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Hallo zusammen!

12. Juli 2021 - Andre Thiem in Depotvorschlag | 15 Kommentare

Ich wurde durch Herrn Brichta auf diese Seite/Depot aufmerksam gemacht! Danke dafür. Ich habe mir die Werte im Depot angeschaut und kann die Käufe/Aufnahmen sehr gut nachvollziehen, da ich selbst einige Werte im Depot habe oder auch hatte(Danaher). Die starke Überbewertung bei Danaher hatte mich am Jahresanfang dann doch zum verkauf bewegt, leider zu früh wenn ich den aktuellen Kurs sehe, dass Rückschlagspotenzial bzw. der Abbau der Überbewertung ist nun noch mehr gestiegen. Wie sehen Sie diesen Wert momentan? Ich weiß, dass es aktuell schwer ist sehr gute Unternehmen zum fairen Wert zu kaufen, aber auch die in Ihrer Email angesprochene Church&Dwigt (beobachte ich seit 2019) ist bei der jetzigen Bewertung für mich zu „teuer“. Ihr ursprünglicher Kauf für das Depot liegt ja schon eine Weile zurück. Um nicht jeden Wert zu kommentieren – will Sie ja nicht langweilen, hier meine Vorschläge für das Depot. Sektor. Gesundheitswesen – Wallgreens Boots Alliance – CVS Health – Cerner Diese Werte als vereint – bezogen auf den bereinigten Gewinn – eine aktuelle Unterbewertung. Ich halte alle 3 für Qualitätsunternehmen. Folgende weitere Qualitätsunternehmen sehe ich: – Thermo Fisher – Sartorius – DexCom – Unitedhealth Group … Allerdings sind die o.g. Werte alle stark überbewertet und für einen Einmalanlage eher ungeeignet. Bei starken Rücksetzern aber einen Blick wert. Ich freue mich auf einen weiteren Austausch und mögen die Kurse mit uns sein! 🙂

Beste Grüße Ihr André Thiem

15 Kommentare

  1. Herzlich willkommen, lieber André!

    Gleich vorweg: In der Wahre-Werte-Fangemeinde herrscht das Du vor. Und da ich Dich von jetzt an dazu zähle, fange ich mal gleich damit an 😉

    Wir haben damit aufgehört, speziell unsere Langläufer-Aktien wegen vermeintlicher Überbewertungen zu verkaufen und dann zu warten, bis sie die Überbewertungen abgebaut haben. Vermutlich müssten wir dann in vielen Fällen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Nein, wir bleiben dabei und machen mögliche Korrekturen einfach mit. Denn wenn sie ihre Dauerläuferqualitäten behalten – wovon wir ausgehen – werden sie Rückschläge in überschaubarer Zeit wieder ausbügeln.

    Das Einzige, was wir überlegen könnten, wäre, mal bei den besonders gut gelaufenen Werten Haircuts zu machen, um sie wieder in den Bereich ihrer ursprünglichen Depotgewichtung zu führen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn wir einen Wert von der Ersatzbank aufs Spielfeld schicken und sich dafür kein Auswechselspieler aufdrängt.

    Was Deine Depotvorschläge betrifft: Bitte schlage nur jeweils einen Wert vor und begründe, warum dieser aus Deiner Sicht ein wahrer Wert ist. Um Doppelungen zu vermeiden, nutze bitte unsere Suchfunktion. Wenn Du den Namen des Unternehmens eingibst, erfährst Du nämlich, ob dieser Wert schon mal vorgeschlagen wurde und ob wir ihn abgelehnt oder auf die Ersatzbank gesetzt haben. Alle Ersatzbänkler haben wir ohnehin unter Beobachtung. Sie brauchen nicht mehr neu vorgeschlagen zu werden. Es sei denn, Du meinst, dass gerade jetzt der Zeitpunkt zur Einwechslung gekommen ist.

  2. Tja, wann ist eine Bewertung „zu teuer“?

    Ich habe mich jedenfalls ebenfalls längst davon verabschiedet, nur Aktien mit niedrigem KGV zu kaufen. Viele Aktien könnte man dann nie kaufen, oder nur bei sehr seltenen Gelegenheiten, wie z. B. einem Börsencrash. Bei einem Börsencrash ist aber alles billig, und andere Aktien sind dann sogar noch viel günstiger gemessen am KGV.

    Vor ein paar Jahren bin ich mit einer Minisumme in Adobe eingestiegen. Eine Minisumme nur deshalb, weil das KGV so hoch war – da war ich etwas feige. War eine halbherzige Entscheidung. Das KGV ist immer noch hoch, aber die Minisumme hat sich seitdem um 420 % vergrößert. Mittlerweile frage ich mich, ob ich sie überhaupt jemals wieder verkaufen werde – KGV hin oder her.

    Es gibt viele ähnliche Beispiele. Z. B. Sartorius. Hätte sie immer gerne gehabt, aber war mir immer zu teuer.

    Wer sich nicht sicher ist, kann ja auch Einzelaktien über einen Sparpaln mit kleinen regelmößigen raten kaufen. Comdirect bietet das mittlerweile für sehr viele Aktien an.

    • So ähnlich wie Dir mit Adobe geht es uns mit einigen unserer wahren Werte auch.

    • Viele verstehen einfach nicht das die aktuellen Geschäftszahlen Vergangenheit sind und es um die Zukunft geht beim investieren. Ich kenne keinen erfolgreichen Investor der auf Grund eines KGV eine Bewertung vollzieht. Warren Buffett & Co tun das auch nicht. Viel mehr sind die zukünftigen Umsätze, Gewinne & Cashflows entscheidend. Die Vergangenheit dient eigentlich viel mehr um zu prüfen wie das Unternehmen in der Vergangenheit performt hat weil Statistisch erfolgreiche Unternehmen erfolgreich bleiben.
      Nur wollen das die KGV Anhänger nicht höheren. Mit dieser Denkweise sind die Resultate um ein Vielfaches besser.

      • Allerdings ist auch Buffett in diesen Sinn ein KGV-Anhänger. Denn wenn man ein solcher ist, heißt das nicht, dass man nur die Gewinne der Vergangenheit betrachtet. Die künftigen sind selbstverständlich interessanter. Allerdings sind diese auch viel unsicherer abzuschätzen. Dazu kommt, dass man diese Gewinne auch noch abzinsen muss. Man muss also nicht nur die künftige Gewinnentwicklung ins Kalkül ziehen, sondern auch noch die Zinsentwicklung.

        • Genau, die Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung kann man m.E. nur durch eine möglichst breite Streuung mindern…es sei denn man ist Hellseher oder Glücksritter. Wenn ein Börsianer mit zu wenigen Titeln beginnt seine Performance zu planen, fällt das Schicksal lachend vom Stuhl.

  3. Mal eine dumme Frage: Kann man eigentlich irgendwo einen Blick auf die „Ersatzbank“ werfen?

    • Leider gibt es dafür noch kein Tool. Wir haben die Ersatzbank nur bei uns intern gespeichert. Ich kann Dir aber unsere zwei Top-Ersatzspieler nennen, bei denen wir nur auf eine günstige Gelegenheit warten, um sie ins Spiel zu nehmen: Fastenal und Mayr-Melnhof. Zugegebenermaßen warten wir bei beiden schon etwas länger 😉

  4. Kann ich nur zuraten. Ich habe beide in meinem Depot.

  5. 1996 war Nestle zu teuer. Ich habe damals Nestle deswegen nicht gekauft. Dann stiegen die Kurse wie blöde und es kam der 2 k Crash.
    2003 hatte Nestle dann seinen neuen Tiefstkurs, höher als 1996 und 7 mal Dividende gezahlt. Ich bekam Nestle nicht mehr zum Kurs von 1996. Das ist auch eine Version der Börse. Lustig ist, dass ich seitdem Probleme mit Nestle habe. Ich kann sie irgendwie nicht kaufen, weil mein Anker bei 1996 liegt. Auch eine Version von Börse. Das macht mich nicht zu einem guten Anleger.

  6. Zitat
    „Das Einzige, was wir überlegen könnten, wäre, mal bei den besonders gut gelaufenen Werten Haircuts zu machen, um sie wieder in den Bereich ihrer ursprünglichen Depotgewichtung zu führen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn wir einen Wert von der Ersatzbank aufs Spielfeld schicken und sich dafür kein Auswechselspieler aufdrängt.“

    Das machen ETFs nicht. Sie gelten als besser als aktiv geleitete Fonds. Ist auch mein Ansatz. Ich mache genau das nicht. Die Guten laufen einfach weiter, kein Haircut. Der Markt hat recht, nicht ich.
    Ich wollte damit nur noch meinen Nestle Punkt untermauern. Weil ich denke, dass viele ihn nicht verstehen. Zu sagen, man kauft teuer nicht, kann schief gehen. Gutes für Schlechtes zu verkaufen kann schief gehen. Meistens ist es ein Fehler, billig zu kaufen. Natürlich ist teuer auch so ein Punkt. Börse ist halt nicht einfach, aber da war doch noch was? Ach ja, EZFs gelten als Sieger, weil sie eine Sachen nicht machen: Sie überlegen nicht viel. Erfolgreich wird aufgestockt, Verlierer gehen raus. Zu teuer oder ausbalancieren kennt ein ETC nicht. Ich denke, man sollte eine Anlageform ernst nehmen, die kaum einer schlägt. Daher sollte man nicht machen, was ein ETF auch nicht machen würde.

    • ETFs machen das auch, wenn sie einen Index nachbilden, der Höchstgrenzen für die Gewichtung einzelner Werte vorsieht.

      Außerdem gibt es bei ETFs keine Depotvorschläge von Euch und keine Ersatzbank. Soll heißen: Es gibt selbstverständlich Unterschiede zwischen einem ETF und unserem Depot.

    • Na ja. Man kann darüber lange philosophieren. Wenn man einen ETF kauft, der einen Index nachbildet, dann kauft man damit nicht nur Gutes, sondern auch den Schrott, der im Index enthalten ist. Der Grund, warum ein ETF i. d. R. die bessere Alternative zu einem aktiv gemanagten Fonds ist, ist nicht die bessere Werteauswahl, sondern die Tatsache, dass Fondsmanagement, Verwaltungsgebühren und ggf. auch ein Ausgabeaufschlag Rendite fressen.

      Zur Aussage: „Gutes für Schlechtes zu verkaufen kann schief gehen. Meistens ist es ein Fehler, billig zu kaufen.“

      Das mag in den meisten Fällen so sein. Ich erlebe es in Gesprächen immer wieder, dass Leute meinen, ein niedriges KGV sei immmer günstig und ein hohes teuer. Ist eine Aktie stark gefallen, hat ein nierdriges KGV und dazu noch eine (zumindest akutell noch) hohe Dividentenrendite, schrillt bei manchen Leuten die „Schnäppchenalarmglocke“. Wenn dazu dann noch eine Vielzahl von Bankanalysten hohe Kursziele prognostizieren (oder die alten Ziele an aktuelle Entwicklungen noch nicht angepasst haben), dann bekommen Leute Dollarzeichen in den Augen.

      Ich glaube jedenfalls an statistische Abhängigkeiten und gehe daher davon aus, dass in der Mehrzahl der Fälle die Gründe, die für einen Kurseinbruch – gegen den Markttrend – oder für ein besonderes niedriges KGV verantwortlich sind, nicht von heute auf morgen vollständig behoben sind und die Kursentwicklung wahrscheinlich weiterbelasten.

      Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, hin und wieder auch mal auf „Schäppchenjagd“ zu gehen. Wenn ich glaube, dass ein starker Kursrückgang übertrieben ist und z. B. rein charttechnische Gründe hat, auf Börsenspielchen der Shortys zurückzuführen ist und der kurzfristigen Börsenpsychologie oder nur einem Einmaleffekt geschuldet ist, dann greife ich auch mal zu.

      Es ist eben schwierig, allgemeingültige Regeln / Handlungsanweisungen für das erfolgreiche Agieren an der Börse aufzustellen. Wäre das so einfach, würden es ja alle so machen – und dann könnte man auch nicht besser sein als die anderen Anleger bzw. der Mainstream (oder irgendein ETF).

      • Sandro, das erinnert mich irgendwie bei mir aktuell an Bayer… eigentlich wollte ich nie ein Pharmawert anfassen… aber irgendwie um 50 Euro bzw. gar darunter hat mich Bayer einfach in Fingern gejuckt…
        Ich will sie nicht ewig halten, aber irgendwann diesen Anstieg mitnehmen, der glaube ich irgendwann kommen muss… auch wenn sich das Glyphosatthema noch länger hinzieht, irgendwann sollte eine Bayer einfach drehen…

  7. Zitat
    „Na ja. Man kann darüber lange philosophieren. Wenn man einen ETF kauft, der einen Index nachbildet, dann kauft man damit nicht nur Gutes, sondern auch den Schrott, der im Index enthalten ist.“

    Unterschreibe ich. Trotzdem schlagen die meisten keinen ETF. Das kann dann nicht daran liegen, dass man den Schrott nicht kauft.

    Jeder sollte mal nachrechnen, ob er einen ETF auf den S&P 500 in Euro umgerechnet in den letzten 5 Jahren geschlagen hätte. Also ich muss zugeben, ich habe das nicht gemacht. Ich kann nur sagen, ich habe den DAX geschlagen. Interessant wäre dann wieder, warum viele Deutsche im Dax investiert sind.

    Übrigens eine blöde Frage wäre auch, woran man erkennt, dass man Schrott gekauft hat.

    Nein ich denke, dass eines der größten Probleme darin besteht, dass viele keine Bilanz ziehen können.

    Anstatt zu fragen, was wahre Werte sind, könnte man ja mal fragen, was Schrott ist, z.B. deutsche Lieblingsaktien: BASF, Daimler BMW, VW. Ist das jetzt irgendwie Schrott oder billig?

    Ich gebe Dir recht: Lässt man den Schrott weg, müsste man den Markt schlagen. Nur was ist Schrott? Texas Roadhouse? Nike? Fresenius? BASF?

    Ein ETF geht eine bösen einsamen Weg. Er folgt der Börse.

    Ich versuche das auch, mich wie ein ETF zu verhalten, der den Schrott weglässt. Ich bin nur nicht gut genug darin, zu erkennen, was Schrott ist.

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