisher. Obwohl ich meine ersten Börsenverluste 1987 machte und ich Wirtschaftsnachrichten ansehe, so oft es eben geht, sagte mir Thermo Fisher gar nichts. Als ich dann begann meine Bildungslücke zu schließen, fand ich die Thermo Fisher Scientific Inc. (WKN: 857209 ISIN: US8835561023) immer interessanter. Mittlerweile bin ich von den Kennzahlen absolut überzeugt und denke, dass Thermo Fisher die hohen Hürden zum Wahre-Werte-Depot schaffen könnte.

Die Eigenkapitalquote lag Ende 2019 bei knapp 51%. Rückblickend bis zum Jahr 2000 habe ich die Eigenkapitalquote nie unter 44% gesehen.

Der Umsatz wächst stetig von mehr als 2 Mrd. USD in 2000 auf mehr als 25 Mrd. USD in 2019. Nur die Jahre 2000 und 2001 zeigen einen sehr kleinen Jahresverlust. Seit dem sind alle Jahre positiv abgeschlossen.

Die Gewinne steigen stetig. In 2010 wurde die Mrd.-Grenze überschritten, 2016 die Zwei-Mrd.-Grenze und 2019 lag der Jahresgewinn bereits bei fast 3,7 Mrd. USD.

Der Chart ist ähnlich dem von Stryker. Die letzten 20 Jahre ein konstanter Anstieg. Der Einbruch der Finanzkrise 2008/2009 und der aktuellen Corona-Krise erscheint mir weniger stark als der jeweilige Einbruch von Stryker.

Dividende wird seit 2012 jedes Quartal gezahlt. Die Ausschüttungsquote liegt dabei um die 10% und bietet daher noch viel Luft nach oben. Für diese Qualitätsaktie ist seit Jahren ein KGV um die 30 zu bezahlen.

Die Kernkompetenz der Firma sind Messsysteme, sie passt daher ideal ins Portfolio. Ich lasse also Qiagen nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen und investiere den freiwerdenden Betrag in die neue Mutter Thermo Fisher.

Neben den Firmen-Homepages und Wikipedia fand ich die Quelle bei Chemie.de ganz hilfreich. (https://www.chemie.de/firmen/12506/thermo-fisher-scientific-gmbh.html#/tab/companyProfile).

So lieber Raimund. Das soll an dieser Stelle fürs erste genügen. Die allerwichtigsten Zahlen sind genannt und ich freue mich auf dein wie immer sehr kritisches, aber äußerst fachkundiges Urteil und wünsche allen Leserinnen und Lesern eine schöne Zeit und dass wir von dem Corona-Virus alle verschont bleiben mögen.

Viele Grüße Freddy

11 Kommentare

  1. Vielen Dank, lieber Freddy, für Deinen gut recherchierten und mit eigenen Erfahrungen angereicherten Vorschlag.

    Ich will es kurz machen: Die Aktie überzeugt mich. Hättest Du den Vorschlag vor vier Wochen gemacht, hätten wir vermutlich sofort zugeschlagen und die Aktie spätestens im Rahmen unseres Frühjahrsputzes ins Depot genommen. Nun aber hat der Thermo-Fisher-Kurs schon wieder sein Vor-Corona-Krisen-Niveau erreicht. Die Kaufgelegenheit ist damit vorbei.

    Wir setzen Thermo Fisher auf die Ersatzbank und warten auf eine neue Chance zur Einwechslung. Stay tuned!

  2. Lieber Freddy,
    von meinem Büro aus schaue ich fast direkt auf ein Firmengebäude von Thermo Fisher. Daher ist mir der Name schon länger present und ich hatte mich grundsätzlich für das Unternehmen interessiert. Nachdem ich mir die Unternehmsnzahlen und die Geschäftsfelder angeschaut hatte, gefiel auch mir die Aktie sehr gut. Gestern wurden übrigens die Quartalszahlen für die erste drei Monate berichtet: 6,23 Milliarden US-Dollar setzte Thermo Fisher im ersten Quartal 2020 um. Das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn je Aktie (EPS) ging um 2 Prozent auf 1,97 US-Dollar zurück. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 5 Prozent auf 2,94 US-Dollar. Damit gehört Thermo Fisher als Laborausrüster wohl auch zu den Gewinnern der Krise.
    Ich stimme Raimund zu, den Wert als wahren Wert auf die Ersatzbank zu setzen.

    P.S. Als ich mich seinerzeit mit Thermo Fisher beschäftigt habe, bin ich auf einen kleinen aber nicht weniger feinen Mitbewerber gestoßen: Repligen, ISIN: US7599161095 WKN: 870980 Börse: NASDAQ. Das Unternehmen sollten Sie sich auch einmal ansehen.

    LG Volker Schilling

    • Hallo Volker, warum machst Du daraus nicht einen Depotvorschlag?

  3. Lieber Freddy,
    vielen Dank für Ihren Vorschlag. Wir hatten heute die Aktie bereits in unserer Telco besprochen und sind zu dem Schluss gekommen, den Titel auf unsere Beobachtungsliste zu nehmen.
    Mein Kollege Volker Schilling schreibt auch noch etwas zu Ihrem Vorschlag.
    Beste Grüße
    Anton Voglmaier

  4. In den letzten Jahren (und insbesondere in den letzten Wochen) haben sich die Aktien verschiedener Laborausrüster sehr gut entwickelt.

    Andere Laborausrüster, die mir leider immer zu teuer waren (obwohl es sich gelohnt hätte) sind:

    Sartorius Vz (WKN: 716563) (KGV = ca. 63, der Kurs erreichte vor 2 Tagen ein Allzeithoch)

    TECAN GROUP N Aktie (WKN: 922557) (KGV = 42,0971, ebenfalls Allzeithoch)

    Dagegen ist Thermo Fisher (KGV = ca. 25) noch ein „Schnäppchen“.

    (Die beiden o. g. Aktien sollen keine Depotvorschläge sein. Ich möchte damit nur unterstreichen, dass es sich m. E. lohnt, den Laborausrüstern mehr Augenmerk zu widmen und bei geeigneten Kaufgelegenheiten einzusteigen).

    • Sagen wir es mal so: Wenn wir einen Laborausrüster im Team haben, sollte das reichen. Deshalb setzen wir diesen nun auf die Bank – vorgesehen für den nächstmöglichen Einsatz.

      Ich könnte mir darüber hinaus vorstellen, dass auch der ein oder andere weitere wahre Wert Laborausrüstungen im Produktsortiment hat – zum Beispiel Johnson & Johnson.

  5. Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen.
    Ich freue mich sehr, dass mein Vorschlag hier in diesem Expertenkreis Anklang gefunden hat.
    Lieber Raimund, Du schreibst „Nun aber hat der Thermo-Fisher-Kurs schon wieder sein Vor-Corona-Krisen-Niveau erreicht.“. So sollte es ja auch sein. Denn wenn ich die Anforderungen richtig verstanden habe, dann sollte sich ein „Wahrer Wert“ genauso verhalten. Eben nach dem ersten Schreck in der Krise, möglichst schnell, entstandene Kursverluste ausgleichen.
    Lieber Volker. Danke für die Quartalszahlen. Sie bestätigen meinen positiven Eindruck. Mal sehen, wie stark sich in den nächsten Quartalszahlen Corona-Effekte zeigen.
    Auch Ihnen lieber Anton, danke für die Unterstützung.
    Lieber Sandro, für Thermo Fisher liegt das KGV seit Jahren um die 30. So gesehen, kann man ein KGV von ca. 25 bei positiver Zukunftserwartung tatsächlich als „Schnäppchen“ bezeichnen.
    Gut, dass mein Depotvorschlag bereits gestern am 22. veröffentlicht wurde. Heute am 23. erschien die Marktanalyse „Thermo Fisher: Stabile Geschäfte auch in der Krise“ https://www.gevestor.de/news/thermo-fisher-stabile-geschaefte-auch-in-der-krise-886415.html
    Darin heißt es u.a. „Thermo Fisher … hat … einiges zu bieten und die Aktie besticht durch ihre Krisenresistenz.“ Bezüglich der Qiagen-Übernahme steht in der Analyse „Thermo Fisher macht damit einen Kompetenzsprung im Bereich der Molekulardiagnostik. … Die Molekulardiagnostik ermöglicht eine personalisierte Medizin, die … in Teilbereichen bessere Heilungschancen verspricht als konventionelle Behandlungen.“
    Viele Grüße
    Freddy

    • Zitat:
      „So sollte es ja auch sein. Denn wenn ich die Anforderungen richtig verstanden habe, dann sollte sich ein „Wahrer Wert“ genauso verhalten. Eben nach dem ersten Schreck in der Krise, möglichst schnell, entstandene Kursverluste ausgleichen.“

      Na klar, aber deshalb müssen wir doch nicht zu Höchstkursen einsteigen. Auch im Einkauf liegt der Gewinn 😉

      Ich habe gelernt, dass man an der Börse sehr viel Zeit hat und deshalb geduldig sein kann. Auch bei Thermo Fisher bieten sich wieder gute Einstiegsmöglichkeiten. Da bin ich mir sicher. Zumal wir jetzt schon viele andere Topspieler auf dem Feld haben. Es herrscht bei uns also kein Mangel.

      • Eine Frage habe ich da noch. Nach dem Hoch von Ende 1997 hat es bis 2007 gedauert, bis die alten Höchststände wieder erreicht wurden. Kann man das vernachlässigen?

        • Grundsätzlich gilt natürlich immer die Gesamtbetrachtung. Dabei gewichte ich aber die jüngere Vergangenheit stärker als die ältere. Und da befindet sich die Aktie seit Oktober 2002 in einem Aufwärtstrend, also seit fast 18 Jahren!

          Etwas Anderes wäre es, wenn der Chart umgekehrt aussähe. Also zum Beispiel: Aufwärtstrend von 1990 bis 2008, 2008-2020 aber nur seitwärts. Dann könnte dies darauf hindeuten, dass das Geschäft in früheren Zeiten hervorragend lief, inzwischen aber deutliche Bremsspuren aufweist.

          Tatsächlich ist es aber so, dass diejenigen Faktoren, die den Aktienkurs zwischen 1997 und 2002 ausgebremst hatten, inzwischen der Vergangenheit angehören.

    • Bei Comdirect wird ein KGVe von 25,7438 angezeigt. Das wird aber nicht täglich aktualisiert. Gemessen an den Gewinnschätzungen und dem aktuellen Kurs müsste das KGVe tatsächlich 32,74 betragen. Aber wer weiß. vielleicht wird Thermo Fisher noch mal günstiger zu haben sein.

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