Categories Menu

Können Notenbanken pleite gehen?

11. Juni 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 36 Kommentare

Der folgende Dialog zwischen einem guten Bekannten und mir ergab sich aus einem Kommentar im heutigen „Wellenreiter“ des geschätzten Kollegen Robert Rethfeld.

Zuerst das Zitat:

„Die Bank of Japan hält etwa 50 Prozent der japanischen Staatsverschuldung, Tendenz weiter steigend. Im Jahr 2011 lag der Anteil bei 9 Prozent. Man muss kein Prophet sein, um bei einem unverminderten Tempo der Aufkäufe davon ausgehen zu können, dass die Staatsverschuldung Japans mehr und mehr aufs Eis gelegt wird. Forderungen von Gläubigern wird es bald nicht mehr geben. Schulden sind dann effektiv keine Schulden mehr, wenn es niemanden mehr gibt, der sie einfordern könnte. Sie werden lediglich eine Bilanzposition der Bank of Japan sein und nur noch auf dem Papier existieren.

Bei gleichbleibendem Tempo wird Japan seine Staatsverschuldung bis zur zweiten Hälfte der 2020er Jahre komplett abgebaut haben. Der JGB-Markt wird m öffentlichen Handel keine Rolle mehr spielen. De facto wird Japan schuldenfrei sein. Bitte gewöhnen Sie sich an diesen Gedanken. Diese Lösung dürfte einen Vorbildcharakter für die EZB haben, die spätestens in der nächsten Krise die Anleihekäufe wieder aufnehmen wird, sollte sie sie tatsächlich zum September einstellen.“ (Quelle: Wellenreiter-Frühausgabe vom 11.06.2018, Seite 3)

Martin:
Hallo Raimund, wird es in der Realität tatsächlich so einfach sein?

Das hieße, dass Volkswirtschaftler und auch alle „Österreicher“ komplett daneben liegen würden.

Ferner wäre der Beweis angetreten, dass ausufernde „Schuldenmacherei“ sogar gut und erfolgreich, sparen hingegen etwas für Idioten ist.

Und nicht zuletzt: die Marktteilnehmer besäßen kein Interesse daran, so ein Verhalten zu strafen, bzw. regulatorisch einzugreifen.

Ist es so einfach…was meinst Du?

Raimund:
In der Endphase wird es vermutlich so oder so ähnlich laufen. Dies wird dann aber dazu führen, dass das Vertrauen in die Notenbanken endgültig schwindet und diese pleite gehen. Also Währungsreform o.ä.

Martin:
Notenbanken können ja nur bilanztechnisch Pleite gehen, ansonsten kann z.B. die EZB negatives Eigenkapital fahren wie sie will, den Unterschied merkt nach außen eh niemand.

Doch wann schwindet das Vertrauen wirklich?

Eigentlich dürfte es bereits jetzt nicht mehr vorhanden sein, dass sich ja abzeichnet was läuft.

Doch das reicht wohl noch nicht aus, also wann dann?

Kollabiert der Yen tatsächlich wenn die BOJ 75 oder 90 oder gar 100 % der Staatsschuld aufgekauft hat?

Raimund:
Wie es läuft, habe ich doch schon in unserem Buch beschrieben.

Notenbanken können auf zwei Arten pleite gehen:

1. Gegenüber dem Ausland, wenn die Forderungen der Ausländer nicht mehr mit harten Assets bedient werden können (die eigene Währung nützt dann nix). Der isländischen Notenbank zum Beispiel hat eine solche Pleite in der Finanzkrise gedroht.

2. Aber auch gegenüber den Inländern, wenn das Vertrauen in die eigene Währung schwindet (z. B. Währungsreform 1948, die sich am Mittwoch nächster Woche zum 70. Mal jährt). Diese Art der Pleite wird nur anders genannt.

Die Finanzmärkte dürften in beiden Fällen schon im Vorfeld damit beginnen, gegen die betreffenden Notenbanken zu spekulieren, was derzeit für viele noch undenkbar ist („spekuliere niemals gegen die Zentralbank“).

Aber bis es soweit ist, wird es noch einige Jahre dauern. Ich persönlich rechne frühestens Ende des nächsten Jahrzehnts damit.

Martin:
Es erscheint mir doch weniger eine Frage der Zeit zu sein, als eine Frage der Erosion.

Denn sonst könnten ja tatsächlich alle Schulden eines Währungsraums durch die zuständige Notenbank zurückgekauft werden ohne Konsequenzen zu fürchten, weil es noch nicht an der Zeit ist…

Raimund:
Wo siehst Du da einen Widerspruch? Eine Erosion braucht immer Zeit, sonst wäre es ja keine Erosion 😉

Die beschriebenen Prozesse werden mit Sicherheit nicht von heute auf morgen – also schlagartig – passieren. In der Zwischenzeit kann sogar vorübergehend die Richtung gewechselt werden, wie derzeit schon in den USA zu beobachten (und demnächst möglicherweise sogar in Europa). Spätestens in der nächsten großen Krise aber werden die Netto-Käufe von Staatsanleihen zurückkehren und vermutlich das Ausmaß der letzten Käufe weit übertreffen.

Oder glaubst Du – wie Ex-Mrs. Moneymaker Yellen – daran, dass es zu unseren Lebzeiten keine solche Krise mehr geben wird?

36 Kommentare

  1. Du hast recht, ich hoffe tatsächlich, dass das zu unseren Lebzeiten nicht mehr passiert. Vor 10 Jahren hätte ich das noch für ausgeschlossen gehalten.
    Doch aktuell scheint mir die monetary policy by design als extrem erfolgreich, da sie kaum einer in Frage stellt.

    Mit etwas Glück müssen tatsächlich wir nicht dieses Desaster ausbaden – was für einen Familienvater natürlich keinen echten Trost darstellt.

  2. Interessanter Dialog, Danke für die thematische Behandlung. Die Ausländer sind dann nicht mehr im Spiel, wenn die Staatsschulden nahezu komplett bei der Notenbank liegen. Es gibt keine Forderungen mehr.
    Gleiches gilt für die Inländer. Eine Pleite kann es so nicht geben.

    Eine starke Inflation bleibt deshalb eine Gefahr, weil eine Vertrauenskrise in die Währung entstehen könnte. Aber auch dann ist eine EZB nicht Konkurs, sondern könnte beauftragt werden im Rahmen einer Währungsreform neues Geld auszugeben.

    Eine weitere Gefahr wäre eine gewollte politische Abschaffung der EZB. Aber wer will die Assets und Liabilities auseinanderdröseln? Die Institution bleibt, auch weil sie der Politik viel Arbeit abnimmt.

    Sorry aber nach wie vor sehe ich keine EZB-Pleite. Die EZB handelt im Godmode, sie ist der Lender of Last Resort. Sie lässt die Leine lang oder kurz, Sie kann Staatsschulden verschwinden lassen.

    Es fühlt sich nicht richtig an, aber ich glaube, unser Geldverständnis ist falsch. Wer hätte früher geglaubt, dass Zinsen negativ sein können?

    • Fall 1 (das Ausland) würde in diesem Fall selbstverständlich nicht greifen, lieber Herr Rethfeld. Der Vollständigkeit halber habe ich diesen aber ebenfalls erwähnt, weil er m. E. zum Gesamtverständnis einer Notenbank gehört.

      Interessant finde ich Ihre Bemerkung, dass Sie eine Währungsreform nach einem Vertrauensverlust im Inland nicht als “Pleite“ bezeichnen. Genau dies halte ich nämlich für gerechtfertigt, und zwar sowohl aus inhaltlichen als auch aus rein formal-bilanztechnischen Gründen.

      Zunächst zum rein bilanziellen Geschehen: Hier geschieht bei einer Währungsreform formal das Gleiche wie bei einer Insolvenz jedes x-beliebigen Unternehmens: Die Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Zentralbank-Bilanz (in diesem Fall ist es das ausgegebene Zentralbankgeld) werden offiziell für wertlos erklärt und dem niedrigeren Wert des Vermögens auf der Aktivseite angepasst.

      Inhaltlich bedeutet eine Pleite, dass der Wert des Vermögens eines Unternehmens bei weitem nicht ausreicht, um dessen Verbindlichkeiten zu decken. Auch dies ist vor einer Währungsreform der Fall. In unserem Beispiel, nämlich dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die Notenbank und dem anschließenden Schuldenerlass, reduzieren sich die Vermögenswerte auf null, während die mit dem Aufkauf eingegangenen Verbindlichkeiten in unveränderter Höhe bestehen bleiben. Damit wird das Eigenkapital negativ, so wie es bei jeder Firmenpleite geschieht, die auf Überschulung basiert.

      Allerdings, das ist richtig, geht eine Notenbank nicht so schnell pleite wie ein normales Unternehmen. Sie kann selbst mit negativem Eigenkapital erst einmal weiterarbeiten. Denn sie kann selbst dann noch auf der rechten Seite ihrer Bilanz weiterhin munter alle Beträge zwischen den Konten der Geschäftsbanken hin- und herbuchen. Eigene Vermögenswerte muss sie dafür nicht einsetzen. Es würde also erst einmal gar nicht stören, wenn Teile ihres Vermögens wegfielen.

      Genauso könnten die Geldscheine in der Bevölkerung weiterhin als Zahlungsmittel verwendet werden, als ob nichts geschehen wäre. Oder hat Ihr Metzger, lieber Herr Rethfeld, Sie schon einmal danach gefragt, ob der Schein, mit dem Sie gerade Ihre Würste bezahlen, in der Zentralbankbilanz auch durch Vermögen gedeckt ist? Hat er nicht, weil es ihn gar nicht interessiert. Für ihn ist nur wichtig, dass er abends an der Tankstelle Benzin dafür erhält oder am nächsten Morgen Brötchen beim Bäcker. Und auch Tankwart oder Bäcker kämen niemals auf die Idee, ihre Kunden nach der Zentralbankbilanz zu fragen.

      Trotzdem sollte auch eine Notenbank die Rechnung nicht ohne den Wirt machen: Denn je mehr sich in einer solchen Situation herumspricht, dass dem Geld keine verlässlichen Vermögenswerte mehr gegenüberstehen, desto mehr verlieren die Bürger das Vertrauen. Irgendwann überlegen sich dann selbst Metzger, Bäcker oder Tankwarte, ob sie das Geld noch ohne Weiteres akzeptieren sollten. Eine Zentralbankbilanz lesen können sie dann zwar immer noch nicht, aber das Hörensagen reicht schon aus, um misstrauisch zu werden.

      Vor der Währungsreform 1948 ist Ähnliches passiert: Man konnte viele Waren in den Geschäften nicht bekommen, obwohl sie durchaus vorhanden waren. Kaum jemand war jedoch bereit, sie für Geldscheine herzugeben, die den Ruf hatten, nur noch Papierfetzen zu sein. Was man hatte, verkaufte man lieber unter dem Ladentisch im Tausch gegen andere Waren oder gegen Edelmetall. Als nach der Währungsreform wieder vertrauenswürdiges Geld in Umlauf kam, waren die Regale in den Läden plötzlich voll – und zwar vom einen auf den anderen Tag.

      Ein solcher Verlust an Vertrauen in das von der Notenbank aus- gegebene Geld ist im Prinzip nichts anderes als eine Pleite der Zentralbank, auch wenn man es offiziell nicht so nennt.

      Nun könnte man sich noch vorstellen, dass die Notenbanken generell damit aufhören, Bilanzen zu erstellen. Rein theoretisch müssen sie das nämlich nicht. Damit könnte man die Probleme, die in der Bilanz offen zutage treten, evtl. etwas kaschieren. Da ein solcher Schritt aber das Vertrauen in eine Währung schlagartig verringern würde, ließe sich damit das Ende wohl kaum hinauszögern.

      Man kann es also drehen und wenden wie man will: Wenn das Vertrauen in eine Notenbank schwindet, ist deren Pleite mit anschließender Währungsreform wahrscheinlich. Dass die Notenbank (oder ein Nachfolgeinstitut) anschließend mit neuer Währung weiterarbeiten kann, ändert daran nichts. Schließlich arbeiten selbst normale Unternehmen nach einer Insolvenz oft weiter.

  3. Spätestens wenn die Leute (z.B. Sparer) aufwachen würden, gäbe es Probleme. Aber wenn Versicherungen, selbst heute noch, Produkte verkaufen können…macht mich sprachlos. Warum soll ich jemanden für >= 30 Jahre Geld geben, der kauft Italien 30 Jahre und „garantiert“ mir, dass ich nominal nix verliere. Das sind doch die Käufer (neben der Notenbank), die in diesem Spiel mitmachen. Würden die Sparer das Geld rentabler und dazu noch selber anlegen, wäre ich sehr gespannt was wirklich Sache wäre. Aber heute kauft man halt US Treasuries & BTPs weil die heute noch nen Zins haben. Egal ob der Staat pleite ist oder nicht. Relativ guter Mist, bleibt was er ist: MIST ! Das sollte man nie vergessen. Wenn Geld drucken wirklich funktioniert, müsste Simbabwe das reichste Land der Welt sein…

  4. Es sieht danach aus, dass wir dieses Jahr noch einmal eine deutlichere Korrektur sehen werden als anfang des Jahres, noch befindet sich der markt in seiner range! allerdings wird die korrektur viel mehr der unsicherheit zu verschulden sein, als dem tatsächlichen eintreten des erwarteten, wie es so oft der fall ist wenn es mal 30% oder mehr korrigiert, denn die ezb wird italien nicht pleite gehen lassen und italien wird den euro nicht verlassen!

  5. Die Frage ist, was man für sein Geld noch bekommt. Jeder Isländer, Russe oder Argentinier war schon froh, wenn er Gold statt Heimatwährung hatte. In Argentinien wurde teilweise sogar mit Getreide bezahlt 😉 auch Nixon schloss das Goldfenster nicht, weil es ihm Spaß gemacht hat, sondern weil Charles de Gaulle munter 35$ wertlose grüne Scheine gegen 1Unze Gold tauschte (was heute leider nicht mehr möglich ist). Gute Währung ersetzt schlechte und deswegen glaube ich auch nicht an sozialistische Notenbanken. But who knows, vielleicht ist dieses mal wirklich alles anders…

  6. Ich glaube nicht das die EZB ihr Anleihekaufprogramm nennenswert zurückfahren oder gar stoppen kann. Sie hat schon 40% der Anleihen im Euroraum aufgekauft und ist praktisch der einzige Käufer. Verkaufen kann die EZB nicht, denn die Zinsen würden sehr schnell steigen und die Staaten müssten für neue Anleihen deutlich mehr Zinsen zahlen – was sie nicht können da das Geld nicht da ist. Fraglich ist nun ob die EZB das Kaufprogramm stoppen kann -> wer soll bitte Staatsanleien von Griechenland mit weniger Zinszahlung als bei vergleichbaren US Staatsanleihen kaufen? Auch hier steigt der Zins drastisch, was wieder zu höheren Zinszahlungen der Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien, Italien… führt. Die USA kann sich eine Normalisierung (was Anderes ist es nicht) leisten – EURO-Südeuropa (inkl. Frankreich) kann das nicht, da die Währung nicht entwertet werden kann wie in der Vergangenheit. Japan als Vergleich kann sich ein solches Spiel deutlich länger leisten, da es keine Währungsunion verschiedenster Staaten ist und eine einheitliche Wirtschaftspolitik betreibt. Im EURO-Whrungsverbund wird das schwächste Glied kollabieren und eine Kettenreaktion auslösen. Die EZB muss damit weiter kaufen – es gibt hier keinen Ausweg, und das Bündeln der Euro-Staatsanleihen ala MBS wird auch genau so enden wie 2007, es könnte Zeit schinden, aber diese EURO-MBS-Anleihen muss auch einer kaufen und ohne Zwang wird das nicht gehen.

  7. Konsens scheint hier zu sein, die Notenbanken werden es schon richten. Dann wäre doch die logische Konsequenz all in, am besten gehebelt und Geld verdienen bis der Arzt kommt !?
    Aber wenn alle das gleiche denken, dann passiert genau das Gegenteil.
    Ich wäre in den nächsten Monaten sehr sehr vorsichtig. Meine Meinung, die Zeit von all in ist vorbei, sie wird wieder kommen, aber aktuell ist meine Devise, Cash ist King !:)

    • Zur Zeit warten aber ziemlich viele auf den Crash. In den Medien fällt der Markt gefühlt auch jeden Tag. Ich habe in den letzten Monaten nur Warner gehört. Keiner sagt, man solle rein gehen, immer Vorsicht, immer warnen.

      Als Liegenlasser habe ich gestern festgestellt, dass mein Depot seit Jahresanfang auf Plus 4,5 Prozent gefallen ist.

      Wer glaubt, dass ein Megaknall vor uns steht, sollte sich mal fragen, ob England nach dem 2ten Weltkrieg weniger Schulden hatte. Gerade die 20 Jahre nach dem 2ten Weltkrieg bei den Siegermächten zeigen eigentlich sehr schön, wie man sich mit einer Niedrigzinsdekade die Schulden vom Hals „entspart“ hat, natürlich mit etwas mehr Inflation. Das war natürlich auch eine sehr schöne Zeit für Aktien. Rumliegendes Geld könnte der größte Verlierer der nächsten 10 Jahre werden.

      Egal ob man den die Zeit nach dem 1ten Weltkrieg oder 2ten Weltkrieg nimmt. Wenn zu viele Schulden im Spiel waren, verloren immer die Geldanleger. Und es wurde nie vorher geläutet.

      • Rumliegendes Geld der Leitwährungen ist eine tolle Sache und ein Luxusproblem, dessen sollte man sich bewusst sein.

        Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf. Warum jetzt auf Teufel komm raus noch versuchen ein paar Prozent mitzunehmen, wenn vom Zyklus her in den nächsten 12 bis 24 Monaten ein gewaltiger Rücksetzer ansteht?

        Am Ende des Tages zählen die harten Daten, https://www.finanzen.net/termine/wirtschaftsdaten/ färbt sich immer häufiger rot ein.

        Da kann mein rumliegendes Geld mit läppischen 2% Inflation pro Jahr meinetwegen „verbrannt“ werden.

        Der Vergleich mit den Nachkriegszeiten hinkt übrigens gewaltig: Nach einem Krieg muss weltweit aufgebaut werden, es besteht ein Nachfragebedarf. Im Hier und heute leben wir in gesättigten Märkten mit einer weltweiten Überproduktion. Genau deshalb übrigens auch die Handelskonflikte.

      • Nachtrag:
        Wer sich an dieser Midterm-Statistik zuletzt 2014 orientierte, hat sich den folgenden „Schleudergang“ erspart.
        (Wohlgemerkt: Es passierte mitten in der laufenden Hausse bei ungleich besseren Voraussetzungen als jetzt (s. Grafik)

  8. Oder anders gesagt: die Notenbanken hätten endlich gelernt wie man „Gold“ spinnt bzw. endlich das Perpetuum mobile erfunden: es wird nix mehr erwirtschaftet, alle geben nur aus und die Sozialisten bzw. Kommunisten drucken nur das neue Geld. Warum bekommen das aber nicht alle, wenn es so simpel ist? Jeden Tag ne neue Anleihe und Abends Bucht man gegen CpD aus 👍

  9. jetzt hat die fed dieses jahr die leitzinsen 2 x erhöht. die zinsen f. 10 jährige us-staatsanleihen liegen am 14.6. 11 uhr 12 lt. google immer noch bzw. schon wieder unter 3 %. wenn das so bleibt, bleibe ich zu 51 % optimistisch.

    • Sehr geehrter Herr Czeck,

      die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fällt trotz Zinssteigerungen der FED, weil diese 10-jährigen US-Staatsanleihen stark nachgefragt werden und ihr Kurs deshalb ansteigt. Das drückt wiederum ihre Rendite unter 3%.

      Der Grund für die starke Nachfrage liegt in den zunehmenden Umschichtungen der großen Vermögensverwalter/Versicherungen, die seit dem „Mini-Crash“ vom 02/2018 aus Aktien in sichere Anlagen gehen:
      Dieses „Smart money“ zieht sich in weiser Voraussicht aus den Aktienmärkten in die „US 10-YR – Bonds“ kontinuierlich zurück.

      • Hhm Herr Vogel, aber warum ist dann der SuP 500 seit 1.4. gestiegen? M.E. ist das v. den Notenbanken gedruckte Geld noch im Kessel u. sucht weiter nach Anlagen (reicht immer noch locker f. Anleihen u. Aktien). Stören könnte allerdings die allgemeine Politik, nicht die Notenbankpolitik (vgl.dazu auch letzten Börsenkommentar Halver). Bin aber weiterhin an abweichenden Ansichten interessiert. Haben Sie schon US Anleihen erworben?

        • Sehr geehrter Herr Czeck,

          Sie haben recht, was die aktuelle Liquidität (ATH) anbetrifft – sogar M1-Höchststände im April:
          https://de.tradingeconomics.com/germany/money-supply-m1
          https://de.tradingeconomics.com/united-states/money-supply-m1
          Nur China zeigt bisher, wie schnell ein Liquiditätsentzug gehen könnte, hat aber nach dem Mini-Crash im Februar erst mal aufgehört:
          https://de.tradingeconomics.com/china/money-supply-m1

          Die FED hat ihren Zinserhöhungszyklus jedoch beschleunigt, so daß dieser Trend zur uferlosen Liquidität ins Gegenteil umschlagen wird.
          Große US-Vermögensverwalter schichten bereits von Aktien in US-10Y-Bonds um, was die Rendite wieder unter 3% drückt.

          Der Anstieg der Börsen (S&P) erklärt sich mir durch Eindeckungen von Shortsellern und trendfolgende Anleger.
          Es ist derselbe Mechanismus wie bei stark leerverkauften Aktien (Aktuelles Beispiel: Ceconomy/Metro), nur daß hier der Hausse-Baisse-Zyklus in Zeitraffer abläuft.

          Beim S&P+ Co. dauert es länger und verleitet viele dazu zu glauben, es seien alle sattsam bekannten Risiken bereits eingepreist und da die Kurse wieder ansteigen, will man nichts verpassen.

          Es ist wie bei der Reise nach Jerusalem, bei der zwar jeder weiß, daß die Musik irgendwann aufhören muß, aber da sie schon so lange und immer noch am ATH spielt, kann man noch eine Runde wagen…
          Und dann zieht Bridgewater den Stecker.

          Ich jedenfalls ziehe die langweiligen 0,1% beim Tagesgeld (habe keine US-Bonds) den bevorstehenden Aufregungen auf der Börse vor 😉

          • hedgefonds liegen mal richtig und mal falsch, wie andere marktteilnehmer auch – vgl. zum beispiel:“ John Paulson einmal finanz-olymp und zurück“ (manager magazin) oder: „David Einhorn der tiefe fall eines wall-street-wunderkinds“ (FAZ). früher in hochzinsphasen oder zur zeiten v. bundesschatzbriefen bin ich gelegentl. auch zu 100% aus aktien ausgestiegen. heute fehlen mir dafür die alternativen, obwohl ich beim zeitweisen anstieg auf über 3% zinsen f. 10 jährige us-bonds schon mal ins grübeln kam, ob eine teilinvestition sinnvoll wäre. derzeit bleibe ich mit ca. 55% weiter in aktien investiert. übrigen kauft brigdewater gelegentl. auch aktien.

  10. Was wenn der Crash ausbleibt und die hohe Bewertung der Aktien durch Entwertung der Währungen gesenkt wird. Alle sind momentan vorsichtig und warnen vor einem Crash. Meistens kommt es aber anders als die meisten erwarten. Vielleicht kommt jetzt noch eine fette Rally. Und erst wenn alle „einsehen“ das die Entwertung der Währungen eine Rally gerechtfertigt (z.b. Inflation bei 5 Prozent), gehts wieder bergab. Bargeld wäre bis dahin weniger gut. Wie können wir erkennen welcher Weg es wird, wenn FED und EZB nicht den gleichen Weg gehen?

  11. Sehr geehrter Herr Czeck,

    letztlich macht ja der tiefstmögliche Einkaufspreis den Aktiengewinn:
    Diesen erwischt man am ehesten, wenn man sich das Vorgehen von (Long- ) Shortsellern zunutze macht.
    Das gilt sowohl auf der Makro- (Index) wie der Mikroebene (Einzelaktie).
    Aktuelles Beispiel für einen wirklichen „Wahren Wert“ ist für mich Ceconomy:
    Habe die Position am Freitag zu einem sehr guten Preis verkauft und heute mehr als 11% billiger zurückgekauft.

    • glückwunsch, wünsche Ihnen weiterhin viel erfolg Herr Vogel. offenbar traden Sie noch ein bißchen mit, um den schleichenden vermögensverlust durch die negativen realzinsen etwas auszugleichen. in der eurozone lassen zinserhöhungen oder gar positive realzinsen wohl noch etwas auf sich warten. klar immer erst nach einen crash wieder einzusteigen ist eine erfolgreiche strategie, aber mit langen wartezeiten verbunden. in der zwischenzeit kann man mit einem teil seines vermögens dem negativen realzins durch höhere dividendenrenditen etwas entkommen.

      • Sehr geehrter Herr Czeck,

        vielen Dank.

        Sie sprechen hier exakt den für mich entscheidenden Punkt an: Das Warten auf den „großen Crash“ ist „mit langen Wartezeiten verbunden“.
        Dank der Shortseller- Aktivitäten kann man sich die Zeit bis dahin wunderbar mit Aktien wie Ceconomy, Metro, K+S mit ihren „kleinen Crashs“ im Zeitraffer vertreiben und man bleibt in der Übung für den Ernstfall.

        Allerdings bin ich hier nur maximal mit 10% der Barmittel und nur kurz bis zum „Pullback“ engagiert.
        Die Verlaufs-Muster bei den großen Index-Crashs sind diesen Mini-Crashs der geshorteten Aktien mit den Tiefpunkten recht ähnlich.

        Ich wünsche Ihnen gleichfalls viel Erfolg!

        • sehe gerade nach r. v. sport sehr interessantes video der telebörse :“ so wird das 2. halbjahr 2018″. m.e. empfehlenswert

          • Das Video kenne ich nicht. Wie wird denn das 2. Halbjahr? Klären Sie uns bitte auf 😉

      • Lange Wartezeiten? Die sind durchgestanden, der letzte Crash liegt 11 Jahre zurück…wann hatten wir denn historisch betrachtet einen solch langen Aufwärtstrend?

        Dividenden werden in Krisen auch gerne gekürzt. Insbesondere Firmen a la Nestle, deren aktueller Gewinn stagniert, deren Ausschüttungsquote die letzten Jahre gesteigert wurde, kommen dann auch nicht um Dividendenkürzungen herum (bei Gazprom mache ich mir da keine Sorgen…). Alles schon gehabt.

        Die S-K-S des DAX nimmt immer konkretere Züge an…der Drucker-Draghi kann vielleicht noch etwas die Symptome verschleiern, aber deswegen ALL-IN in Aktien zu gehen um ein paar Mini-Pünktchen abzugreifen ist fatal.

        • Interessanter Artikel Herr Vogel,aber Vergleichszeiträume sind so eine Sache…je nach Auswahl können sich unterschiedl. Ergebnisse einstellen.Ueber 5 Jahre lässt sich z.b.leicht ein Zeitraum finden,in dem der DAX insgesamt im Minus war. Wie wir beide wissen sieht das Gesamtergebnis anders aus.Ich vertraue da mehr auf die Differenz zwischen Divdax u. Kursdax.Wie sähe die Statistik aus, wenn man den Zeitraum des Niedergangs des neuen Markts (dividendenlose Titel) einbezieht.Vor Neuemarktaktien war ich mit Dividendentiteln, die ein kgv bis max.20 ausweisen zu 100 Prozent geschützt.Viele haben leider fast alles verloren….🤔🤔

        • Uninteressanter Artikel.

          Im Nachhinein lässt sich leicht sagen: „Hätte man vor 5 Jahren Amazon & Co gekauft“. Wenn der Autor des FAZ-Artikels dort vor 5 Jahren ALL IN gegangen wäre, müsste er nun keine Artikel mehr schreiben…

          Logisch, man sollte nur in zukunftsfähige Unternehmen investieren. Der Artikel suggeriert jedoch unterschwellig, dass dividendenstarke Unternehmen nicht zukunftsfähig sind.

          Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf.

  12. Das Video war um 20 uhr noch abrufbar. Gast R.Halver u. Kollege..war das erste in der Videospalte links. Kurzfassung kein Crash, Aktien alternativlos,weil Realzinsen bis auf weiteres in der Eurozone negativ. Bin gerade spazieren.Schoenen Abend, habe noch 5 andere Hobbys.😉☀️

    • Kein Crash und Aktien alternativlos? Uff, da bin ich aber erleichtert und kann später beruhigt schlafen gehen 😂😂😂😂

  13. Tja, immer mal Telebörse gucken – läuft glaube ich wohl bei ntv, die berichten immer noch manchmal über die Börse und so…..😏😇

    • Aha, da schaue ich vielleicht mal rein 😉

    • Vor allem, wenn ich dort schon vorab erfahre, dass es keinen Crash geben wird 😉

      • Och eigentlich reicht’s auch, wenn Sie einfach meine Kommentare hier mitlesen.😉

        • Dann verstehe ich nicht, dass Sie als Guru einen Herrn Halver zitieren müssen 😉

  14. Naja, noch….😏

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo