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Greiffbar – Investments zum Anfassen

10. Juli 2020 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 9 Kommentare

Greiffbar - Investments zum Anfassen von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Meistgekauft und überkauft
  • Zugekauft und eingekauft
  • Für dumm verkauft

Meistgekauft und überkauft

Geldanlage ist einfach, aber nicht leicht. Im Januar schrieb ich unter dem Titel „Aye aye Amazon“, dass nach dem Überschreiten der 2000 USD-Marke der Weg für die Amazon-Aktie frei ist in Richtung 3000 USD. Und diese Woche war es dann auch soweit. Amazon ist eine der meistgekauften Aktien der Welt und die neuen Hochs jenseits der 3000 USD geben den Käufern recht. Der Technologiewert ist nicht nur in den entscheidenden Märkten unterwegs, sondern auch weiterhin der große Profiteur von Digitalisierung und Datenwachstum. Und trotz der Höchstkurse ist aus meiner Sicht die Aktie nicht überkauft. Da geht noch mehr. Das scheint auch Tesla Chef Elon Musk für seine Aktie zu erwarten: Denn nach den neuen Höchstkursen und erneuten Angriffen von Leerverkäufern, macht er sich einen Spaß aus den „Short-Sellern“ und verkauft kurzerhand in seinem Webshop bei Tesla kurze Hosen – im englischen „Shorts“, die er mit der Aufschrift S3XY versehen hat. Eine Anspielung auf die Tesla Modelle S,3,X und Y. Die limitierte Edition nennt er „Tesla Short Shorts“ und was soll man sagen? Sie werden im Shop als „Sold out“ angezeigt, also ausverkauft.

Zugekauft und eingekauft

Er ist wieder da! Warren Buffett hat in dieser Woche eingekauft. Ein milliardenschwerer Zukauf seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway im Energiesektor. Fast 10 Milliarden Dollar hat er für Dominion Energy bezahlt, um deren Erdgaspipelines, sowie das Speichergeschäft zu erwerben. Damit sichert er sich 12.000 Kilometer Gasnetze und unsagbare 25 Milliarden Kubikmeter an Speicherkapazität. Die Shopping Tour könnte sich für die Zukunft als sehr lukrativ erweisen, denn insbesondere die USA werden den Energiesektor in Zukunft auf eine neue Infrastruktur stellen müssen. Da Warren Buffett zuletzt häufig in der Kritik stand, seinen „Einkaufsinstinkt“ verloren zu haben, litt auch der Aktienkurs von Berkshire Hathaway. Das ist die Gelegenheit für Sie auf Einkaufstour zu gehen.

Für dumm verkauft

In dieser Rubrik würden mir diese Woche spontan viele Beispiele einfallen. Da sind die Wirtschaftsprüfer von Wirecard oder der Aufsichtsrat der gleichen Firma, der Anhänge von Abschlussberichten unter den Tisch fallen ließ. Oder mal wieder Trump, dessen Wahlkampfauftritte zur schnelleren Durchseuchung der USA mit Covid-19 beitragen. Aber auch Brasiliens Präsident Bolsonaro, der gleich selbst die „kleine Grippe“, wie er sie liebevoll nennt, testet, um den Brasilianern Mundschutz und Kontaktsperren zu ersparen. Dazu passte irgendwie auch die Nachricht des Todes von Ennio Morricone, der quasi die Hymne für beide selbstverliebten Machthaber geschrieben hat: „Zwei glorreiche Halunken“. Vielleicht sollte es uns aber Sorgen bereiten, dass er mit einem anderen Stück noch erfolgreicher war: „Spiel mir das Lied vom Tod“. Wenn es Sie beruhigt, er hat Filmmusiken für mehr als 500 Filme geschrieben und darunter gab es auch fröhlichere Titel. Besonders spannend wurden seine Werke aber immer, wenn es zum Showdown kam. Der wird aber erst bei den nächsten Wahlen erreicht. Ich für meinen Teil bin jetzt in Kauflaune und werde mit meinem Sohn auf Shoppingtour gehen. Bis nächste Woche.

Ihr Volker Schilling

9 Kommentare

  1. Eine Verdoppelung des Mindestlohns in den USA wäre mEn eine faire Sache und ein Programm für mehr Gerechtigkeit. Dazu noch die Konzerne höher besteuern.

    All das hat Biden versprochen.

    Nur hat er sich in seinen über 30 Jahren in der Politik nie dafür eingesetzt. Ergo: es wird nach seinem Sieg nicht umgesetzt werden.

    Übrigens finden in den USA geile Strandpartys statt. Richtig wie ich finde, denn das junge Leben muss genossen werden anstatt in Angst und Panik zu vegetieren. Auch Massendemos tragen zur Durchseuchung bei.

    Die US-Wahl wird dieses Jahr nicht spannend werden, sie ist für mich bereits entschieden. Danach wird auch COVID-19 aus der Berichterstattung sukzessive verschwinden…

    • „Die US-Wahl wird dieses Jahr nicht spannend werden, sie ist für mich bereits entschieden.“

      Und wer hat Deiner Meinung nach das Rennen gemacht?

      • Joe Biden. Mit diesen mieserablen Real-Wirtschaftsdaten wird kein Präsident wiedergewählt werden.

        Danach wird es ein TTIP 2.0 geben. Alternativlos, da ja die Wirtschaft angekurbelt werden muss.

        Spannend wird der künftige Umgang der Biden-Administration mit China. Wenn China nicht in die Schranken gesetzt wird, überholen die „den Westen“ auf allen Gebieten. Das ist den meisten noch nicht bewusst was das für sie persönlich (!) bedeutet…

  2. Vor China wird seit 1969 gewarnt…vgl. K.G.K “ ich sage nur China, China, China“. Unsere wirtschaftliche Entwicklung wäre ohne den chinesischen Absatzmarkt nicht so gut verlaufen. Der Aufstieg Chinas bietet neben Risiken auch Chancen. Die kann man selbstbewusst nutzen oder in Angst erstarren.

  3. Um selbstverliebte Machthaber zu finden, muss man natürlich über den Ozean (oder nach Russland) in politisch falsch regierte Länder schauen. Zu Obamas Zeiten war die Welt noch in Ordnung! Aber als Trost gibt es ja zum Glück noch Ennio Morricones „Once Upon a Time in the West“.

    Selbstverliebte Machthaber gibt es bei uns in Europa überhaupt nicht (außer Orban natürlich bzw. ab und zu die Vertreter der Visegrád-Staaten, wenn sie wieder einmal abweichen). Wer ist eigentlich – um bei Morricone zu bleiben – „The Good, the Bad an the Ugly“?

    Zurück zur „Durchseuchung“. Was war da noch mal in Norditalien? Was in Teilen Spaniens oder Frankreichs, oder beim Musterknaben Belgien? Darf man danach fragen oder leuchtet sofort der „Fake-Alarm“ hell auf? Um nicht im „Hass-Eck“ zu landen hält man sich besser an Morricones „My Name is Nobody“.

    Auch wenn Russland, Brasilien oder die USA immer spannend sind, ich wage es dennoch zu fragen: Was geht gerade in der EU ab? Sie mutiert zu einer Schulden- und Transferunion, um den armen Südstaaten zu helfen, ihren Weg der inkonsequenten Reformansagen erfolgreich fortzusetzen. Ein bedingungsloser Geldtransfer von Nord nach Süd ist sicher die Lösung! Hatte vielleicht der gebürtige Italiener Morricone diese geniale Transferunion bei „For a Few Dollars More“ vor Augen?

    Die Wahlkampfauftritte von Trump sind für uns Europäer wirklich ein Riesenthema! Handelt es sich doch um keine Demonstrationen, die wir ohne Abstandsregeln bzw. Mund-Nasen-Schutz erlauben. Nur wenn es der richtigen Sache dient natürlich. Und dann infiziert sich auch noch dieser Bolsonaro! Wie einsam muss man sein, wenn man nur vom eigenen Volk gewählt ist, aber vom viel wichtigeren elitären Mainstream abgelehnt wird. Da fällt mir nur mehr Morricones einsamer „Man with a Harmonica“ ein.

  4. Wer kauft denn wen auf?
    Wer erzielt sukzessive höhere Handelsüberschüsse?
    Wie ist die Entwicklung in den neuen Technologien, bspw. 5G, KI, …?
    Wer hat die Hosen an bei der neuen Seidenstraße?

    Und ja richtig, diese Entwicklung wurde bereits vor Jahrzehnten entsprechend vorausgesagt. Warum? Weil die Chinesen neben ihrer Größe einen sehr hohen Wert auf Fleiß und Bildung legen. Mit genau diesen Eigenschaften werden konkurrenzfähige Qualitätsprodukte entwickelt. Die US-amerikanische Sanktionspolitik gegen Huawei ist ein Ausdruck der Unterlegenheit und eigenen Schwäche. Ich bin gespannt wie die Biden-Administration das Spiel spielen wird. Die 5 Eyes sind nicht blind.

  5. Wie hat sich denn unser BSP seit der Warnung v. K.G.K. vor ca. 50 Jahren entwickelt? Warum hat es sich so entwickelt? Aber als jüngerer Mensch kann man ja schon mal anfangen chinesisch zu lernen.

  6. Ich rechne damit, dass die USA eine starke Wirtschaftsmacht bleiben werden. Das schon allein, weil sie die besten Kapitalisten sind, die Welt in vielerlei Hinsicht dominieren können und immer wieder neue Technologien hervorbringen. Außerdem wächst die amerikanische Bevölkerung weiterhin.

    Ich rechne aber auch damit, dass China weiter wachsen wird und die USA in absehbarer Zeit wirtschaftliche überholen wird. Das, weil die Chinesen fleißig und klug sind, weil es eine alte Kultur ist und weil Asien sich einfach zum Zentrum der wirtschaftlichen Welt entwickeln wird, falls es das nicht schon längst ist.

    Beide Mächte werden in Rivalität verharren, brauchen sich aber auch gegenseitig. So wird es in beiden Einflusssphären weiterhin Wachstum geben. Und es wird immer wieder Krisen geben.

    Deshalb habe ich mein Portfolio im Prinzip so ausgerichtet:
    20 % Gold
    30 % Emerging Markets (China hat da mittlerweile über 40 %)
    50 % All Countries World (über 50% USA mit einem wachsenden EM-Anteil)
    30

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