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Greiffbar – Investments zum Anfassen

7. Februar 2020 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 18 Kommentare

Greiffbar - Investments zum Anfassen von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Kein Anschluss unter dieser Nummer
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Kein Anschluss unter dieser Nummer

Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, wenn man sich verwählt hat. In der Regel legt man danach auf und probiert es erneut. So auch diese Woche im Thüringer Landtag. Ups, verwählt, schnell wieder auflegen. Das nennt man dann Neuauflage, die Neuauflage einer Wahl. Es sollte wohl passender heißen: “Kein Anschluss nach dieser Nummer!” Denn der frisch Gewählte ging zwar ran, aber am anderen Ende wollte man nicht mit Ihm sprechen. Was für eine mediale Diarrhoe bei der Zurschaustellung von Demokratie. Vorweg: Kemmerich hätte die Wahl nicht annehmen sollen, aber sich einer Wahl zu stellen, wenn andere kneifen, ist nichts Verwerfliches. Und keiner kann in einer geheimen und freien Wahl bestimmen, wer für ihn stimmt. Wem diese demokratischen Mechanismen nicht passen, der kann sie nicht einfach abschaffen. Müssen künftig alle Ministerpräsidenten zurücktreten, wenn sie bei der Wahl im Landesparlament auch Stimmen der AfD erhalten? Liebe Politiker: Fangt an, die Menschen, die radikal wählen, mit guter Politik und nicht ständig mit Personalgerangel zu beschäftigen. Vor allen Dingen beschäftigt euch im konstruktiven Dialog mit Inhalten. Dazu gehören auch Umgangsformen des politischen Dialogs und nicht theatralische Polemik. Wer Herrn Kemmerich Blumen vor die Füße wirft, zeigt keine Haltung, sondern einfach nur schlechten Stil. Man muss in der Sache streiten, aber Person und Mensch aushalten können. Vor allem sollte man auch einmal auf dem Stuhl des anderen Platz nehmen, um Perspektiven zu wechseln. Ich denke, wir sind uns einig: Keine Zusammenarbeit mit der AfD, aber inhaltliche Auseinandersetzung und Konfrontation, wo es nur geht. Alles andere spielt den Radikalen nur in die Hände.

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Donald Trump durfte auf seiner Mailbox diese Woche wohl ordentlich Nachrichten haben: Eine große Anzahl an republikanischen Gratulanten, die ihn frei gesprochen haben von einer Amtsenthebung. Eine stattliche Anzahl an Senatoren, außer einem Einzigen: Mitt Romney. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner hat für die Amtsenthebung von Donald Trump gestimmt. Das ist historisch, denn das gab es noch nie in der Geschichte der USA. Sie können sich sicher vorstellen, was jetzt passiert: Ächtung in der eigenen Partei, Verleumdungen, Polemik, Denunziation, ein gewaltiger Shitstorm in den sozialen Medien. Der begann sofort. Donald Trump Jr., Präsidentensohn, den niemand gewählt hat, der kein Amt hat und der bislang nicht durch irgendeine Leistung auffiel, stellte ein nicht sehr schönes Foto von Romney auf Instagram, Romney in zu hoch über die Hüften gezogenen Jeans, und darunter schrieb der Junior: „Mom Jeans. Because you’re a pussy.“ Das ist genau die Polemik, der Umgang, diese menschenverachtende Art und Weise, die wir auf keinen Fall in unser politisches Leben übernehmen sollten. Mitt Romney ist mutig oder wie es die ZEIT formulierte: Ein Held in Zeiten der Feigheit.

Sie haben drei neue Nachrichten

Beep… Die Börsenkorrektur ist beendet, der amerikanische Aktienmarkt erreicht neue Höchststände, Dax kurz davor. Beep… Tesla Aktie hebt ab: 70% Zuwachs innerhalb einer Woche. Beep… Ausbruch aus der Korrekturphase: Bitcoin auf Jahreshoch. Beeeeeeeeeeeeep…

Ihr Volker Schilling

18 Kommentare

  1. Das ist nicht schlechter Stil sondern gar kein Stil.
    Menschen ohne Erziehung sitzen in unseren Parlamenten. Gute Nacht Deutschland.

  2. Die Thüringen-Posse hat doch einiges bewirkt: Die von Frau Merkel eingesetzte AKK geht bzw. wird gegangen. Warum setzt Frau Merkel reihenweise inkompetentes Personal ein? Vielleicht, damit sie persönlich im Vergleich zu diesen besser dasteht? Klar, kann man aus Eigennutz machen, ist aber nicht hilfreich für ein Land mit einer >80 Mio Bevölkerung…

    Now it’s Showtime…Ich tippe auf Armin Laschet als Kanzlerkandidat der CDU.

  3. @ Michael

    Armin Laschet… ich hoffe es nicht, sondern klar Herr Merz… und das einfach vor dem Hintergrund, dass endlich mal Aktien als Baustein der Altersvorsorge usw. attraktiver für die Bevölkerung gemacht werden muss, steuerliche Anreize, Aufbau eines Staatsfonds wie Norwegen usw. … bei einem Kanzler Merz mit den passenden Aussagen nach seiner Wahl erwarte ich eine Explosion der Aktienkurse…

    Außerdem traue ich vor allem unter der Führung von Merz Deutschland zu, dass wieder die richtigen Weichen gestellt wird, damit Deutschland nicht wirtschaftlich weiter abgehängt wird, wie du es ja immer richtig in deinen Beiträgen darstellst…

    Und da wäre ja noch Abbau der Bürokratie… einfaches Steuersystem auf einem Bierdeckel usw. … und damit glaube ich erreicht er auch eine große Bevölkerungsschicht…

    Wir brauchen ein Visionär, jemand der etwas bewegt, Laschet schätze ich eher langweilig ein, d.h. zu wenig notwendige Veränderungen.

    • Merz wird verhindert werden. Von genau den Kräften, die eine Frau Merkel jahrelang gedeckt haben.

      Er hatte seine Chance auf dem CDU Parteitag, und diese nicht genutzt.

  4. Für den Finanzmarkt sehr relevant könnte die aktuelle Eskalation in Syrien werden. Das erste mal in der knapp 10jährigen geostrategischen Auseinandersetzung gibt es eine direkte militärische Konfrontation zwischen syrischen und türkischen Truppen.

    Erst kürzlich hat die syrische Armee die Islamisten auf breiter Front in Idlib besiegt, so dass nun erstmals beträchtliche Kontingente der türkischen Armee in Idlib einmarschiert sind und zurückschießen. Nebenbei gab es offenbar auch Auseinandersetzungen zwischen syrischen Truppen und US-Militär. Stay tuned!

    • Nachdem Du noch vor zweieinhalb Wochen sicher warst, dass der Corona-Virus „unterschätzt“ wird und
      „Potential für ein größeres Unheil … an den Börsen“ hat, siehst Du jetzt plötzlich Syrien als Gefahr. Zumindest bleibst Du flexibel. Mein Eindruck: Hauptsache, Du hast was zu schreiben und kannst vor was warnen 😂

      Und in 14 Tagen kommst Du dann mit was anderem um die Ecke … bin gespannt, mit was? Stay tuned …

      • Raimund, Dein Eindruck täuscht (beide Ereignisse sind rein zufällig zeitlich nahe beieinander).

        Konkretes Beispiel, dass ich kein „Dauerwarner“ bin: Vor dem BREXIT habe ich nicht gewarnt, sondern diesen klar und deutlich als „weltwirtschaftlich irrelevant“ und „BREXIT-Theater“ bezeichnet. Ich denke, wir waren uns da einig. Vor dem BREXIT haben hingegen Deine Kollegen von n-tv.de regelmäßig Weltuntergangsszenarien gemalt – warum eigentlich? „Hauptsache, sie haben was zu schreiben und können vor was warnen?“;-)

        Syrien: hunderte türkische Panzer auf syrischem Territorium sind ein gefährliches Novum im langjährigen Konflikt.
        https://www.heise.de/tp/features/Erdogan-erklaert-Syrien-de-facto-den-Krieg-4659702.html
        Die syrische Regierung hingegen scheint trotz Erdogans deutlichen Drohungen tiefenentspannt zu sein: „Syriens Parlament stuft Massaker an Armeniern als Völkermord ein“
        https://www.dw.com/de/syriens-parlament-stuft-massaker-an-armeniern-als-völkermord-ein/a-52372632
        Wollen wir hoffen dass es nicht eskaliert…

        • Wenn Du damals – wie ich – nicht vor dem Brexit gewarnt hast, waren wir uns zumindest in diesem Punkt einig.

          Ich bezog mich aber auf Deine kurzfristige „Warnhistorie“: Das Coronavirus sei für die Börsen gefährlich. Nachdem sich die Corona-Angst an den Börsen aber innerhalb von Tagen in Luft aufgelöst hat, ist das für Dich plötzlich kein Thema mehr. Jetzt ist plötzlich Syrien gefährlich für die Börsen. Es ist nur dieses kurzfristige Herumeiern, das ich thematisieren wollte.

      • „Mein Eindruck: Hauptsache, Du hast was zu schreiben und kannst vor was warnen 😂 “

        Falscher Eindruck. Vor dem BREXIT habe ich bspw. nicht gewarnt, sondern diesen als „weltwirtschaftlich irrelevant“ bezeichnet. Allerdings haben viele Medien / Journalisten Weltuntergangsszenarien bzgl BREXIT hinaufbeschworen, warum bloß? Hauptsache, sie hatten was zu schreiben und konnten vor was warnen?;-)

        In Syrien sind nun erstmals hunderte türkische Panzer in der Region Idlib. Wollen wir hoffen, dass Erdogans Drohungen nur heiße Luft sind. Davon gehen die Finanzmärkte MOMENTAN aus, davon geht auch die syrische Regierung aus, die massive Geländegewinne erzielt.

        • Wenn Du damals – wie ich – nicht vor dem Brexit gewarnt hast, waren wir uns zumindest in diesem Punkt einig.

          Ich bezog mich aber auf Deine kurzfristige „Warnhistorie“: Das Coronavirus sei für die Börsen gefährlich. Nachdem sich die Corona-Angst an den Börsen aber innerhalb von Tagen in Luft aufgelöst hat, ist das für Dich plötzlich kein Thema mehr. Jetzt ist plötzlich Syrien gefährlich für die Börsen. Es ist nur dieses kurzfristige Herumeiern, das ich thematisieren wollte.

  5. Politische Vorgänge, z.B. Wahlen, Steuererhöhungen können starken Einfluss auf die Börsen ausüben, wenn sie sich denn letztlich auf die künftigen Gewinnermittlungen v. Unternehmen auswirken. Das ist nicht bei jedem politischen Ereignis so.

  6. Lt. Hellmeyer sind die wirtschaftl. Einbußen durch Corona nur temporär…werden im Jahresverlauf wieder weitg. aufgeholt. Nach wie vor Anlagenotstand. Russische Aktien u. Anleihen seien preiswert. Money.de

    • F. Hellmeyer habe ich lange Zeit gerne gelesen, aber er hat mir zu viel Schwarzmalerei bzgl Trump und BREXIT betrieben. FAKTEN UK: 180.000 neue Jobs in UK (Erwartet wurden 145.000). Schön für die Briten, freut mich sehr.
      Warum berichten die deutschen Medien nicht über den britischen Aufschwung?!

      Russland: empfehle ich seit Jahren hier (auch F. Hellmeyer).

      Syrien: Eskalation rückt näher…keine Einigung Russland / Türkei. Weitere russische Bomber nach Syrien verlegt, uvm.

      Gold: ATH in Euro, über 1.600 USD

      Barrick Gold: nach oben ausgebrochen.

      • Welche wirtschaftlichen Folgen f. GB u. die EU eintreten wird man erst dann richtig beurteilen können, wenn Verhandlungen beendet u. die Übergangsfrist abgelaufenen ist.

        • Unternehmen sind flexibel und stellen sich auf die politischen Vorgaben ein.

          Staaten hingegen sind häufig unflexibel, insbesondere Deutschland derzeit.

          Der Anstieg des Pfundes, doe Marktreaktionen, die neuen Arbeitsplätze in UK sprechen eine eindeutige, ehrliche Sprache.

          Die Briten können nun eine Wirtschaftspolitik einschlagen, die explizit auf ihre eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sie werden vermutlich die Steuern senken und MASSIV in die eigene Infrastruktur investieren. Scheinbar hat auch Trump ein massives Infrastrukturprogramm in petto. Gut für die heimischen Arbeitsplätze, gut für die Einwohner die etwas davon haben. Gerne setzen wir das auf Wiedervorlage in 5 Jahren.

          Wenn die britische Regierung oder Trump in den Augen der Wähler Mist baut werden sie demokratisch abgewählt.

          Wer entscheidet de facto über die Posten der EU-Kommission? Die Wählerstimme?

  7. „Die Briten können nun“…nee, frühestens nach dem 31.12.2020“

    • Doch, sie können nun…;-)
      Gesetze werden zunächst vorbereitet und treten nach Ratifizierung durch das Parlament in Kraft.

      Die Regierung Johnson wird nun einiges in die Wege leiten. Ich gönne den Briten die anstehenden Steuersenkungen und Investitionen in eine moderne Infrastruktur. Australien kann als Vorbild für das UK dienen. Das britische Wetter bleibt aber britisch und wird nicht australisch werden.:-)

      Wiedervorlage in 5 Jahren.

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