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Greiffbar – Investments zum Anfassen

31. Juli 2020 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Überhitzt
  • Hitzkopf
  • Hitzewelle

Überhitzt

„Es wartet weiter (zu) viel Kapital auf Einstieg und die Gewinner der letzten Wochen werden mit Sicherheit auch weiter gefragt sein.“ Vor einiger Zeit schrieb ich Ihnen diese Worte zum Thema der permanenten Höchststände der Technologieaktien. Während viele andere Äußerungen darauf abzielten, dass die Triple A`s – Amazon, Apple, Alphabet – heißlaufen, war meine Argumentation eine ganz kühle: Die Börse hat recht! Und dort, wo viele eine Überhitzung ausgemacht haben, gab es diese Woche eine kalte Dusche: Die bekannten Technologieaktien haben sensationelle Zahlen für das zweite Quartal berichtet.  Ich würde fast sagen, dass die „Überhitzungsexperten“ ordentlich deklassiert wurden. 1,46 Dollar pro Aktie Gewinn haben die Analysten für Amazon geschätzt. Tatsächliches Ergebnis: 10,30 Dollar pro Aktie an Gewinn. Jetzt wissen Sie, warum die Kursentwicklung bei Amazon gerechtfertigt ist. Mein Tipp: Gewinne laufen lassen. Das Unternehmen ist weiterhin der Durchlauferhitzer für Ihre Aktienanlage.

Hitzkopf

Intern haben meine Kollegen und ich Wetten abgeschlossen, was Donald Trump wohl als nächstes planen könnte, um seine unpopulären Umfragewerte zu verbessern. Und wie immer kann man sich darauf verlassen, dass Trump unkonventionelle Wege wählt. „Niemand mag mich“, das skandierte er diese Woche während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Hitzig beschwerte er sich darüber, dass selbst sein Seuchenexperte Anthony Fauci populärer sei, als er selbst. Und blitzschnell folgerte er daraus: „Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen.“ Und wer jetzt glaubt, dass diese Persönlichkeit eine Lösung sucht, um seine Umfragewerte zu steigern, der irrt gewaltig. Denn seine neue Idee ist viel genialer: Vielleicht sollte man einfach die ganze Wahl verschieben. Bravo! Mein Vorschlag: Am besten solange warten, bis die Umfragewerte wieder steigen. Obwohl, das könnte eine sehr lange Amtszeit werden. Aber wie sagte schon einer seiner Vorgänger, Präsident Truman: „Wer keine Hitze verträgt, der hat in der Küche nichts verloren.“ In diesem Sinne ist Hitzkopf Trump doch der beste Koch seiner eigenen Gerichte. Apropos Hitze:

Hitzewelle

Diese Woche wusste man nicht, ob es ein Hitzeschaden oder eine Sommerlochmeldung war: Die Kodak-Aktie meldete seit Wochenbeginn ein Plus von 2000%. Wie bitte? Alleine am Dienstag hatte sich die Aktie bereits verdreifacht. Der Grund: Die alte Foto- und Film-Marke Kodak, die sämtliche Digitalisierung der Fotoindustrie verschlafen hatte, steigt ins Pharmageschäft ein. Ja, Sie haben richtig gelesen: Mit einem 765 Millionen US-Dollar staatlichen Kredit will man künftig Inhaltsstoffe für die Pharmaindustrie herstellen. „Kodak ist stolz darauf, Teil der amerikanischen Selbstversorgung zu sein, indem pharmazeutische Schlüsselprodukte produziert werden, die unseren Bürger Sicherheit gewährleisten“, so Kodaks Executive Chairman Jim Continenza. Klick hats gemacht bei der Kodak Aktie, und sie springt aus dem Stand von 2 auf 30 US-Dollar. Schon 2018 wollte sich Kodak neu erfinden und stieg beim damals hippen Bitcoin-Mining ein. Mit grandiosem Misserfolg. Also warum nicht mal in Pharma machen, ist ja auch gerade angesagt. Angesagt ist auch eine aktuelle Hitzewelle beim Wetter und die brachte uns Temperaturen von bis zu 36 Grad. 36 Grad und es wird noch heißer… denn für die kommenden Tage hält die Welle an. In diesem Sinne: Behalten Sie einen kühlen Kopf.

Ihr Volker Schilling

4 Kommentare

  1. Alphabet kühlt derzeit etwas ab – erwartungsgemäß.

    Amazon-Chef Bezos kann man zu seiner Cleverness nur gratulieren:
    1) Er kauft sich über die Washington Post medialen Einfluß. Die Journalisten befinden sich in einem Anstellungsverhältnis und sind somit abhängig.
    2) Die Medien machen aus einem Virus, an dem in den USA innerhalb von über einem halben Jahre gerade einmal 0,046 Prozent Menschen einige Monate vorher sterben – sehr Alte, mit Vorerkrankungen, und Diabetiker (wo die USA führend sind) – eine Angstkampagne. Als Folge wird ein künstlicher Shutdown kreiert.
    3) Als Folge dessen wiederum werden millionenfach unabhängige Existenzen vernichtet, die Menschen müssen zu Hause bleiben und kaufen bei Amazon ein.
    4) Davon profitiert Jeff Bezos und verfügt als einzelner Mensch nun über ein dreistelliges Milliardenvermögen.
    5) in den Medien ist COVID-19 dauerpräsent – andere Themen werden nicht auf die Agenda gesetzt. Die Schere Arm Reich wächst immer stärker, denn COVID-19 ist das gigantischste Umverteilungsprogramm aller Zeiten.

    The winner takes it all.
    Toll, dass wir eine freie und unabhängige Presse haben. Und Bürger, die pflichtbewusst ihre persönliche Freiheit einschränken.

    • Michael, ich möchte gar nicht im Detail auf Amazon eingehen und insgesamt hast du mit deinem Beitrag schon recht… natürlich sind wahnsinnig viel Existenzen auf dem Spiel, nur stelle es doch nicht so da, als wenn die getroffenen Maßnahmen alle unberechtigt sind… selbst wenn die Todesrate zum Glück so gering ist, gilt es doch die Bevölkerung zumindest in vertretbarem Rahmen bestmöglich dabei zu schützen, d.h. ein Mittelweg zu finden, die Wirtschaft am Laufen halten und bestmöglich zu stützen, aber eben so gut es geht auch Abstände, teilweise wo angebracht Maskenpflicht, Corona-Hotspots schnell identifizieren und Maßnahmen ergreifen… und eben die Menschen untereinander sich gut zu verhalten und aufeinander Rücksicht nehmen.

      Zurück zur Börse nun: eben am Beispiel Amazon erklärt sich auch, weshalb meine größte Position Global Fashion Group ist (Risiken zwar: Schwellerländer, Politik, Währungsabwertung u.ä., mit Zalando ließe sich zwar ruhiger schlafen, aber gerade auch bewertungstechnisch sehe ich bei GFG noch echt gutes Potenzial die nächsten Jahre). Corona lässt manche Geschäftsbereiche momentan regelrecht aufblühen, Online-Handel eben, Essenlieferdienste, und das wird selbst wenn Corona mal in 6-12 Monaten vielleicht vorbei ist nachhaltig sein… und vielleicht gelingt es mir sogar, meine ganzen mit anderen Werten gemachten Fehler zu bereinigen… momentan kann ich überhaupt nicht klagen.

  2. Ein weiteres echt praktisches Geschäftsmodell:

    Die USA verlangen von China, das US-Geschäft von TikTok an Microsoft zu verkaufen. Ansonsten wird TikTok verboten.

    In den USA sind die Daten bekanntlich sicher, wissen wir seit Snowden.

    Naja, China ist nicht der Irak, Lybien oder Syrien.

    Aber eines ist klar: Wer die Daten hat, ist Weltmacht. Auf ewig!

    GOLD bei 2.015$
    Silber auf dem Vormarsch.

  3. Bezos hat ein paar Amazon Aktien verkauft für über 3 Mrd $…

    Peanuts.

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