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Wer hat Angst vorm Corona-Crash?

27. Februar 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 69 Kommentare

Leser Joachim hat mir ein paar Fragen gestellt, die ich hier wegen der Bedeutung in einem eigenen Beitrag beantworte.

Zuerst nochmal Joachims Fragen:

Hallo Herr Brichta, nun wurden Sie ebenso überrascht von diesem Abverkauf – richtig ? Oder hatten Sie vorher CASH aufgebaut im w-w-d Depot ? Okay – Mr. Dax hat schon über 1 Jahr gepredigt, dass ein Rückschlag kommt… nun hat er ihn. Max Otte hatte bereits vor Montagen Cash-Reserven von über 20 % aufgebaut. Das soll keine Kritik sein, ganz sicher nicht. Und nun ? Da ich hier im Blog keine News zum aktuellen Geschehen gelesen habe (vielleicht überlesen ?), möchte ich gerne ein Statement (gerne auch mehr) von Ihnen und/oder auch Herrn Schilling entlocken 🙂

Und hier meine Antworten:

Hallo Joachim, ich wurde alles andere als überrascht von diesem Abverkauf. Seit Mitte Januar war ich auf der Hut. Für mich war es seitdem sehr wahrscheinlich, dass der Hund (der S&P 500) zu seinem Herrchen (der 200-Tage-Linie) zurückgerufen wird. Er war in etwa so weit vorausgelaufen (hatte sich von dieser also so weit entfernt) wie zum Jahresanfang 2018.

Für mich war also klar, dass – wie damals – ein Abverkauf kommt. So ähnlich hatte ich dies auch hier im Blog geschrieben. Wann genau der Hund zurückgepfiffen werden würde, konnte ich im Januar natürlich genauso wenig vorhersagen wie die Herren, die Du zitierst 😉

Der Anlass ist in solchen Fällen sowieso zweitrangig. Ich kann mich zum Beispiel kaum noch daran erinnern, was Anfang 2018 als „Begründung“ für den damaligen Abverkauf herangezogen wurde. Es ist letztendlich auch wurscht.

Das erkennst Du übrigens auch an der aktuellen Entwicklung: Ein erster Abverkaufsversuch fand bereits Ende Januar statt – übrigens mit derselben Begründung wie jetzt. Er wurde aber rasch wieder ausgekontert. Und der Konter führte sogar zu neuen Höchstständen.

Nach meiner rückblickenden Einschätzung spielten dabei die Derivatemärkte eine wichtige Rolle. Der kleine Verfalltag am vergangenen Freitag scheint die Kurse im Vorfeld gestützt und nach oben gezogen haben. Es waren also keine „echten“ Käufe, wie sich nun zeigt. So etwas ist im Vorfeld von Verfalltagen durchaus üblich, und es findet auch in beide Richtungen statt.

Symptomatisch dafür war der DAX-Verlauf am vergangenen Freitag: Bis zur Mittagszeit – und damit bis zur Abrechnung der Optionen auf den DAX und anderer Indices – wurde der DAX nach oben gezogen. Dann setzte mit der Wall-Street-Eröffnung urplötzlich ein kleiner Abverkauf ein. Das Thema Corona-Virus kam damit quasi von einer Minute auf die nächste zurück an den Markt – und zwar ohne eine konkrete Nachricht aus der Corona-Welt: Die Italien-Infektionen waren längst bekannt, das vorzeitige Ende des Karnevals in Venedig war längst verkündet.

Gegen Handelsende aber, als die Optionen auf einzelne Aktien abgerechnet wurden, kam es erneut zu einer – offensichtlich anlasslosen – Erholung, die dazu führte, dass der DAX etwa die Hälfte seines Verlusts wieder aufholte. Das waren – wie gesagt – nur Symptome, die an diesem Tag von außen zu beobachten waren. Es ist aber kein Geheimnis, dass die mit dem Verfalltag zusammenhängenden Kräfte schon lange im Vorfeld solcher Tage ihre Wirkung entfalten.

Ich schreibe dies übrigens im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass es sich hierbei nur um einen „kleinen“ Verfalltag handelte, an dem keine Futures abgerechnet wurden.

Die Kollegen jedenfalls taten mir manchmal leid, mit welchen Verrenkungen sie in den Tagen davor „erklären“ mussten, warum die Börsen trotz Corona auf neue Höchststände stiegen.

Jetzt zu Deiner Frage zum Depot: Wie mehrfach beschrieben, fahren wir seit über einem Jahr einen ruhigeren Kurs und werfen unsere Werte nicht mehr nur deshalb raus, weil der Markt gerade mal wieder einen Schwächeanfall bekommt. Das hat zwei Gründe:

Der erste ist organisatorischer Art. Wir kriegen es schlichtweg von der Manpower her nicht mehr gestemmt, solche Alles-muss-raus-Aktionen korrekt mit allen Kursen abzurechnen und zu dokumentieren. Zumal wir das auch jetzt gar nicht mehr müssen. Und hier kommt der zweite Grund ins Spiel:

Es gibt inzwischen den Wahre-Werte-Fonds, der solche Absicherungen viel einfacher realisieren kann. Und zwar durch Verkauf und Kauf von Terminkontrakten auf den S&P-500-Index. Deshalb baute der Fonds die ersten Sicherungen schon Mitte Januar auf. Beim Abverkauf Ende Januar war er dann kurzzeitig sogar voll gesichert. Mit der Erholung wurden die Bremsen dann wieder gelockert – um sie aber mit dem neuen Abverkauf wieder fest anzuziehen.

Ich hoffe, Dir damit ausreichend Antwort gegeben zu haben.

Kurz noch ein Wort zu meiner aktuellen Markteinschätzung:

Bis jetzt ist es kein Corona-Crash, sondern nur eine überfällige Korrektur (siehe oben).  Mein charttechnischer Zielpunkt ist dabei fast erreicht: Es ist – wen wundert’s – die 200-Tage-Linie im S&P 500. Sie verläuft derzeit bei knapp 3.050 Punkten. Damit wäre der Hund wieder beim Herrchen. Nicht ausschließen will ich, dass danach auch noch die runde Marke von 3.000 getestet wird. Stay tuned!

69 Kommentare

  1. Ja, es ist Fastenzeit!
    Sogar das Depot fastet! 👀🙂😅

    • Gesetzt der Annahme der Markt reagiere vor allem aus internen Motiven wie Psychologie und Charttechnik- wann ist denn aus dieser Sicht ‚Zeit‘ für einen echten Crash? Echte Euphorie kam ja noch nicht wirklich auf – oder?

  2. Die Spannung steigt: Der S&P 500 ist vorbörslich in Tuchfühlung mit seinem Herrchen. Hier die Realtime-Indikation der Commerzbank. In wenigen Minuten geht der Handel an der Wall Street los. Der Markt arbeitet darauf hin, die Linie zu erreichen. Stay tuned!

    • Was wäre die nächste Marke nach unten? Wie wahrscheinlich ist das nach Deiner Einschätzung?

      • Wenn der Bereich um die 3.000 nicht halten würde, gäbe es erst mal keine unmittelbaren Auffanglinien. Aber dann wäre es ein Crash.

    • Der Test ist in vollem Gange. Gerade kämpfen Bullen und Bären um die Marke. Ein richtiges Scharmützel. Bin gespannt, wie’s ausgeht.

  3. Vielen Dank für die guten Fragen und professionellen und informativen Antworten.

  4. Hallo Herr Brichta, nun bin ich mal gespannt, wann Sie dann den Mut fassen und bei den günstigen Kursen dann mal zugreifen werden und die eine oder andere Aktie einsammeln, denn wann bekommt man wieder diese Kurse mal zu sehen, wenn nun der Hund wieder anfängt zu laufen;-)

    • Zunächst: Durch Auflösen der Sicherungen sammelt man quasi seine bestehenden Depotwerte zu günstigen Kursen wieder ein 😉

      Mit neuen Werten sind uns momentan etwas die Hände gebunden, weil wir nicht mehr über allzuviel Kasse verfügen. Das heißt, wir müssten andere Werte rausschmeißen – zumindest zum Teil.

    • Aber selbstverständlich halten wir die Augen offen 😉

  5. Dann frage ich mal direkt, welche Kandidaten haben Sie denn momentan in die engere Wahl genommen und welche würden Sie jetzt eher meiden?

    • Wir meiden erst mal alle, die wir derzeit nicht aufm Feld haben. Daneben gibt es ein paar Kandidaten, auf die wir unser Auge geworfen haben, wie BioMerieux, Christian Hansen, Ansys, Zeiss Meditec … stay tuned!

  6. BioMerieux und Ansys finde ich eine gute Wahl, Carl Zeiss Meditec hat ja nicht gerade geglänzt am 10.02. und einen nicht so rosigen Ausblick geliefert, Christian Hansen bin ich vom Chart eher skeptisch das es nach oben gehen wird! Wäre nicht auch mal der Solactive GAFAM AR Index eine Überlegung wert, wenn es ein wenig auf die Performace ankommt?

    • Neuvorschläge bitte über den Button Depotvorschlag – am besten mit substanzieller Begründung 😉

  7. Für die Geschichtsbücher:

    Das heutige Tagestief im S&P500 beträgt 3.007 Punkte.

    Mal sehen ob Raimund „007“ Brichta’s Marke hält, oder es noch weiter Richtung Süden geht, wovon ich ausgehe (weil der Faktor Geld NEGATIV ist!).

    • Und noch ein Nachtrag: Auch ein kurzfristiges Unterschreiten der 3.000er-Marke wäre im Rahmen einer normalen Korrektur noch drin. Diese Marke sollte dann aber alsbald zurückerobert werden, damit es nicht zum Crash ausartet 😂

      • klar, ein kurzfristiges Unterschreiten sei erlaubt, was Deine Prognose betrifft.

        Meine Prognose liegt bei S&P 2.750 Punkte.

        Selbst Gold hat keine Power mehr nach oben. Faktor Geld ist negativ.

        • Den „Faktor Geld“ interpretiere ich vollkommen anders: Nämlich als Maßstab, ob dem System gerade neues Geld zugeführt oder entzogen wird. Und es wird weltweit nach wie vor Geld zugeführt. Das steht fest.

          Das was Du meinst, sind mögliche krisenbedingte Einkommensverluste in der Realwirtschaft. Diesen wird in der Regel gerade dadurch versucht entgegenzuwirken, in dem die Geldschleusen weiter geöffnet werden. An den Märkten gibt es schon Spekulationen, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bereits im Frühjahr weiter senken könnte. Das heißt, wenn es tatsächlich zur Krise kommen sollte, wird der Faktor Geld sogar doppelt positiv 😉

        • Na bitte, es geht schon los. Gerade kommt diese Meldung:

          CNBC: Ex-Fed Governor Warsh sees coordinated central bank action in response to coronavirus

          Und auch dieser Chart sieht nicht unbedingt nach „Faktor Geld negativ“ aus (zum Vergrößern anklicken; Quelle: Wellenreiter von heute):

        • Guten Tag Michael K.,
          mein Respekt für Ihre Prognose von 2750 Punkten im S&P.
          Beste Grüße
          Anton Voglmaier

          • Gerne…:-)

            Die 2.750 Punkte waren für mich mehr als offensichtlich; die Zielmarke ergibt sich sehr einfach aus dem Langfrist-Chart.

            Erschreckend fand ich die Naivität bzgl. der Coronavirus-Diskussion im Januar hier im Forum. Zusätzlich die Naivität in der medialen Berichterstattung bzw. das Beiseiteschieben.

            Übrigens: die Trump-Administration hat bereits Ende Januar bzgl Flüge nach China reagiert – rechtzeitig:
            https://www.cnbc.com/2020/01/28/white-house-discussing-china-travel-restrictions-amid-coronavirus-outbreak.html

            Und in Europa ging der China-Austausch munter weiter – als wenn ein Virus an der chinesischen Grenze halt macht (man bedenke die wirtschaftlichen Kontakte Norditaliens mit China). Naiver geht es nicht.

          • Wenn aber das Coronavirus tatsächlich der Übeltäter gewesen ist, dann dürften ja auch Chartmarken keine große Rolle spielen. Und wenn doch, dann war‘s wohl doch einfach nur die überfällige Korrektur. 😂😂😂

            Und der von Dir eingezeichnete Aufwärtstrend hat vor dem aktuellen Rücksetzer einen einzigen Aufsetzer. Das ist charttechnisch eher mauer Indikator.

            Aber sei‘s drum: Mit dem heutigen Ausverkauf, auf den ich sogar gehofft hatte, könnte der Markt fürs erste bereinigt sein. Ab morgen also Bodenbildung …

  8. Lt. WHO ist der Höhepunkt der Coronaepidemie in China überschritten. Für die Weltwirtschaft ist das der entscheidende Punkt. China ist die Weltwerkbank.Wenn sich die Nachricht bestätigt, werden sich die Börsen bald erholen.

    • 👍

      Darauf, dass das Corina-Virus in China langsam im Griff ist, habe ich in den Telebörsen heute Mittag mehrfach hingewiesen. Schaut Euch als Indikator dafür nur mal an, wie stabil die Chinabörsen in den letzten Tagen gewesen sind.

  9. Hallo Herr Brichta, Dow Jones liegt bei ca. 26000 Tausend
    Punkte d.h. wenn es in diesem Tempo so weitergeht wie in
    den vergangenen Tagen sind wir in 26 Arbeitstagen bei null.
    Am morgigen Freitag wird es spannend, das Wochenende naht
    und keiner will mehr investieren. Gefahr einer noch größeren
    Korrektur ist möglich, denn es kommt keine Gegenbewegung.
    Bitte anschnallen!!!

    • Inzwischen scheint aus der Korrektur eine Panik und ein Crash zu werden. Das technische Zielgebiet aus 200-Tage-Linie und runder 3.000er-Marke hat gestern Abend bekanntlich nicht gehalten. Für den langfristigen Anleger ist das aber eine gute Nachricht. Schließlich ergeben sich nach solchen Paniken in der Regel günstige Kaufkurse.

      • P.S. Eine kleine Einschränkung in punkto Crash muss ich noch hinterherschicken: Sollte der Fall unter 3.000 schnell ausgekontert werden, wäre der Crash noch zu vermeiden.

        • Man sehe und staune – die Bullen haben es nochmal auf die 3000er Marke geschafft. Leider sieht der Chart ehr nach Bärenflagge als sauberer Umkeht aus, aber warten wir ab 🙂

  10. Ich denke, wir haben einen Crash. Das hat auch einen Vorteil. Der Aktienmarkt lässt sich nicht aufblasen wie der Betonmarkt. Das hat er jetzt bewiesen. Eine Großmutter hatte mal gesagt, wer mit Aktien handelt, kann auch mit Ratten handeln. Das haben wir verlernt. Der Aktienmarkt hat etwas, was kein anderer Markt hat. Eine tägliche Preislist. Das hat auch Nachteile. Man merkt, wann man Geld verliert. Wenn ich Kontraindikator bin, dann gut, weil ich nicht verkaufen werde. Aber ich denke, es fängt erst an. Langfristig wird es aber egal sein. So wie 2009 heute egal ist.

    • Den Vergleich Aktien mit Ratten finde ich witzig.

  11. Lieber Herr Brichta,
    die Inkubationszeit des Virus beträgt ca. 14 Tage. Meine Erwartung/Hoffnung ist es, dass es halb so schlimm und die Wirtschaft nicht nachhaltig beeinträchtigt wird.
    (Auch wenn es evtl kurzfristig für das globale Wachstum in Q1 2020 einen Dämpfer geben kann. Dann werden aber Notenbanken/Staaten zur Stelle sein).
    Sollte sich in ca. 2-3 Wochen herausstellen, dass die wirtschaftlichen Folgen gering bleiben bzw. die Notenbanken/Staaten „liefern“, werden ja auch die Märkte wieder steigen und Kursmarken aus den letzten Wochen hinter sich lassen.
    Wann meinen Sie wäre denn ein günstiger Zeitpunkt, die Aktienbestände wieder zu erhöhen?
    Auch im Hinblick auf die bevorstehende Dividendensaison…
    Ist es aktuell noch zu früh ins sog. fallende Messer zu greifen?

    • Im Moment ist es noch zu früh. Meine persönliche Glaskugel deutet darauf hin, dass um den 9./10. März herum das Gröbste überstanden sein könnte. Aber das muss man selbstverständlich noch anhand der tatsächlichen Entwicklung überprüfen. Stay tuned!

      • Und wie tief könnte es beim Dax dann noch gehen, wenn hier schon vom Crash geredet wird? Danke für eine kleine Einschätzung.

        • Das sagt meine Glaskugel leider nicht 😂 Aber einige Indikatoten deuten darauf hin, dass wir in der Nähe eines – mindestens vorläufigen – Tiefs sind.

        • Hallo Herr Brichta,was würden Sie ehrlich sagen,unabhängig von Korona,sind die Unternehmenswerte (Aktienmärkte)grundsätzlich mehrheitlich gefährdet ein Massengrab zu werden wenn es die Unternehmen nicht schaffen sich für die Zukunft verträglicher für Mensch und Umwelt aufzustellen??
          Und sehen Sie genügend Anzeichen das dies gelingt??
          Ich bin der Meinung das die Altlasten finanzieller Art die durch die schon erfolgte Belastung der Umwelt ebenfalls noch geschultert werden müssen dann durch eine Wirtschaft( dieses kommt ja mehrheitlich genau von Verbrauchern und Unternehmen)welche zudem noch Staatsschulden, Renten und Sozialhilfe und noch das tägliche Brot(und weit mehr als das) und das nun Neu ! erwirtschaften müssen?
          Kann man wirklich glauben das auf einmal quasi eine gesamte Wirtschaft die Jahrhunderte lang es bis heute geschafft hat unter dem Strich! den Planeten zu verfrühstücken sich nun wirklich Neu erfindet???
          Spielräume das ganze weiter in die Zukunft zu schieben scheinen zumindest keine mehr da zu sein.
          China, völlig verdreckt in Luft und Boden wirklich Neu erfunden???

          • Ich sehe durchaus die Gefahren und Herausforderungen, denen wir und der ganze Planet gegenüberstehen. Genau deshalb richten wir unser Depot auf Nachhaltigkeit aus.

            Schließlich ist unsere Wahre-Werte-Idee aus der Erkenntnis entstanden, dass unser Geldsystem nicht nachhaltig ist. Allein schon damit umzugehen, ist eine große Herausforderung, der wir uns stellen. Nachhaltigkeitsaspekte in punkto Umwelt und Soziales ergänzen sich damit ideal. Das Wahre-Werte-Depot ist auf allen drei Gebieten nachhaltig unterwegs.

          • Das ist sicher auch richtig, Herr Brichter. Entweder man würde beim offensichtlich falschen bleiben ( und in vielen Fällen noch Geld verdienen!) oder eben man probiert etwas nachhaltiges und weniger schädliches zu finanzieren bzw zu entwerfen. Ich frage mich nur ob das tatsächlich langfristig “ noch“ erfolgversprechend sein kann in einem Umfeld welches dermaßen aus der Vergangenheit geschädigt ist und man wohl zu Recht sagen muss das die Gelder dafür ja nun wirklich oft eben von Leuten bereit gestellt werden die an Zukunft zwangsläufig glauben müssen, nicht zuletzt weil sie es sich anders nicht vorstellen können.
            Das “ die Märkte “ sich aber komplett zurück ziehen und die Zukunft quasi opfern würden im Zweifel,das hat ja den Einsatz der Notenbanken bis heute erst notwendig gemacht und das vor diesem Hintergrund im Zweifel Privatleute mal gar nix sind mit ihrem Einsatz, das ist wohl auch mehr als klar.
            Ob nachhaltige Investitionen ( und wenn man die umfassend hinterfragt stellt es sich oft ebenfalls mehr als fraglich da ) sich auszahlen, und darauf muss!es ankommen,ist ja nur weil sie notwendig sind noch lange nicht gesichert.
            Die Vorarbeit ist immens, Verzerrungen laden ein und die Politik unterstützt da ja notwendigerweise,auch richtigerweise.

          • Selbstverständlich, lieber Julian, kann man alles hinterfragen. Und bei fast allem, was Menschen machen, gibt es positive und negative Effekte. Letztere sind nur zu vermeiden, wenn man gar nichts mehr tut – auch nicht mehr lebt. Aber das ist mir – ehrlich gesagt – zu endzeitlich gedacht.

  12. Irgendwie bekomme ich Lust demnächst mal ein paar Carnival ins Depot zu packen

    • Naa, Endzeitlich wollen wir nicht denken. Ich mache Ihnen im folgenden keinen Vorwurf, Herr Brichter. Aber- Ich denke gerade folgendes:Mal angenommen es wäre so wie das heute im Handelsblatt ein ehemaliger Bundesbank Mitarbeiter, Andreas Dombret, geschrieben hat nämlich das die Banken zwangsläufig ein Problem bekommen wenn ihre Investments nicht nachhaltiger werden. Nämlich jenes das die Kunden diesen Unternehmen weg bleiben und in Folge diese Läden auch der Bank nur noch eine Last wären. Nicht zuletzt weil Kredite faul, Sicherheiten an Wert verlieren würden. Nun nehmen wir mal an die Leute würden wegen Corona schon vor dieser Erkenntnis immer weniger nachfragen.Eben im Fitness Club, wenig los. Man vermutet Corana. Da könnte doch die Idee entstehen das, bevor überhaupt die Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit beweisen müssten-ob sie es je könnten können wir nur raten- sie eben schon in dieser Situation in eine Lage kommen die ihnen diese Entwicklung gar nicht mehr ermöglicht.
      Ob das jetzt schön ist oder nicht, Fakt ist aber das die meisten Unternehmen bis eben noch fleißig Kredite aufgenommen haben und ganz sicher nicht nur Zombiläden die sich schon länger nicht mehr rechnen.
      Insofern sehe ich da schon eine Gefahr die, wir wollen es nicht hoffen, ganz handfest daher kommen kann und sicher auch jene trifft die ständig für Unternehmen und Investitionen da hinein werben. Mit dem Argument es gäbe ja keine Alternative. Doch, eben in das investieren was Erfolg hat, nicht erst dies widerwillig probiert eben weil sonst…Wer käme da denn infrage? Und warum braucht es die Notenbanken als Stabilisator in diesem Prozess, also über 5 Ecken den Steuerzahler und ! Privatleute wenn das so sicher wäre???
      Es werden mir heute schlicht nicht ehrlich die Risiken und Optionen genannt die möglich sind besonders dann wenn schon seit langem die Notenbanken die Stabilitäten stellen die der Markt sich selbst schon lange nicht mehr gibt.
      Es wäre an der Zeit Tacheles zu sprechen.
      Auch wenn es dem eigenen Geschäft nicht unbedingt sofort zuträglich wäre.
      Es ist kein Vorwurf an Sie, Herr Brichter. Eher an die gesamte Branche. Es ist und wird zu offensichtlich.
      Ist doch ne interessante Perspektive, oder ?

      • Sie schreiben:

        „Und warum braucht es die Notenbanken als Stabilisator in diesem Prozess, also über 5 Ecken den Steuerzahler und ! Privatleute wenn das so sicher wäre???“

        Genau deshalb, weil unser Geldsystem nicht nachhaltig ist, wie ich bereits schrieb. Es befindet sich inzwischen im fortgeschrittenen Alter und kann nur mit Unterstützung der Notenbanken weiterleben.

        • Kurz und knackige Antwort. Danke.

          • Dann wollen wir mal hoffen das die wohl absehbare Selbstdemontage der Menschen, überzeugt sie ihr eigenes Handeln nicht mehr, ein neues Geldsystem auffangen kann.
            Spaß.
            Aber es bedarf doch etwas mehr als ein neues Geldsystem würde ich denken.

  13. Wie kommen Sie zu dem Ergebnis? Unter der Annahme, dass die Inkubationszeit 10-14 Tage betrifft, dürfte das wahre Ausmaß erst in einer Woche erkennbar werden. Europa ist nicht China, die – sofern die Zahlen stimmen – durch konsequente Isolation langsam Herr der Lage werden. In Europa werden wir das auf diesem Wege nicht werden. Man hat versucht in Hoffnung auf Chinas Quarantänemaßnahmen die Ausbreitung so zu verlangsamen, um erstens den Coronavirus von der normalen Grippe zu entkoppelt und zweitens einen Impfstoff entwickelt zu haben. Das ist schief gegangen. Man sollte nicht ausser Acht lassen, dass niemand immun ist, jede infizierte Oberfläche bis zu 9 Tage infektiös ist. Die Mär vom Händewaschen kann man in die Tonne treten. Beobachtet Euch selber. Wie oft greift man sich unbeabsichtigt ans Auge, die Nase oder den Mund, wenn man draußen unterwegs ist und man vorher Kontakt mit potentiell kontaminiert Oberflächen hatte?! Ich habe mich selbst beobachtet… Es passiert mir regelmäßig… Und ich kann mir nicht im 5 Minutentakt die Hände waschen. Ärzte, Pfleger, Verwaltung sie alle werden selbst erkranken. Es wird kein Weltuntergang und wir werden nicht alle sterben. Im Gegenteil, so sarkastisch es klingen mag, nach einer solchen Grippe sind unsere Systeme wieder „gesünder“ und dann kaufe auch ich wieder Aktien, aber derzeit kann einfach niemand prognostizieren, wie stark die Auswirkungen sein werden. Ich sehe wie Herr Brichta um den 09.03 ein realistisches Zieldatum. Bis dahin oder neuen Entwicklungen ist cash king.
    Nach 25 Jahren Aktien Handel, ist das der erste Crash, den ich von der Seitenlinie betrachten kann. Auch mal eine schöne Erfahrung

    • Hallo Thomas,

      wenn Du mich meinst mit „wie kommen Sie zu dem Ergebnis?“:

      Meine Glaskugel enthält weder das Corona-Virus noch sonst einen Faktor aus dem alltäglichen Nachrichtenrauschen. Börse besteht zu 80-90 Prozent aus Psychologie. Das ist es, was meine Glaskugel enthält. 😂

      • Nein, ich bezog mich auf Christian Z. .

        • Gut, das wir das geklärt haben 🙂

    • Noch ein Tipp, lieber Thomas: Um solche Rück-Fragen zu vermeiden, klicke am besten immer auf „Beantworten“ direkt in dem Kommentar, auf den Du antworten möchtest. Dann sieht man sofort, auf wen Du antwortest. Diesmal hast Du offensichtlich einen neuen Kommentar generiert und keine Antwort auf einen vorhandenen Post.

      • Danke 😉

    • Hallo Herr Schilling,
      wie ich in meinem Beitrag geschrieben habe werden wir erst in 2-3 Wochen die tatsächlichen Auswirkungen sehen.

      Wenn das Ergebnis dann positiv ausfällt werden m.E. die Märkte wieder steigen.
      Wenn das Ergebnis dann negativ ausfällt werden m.E. die Notenbanken/Staaten mit geldpoltitischen/fiskalpolitischen Maßnahmen eingreifen und die Märkte ebenfalls steigen.

      Meine Frage war in diesem Zusammenhang, ob nun schon die Zeit gekommen ist, Aktien günstig einzusammeln.

      • Die Frage, wann man Aktien günstig einsammelt, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich plädiere generell dafür abzuwarten, bis sich die allgemeine Marktlage beruhigt. Dann trifft man zwar nicht den Tiefstkurs, aber den trifft man auch nicht, wenn man ins fallende Messer greift. Lieber auf dem Weg nach oben einsteigen als auf dem Weg nach unten.

  14. Ach, die schönen Gewinne schmilzen dahin wie Butter in der Sonne. Es fällt gegenwärtig sogar das Gold. Was soll aus uns armen Aktionären nur werden?

    Nun, ich habe schon zweimal in meinem Leben an der Börse eine schöne Segelyacht verloren und bin noch immer wieder reich belohnt worden.

  15. Psychologie negativ…Panikmodus…kaufe nach u. nach zu. Bin meistens zu früh.

  16. „Raimund Brichta: Für den langfristigen Anleger ist das aber eine gute Nachricht. Schließlich ergeben sich nach solchen Paniken in der Regel günstige Kaufkurse.“

    Da braucht der langfristige Anleger aber auch etwas Cash und Mut 😉

    Ich bin mit Trailing-Stops (ca. 6-8 %) Abstand, in der jetzigen Phase ganz gut gefahren. Um Cash für den baldigen Wiedereinstieg aufzubauen.

    • Generell können Stopps tatsächlich nützlich sein. Auch der Wahre-Werte-Fonds nutzt sie ja. Das Ganze ist aber recht aufwendig und damit eher für eingefleischte Börsenfans geeignet. Allen anderen Langfristanlegern empfehle ich, Schwächephasen 1 zu 1 mitzumachen oder – wer das nicht will – Fonds zu suchen, die mit Stopps arbeiten.

  17. Hi Raimund – hast du vielleicht ein paar Hintergrundinfos zu den von dir erwähnten Kursschwankungen um die Verfallstage? Warum kommt es bei reinen Abwicklungen zu den Zugewinnen?

    • Tendenziell geht es dabei um Folgendes: Wenn jemand am Terminmarkt wetten (oder sich absichern) will, braucht er dafür einen Gegenpart, zum Beispiel einen Marktmacher. Dieser muss die Gegenposition zur Wette eingehen. Da die Marktmacher aber in der Regel nicht selbst ins Risiko gehen wollen (sie verdienen an den Gebühren und Spreads) sichern sie sich ihrerseits über Gegengeschäfte ab.

      Werden die ursprünglichen Wetten nun abgerechnet, dann treffen unzählige Orders unlimittiert auf den Markt, um die entsprechenden Positionen zu schließen. Für den Marktmacher entsteht dadurch kein Risiko, weil er ja beide Seiten gleichzeitig abwickelt. Früher hat dies oft zu heftigen und „unerklärlichen“ Kursbewegungen an den Verfalltagen selbst geführt. Daher stammt der Name „Hexensabbat“.

      Inzwischen sind die Marktteilnehmer besser darauf eingestellt, so dass sich dies geglättet und auch nach vorne verlagert hat. Dazu kommt die Tendenz, dass sich Kurse im Vorfeld der Verfalltage in Richtung der Basispreise bewegen, zu denen die meisten Kontrakte offen sind.

  18. Ach ja, auch das ist noch erwähnenswert: Der gute alte Charles Dow scheint wieder einmal recht zu behalten. Seine Regel, nach der ein Rekordhoch des Dow-Jones-Index von einem ebensolchen des Dow-Transportindex bestätigt werden muss, um nachhaltig zu sein, hat offenbar immer noch seine Gültigkeit – trotz einiger zweifelnder Kommentare hier im Blog.

    • Okay, ein Punkt für Sie.

      Es könnte aber auch sein, dass der Transportindex als Indikator ebenso taugt wie die Rocklänge der Frauen in NYC.

      • Die Rocklänge der Frauen in NYC beobachte ich nicht. Folglich kann ich nicht sagen, ob diese als Indikator taugt. Ich kann aber sagen, dass der Dow-Indikator in diesem Falle getaugt hat. Es ist also ganz simpel.

  19. Extrem Fear: Na, dann suche ich mal nach meinen Eiern *holt die Lupe raus * und kaufe mal ein. Hoffentlich bin ich nicht der absolute Kontraindikator

  20. Hallo Raimund, Dein Kommentar v. heute bei ntv „keine Panik“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Insbesondere Dein Hinweis, daß zu einer vernünftigen Vermögensbildung ausser Aktien auch andere Anlageklasse (Festverzinsliches, Gold usw.) gehören. Tatsächlich steigen z.B. Festverzinsliche bei Rückgängen am Aktienmarkt fast immer an und bewirken einen gewissen Ausgleich. Ein schwarzer Schwan kann jederzeit kommen, deshalb gehört m.E. auch eine eine gewisse Reserve an Liquidität (Bares) dazu.

    • Sollte ich tatsächlich von Festverzinslichen als Alternative zu Aktien gesprochen haben? Ich kann mich daran wirklich nicht erinnern. Wenn doch, dann kann es nur ein Versprecher gewesen sein. Leser unseres Buches und dieses Blogs wissen, dass ich grundsätzlich dazu rate, bei der langfristigen Anlage auf Geldvermögen weitestgehend zu verzichten. Denn dieses wird in einem irgendwann zu erwartenden Zusammenbruch des Geldsystems vernichtet werden.

      • Bricht aber nicht das “ Geldsystem „, das Spiegelbild dessen was wir so treiben am Tag, dann ein wenn eben die Mehrheit der Unternehmen und ihr “ Lauf“ eben so übel ist dass das Geldsystem, hier Regierungen, Notenbanken und nicht zuletzt Anleger auf der einen Seite Verursacher sind wie auf der anderen Seite eben Maßnahmen ergreifen um genau ihr Verhalten erträglich zu machen (wollen sich dann so jeweils selbst vor sich retten)
        Was für ein Geldsystem bräuchten wir denn wenn nicht eines was unser eigenes Verhalten widerspiegelt?
        Ich sehe da keine Möglichkeit verträglich !! beides zukünftig trennen zu können.
        Deswegen vertrete ich auch die Auffassung das Cash sehr gut ist.
        Die können drucken was sie wollen, in eine fallende Wirtschaft hinein bei zunehmend verängstigten Menschen fallen die Preise voraussichtlich schneller. Und das wahrscheinlich recht nachvollziehbar und mit guten Gründen.

  21. Oh sorry, tatsächlich ist der Artikel v. Axel Witte…Du bist i.R. der Veröffentlichung nur mit einem Kurzinterview ohne die zitierten Äußerungen vertreten. Mir gefällt beides. Naja, den Zusammenbruch erwartest Du ja frühestens gegen Ende des Jahrzehnts, da kann ich ja meine paar Anleihen weiterlaufen lassen.

  22. Äh eigenverantwortlich weiterlaufen lassen.

  23. Guten Abend Herr Brichta, Erobert der S&P die 200 Tages Linie wieder zurück oder sackt der Markt nochmals ab? Am Freitag Abend ist nachbörslich der S&P wieder in Richtung 3.000 gestiegen. Es gab wohl ein Kommentar der FED in Richtung Zinssenkung.

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