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Greiffbar – Investments zum Anfassen

12. Februar 2021 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 16 Kommentare

Greiffbar - Investments zum Anfassen von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Elon und die Detektive
  • Das fliehende Klassenzimmer
  • Das doppelte Toppchen

Elon und die Detektive

Der Erfolg der Kinderbücher von Erich Kästner beruht darauf, dass seine Sprache frisch ist, fast zeitlos und modern. So erreicht man sein Publikum auch noch Jahrzehnte später. Aber auch der Charme der jungendhaften Helden in seinen Büchern ist ansteckend. So ein jugendhafter Held mit moderner Sprache ist auch Elon Musk. Auf seinem Kommunikationskanal Twitter jagte er auch diese Woche wieder seine Fangemeinde vor sich her, indem er ihnen offenbarte, dass Tesla 1,5 Mrd. US-Dollar in Bitcoin investiert. Der Bitcoinpreis ist daher in dieser Woche auf neue Rekordhochs bei über 48.000,– US-Dollar gestiegen. Aber das Ganze hat auch eine Schattenseite: Musk investiert nicht sein privates Geld in Bitcoin, sondern Firmengelder. Man könnte auch sagen, das Geld der Aktionäre. Schließlich gab es reichlich Kapitalerhöhungen im letzten Jahr. Allesamt mit der Begründung, die Expansion von Tesla zu bezahlen, nicht um damit in Bitcoins zu zocken. Zudem ist nicht bekannt, ob Tesla vor oder nach Elons Ankündigungen in Bitcoins investierte. Das Thema Marktmanipulation steht daher wieder im Raum. Das dürfte die Detektive der US-Börsenaufsicht SEC wieder auf den Plan rufen, denen Elon eigentlich bei seinen letzten Kommunikationsfauxpas Besserung gelobt hatte.

Das fliehende Klassenzimmer

Diese Woche stand auch die Hoffnung der Schulöffnungen wieder ganz oben auf der Agenda der lockdown-gestressten deutschen Familien. Im Vorfeld schon Lippenbekundungen, dass die oberste Priorität unseren Kindern gilt, aber die Ergebnisse sind mager. Denn jetzt entscheiden die Länder, wie sie die Schulöffnungen vorantreiben wollen. Um bei Erich Kästner zu bleiben: Aus dem fliegenden Klassenzimmer ist ein fliehendes Klassenzimmer geworden. Und das schon für einen längeren Zeitraum als in der ersten Lockdown-Phase. Meine beiden Kinder haben diese Woche ihre Zwischenzeugnisse nicht nach Hause gebracht, sondern elektronisch an mich weitergeleitet.  Der Blick darauf erfreute des Papas Herz, aber zugleich war mir klar, dass man der Politik in Sachen Vorbereitung zur Schulöffnung ein schlechtes Zwischenzeugnis ausstellen muss. Keine alternativen Konzepte, keine klaren Strategien, wenig Eigenverantwortung für die Schulen. Dabei sind die Pennäler viel kreativer und klüger und hätten wahrscheinlich viele gute Ideen für eine Umsetzung. Warum fragt eigentlich die Schüler niemand? Diese Generation ist für unseren Wohlstand von morgen verantwortlich, da sollten wir ihnen auch Verantwortung zutrauen und sie vor allem top ausbilden. Apropos top:

Das doppelte Toppchen

Die Gemengelage an der Börse gleicht aktuell einem hochalkoholisierten Cocktail. Solange alle nur ein bisschen daran nippen, ist die Partystimmung gut. Doch kippen sich die Gäste das Zeug nur noch rein, dann droht Katerstimmung. Egal ob Pennystocks, Börsengänge, Pleitefirmen oder etablierte Unternehmen, alles tanzt auf dieser Party und ist gut gelaunt. Bevor es zum Partycrash wird, wäre es gut, wenn die Börse kurzfristig auch mal wieder korrigieren würde. Dazu wäre jetzt eine gute Gelegenheit. Der Dax hat erneut diese Woche die 14.000er-Marke erreicht und kommt nicht weiter. Eine doppelte Top-Formation könnte das werden oder um in Kästners Buchtiteln zu bleiben: Das doppelte Toppchen. Apropos Erich Kästner: Eine Beschäftigung mit der Biografie dieses Mannes lohnt sich. Oder wer es etwas eingängiger will, der schaut sich die Dokumentation über ihn an: Erich Kästner – Das andere Ich. Hier ein kleiner Trailer dazu: Trailer. Und wie könnte es anders sein, so endet diese Ausgabe meiner Kolumne mit einem Pünktchen, aber ohne einen Anton.

Ihr Volker Schilling

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16 Kommentare

  1. Na ja, das „doppelte Toppchen“ im DAX wäre vielleicht gut für eine Mini-Korrektur. In S&P500, MSCI World, Dow, Nasdaq gibt es aber kein „doppeltes Toppchen“. Und diesen Indizes ist unser DAX völlig egal. Im Gegenteil: Unser DAX humpelt den großen Brüdern hinterher. Uns so wird die Party wohl vorerst noch etwas weitergehen. Die Indizes liegen ca. 20% über der 200-Tage-Linie – aber diese klettert ebenfalls täglich. Der „Hund“ hat das „Herrchen“ noch nicht völlig abgehängt.

  2. „doppelte Toppchen“ und es kummt nett…kummt net. Der DAX zeigt sich trotz kürzlich zu grosser Optimisten Quote ziemlich stabil. Die Liquiditätsralley läuft ungebremst weiter. Ohnehin ist der DAX nicht die Weltleitboerse. Der S&P 500 u. selbst der DAX sind lt. Achim Matzke (vgl. Video auf ntv) charttechnisch aus einem Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen. Die Karawane zieht weiter u. Absicherungstechniker bleiben mit verminderter Performance zurück. Der Faktor Liquidität ist positiv u. die kurzfristige psychische Marktverfassung unberechenbar.

  3. „Bitcoins zu zocken“ halte ich inzwischen für zu gewagt, dies so zu formulieren… Bitcoin ist eine Spekulation, ja, aber immer mehr große Player bauen Kryptowährungen in ihr Geschäft ein. Diese Woche Aussagen von Mastercard, Paypal… und es werden noch einige folgen…
    Ich denke Bitcoin wird sich weiter etablieren und mehr „normal“ werden… ich habe diese Woche auf nun 3 Prozent des Depots meine maximale Investition aufgestockt, auch wenn mir bewusst ist, dass er erstmal stärker zurücksetzen könnte, aber ich werde nun halten, halten und halten… mindestens bis 90.000-100.000$

    Was die Börsen betrifft, glaube ich nicht wirklich an eine ausgeprägte Doppel-Top-Formation… der letzte Rücksetzer wurde auch in einer Woche wieder ausgeglichen… und wenn es so kommt, sitze ich das aus…

    Ich habe die Wochen weiter spezifisch aufgestockt L&S, Mutares, KlöCo, Bitcoin,… und mein Cash auf knapp 10 Prozent gesenkt… ich rechne fest im ersten Halbjahr mit Dax 15000, ggf. gar + X … die Unternehmensmeldungen sind meistens recht gut für 2021, zudem Dividendensaison… viele (er)warten den Rücksetzer am Markt und sind skeptisch nach dem Lauf der Börsen und dann steigen wir eher an der Mauer der Angst… Fear and Greed Index ist noch nicht zu euphorisch… die IPOs und Kursgewinne, ausgewählte Techwerte, da könnte mal wirklich etwas Luft abgelassen werden, das ist keinesfalls normal… aber ich glaube nicht an einem ausgeprägten breiten Markteinbruch…
    Ich erwarte in den nächsten 4 Wochen eine etwas volatilere Phase, gleichwohl eine Seitwärtsbewegung insgesamt… im Zeitfenster von Mitte März bis Mitte Juni, denke ich werden wir irgendwann die 15000 zumindest mal sehen…

  4. Hhm 3 Optimisten…einer zuviel?

    • Peter, du kannst ja zu den Pessimisten wechseln, da hätten wir dann wenigstens wieder ein besseres Gleichgewicht, ich tue es nicht… *schmunzel*

      Um es nicht falsch zu verstehen, natürlich schließe ich ein Rücksetzer von 10 Prozent nun auch nicht aus… und ja die IPO-Blase der prozentualen Kursgewinne, Techwerte teilweise schon sehr sportlich bewertet, Wasserstoffwerte usw. … aber für mich ist mein Depot entscheidend und sicher kann man und ich werde je nach Unternehmensprognosen hier und da in den nächsten Wochen und Monaten noch nachjustieren, Gewinne sicher dann auch mal mitnehmen u.ä.

      Nur die Liquidität, Konjunkturprogramme, Nachholeffekte, wenn Corona „vorbei“, fehlende Alternativen, weil es keine Zinsen mehr gibt, die Inflation wird anziehen und die Leute werden noch mehr anfangen – gerade in Deutschland – ihre Vermögen mehr zu pro Aktie umzuschichten.

      Natürlich beobachte ich den Markt und reagiere vielleicht, will bei einigen Depotwerten die Jahresprognose, Divivorschlag usw. in den nächsten Wochen noch hören und entscheide dann… aber ich habe eben auch Werte, die schon echt gut gelaufen sind, ich mir aber die Bewertung anschaue und vor allem die Perspektive in den nächsten 12 Monaten und da denke ich gar nicht an Verkauf, sondern habe sogar aufgestockt… KlöCo und Mutares z.B. und diese haben nun bei mir bereits eine deutlich höhere Gewichtung… BASF und Covestro warte ich ab, bis eben Zahlen, Prognose 2021 und Divivorschlag kommt…

      Auch wenn die Korrektur kommt, ein Crash erwarte ich nicht, ich fühl mich mit meinen Werten insgesamt wohl und vor allem ich habe Werte, die in meinen Augen noch einiges an Bewertung gegenüber anderen Werten aufzuholen haben, gerade wenn die Wirtschaft wieder ins Laufen kommt und gerade der neue beginnende Rohstoffzyklus spricht Bände… auch wenn ich eher weniger direkt in Rohstoffe gehe, sondern in Werte investiere, die eben von der anziehenden Wirtschaft und Nachfrage profitieren…

      • Jo ich mache erstmal nix. Warte ab. Vmtl. werden weitere Banken Negativzinsen auch f. Altkunden einführen. Habe meine MBB zur Hälfte verkauft u. damit den Einsatz raus. Die andere Hälfte, den Gewinn,lasse ich noch stehen. Blind Insiderkauf während des Crashs nachgekauft.

  5. Mein Engagement in den EM hat sich sehr gelohnt. Habe deshalb von dort einiges in Gold rebalanciert.
    Genießen wir die Hausse, so lange sie anhält! 😉

    • Auch bei den Edelmetallen kann man diversifizieren (Platin, Silber etc.)

      • Tja, das mag sein. Mir fehlt dafür der Sachverstand. Wo kann ich etwas dazu lesen?

        Sind die anderen Edelmetalle überhaupt eine strategische Alternative zu Gold?

        • Hallo Aries, R. Halver analysiert in seinem neuesten Artikel die Chancen v. Edelmetallen, Industrieedelmetallen (Silber, Platin, Gold, Kupfer) sehr ausgewogen mit Angabe der Verwendungszwecke „Halver Börse“

  6. Hhm. Platin- u. Silberpreis haben wohl einen stärkeren konjunkturellen Bezug… sind aber auch Wertaufbewahrungsmittel… für mich echte wahre Werte u. dienen trotz Schwankungen der Depotstabilität…unter Wikipedia ist jeweils einiges zu finden

  7. Nasdaq Composite: SKS-Formation?

  8. Nasdaq Composite: SKS-Formation?

  9. Hallo Sandro, die mögliche SKS-Formation beim Nasdaq sollte man nicht überbewerten. Man kann den Chart gegenwärtig auch so lesen, dass hier ein doppelter Boden gefunden ist, und es von da ab wieder aufwärts gehen kann.

    Außerdem entspricht das Bild der Sektorrotation hin zu mehr zyklischen Werten, die gerade stattfindet.

    Und der MSCI World und das ACWI haben das zweite Bein höher ausgebildet als das erst.

    Also: Keine Bange und Kurs halten!

    • Na ja, MSCI und andere Indizes könnten dafür nun auch doppeltoppen – wenn auch nicht stark ausgeprägt. Zum Börsenschluss ging’s jedenfalls in den USA erst einmal wieder abwärts. Ich glaube aber nicht, dass es einen allzu starken Einbruch gibt. Vielleicht eine Minikorrektur oder „Bärenfalle“.

      • Nun ist sie da: Die SKS-Formation im Nasdaq Index.

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