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Greiffbar – Investments zum Anfassen

26. Februar 2021 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Greiffbar - Investments zum Anfassen von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Mein lieber Scholli
  • Holla die Waldfee
  • Alter Schwede

Mein lieber Scholli

Das ist schon ein Ding, dass Finanzminister Olaf Scholl mal eben aus fünf Wirtschaftweisen vier macht. Der langjährige Vorsitzende des unabhängigen Gremiums, Lars Feld, ist dem SPD-Kanzlerkandidaten nicht mehr genehm. Nach zehn Jahren in diesem Gremium ist der Freiburger dort nicht mehr willkommen. Scholz ist wohl ein Weiser lieber, der seine Einstellung zu Schuldenbremse und zügellosem Geldausgeben unterstützt, als die freiheitlich liberalen Marktgedanken des Chefs des Freiburger Walter-Eucken-Instituts Lars Feld. Folglich räumt der besagte Feld das Feld zum 1.März. Mein lieber Scholli, das ist Wahlkampfgezanke erster Güte. Wir brauchen mehr wirtschaftlichen Sachverstand vom Schlage eines Lars Feld und nicht willige Claqueure der Politbühne. Wer es ernst meint im Ringen um den besten Weg, der sucht sich konträre Meinungen, um seine Argumente daran zu schärfen. Gerade in der nächsten Legislaturperiode brauchen wir neue Ideen, um Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu entwickeln. Dazu gehört auch die Idee einer staatlichen Förderung der privaten Altersvorsorge, ein Staatsfonds wie in andere Länder haben, Freibeträge für die Altersvorsorge und Bürokratieabbau bei der Kapitalmarktanlage.

Holla, die Waldfee

Die wilden Zockereien rund um die WallStreetBets-Gruppe gehen weiter. Diese Woche wieder Kurssprünge bei Gamestop, AMC Entertainment oder Tanger. Derweil laufen in den USA die ersten Anhörungen im Finanzausschuss zu den Vorfällen und die US-Börsen- Aufsichtsbehörde SEC ermittelt. Der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren lässt sich dieser Tage wieder einmal gut beobachten. Das Ausmaß der Tagesschwankungen in Pennystocks lässt selbst Holla, der Waldfee, den Atem stocken. Und wie bei allen guten Feen darf man sich etwas wünschen. Ich wünsche mir, dass wir nicht wieder eine Generation an Aktienanlegern verprellen, weil sie glauben, dass Aktien zum schnellen Reichtum verhelfen. Und weil es hier einfach so unglaublich gut passt, wieder einmal der Börsenaltmeister André Kostolany: „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird. Ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: Indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“ Wenn Geld an der Börse so leicht zu verdienen wäre, wie viele neue Börsianer derzeit wieder glauben, dann müsste die Welt voll sein von stinkreichen Aktionären.

Alter Schwede

Es gibt in der deutschen Sprache viele Ausdrücke des Erstaunens und des verwundert sein. Und der „alte Schwede“ gehört mit Sicherheit dazu. Und was diese Woche in Schweden passiert ist, dürfte auch viele überrascht haben: Forscher finden einen riesigen Meteoriten, 14 Kilogramm schwer und rund 30cm lang. Bedenkt man, dass Mond- und Meteoritengestein bei Auktionen schon über 2 Mio. Euro pro Stück eingebracht haben, könnte man sagen, dass es in Schweden Geld vom Himmel geregnet hat. Das haben übrigens die Amerikaner in den nächsten Wochen auch vor. Was? Meteoritenhagel? Nein, es wird Geld regnen auf die US Bürger, in Form von 1.400 US-Dollar-Schecks, die der neue Präsident an seine Bürger verschickt. Konsequenz: Konsum wird angekurbelt und die Börsen werden mit fresh money versorgt. Alter Schwede, so einen Geldsegen würde ich mir auch einmal wünschen. Leider habe ich meinen Wunsch bei der Waldfee schon eingelöst. Wenn man sich die aktuelle Konjunkturerholung in den USA anschaut, so braucht es die Schecks weniger wegen der Wirtschaft, als vielmehr für die chronisch geldknappe Unterschicht. Der soziale Friede scheint mir hier wichtiger zu sein als die konjunkturelle Notwendigkeit. Wie dem auch sei, die USA macht das ohne Anträge, Genehmigungsverfahren, komplizierte Formulare oder Wartezeiten. Nein, einfach so. Mein lieber Herr Gesangsverein.

Ihr Volker Schilling

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4 Kommentare

  1. „Dazu gehört auch die Idee einer staatlichen Förderung der privaten Altersvorsorge, ein Staatsfonds wie in andere Länder haben, Freibeträge für die Altersvorsorge und Bürokratieabbau bei der Kapitalmarktanlage.“
    Herr Schilling, das zu erwarten, ist in der BRD aussichtslos, ja naiv.
    In unserem Lande, wo mehr als 50% der Bevölkerung ihr Haupteinkommen vom Staat beziehen und die Politiker risikolose, im Verhältnis zum gemeinen Bürger astronomische Pensionen erwarten, wobei sie nicht den Hauch von Eigenverantwortung dafür aufbringen müssen.
    Olaf Scholz ist Multimillionär! Schon mit dem Barwert seiner Pensionsansprüche. Er musste nie ein finanzielles Risiko dafür eingehen. Seine Millionen hat er völlig risikolos erworben. Das ist passives Investieren.
    Im Gegenteil, er möchte die Steuern für besserverdienende erhöhen, weil man sonst Schwimmbäder schließen müsste oder Schulen nicht renovieren kann. Ja das übliche Mantra. Es ist immer zu wenig. Die 70% Steuerbelastung ist nicht genug und bei 99% wird es auch nicht reichen.
    So reden nur Leute, die anderer Leute Geld ausgeben und nie Verantwortung dafür tragen müssen. Aber sie sind nicht dumm, wie viele meinen. Sie sind sehr schlau. Denn einer wie Olaf Scholz ist Multimillionär, wir aber arme Würstchen, die mit dem bisschen was der Staat uns übrig lässt Risiken eingehen um im Alter nicht vom Staat leben zu müssen. Tja, wer ist den nun schlauer?

    • „Olav Scholz ist Multimillionär“….einfach nachmachen

  2. Nee…. das ist keine gute Idee. Von diesen Typen müssen wir schon zu viele durchfüttern – oder meinen Sie das ironisch ?
    Eine bessere Idee ist es auszuwandern, keine Steuern mehr für die Parasiten abzudrücken und die Scholzomaten unter sich zu lassen.

  3. Der Mensch ist entwicklungsgeschichtlich ein „Herden-Horden-Gruppenwesen“ u. sucht Gemeinschaft (Familie, Verein, Religion, Partei usw.). Innerhalb v. Gruppen enstehen Hierarchien u. Rangordnungskämpfe. Das gilt auch f. die vd. Berufsgruppen innerhalb einer Nation. Fast jede Berufsgruppe steht im Wettbewerb um Geltung in der Kritik (Beamte, Politiker, Lehrer, Fussball-Profis, Handwerker, Journalisten, Ärzte etc.) Meine Standartantwort an alle, die sich grundsätzlich benachteiligt fühlen ist zunächst „einfach nachmachen“ oder die Intelligenz zeigt sich schon bei der Berufswahl. Von diesen üblichen Herabsetzungsversuchen muss man selbstverständlich berechtigte Kritik abgrenzen. Übrigens werden auch Börsianer von Teilen der Gesellschaft in der Rangordnung eher nicht so weit oben angesiedelt.

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