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Greiffbar – Investments zum Anfassen

26. Juli 2019 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 36 Kommentare

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Heißer Ritt: Draghi im Kapitalmarktrodeo
  • Heiße Versprechen: Raus aus Europa, egal wie
  • Heiße Tage: Rekordhitze

Es geht heiß her

Diese Woche brennt der Kapitalmarkt. Während das Wetter überhitzt, sieht EZB Notenbankchef Draghi den Markt zu schnell abkühlen und bereitet mit seinen pessimistischen Aussagen den Weg für sein ultimatives Abschiedsgeschenk aus dem Amt: Zinssenkungen! Wie kaum ein anderer beherrscht er den verbalen Feuerteppich, um eine Schneise für ein weiteres „Easy Money“-Programm zu legen. Ausblick und Inflationseinstufung des Notenbankchefs signalisieren deutlich eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Herbst diesen Jahres. Was heißt das für Anleger: Frisches Geld wird wieder in die Kapitalmärkte gepumpt. Das wird mit Sicherheit weniger effektiv Wirkung zeigen wie die Vorgänger-Programme, aber der Löschtank gegen Wirtschaftsversagen ist noch prall gefüllt bei der EZB. Es gäbe noch so einige stimulierende Maßnahmen, die bisher nicht angefasst wurden. Zu heiß ist eben dieses Thema. Fazit: Europäische Börsen sind attraktiv.

It´s hot in here

Und deshalb lüftet der designierte britische Premierminister Boris Johnson erst einmal richtig durch. Das gesamte Kabinett Großbritanniens ist im Umbau. Rücktritte, Entlassungen und Neubesetzungen am laufenden Band. Boris Johnson macht Ernst und bestückt das Kabinett mit seinen Getreuen. Den Briten verspricht er eine rosige Zukunft und den Europäern verspricht er einen garantierten Abgang mit oder ohne Vertrag. Chefunterhändler Barnier hat erst einmal Kompromisslosigkeit für Nachverhandlungen signalisiert. Meine Meinung: Sowohl EU Bürger als auch Briten wollen endlich Klarheit. Inzwischen haben wir uns mit dem Austritt abgefunden und es wird Zeit, dass er vollzogen wird. Gewinner wird es ohnehin keine geben, deshalb sollte sich keine Seite so benehmen. Wenn es hitzig wird, lohnt ein kühler Kopf. Wir sollten Großbritannien alle Vergünstigungen gewähren, die wir auch jedem fremden Dritten geben würden, auf “Bestrafungsmaßnahmen” verzichten und Ihnen Anreize geben, sich uns wieder näher zu fühlen. Ich denke, auch viele Deutsche haben mit den Briten mehr gemein, als mit so manchem Osteuropäer. Was macht der Markt daraus: Die Börse bleibt cool, trotz hitziger Diskussionen um die Personalie Johnson.

Rekordhitze

Deutschland verzeichnet wieder neue Rekorde in Sachen Hitze und in Sachen Nichtschwimmer. Fast 60% der Kinder unter 10 können nicht schwimmen. Wer sich also über Wasser halten will, der sollte die Technik beherrschen. Das gilt übrigens auch für die Kapitalmärkte. Wir sind nämlich anscheinend nicht nur ein Nichtschwimmerland, sondern auch ein Nichtaktionärsland. Sagen wir es mal so: Sie werden in den nächsten Jahren nicht in Zinsen ertrinken, denn da herrscht Ebbe. Und das für lange Zeit, der Zinsmarkt ist ausgetrocknet, die Dauerhitze der Notenbanken hat die Zinsen eingedampft. Die Menschen müssen, ob sie wollen oder nicht, ins kalte Wasser der Aktienanlage springen. Und da habe ich einen Tipp: Wie wäre es mal mit einem einfachen monatlichen Sparplan in einen breit investierenden, innovativen, globalen Aktienfonds. Ganz ehrlich: Sie haben Ihr Geld schon für dümmere Sachen monatlich ausgegeben. Hier können Sie etwas dafür tun, dass sie im Alter nicht auf dem Trockenen sitzen.

Ihr Volker Schilling

36 Kommentare

  1. Wirklich toller Kommentar, heute stimme ich allen drei Themenblöcken zu.

    Bin mal gespannt wie es in der EU weiter geht. Großbritannien raus, dafür perspektivisch die Ukraine, Mazedonien, Bosnien und Albanien in die EU.

    Großbritannien wird zu den Gewinnern gehören. Steuersenkungen plus sinnvolle Investitionen werden deren Wirtschaft stimulieren und die besten Köpfe ins UK lotsen. Klimatisch wird es dort auch nicht so heiß.

    • Couldn`t agree more, das UK Bashing der MSM ist eigentlich eine einzige Kaufempfehlung für englische Aktien!

  2. Wenn ich jetzt Finanzpornographie schreibe, werde ich sicherlich gehasst und man unterstellt mir Beleidigung: Darum will ich es anders versuchen: Selber Denken, selber Handeln, selber Verantwortung übernehmen und an Warren Buffett glauben. Warren Buffett empfiehlt ETFs, keine Fonds mit jemanden, der davon gut lebt. Er bezweifelt, dass Fondmanager das wirklich können, dieses besser abschneiden. Und er empfiehlt selber denken. Und das möchte ich hiermit auch tun: Wer selber denkt, braucht keine Fonds. Ich bin hier, um über gute Aktien zu diskutieren.

    In Deutschland haben übrigens mehr Deutsche mit Osteuropa gemein, als viele denken. Schlechte Bezahlung, viel Arbeit, die man hasst und Mangel an Leuten, die diese Arbeit machen wollen, kennt hier schon jeder. Deswegen reden wir ja über Facharbeitermangel, ehm zu niedrigsten Löhnen. Die Alten wollen wir trotzdem los werden.

    Ich möchte nur eines sagen zum Schluss. Ich werde immer selber denken. Deswegen werde ich nie einen Fonds kaufen. Ich möchte es noch anders sagen: ICH WILL IMMER SELBER DENKEN. Lieber Volker Schilling, wenn Sie etwas über wahre Werte schreiben wollen, wäre ich dankbar, es zu lesen. Aber ich will auch, dass Sie wissen, dass ich niemals in Ihre Fonds investieren werde. Dafür ist mir mein Geld zu schade.

    • Schade, Sie haben schon mal lesenswertere Beiträge gepostet. Das ist hier kein Frustabladeforum.

      • Ich habe keinen Frust. Es geht mir gut. Ich habe keine Fonds, habe wahre Werte, dann noch Mastercard und Visa….ich habe Nike und Adidas. Ich habe keinen Frust. Weswegen sollte ich Frust haben?

        Ich will über wahre Werte diskutieren. Ich hatte mit Hrn. Brichta neulich eine Diskussion über Alphabet und Amazon. Ich sah Google auf dem absteigenden Ast. Gegenmeinung Brichta und schwubst, er hatte recht. Das finde ich gut. Eine Diskussion über wahre Werte. Deswegen bin ich hier.

        Ich will aber keinen Fond kaufen. Wenn Hr. Schilling anfängt, über wahre Werte zu schreiben, werde ich sein Fan. Aber es fängt nicht damit an, dass er seinen Fond ins Spiel bringt.

        Ein anderer Punkt ist: Ich habe natürlich meine eigene Meinung zu Fonds. Und ich finde sogar, keiner sollte einen kaufen. Das bringt eine andere Note mit rein. Wenn jemand Fonds verkaufen möchte, stehe ich schnell auf der anderen Seite. Dahinter steckt aber kein Frust. Im Gegenteil. Wenn überhaupt, dann Arroganz, Überheblichkeit oder auch Überzeugung. Das liegt dann am Auge des Betrachters. Aber auf keine Fall ist es Frust.

        • „Ich hatte mit Hrn. Brichta neulich eine Diskussion über Alphabet und Amazon. Ich sah Google auf dem absteigenden Ast. Gegenmeinung Brichta und schwubst, er hatte recht.“

          Ich würde nicht so weit gehen, dass ich recht hatte. Es gab am Freitag zwar einen One-Day-Jump nach oben bei Google, aber das ist unerheblich für die langfristige Entwicklung. Also abwarten.

        • Insgesamt gesehen wird hier doch lfd. über wahre Werte diskutiert. Der Diskussionsvorschlag des WWD liegt auf dem Tisch…es ist das WWD selbst…sieht doch weit überwiegend schön grün aus, sogar die Goldposition hat sich recht positiv entwickelt. Man darf aber die allgemeine Lage nicht aus den Augen verlieren und hier finde ich die Beiträge von Herrn Schilling ziemlich hilfreich. Hat er nicht sogar diesen erfolgreichen neuseeländischen Flughafen vorgeschlagen? Freue mich, daß sie frustfrei leben…gelingt mir nicht immer.

          • Äh natürlich “ Sie “ groß geschrieben frustfrei leben

    • und wenn man sieht, dass in dem Wahre Werte Fonds als zweitstärkste Position der eigene Greif Equity L/S (R) hereingekauft wurde hat dieses nichts mit unserem Konzept zu tun. Dieser Fonds ist an Daimler,Conti, Versorger, Versicherungen Telekommunikation beteiligt. Eigentlich schade.
      Ich kenne das: Ich hatte mal Verwaltungen bei Privatbanken, als die dann anfingen Ihre eigenen Fonds in die Depots zu kaufen, war es dann an der Zeit….

      • Kurz zum Thema des Greiff Equity L/S:
        Der Fonds wurde lediglich als Kasseersatz eingesetzt, da er als Long/Short Fonds sowohl Aktien erwirbt, diese aber zugleich wieder über Marktfutures sichert. Entgegen der Anlage in Privatdepots haben Fonds bei der Kassehaltung Negativzinsen zu zahlen. Diese liegen bei -0,4 bis -0,6% auf Kassehaltung.Um diese Nagativzinsen zu umgehen wurde die Kasse über den Greiff Equity L/S Fonds gebucht.
        Nachdem aber vor Wochen schon klar war, dass der Fonds dafür nicht geeignet war/ist, wurde diese Position heraus genommen. Sollte also der Greiff Equity L/S noch als Bestandteil des WahreWerteFonds angezeigt werden, so haben Sie eine veraltete Inventarliste vor sich.

    • Lieber Herr Dargel,
      schön, dass Sie sich an meiner Person so abarbeiten. Ich fühle mich geschmeichelt. Nur kurz: Die Greiffbar ist ein kurzweiliger Wochenrückblick, der von mir erstellt wird. Raimund hatte mich gebeten diesen hier auch ins Forum zu stellen und die überwiegend positiven Rückmeldungen dazu freuen mich. Um Wahre Werte geht es in der Greiffbar nicht. Die diskutiere ich gerne mit Ihnen in anderen Forenbeiträgen hier auf dieser Plattform.

      Ich habe auch nicht vor, Sie vom „selber denken“ abzubringen. Im Gegenteil, meine Beiträge in der Greiffbar sollen auf unterhaltsame Weise anstoßen, sich mit den Themen der Woche auseinanderzusetzen.Und ehrlich gesagt verstehe ich nicht weshalb ein Fonds im Depot einen vom selber denken abhalten sollte. Mein Hinweis in Fonds (und dazu zähle ich ETFs ebenso) zu investieren, war vor allem darauf gerichtet an alle die zu appelieren, die der Kapitalmarkt abschreckt. Die regelmäßig in Umfragen angeben, dass sie nicht investieren, weil sie zu wenig Wissen über Börse und Märkte haben. EinFonds ist eine einfache und bequeme „Brückentechnologie“, um überhaupt einmal in Produktivkapital zu investieren. Daran mangelt es den Deutschen anscheinend ebenso wie mit dem Schwimmen lernen. Mein Hinweis, mal mit einem Fonds zu beginnen, ist quasi wie Schwimmflügel für den Nichtschwimmer.

      Und zu guter letzt: Herr Dargel, Sie müssen nicht in meine Fonds investieren. Und entgegen ihrer Wahrnehmung, habe ich dafür auch keine Werbung gemacht. Aber das erledigen Sie ja für mich 😉

      P.S. Für alle die aus dem großen Fondsdschungel, doch einmal genauer wissen wollen, welche Fonds überhaupt wirklich „aktiv“ sind und dauerhaft „Mehrwert“ erwirtschaften, dem sei unsere Langzeitstudie empfohlen, die wir jährlich gemeinsam mit der Finanzzeitschrift Capital veröffentlichen: https://www.capital.de/geld-versicherungen/das-sind-die-besten-fonds-deutschlands

      LG Ihr Volker Schilling

      • Ja natürlich mache ich die Werbung und nicht Sie. Deswegen auch Greifbar ehm sorry Greiffbar. Sie sollten wissen, dass ich gerne über reagiere. Aber erzählen Sie mir bitte nicht, dass sie nicht mit einer Brechstange auf ihren Fonds zeigen. Ich kapier auch, dass es Teil Ihres Jobs ist. Ich muss es aber nicht gut finden. Können Sie sich vorstellen, wie meine Bank anfängt, wenn sie mich in einen überteuerten Fonds drängen will. Genau wie Sie. Denken Sie mal darüber nach. Zur Zeit läuft eine lustige Werbung, wo man halt nicht mit irgendjemanden über die Börse reden sollte, sondern mit den Profis einer Bank. Finde ich lustig.

        Zum das Thema, wer wen zu Ihrem Fonds rät, schreibe ich mal zu teuer, rate davon ab und lohnt nicht.

        Also mache ich keine Werbung für ihren Fond.

        Sie schreiben, Herr Brichta habe Sie um einen Wochenrückblick gebeten. Gut, nennen Sie es Wochenrückblick. Das ist natürlich spitzfindig. Aber ich will damit nur herausarbeiten, dass Sie nicht so sind, wie Sie sich darstellen. Sie wollen auf Ihren Fonds hinweisen und ich weiß es. Natürlich kann ich mich irren. Deswegen nennen Sie es auch Greiffbar.

        Und ich verurteile es nicht. Ich mag es nur nicht. In meinem Job mache ich auch Sachen, für die ich mich nicht Rechtfertigen möchte. Aber wir sind hier auch in einem Bereich, wo ich meine Meinung sagen darf.

        Ich sage es mal so: Ich denke ehrlich gesagt, dass Menschen in Ihrer Position die Grenze gar nicht mehr ziehen können. Sie werden immer Ihren Fonds mit ins Gespräch bringen. Indirekt. Aber das ist nur meine Meinung.

        Ich habe mich an der Börse 1000 mal geirrt, ich habe mich bei den Frauen 1000 mal geirrt, ich kann mich auch bei Ihnen irren.

  3. Was gemanagte Fonds angeht, gebe ich Ihnen Recht, Marco Dargel. Da habe ich in den 30 Jahren, die ich anlege, schon viel Geld sinnlos gelassen und mich von ihnen getrennt.

    Man sollte aber nie „nie“ sagen.
    Trotz des Wissens, dass Fonds nur selten den Index schlagen, habe ich doch vier:
    Flossbach von Storch – die sind einfach gut
    xtracker Portfolio – disziplinierte Vermögensverwaltung auf ETF-Basis mit wissenschaftlichem Hintergrund
    BB Biotech – die sind auch einfach gut
    Berkshire Hathaway – eigentlich auch ein Fonds mit einer hohen Cash-Quote. Das halte ich für schlechte Zeiten – fällt weniger und kann dann einkaufen.

    Ansonsten setze ich vor allem auf ETFs. Die zu schlagen, ist sehr schwer für Profis wie für Privatanleger wie mich. Aus den ETFs setze ich dann strukturierte Portfolios zusammen.

    Flossbach von Storch ist für mich so etwas wie eine Benchmark. Wenn ich die mit meinem gesamten Anlagevermögen schlage, bin ich zufrieden.

    Aber selber Denken macht mir auch einfach Spaß. Ich weiß allerdings, dass durch erratische Entscheidungen meine Performance nicht unbedingt besser wird.
    Ein disziplinierte Anlageprozess ist eigentlich sterbenslangweilig, lohnt sich aber am meisten. Allerdings verstoße ich manchmal gegen diese Regel und fahre damit große Gewinne und Verluste ein. Das ist unterhaltsam, ändert aber wenig am Gesamtergebnis.

  4. In einem Punkt möchte ich Herrn Schilling zustimmen: Es ist allemal besser, einen gut diversifizierten Aktienfonds zu kaufen und den dann auch lange zu halten als gar nicht in Aktien anzulegen.

    Zum „Selber Denken“ von Herrn Dargel. > Man muss damit rechnen, dass die anderen auch denken. Und man muss damit rechnen, dass die anderen auch mal Recht haben. Besonders sollte an aufpassen, wenn man meint, dass alle anderen Unrecht haben.

    Im Ernst: Es ist erwiesen, dass durch eigene Überlegungen selbst gemanagte Aktien-Portfolios langfristig schlechter abschneiden als der Index. Und das gilt für Amateure genau so wie für Profis. Selbst, wenn einer viel richtig macht, drücken die Kosten sein Ergebnis nach unten.
    Das ist das große Argument für ETFs.

    • Aber darauf gibt es nur eine Lösung, Wir können uns alles das hier sparen. Die Lösung für jeden wäre dann ETF. Das Thema wahre Werte könnte man sich dann echt sparen. Soweit bin ich aber noch nicht. Und das hat auch Gründe. Aber dazu muss jeder natürlich seine eigene Ehrlichkeit prüfen. Wenn mich der Markt schlägt, dann müsste ich die Frage formulieren, warum höre ich nicht auf zu denken und kaufe einen ETF.
      Da könnte man einen ETF auf den S&P 500 nehmen. Also ich stelle mir solche Fragen. Ich habe auch Antworten gefunden. Eine ist zum Beispiel, dass ich mein Depot selber wie ein ETF aufbaue. Nur meine Werte aber wie ein ETF, d.h. die erfolgreichen Aktien sind stärker positioniert. Das mache ich anders als das Depot hier. Ich mache nicht halbe Position gekauft und dann vielleicht Volleinstieg. Wenn Adidas auf meiner Liste die Nummer zwei ist, es aber nicht im Depot ist und ich kaufe könnte, dann kaufe ich Adidas. Das mache ich anders. Ich habe eine ETF Rangliste. Und damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich habe auch nach der Rangliste verkauft oder reduziert. Ich versuche halt so einen wahre Werte Ansatz mit ETF Logik.

      Aber die echte Frage bleibt. Wen jeder ETF besser abschneidet, warum kauft man dann nicht einfach einen ETF und hört auf zu denken. Man muss doch einfach nur mal eine Bilanz ziehen, Und das sollte jeder.

      Mein Tipp an jeden: Macht mal Bilanz. Wenn z.B. der S&P 500 in den letzten 5 Jahren besser war, dann fragt Euch wirklich, warum ihr keinen ETF kauft.

      • Ich bin seit jeher ein glühender Verfechter des Investments in ETF. Genau wegen dieser Möglichkeit gab ich schon vor 20 Jahren meinem ersten Buch den Titel „Die unbeschreibliche Leichtigkeit des Geldanlegens“.

        Das Wahre-Werte-Depot ist lediglich ein Test, ob es gelingt, die nächste große Krise und danach eventuell sogar den Zusammenbruch des Geldsystems auf irgendeine Weise abzufedern. Denn dies werden ETFs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht tun.

        Stay tuned!

        • Sehr geehrter Herr Brichta,

          ich danke Ihnen für diese ehrliche Aussage. In der Tat scheint es derzeit eine wissenschaftlich erhärtete Erkenntnis zu sein, dass man mit ETFs den besten nachhaltigen Anlageerfolg erzielt.

          Dennoch bin ich Ihnen und Herrn Schilling dankbar, dass Sie diese Seite machen. Das Problem ist nämlich, dass, wenn alle den ETF-Weg gehen, er sich genauso neutralisieren wird wie alle Investmentstrategien der Vergangenheit (z.B. Dogs of the Dow). Und, wenn nicht wenigstens die Profis weiterhin auf gewohnte Weise handeln, wird sich auch die Effektive-Markt-Hypothese erübrigen.
          Außerdem schätze ich sehr, dass hier auch auf das Große und Ganze der Entwicklung geschaut wird. Denn auch als ETF-Anleger muss man diese Vehikel ja in ein Portfolio einfügen. Und hier fallen dann die Entscheidungen, die den langfristigen Erfolg entscheidend mit beeinflussen.
          Noch ein Problem: Die Wissenschaftler (Malkiel, Weber etc.) stützen ihre Erkenntnisse und Strategien teilweise auch auf die Vergangenheit, was sie bei der Charttechnik zum Beispiel verdammen. Vielleicht wird die wissenschaftliche Erkenntnis in 20 Jahren ja zu ganz anderen Thesen führen.

          Ich würde mich freuen, wenn wir hier auch über Portfolio-Gestaltung reden. In diesem Zusammenhang finde ich die Ausführungen von Herrn Dargel oben interessant, habe sie aber nicht richtig verstanden.

          Für mich ist diese Seite eine Querprüfung meines gegenwärtigen Investment-Weges. Seit ich nach Malkiel / Weber anlege, ist mein Investmenterfolg auf jeden Fall besser geworden.

          • Für meine Aussage brauchen Sie sich nicht zu bedanken, lieber Herr Eeberg. Ich bin bekannt dafür, dass ich mich für die Verbreitung von Wahrheit einsetze. Wieso sollte ich mich also gerade in dieser Hinsicht unglaubwürdig machen? Es ist so, und deshalb muss es auch so gesagt werden. Das ist vollkommen normal.

          • Zitat

            „Ich würde mich freuen, wenn wir hier auch über Portfolio-Gestaltung reden. In diesem Zusammenhang finde ich die Ausführungen von Herrn Dargel oben interessant, habe sie aber nicht richtig verstanden.“

            Was genau wurde nicht verstanden?

            1) Ich bin für selber denken also gegen Fonds.

            2) Ich finde, man sollte mal Bilanz machen. Wenn ETFs seit Jahren besser sind, sollte man sich fragen, warum man nicht einfach ETF macht. Darüber braucht man nicht nachzudenken.

            3) Ich sehe eine Alternative. Die eigenen Überlegungen, die eigenen Aktien, aber das Depot wird wie ein ETF aufgebaut. Man kauft nicht alles gleich, sondern schichtet wie ein ETF um. Es ist eigentlich einfach. Adidas ist der zweitbeste Wert im Depot nach Performance, dann muss er auch der zweitgrößte sein. Fresenius verliert, dann reduzieren bis zum Rauswurf. Das bedeutet, ich mache eine Rangliste von meinen Werten. Sie wird bestimmt vom Verlauf der letzten drei Jahren modifiziert um Verschuldung und Goodwill. Wenn ich verkaufe, dann die Schlechteren. Wenn ich kaufe, dann die Besseren. Ich zwinge mich dabei aber zu nichts. Aber ich halte mich daran. Zur Folge hatte das, dass Fresenius raus ist, Henkel ist klein, wird aber nicht dazu gekauft, Adidas ist Nummer zwei und Mastercard Nummer Eins. Also im Prinzip wie ein ETF, nur dass ich Deutsche Bank nicht unbedingt auch kaufen muss.

            Dabei mache ich auch große Fehler. Ich kannte immer Amazon. Ich hatte sie nie. Hätte ich 1997 für 2000 Euro Amazon gekauft, würde ich heute nicht mehr arbeiten. Ein lustiger Punkt. Ich konnte nie sehen, welchen Erfolg sie haben werden. Ein Punkt, über den ich jetzt nachdenke. Wieso konnte ich es nie sehen? Ein wichtiger Punkt. Ich sah alle großen Aktien nie, als sie anfingen zu steigen. Weder Apple noch Google, kein Netflix. Ich hatte nicht mal an sie geglaubt.

            Ist doch irgendwie witzig oder?

            Man hatte vor 10 Jahren nicht die besten Aktien und denkt man hat Ahnung? Das passt nicht. Das macht mich auch zu einem Blindgänger.

            Nur um es nochmal zu sagen. Man sollte sich mal hinsetzen und ehrlich Bilanz ziehen und die Fragen daraus ernst nehmen.

  5. Meine Meinung:
    – Die „Wahre Werte Depot“ Seite sollte keine Werbeplattform für Fonds werden mit Ausnahme des „Wahre Werte“-Fonds.
    – Der Greif Equity L/S (R) (WKN: A141WK) passt auch aus meiner Sicht überhaupt nicht nicht in den „Wahre Werte“-Fonds, da er sich nicht mit dem Konzept (siehe https://wahre-werte-depot.de/das-konzept/ „Das Depot strebt an, im Kern auf materielle Vermögenswerte und nicht auf Finanz- und Geldwerte zu setzen.“) deckt.

    Marco Dargel schiebt keinen Frust, sondern möchte wie ich den Fokus auf SELBER DENKEN legen (gegen den gesamtgesellschaftlichen Trend). Ich bin mir auch sicher dass dies im Interesse von Herrn Brichta ist – das hiesige WWD-Konzept zielt ja genau darauf ab:
    1) Depotvorschläge machen,
    2) diese kontrovers, aber fair und sachlich diskutieren (Austausch von Argumenten), und
    3) basierend auf den WWD-Prinzipien den Daumen heben oder senken.

    Kostolany hat einem seiner Bücher den passenden Titel „Die Kunst, über Geld nachzudenken“ gegeben. Der Mann war intelligent und sehr reich an Lebenserfahrung. Das größte Kapital ist Bildung, die sich jedoch erarbeitet werden muss. Das fällt vielen immer schwerer, denn es ist leichter, vorgefertigte Meinungen zu übernehmen.

    Ich persönlich habe hier schon einiges gelernt.

    • Tatsächlich betrachte auch ich den Austausch von Gedanken und Argumenten als ein wesentliches Asset der WWD-Seite. Was den Greiff-Fonds anbelangt, so war er meines Wissens nach nur ein Platzhalter für die Kasse-Position im WWD. Aber dazu wird Volker Schilling mit Sicherheit noch etwas schreiben.

  6. Der Vorteil eines ETF ist die erhöhte Sicherheit durch breite Streuung. Mit mehreren ETF kann man praktisch den weltweiten Aktienmarkt nach Regionen UND Themen insgesamt kaufen. Das ist mit dem Erwerb einzelner Aktien so kaum möglich. Einen deutlichen Kostenvorteil beim Kauf bieten aber nur die synthetischen ETF. Mit einzelnen Aktien, gerne auch Namensaktien, aber breit aufgestellt fühle ich mich irgendwie einfach wohler, obwohl rein verstandesmäßig die Vorteile von ETF eher ueberwiegen dürften. Bei der Methode Dargel fehlt mir die breite Streuung…bei der mir zuletzt bekannten privaten Methode Brichta (nur DAX?) ebenso.

    • Habe ich hier einmal geschrieben, dass ich nur in einen DAX-ETF investiere? Zumindest muss es von Ihnen so verstanden worden sein. Ich kann Sie aber beruhigen: Ich streue auch privat breiter 😉

      Und was die von Ihnen so gelobten synthetischen ETF anbelangt, so gilt deren Vorteil nur, solange das System funktioniert. Im Falle einer Systemkrise kann sich ein solcher ETF nach meiner Erwartung vor lauter Synthetik aber in Luft auflösen und pleite gehen. Nämlich dann, wenn seine Vertragspartner, mit denen er z. B. Swapgeschäfte abgeschlossen hat, die Hände heben. In diesem Fall wären die tatsächlichen Aktien im Bestand eindeutig das kleinere Übel.

      • Jo, gibt ja noch mehr Sachwerte…hatte nur Ihr Aktienengagement so in Erinnerung 😏

  7. Okay, bleiben wir beim Wahre-Werte-Fonds.

    Eigentlich ist das ja mehr ein Portfolio mit den Assetklassen:
    – 13% Kasse
    – 8% Gold
    – 4% europäische Immobilien
    – 75% internationale Aktien in 20 Positionen

    Lassen Sie uns doch über diese Gewichtung diskutieren.
    1. Sind die einzelnen Assetklassen richtig gewichtet?
    2. Reichen 20 Aktienpositionen, um den Markt so diversifiziert darzustellen, dass das spezifische Risiko einzelner Aktien nicht ins Gewicht fällt?
    3. Welchen Sinn macht das Immobilien-Engagement in dieser Größe? Sollte man es ausbauen oder ganz darauf verzichten? Oder sollte man diesen Posten einfach dem Aktienteil zuschlagen?

    • 1. Das kann jeder selbst entscheiden. Für uns ist diese Gewichtung im Augenblick die richtige. In Zukunft kann sich das selbstverständlich ändern.

      2. Ungefähr 20 Positionen sind für uns sogar das Maximun, weil man mit mehr sehr leicht den Überblick verliert.

      3. Über einen Ausbau der Immobilienposition denken wir nach. Allerdings nicht zu den augenblicklich hohen Preisen. Außerdem sind auch in einigen Aktienpositionen größere Immobilienengagements enthalten, z.B. im Auckland Airport und in der Svenska Cellulosa (größter europ. Waldbesitzer).

      • Ich habe die Immobilienmärkte mal verglichen. Der amerikanische und der asiatische sind sehr teuer. Da kaufen wahrscheinlich schon viele Immobilienaktien als Ersatz für Zinspapiere.
        Aber der europäische Immobilienmarkt ist meiner Ansicht nach nicht zu teuer. Das trifft besonders für die deutschen Immobilienaktien zu. (Wie gesagt: LEG)

        Aber noch mehr interessiert mich, welche Funktion die Immobilienwerte im Wahre-Werte Depot haben sollen. Man kann sie ja auch ganz einfach der Assetklasse Aktien zuordnen. Dann sollten wir aber über einzelne Immobilienfirmen diskutieren und nicht diesen Fonds halten.

        • Dazu hatte ich an anderer Stelle schon mal erklärt: Eigentlich würden wir Grund und Boden als wahre Werte am liebsten direkt halten. Dies ist aber – genauso wie bei Gold – nicht möglich. Deshalb gehen wir den Umweg über Reits-Fonds.

          • Aber es macht doch keinen Sinn, wenn man Grund und Boden halten will, eine Immobilienfirma zu kaufen. Das ist so als wenn man ein Auto kaufen würde, wenn man eine bestimmte Menge Stahl, Kupfer und Zinn besitzen will.
            Um die Analogie mit Gold zu wahren, müsste man dann beim Gold Immobilienaktien kaufen.

            Alternativvorschlag: Wenn es einem auf Land ankommt und man dafür eine Firma kaufen will, sollte man doch lieber in Forst oder Landwirtschaft investieren. Da ist der Anteil von Grund und Boden am Firmenvermögen viel größer.

          • Wenn man in Grund und Boden investieren will und dies nicht direkt kann, dann kann man selbstverständlich als Alternative in Unternehmen investieren, deren Geschäftszweck es ist, in Grund und Boden zu investieren. Es bleibt damit ein Investment Grund und Boden, wenn auch ein indirektes.

            Wenn ich zum Beispiel nicht direkt in ein Bürohaus investieren kann, dann erwerbe ich mit dem Investment in ein Unternehmen, das Bürohäuser besitzt und vermietet, einen indirekten Anteil an den Häusern und den Erträgen (Mieten), die diese abwerfen. Wieso ist Ihnen dieser Zusammenhang nicht geläufig?

            Darüber hinaus hinkt Ihr Vergleich mit dem Auto und den Rohstoffen gewaltig: Zum einen bestehen moderne Wagen in zunehmenden Maße aus Kunststoff und immer weniger aus Stahl und Blech. Zum anderen müsste ich das Auto schon vermieten, um daraus Erträge zu erzielen. Dies wäre aber ein Investment in ein Auto und seine Verwendung und nicht in den Rohstoff. Wenn ich das wollte, würde ich vermutlich in eine Autovermietung investieren.

            Und Ihre Empfehlung mit der Forstwirtschaft haben wir längst umgesetzt, indem wir in den größten Waldbesitzer Europas investiert haben.

      • Szenario:
        1) FED senkt morgen NICHT die Zinsen
        2) Aktienmärkte brechen weltweit ein

        Als Begründung wird der BREXIT und Trump genannt.

        De facto haben wir
        a) eine schwache Konjunktur (mindestens in Europa)
        b) bereits eine Aktienralley seit Januar hinter uns

        Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Kurse jetzt wieder mal ordentlich fallen müssen – damit sie wieder steigen können…;-)

        Einen DAX 11.000 habe ich ja für den Sommer noch auf dem Radar. Dieser hat gerade ein niedrigeres Hoch ausgebildet, sehr verdächtig…;-)

          • FED hat die Zinsen gesenkt…

  8. Habe synthetische ETF nicht gelobt, lediglich darauf hingewiesen, daß diese beim Kauf kostengünstiger sind als physische. Wie Sie aus meinem Beitrag entnehmen können halte ich überhaupt keinen ETF😐

    • Beim Kauf selbst sind die syntetischen doch gar nicht günstiger. Die ING zum Beispiel berechnet beim Kauf synthetischer ETFs gleich hohe Gebühren wie beim Kauf voll nachbildender ETFs. Einen Vorteil gibt es allenfalls bei den laufenden Kosten, weil dass synthetische Nachbilden günster ist als das tatsächliche.

      • Danke f. Info. Vor 3 Jahren wollte ich beeinflusst v. G.Hellers Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand“ über meine Hausbank ETF erwerben…vorher hatte ich gegoogelt u. war auf den Begriff synthetisch gestossen, der mir gleich die Nackenhaare hochstellte. Nach Auskunft der Bank ergaben sich aber f. Synthetische Kostenvorteile. Letztlich habe ich es dann ganz gelassen, obwohl ich von dem Vorteil bei der Streuung weiter überzeugt bin. Aber dank einer gewissen Vorsicht bin ich vor Emittentenrisiken weitgehend geschützt. Lehman Brother Papiere waren f. mich Tabu…ebenso neue Marktwerte u. Synthetisches..nee lieber nicht.Evt. mal einen physischen ETF😊

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