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Goldrichtig

9. Januar 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 8 Kommentare

 

By the way:

Hier ein interessanter Vergleich zweier Goldkommentare von FAZ-Kollegen.

 

 

2015:
„Alles, aber auch wirklich alles spricht momentan gegen“ Gold.

2020:
„Es gibt daher gute Gründe, einen bestimmten Anteil seines Portfolios in Gold zu halten.“

Als 2015 vermeintlich alles gegen Gold sprach, stockten wir unseren Goldschatz im Wahre-Werte-Depot unbeirrt auf. Und jetzt, wo die FAZ für ihre Verhältnisse euphorisch ist, wird es Zeit für einen markanten Rücksetzer des Goldpreises. Dafür spricht auch Folgendes: Die Terminspekulation auf einen steigenden Goldpreis ist in den USA gerade auf einem Allzeithoch. Eine solch hohe Positionierung lässt in der Regel nicht mehr viel Raum für weitere Preissteigerungen – sie deutet eher auf das Gegenteil hin, auf einen deutlichen Preisrückschlag.

Zum Vergrößern anklicken (Quelle: Wellenreiter):

Und hier die Gegenüberstellung der beiden erwähnten FAZ-Kommentare:

DIENSTAG, 21. JULI 2015
FAZ, FINANZMARKT
Finger weg von Gold
Von Franz Nestler
Auch wenn der aktuelle Crash am Goldmarkt wohl mit windigen Geschäftemachern auf dem asiatischen Markt zu erklären ist, so ist doch die grundsätzliche Tendenz am Goldmarkt klar: Es geht abwärts. Der Preis fällt und fällt, charttechnisch besteht seit einem Jahr ein Todeskreuz. Die Gründe dafür liegen nicht in Verschwörungstheorien, sondern in handfesten Zahlen: Indien und China stellen zusammen 50 Prozent der Nachfrage. Doch den Menschen auf dem Subkontinent wurde durch immer neue Steuern und Importbeschränkungen die Lust auf das Edelmetall deutlich verhagelt. Und die Chinesen haben momentan genug Geld auf dem Aktienmarkt verbrannt, so dass sie wenig Geld haben, um neues Gold zu kaufen. Zusätzlich verkaufen Goldfonds das Edelmetall immer noch in rauhen Mengen. Dem Ganzen setzt die amerikanische Notenbank Fed noch die Krone auf, weil dort demnächst eine Zinserhöhung anstehen wird. Die Folge wird ein stärkerer Dollar sein. Das heißt aber auch: Gold wird — weil in Dollar gehandelt — dann für das Ausland teurer. Damit dürfte die Nachfrage noch weiter erlahmen. Alles, aber auch wirklich alles spricht momentan gegen das Edelmetall.

DONNERSTAG, 9. JANUAR 2020
FAZ, FINANZMARKT
Goldfieber
Von Markus Frühauf
Seit der Finanzkrise vor elf Jahren hat sich der Goldpreis fast verdoppelt. Das verdeutlicht, welche Bedeutung dem Edelmetall als Instrument zur Werterhaltung zukommt, wenn das Vertrauen in das Finanz- und Bankensystem erschüttert wird. Die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen, ein Ende des Krisenmodus ist derzeit schwer vorstellbar. Es gibt daher gute Gründe, einen bestimmten Anteil seines Portfolios in Gold zu halten. Der langfristige Vergleich überzeugt: Der babylonische König Nebukadnezar II., der vor 2500 Jahren regierte, verfügte den Gegenwert für eine Feinunze Gold mit 350 Laib Brot. Wer heute sein Brot beim Bio-Bäcker kauft, zahlt für den Laib 4 Euro, was dem vor 2500 Jahren gängigen Verhältnis entspricht. Es gibt noch andere Preisvergleiche, in denen sich der Gegenwert von Gold erstaunlich stabil zeigt. Da ist es völlig egal, ob sich der jüngste Preisanstieg fortsetzt oder nicht. Seit seiner Einführung im Jahr 1999 hat der Euro gegenüber dem Gold 80 Prozent an Wert verloren. Ähnlich stark hat der Dollar verloren. Frei nach Goethes Faust: Nicht alles muss zum Golde drängen, aber einiges sollte schon an ihm hängen.

8 Kommentare

  1. Hallo Herr Brichta,

    ich teile Ihre Meinung zum Goldpreis. Eigentlich war ich auch zum Jahresbeginn von einem temporär fallenden Goldpreis ausgegangen.(wegen der Charttechnik, muss ich zugeben). Deshalb habe ich einige Goldminen in Gold umgetauscht.

    Aber wer konnte mit diesem Iran-Fiasko rechnen? Hoffen wir, dass es bei den bisheringen Kampfhandlungen bleibt – besonders wegen der Menschen dort. Vielleicht hätte ich auch meinem Grundsatz treu bleiben sollen, meiner Beurteilung des Chartbildes nicht zu trauen.

    Wegen solcher Krisen und möglicher Rücksetzer am Aktienmarkt bin ich von 10% Gold zum Rebalancieren allerdings sehr überzeugt. Und auch in dieser Krise hat sich das sehr stabilisierend im Portfolio ausgewirkt.

    Noch ein Nebenaspekt: Nach einem Jahr Haltedauer ist ein möglicher Kursgewinn bei Xetra-Gold steuerfrei. Das kann man ja immer wieder mal nutzen und alles Gold zeitweise verkaufen.

    • Wir wollen im Depot aber kein Gold verkaufen, sondern unseren Goldschatz langfristig behalten.

      • Ich will auch kein Gold verkaufen, sondern halte meinen geplanten geplanten Anteil stets bei. Allerdings aus steuerlichen Gründen lohnt ab und zu ein Verkauf und ein anschließender Neukauf. Und über die mögliche Entwicklung des Goldpreises mache ich mir wie Sie Gedanken.

        • Steuerliche Aspekte spielen im Wahre-Werte-Depot keine Rolle, weil das Depot nicht steuerpflichtig ist 😉

  2. Und wie ist jetzt der Plan im Depot? Gold verkaufen?

    • Iwo – wir spekulieren nicht mit Gold.

  3. Spekulieren habe ich mir schon vor Jahren abgewöhnt. Manchmal erleide ich allerdings Rückfälle. Intelligent investieren im Sinne Benjamin Grahams möchte ich allerdings schon.

    Deshalb habe ich vor Jahren Gold in mein Portfolio aufgenommen. Selbst der Goldexperte von n-tv riet damals bei Gold zu Vorsicht. Die Notenbankpolitik und auch Sie, Herr Brichta, haben mich allerdings davon überzeugt. Sogar die Langfristcharts sprachen damals dafür.

    Heute frage ich mich, wobei die Experten heute zur Vorsicht raten. Und da fallen mir die Emerging Markets ein. Einige Amerikaner raten in Nebensätzen zum Einstieg dort. Aber der Haupttenor ist doch, dass man mit den großen Konzernen der fortgeschrittenen Märkte das Potential der sich entwickelnden Märkte mit abdeckt.

    In den Portfolien der Vermögensverwalter kommen EM nur rudimentär vor. Das mag daran liegen, dass man beim Windowdressing nicht ausgelacht werden will. Vielleicht fehlt auch einfach die Expertise. Wenn die Asiaten aber selber ins Vermögensverwaltungsgeschäft einsteigen, wird sich das ändern. Auch die Bewegung zum All Country World Index als Referenzindex könnte eine stärkere Berücksichtigung der EM bringen. Das Wachstumspotential dort sowieso.

    Hier im Forum hat Russland ja schon einige Freunde. Ich denke allerdings, dass auch Asien und vor allem China Beachtung verdient. Bei mir haben die EM einen Anteil von 30%.

    Als asiatische Nachrichtenseite habe ich asiatimes.com aus Hong Kong ausgewählt. Zum gegenwärtigen Irankonflikt gab es dort interessante Sichtweisen, die in unserer Presse eher am Rande auftauchten.

    • Meine Depotvorschläge GAZPROM und NORILSK NICKEL entwickeln sich sowohl fundamental, als auch vom Kurs her prächtig. Es ist schön, an dem Rohstoffreichtum Russlands auf friedliche Weise partizipieren zu dürfen. Die gescheiterten Attacken des Westens waren hervorragende Kaufgelegenheiten.

      Palladium geht derzeit steil; das könnte dem Gold noch bevorstehen.

      China: hier habe ich vor Monaten bei Alibaba zugegriffen – nach positivem Kommentaren von Volker Schilling hierzu (danke!).

      Kennt jmd hier einen weiteren interessanten chinesischen Big Player?

      Immerhin darf die BASF in China einen Chemiepark bauen. Das ist sehr gut.

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