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Greiffbar – Investments zum Anfassen

28. August 2020 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 3 Kommentare

Greiffbar - Investments zum Anfassen von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Börsenmixtur
  • Shake Baby shake
  • Geschüttelt, nicht gerührt

Börsenmixtur

Die Mischung machts. Das gilt für jeden guten Cocktail genauso wie für das Kuchenbacken. Sie glauben das nicht? Dann probieren Sie mal, die Zutaten eines Kuchens einzeln zu essen und Sie werden feststellen: Es schmeckt nicht! An der Börse ist es ähnlich. Den meisten Anlegern schmeckt es, wenn die Börsen sich gut entwickeln, die negativen Meldungen weniger werden und ausreichen Liquidität auf die Märkte trifft. Schon Börsenaltmeister Kostolany wusste, die Börsentendenz ist eine Mixtur aus Stimmung und Liquidität. Und beides trieb diese Woche die Börsen wieder kräftig an. Kurzfristig mag dies den Börsianern bekommen, aber mittelfristig sehe ich darin ein Problem. Bereits letzte Woche schrieb ich, dass die Märkte ein „Anrecht auf Korrektur“ haben. Was meine ich damit? Auch für steigende Börsen gibt es eine gute Mischung aus Anstieg und Rückgang. Je länger Börsenanstiege tragen sollen, desto besser ist es, wenn es dazwischen Phasen der Entspannung gibt. Derzeit aber geht es ausschließlich bergauf. Mit einem Einstieg wäre ich daher aktuell vorsichtig. Warten Sie besser die nächste Abkühlung ab. Denn auch ein gut gemixter Cocktail schmeckt meist gekühlt besser.

Shake Baby shake

Die Börsenindizes werden kräftig durchgeschüttelt. Mit dem Aufstieg von Delivery Hero in den Dax gab es zahlreiche Nachrücker in weiteren Börsenbarometern. Der Anlagenbauer Aixtron steigt für Delivery Hero in den MDax der mittelgroßen Unternehmen auf. Seinen Platz im SDax der nachfolgenden, kleineren Unternehmen wiederum übernimmt der Baumarkt Hornbach. Im TecDax übernimmt der Maschinenbauer LPKF den Platz von Wirecard. Durchaus Werte, die man sich ebenfalls ansehen sollte, während die mediale Aufmerksamkeit dem neuen Dax Mitglied Delivery Hero gilt. Apropos, was machte der Neue bei seinem Börsendebüt? Er startete mit einem beachtlichen Minus in sein neues Börsensegment. Dies ist umso beachtlicher, da just an diesem Tag alle DAX-Werte positiv performten und ausschließlich Delivery Hero schwächelte. Die Auguren deuten dies bereits wieder als Zeichen der künftigen Entwicklung. Warten wir es ab. Durchgeschüttelt wurde diese Woche aber auch der US Dow Jones Index. So musste Big-Pharma Pfizer Platz machen für den Biotech-Pionier Amgen. Und Old Economy Star ExxonMobil musste weichen für New Economy Hero Salesforce. Letztere hoben ihre Jahresprognose um 4% an und ernteten dafür 30% Kurszuwachs. Shake Baby Shake!

Geschüttelt, nicht gerührt

Durchgeschüttelt hat es diese Woche auch Facebook. Apple hat bekanntgegeben, dass mit dem neuen Iphone-Update die personalisierte Werbung von Facebook und Co unterbrochen wird. Apple definiert damit die Verkehrsregeln in der Mobilwirtschaft neu. Facebook zeigte sich alles andere als gerührt und befürchtet, dass weitere Anbieter nachziehen werden. Einen, den dies in der abgelaufenen Woche wenig kümmerte, war James Bond-Darsteller Sean Connery, der seinen 90sten Geburtstag feierte und dazu wahrscheinlich einen Wodka Martini trank. Natürlich geschüttelt, nicht gerührt!

Ihr Volker Schilling

3 Kommentare

  1. Schöner Artikel diese Woche. Unpolitisch, hauptsächlich auf die Börse fixiert.

    Die Kursbewegungen von Delivery Hero decken sich mit meiner Einschätzung.

    Und SIR Jean Connery ist klasse, ich liebe seine klassischen Bonds.

  2. Sehr geehrter Herr Brichta,

    werden sie dieses Thema mal bei Gelegenheit auf Sendung ansprechen? Eine am Boden liegende schreiende Frau wurde am Samstag in Berlin bei der Corona Demo von drei Beamten festgehalten in’s Genick geschlagen.

    https://youtu.be/7t-e9DKomrs

    Warum wurde bei N-TV nicht darüber berichtet?

    Laut N-TV haben 38.000 Menschen am Samstag protestiert. Sieht dies für Sie nach 38.000 Menschen aus?

    https://youtu.be/l5x17JnDvjU

    Können Sie es eigentlich noch mit Ihrem Gewissen vereinbaren, bei dieser Berichterstattung zu Corona und anderen Themen dirt zu arbeiten?

    Mit freundlichen Grüssen

    Stephan Fischer

    • 1. Ohne die näheren Umstände zu kennen, halte ich Schläge auf eine Frau, die zudem von drei weiteren Polizisten am Boden festgehalten wird, für skandalös. Ich gehe fest davon aus, dass der Vorfall juristisch aufgeklärt wird. Anzeigen dürfte es deswegen ja genügend gegeben haben.

      2. „Können Sie es eigentlich noch mit Ihrem Gewissen vereinbaren, bei dieser Berichterstattung zu Corona und anderen Themen dort zu arbeiten?“

      Da sind Sie bei mir genau am richtigen. Denn zufälligerweise war ich am Samstag zwischen 12:00 und 18:00 selbst on air und habe die Nachrichten im Studio moderiert. Auf die unterschiedlichen Angaben zu den Demonstrantenzahlen bin ich explizit in den Live-Schalten mit Carsten Lueb in Berlin eingegangen. Er sagte dabei am Nachmittag explizit, dass die Zahlen vermutlich im Laufe des Tages nach oben korrigiert werden dürften. Bis dahin lagen nur Angaben der Polizei vor und keine von Seiten der Veranstalter. Als ich im Sender war, lief also alles so ab, wie es laufen sollte, und wie es journalistischen Standards entspricht.

      Ihre Frage beantworte ich deshalb gerne und überzeugt mit einem klaren Ja.

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