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Mal was Anderes

3. April 2019 - Raimund Brichta in Allgemein | 60 Kommentare


Zur Diskussion: Ein Satz über Greta Thunberg und die Fliegerei und seine Folgen. 

Heute erreicht mich folgende Zuschauer-Zuschrift:

Sehr geehrter Herr Brichta,

im Zusammenhang mit der Flugleidenschaft der Deutschen, die ja mehrheitlich weiterhin gerne fliegen möchten, erwähnten Sie heute früh auch Greta Thunberg, die ja konsequent auf das Fliegen verzichtet, stattdessen nur Bahn fährt, Mahnwachen für den Planeten Erde abhält und so mit gutem Beispiel vorangeht!
Nicht nur nach meinem Eindruck klang es so, als ob Sie sich über die bewundernswerte Klimaaktivistin lustig machen wollten. Ich sehe jedenfalls in Ihrer Wortwahl einen neuen Tiefpunkt der journalistischen Kultur. Damit haben Sie sich auch als seriöser, ernst zu nehmender Journalist ins Abseits manövriert.
Greta Thunberg und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sprechen viel vernünftiger als jeder Politiker. Sie prangern Europa- und weltweit zu Recht die eklatanten Defizite der Regierungen in der Umwelt- und Klimapolitik an, gerade auch Deutschland, weil hierzulande bis heute nichts passiert – gemäß dem Motto: Es wird schon irgendwie weitergehen.
Die Schüler, Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen fordern vehement einen radikalen Kurswechsel in den ökologisch besonders konfliktträchtigen Ressorts Verkehr, Landwirtschaft, Energie, Raumordnung…usw., um ein Leben erhaltendes Klima, eine intakte Umwelt, sprich die Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu bewahren. Das wäre doch auch Ihre Aufgabe, Herr Brichta, nämlich jene der Journalisten! Aber wer Ihren Sender regelmäßig anschaut, wird bald feststellen, daß für Sie oberste Priorität hat, ob die Börsendaten, ob der DAX nach oben zeigt und das so genannte Wachstum die Erwartungen der Wirtschaftsstrategen erfüllt! Materielles Wachstum ist doch aber die Ursache des global stattfindenden Niedergangs der Biodiversität und des rasant vor sich gehenden Klimawandels!
Deshalb müssen allein die Interessen der Menschen – und nicht die der Wirtschaft – in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns gestellt werden. Das sollte sich n-tv einmal hinter die Ohren schreiben!

Freundliche Grüße,
Karl K.

MEINE ANTWORT:

Sehr geehrter Herr K.,

ich freue mich sehr über Ihre Kritik, weil sie zeigt, dass Sie mir auch zuhören. (Das mag Sie vielleicht verwundern. Aber dass Zuschauer auch zuhören, ist gar nicht so selbstverständlich.)

Inhaltlich zeigt mir Ihre Kritik jedoch eine – meiner Meinung nach – gefährliche Tendenz auf: Schon das bloße Erwähnen Gretas und ihrer Einstellung, ohne gleichzeitig zu sagen, dass man sie in ihrem Anliegen unterstützt, wird von Ihnen als „lustig machen“ und als „Tiefpunkt der journalistischen Kultur“ gebrandmarkt. 

Ich halte dies deshalb für eine gefährliche Tendenz, weil sie – gelinde gesagt – eine Unverhältnismäßigkeit aufzeigt. Schärfer formuliert, könnte ich sagen, dass ich Angst vor einer Gleichschaltung der öffentlichen und veröffentlichten Meinung habe. Man hat gefälligst Gretas Aktionen zu unterstützen und dies auch zu betonen, oder man manövriert sich „als seriöser, ernst zu nehmender Journalist ins Abseits“. 

Dabei habe ich Greta nicht einmal kritisiert, sondern nur ihre Totalablehnung der Fliegerei, die sie selbst einer breiten Öffentlichkeit bekannt macht, dem gegenläufigen Trend zu immer mehr (und immer komfortablerer) Fliegerei gegenübergestellt. 

Wörtlich habe ich gesagt: „Nun etwas für alle, die weiterhin gerne fliegen und nicht wie Greta Thunberg nur mit dem Zug fahren wollen.“

Bei der Anmoderation dieses Beitrags, der sich ausschließlich mit den zu erwartenden Neuerungen für Flugpassagiere beschäftigt hat (und zwar völlig unkritisch), hätte ich Greta überhaupt nicht erwähnen brauchen. Ich hätte einfach sagen können: Nun etwas für alle, die gerne fliegen. Punkt. Und niemandem wäre irgendwas aufgefallen, geschweige denn aufgestoßen. Das war mir aber zu unreflektiert. 

Mir war es vielmehr ein Bedürfnis, diesen offensichtlichen Gegensatz zumindest in der Anmoderation zu erwähnen. Und sei es nur, um den Zuschauern bewusst zu machen, dass es zum folgenden Beitrag auch eine ganz andere Sichtweise gibt. Mit der kleinen Bemerkung über Greta habe ich zudem deutlich gemacht, dass wir alle voller Widersprüche sind. Da wird heute Greta zugejubelt und morgen wird trotzdem in den Flieger gestiegen – und ab geht’s sonstwohin.

Durch Ihre Zeilen fühle ich mich sogar bestärkt darin, als kritischer Journalist auch in Zukunft weiter offen solche Gegensätze anzusprechen, ohne sich durch Meinungsmacher – egal aus welcher Richtung – einschüchtern zu lassen. Das ist mein Verständnis journalistischer Kultur.

Hochachtungsvoll
Raimund Brichta

60 Kommentare

  1. Das Thema mag zwar abseits des Üblichen in diesem Blog angesiedelt sein, die journalistische Freiheit ist allerdings ein so hohes Gut, dass ich sie ebenfalls als wahren Wert betrachte. Somit passt es richtig gut.

  2. 2 x ein dickes 👍Like – für das Schreiben des Zuschauers und deine Antwort. 👍

  3. Guter Dialog. Davon bräuchte es mehr! Danke fürs Teilen.

  4. Tja, da sind Sie wieder eine Erfahrung reicher, wenn nicht respektvoll mit einer Prophetin umgegangen wird. Selbst wenn der Weg in den Öko-Himmel nun nahezu unerreichbar für Sie ist, bleiben Sie bitte so, wie Sie sind 🙂

  5. Anbei die Rechnung und die Motivation zum Desaster:
    Jede Form von nachhaltigem und ökologisch verträglichem Wirtschaften wird in einer Zinsgeld-Ökonomie umso teurer, bzw. erfordert umso mehr staatliche Subventionen, die letztlich von der Mehrheit aller (noch) arbeitenden Zinsverlierer zusätzlich bezahlt werden müssen, je größer die Zinsumverteilung wird. Diese hat allein in Deutschland mit 550 Milliarden Euro pro Jahr (im Jahr 2007 laut Bundesbank), was im Durchschnitt einem Nettolohnverzicht von 1200 Euro monatlich für alle Zinsverlierer (38Mio.Haushalte) entspricht, mittlerweile eine Größenordnung erreicht, dass eigentlich über die Umwelt schon gar nicht mehr nachgedacht werden dürfte.
    In einer Zinsgeld-Ökonomie (kapitalistisch pervertierte Marktwirtschaft) unterliegen alle Sachkapitalien (von Fabriken über Eisenbahnschienen bis zu Altersheimen) einer Mindest-Kapitalverzinsung, die der Liquiditätsverzichtsprämie des Geldes (Urzins) plus Risikoprämie entspricht. Sie müssen daher – über ihre reine Wirtschaftlichkeit hinaus – sowohl „kurzfristig rentabel“ sein, als auch „strukturell knapp“ gehalten werden, damit sie überhaupt zu finanzieren sind. Umgekehrt werden in der Zukunft zu erwartende Schäden abgezinst, das heißt, der gegenwärtig kalkulierte Umweltschaden verringert sich exponentiell, je weiter er in die Zukunft verschoben werden kann. So entspricht ein z. B. durch Atommüll in 200 Jahren verursachter realer Umweltschaden von 100 Milliarden Euro heute einem „kalkulatorischen Schaden“ von weniger als 6 Millionen Euro; ein Betrag, den Energiekonzerne unter „Portokasse“ verbuchen.
    Jede „Regierung“, die diese einfachen Zusammenhänge nicht verstehen will und trotzdem versucht, mit primitiven planwirtschaftlichen Aktionen „etwas für die Umwelt zu tun“, muss zwangsläufig scheitern.
    Abgesehen davon, dass es nicht nur ökologisch bedenklich, sondern auch direkt menschenverachtend ist, Nahrungsmittel in industriellem Maßstab zu Alkohol zu verarbeiten und dann auf uneffektive Art und Weise zu verfeuern, macht sich die „hohe Politik“ damit nicht nur lächerlich, sondern kann mit allem was sie tut den endgültigen Zusammenbruch der Volkswirtschaft (Liquiditätsfalle) nur beschleunigen.
    Das einzig Vernünftige, was eine Regierung tun kann, ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so einzustellen, dass die Sachkapitalien keiner generellen Mindestverzinsung mehr unterliegen und zu erwartende Umweltschäden nicht mehr abgezinst werden. Alles Weitere regelt sich dann eigendynamisch durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte (Kapitel: Globale Soziale Marktwirtschaft):
    http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

  6. Gut geantwortet, Herr Brichta!

    • Lieber Raimund Brichta, Sie haben die richtige Einstellung, sich in Ihrer journalistischen Arbeit auch nicht von der weit verbreiteten öffentlichen Meinung leiten zu lassen. Aus diesem und auch anderen Gründen schätze ich Ihre Arbeit und hoffe, dass viele Jungredakteure von Ihnen lernen werden. Machen Sie bitte weiter so! Beste Grüße

  7. Wenn die Welt nicht nach dem Meteoriteneinschlag von ca. 65 Mio. Jahren nicht untergegangen ist, warum sollte sie jetzt untergehen mit 0,3 % CO2 Anteil in der Atmosphäre? Der ganze Klima Hype ist die neue Religion und da muss man Ablasszahlungen vornehmen um das Gewissen zu Beruhigen. Einer der gross mit kassiert ist der Vater der Greta Thunfisch oder was ähnliches!

    • Als Luft bezeichnet man das Gasgemisch der Erdatmosphäre. Trockene Luft besteht hauptsächlich aus den zwei Gasen Stickstoff (rund 78,08 Vol.-%) und Sauerstoff (rund 20,95 Vol.-%). Daneben gibt es noch die Komponenten Argon (0,93 Vol.-%), Kohlenstoffdioxid (0,04 Vol.-%) und andere Gase in Spuren.
      Feste und flüssige Teilchen, Aerosole genannt, sind ebenfalls Bestandteile von Luft. Wasser und Wasserdampf ist im Mittel zu 0,4 Vol.-% in der gesamten Erdatmosphäre enthalten. Diese Bestandteile werden separat aufgelistet.

      Dieser co2 hype ist völlig an den haaren herbei gezogen.

  8. Die Welt wird immer bekloppter!

  9. Deutschland 2019 , wenn es einem Land zu gut geht fängt es an sich abzuwirtschaften.Um beim Thema Aktien zu bleiben , ich meide schon lange deutsche Wertpapiere.

    • das WWD depot auch

    • mache ich auch so, bin fast nur in US Werten investiert. Damit hätte ich auch kein Problem, wenn der Euro kollabiert.

  10. Wenn ich das so lese, macht es einen nachdenklich. Denn irgendwie haben alle recht. Jeder einzelne sollte sich Gedanken machen in wie weit das eigene Handeln Zukunft hat oder ob man das ein oder andere ändern sollte. Angst ist und bleibt ein falscher Ratgeber. Danke für die Veröffentlichung

  11. top, Herr Brichta….der Zuschauer fordert eine neutrale Berichterstattung und meint aber eigentlich das Gegenteil…die Verhältnismäßigkeit und Effizienz von Maßnahmen und Forderungen zu hinterfragen gehört genau dazu zum Journalismus!

  12. Herr Brichta, Sie haben Ihre Schäfchen im Trockenen, genauso wie Ihre gleichaltrigen oder älteren Kollegen. Deshalb sind Sie tendenziell eher unabhängig und machen sich Sorgen, in welche Richtung die hiesige Gesellschaft abdriftet. Ähnliches kann ich bei Dirk Müller, Folker Hellmeyer oder Michael Mross beobachten. Peter Scholl-Latour oder Helmut Schmidt haben Klartext geredet, der Vorteil des Alters.

    Die jungen Journalisten hingegen befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis, denn sie müssen Geld verdienen. Man schaue einfach mal in die jugendlichen Journalistengesichter bei n-tv. Ein Querdenker verliert seinen Job und ist in der Branche verbrannt.

    Merkel verteidigt weltweit die „freie Presse“. Und bekommt hierfür top Umfragewerte.

    • Na ja, das mit den „Schäfchen im Trockenen“ würde ich so nicht unterschreiben. Das mit der zunehmenden Befreiung von äußeren Zwängen aber schon. Dies ist aber weniger einer finanziellen Unabhängigkeit zu verdanken, sondern mehr einer mentalen. Diese wiederum wird gespeist durch die zunehmenden Erfahrung.

  13. Danke Herr Brichta!
    So schön habe ich mich schon seit einigen Tagen nicht mehr amüsiert. Und ich schätze Ihren Stil ernste Hintergründe immer – oder meistens – mit einer wohldosierten Priese Humor zu versehen.
    Ich finde Greta Thunbergs Anliegen sehr ehrenwert und bin mit vielen ihrer Ziele einverstanden – nur die Radikalität ist meiner Meinung nach etwas übertrieben. Aber manchmal braucht man auch Aufrüttler um langfristig etwas zu erreichen. Und man sollte nie den Humor vergessen – sonst wird’s verbissen und ungesund…

    Ihnen und allen Lesern ein schönes Wochenende!

    • Mir geht es bei Greta ähnlich wie Ihnen. Allerdings stört mich weniger ihre „Radikalität“, schließlich waren auch wir als Jugendliche radikaler als heute. Mich stört mehr die Moralapostelin in ihr.

      Aufrütteln ist gut, keine Frage.

      Wenn ich gleichzeitig aber meine Erfahrung ins Spiel bringen darf, würde ich – vollkommen wertfrei – prognostizieren, dass in zwanzig Jahren der Flugverkehr im Vergleich zu heute weiter zugenommen haben wird. Diese Entwicklung hält auch eine Greta nicht auf. Darüber mag man sich aufregen oder nicht, ändern kann man es kaum.

      Eine Greta gab es übrigens schon einmal vor einem Vierteljahrhundert. Sie hieß Severn Suzuki und war nur deshalb nicht ganz so populär wie Greta, weil es damals noch kein Instagram gab. Mehr zu Severn:

      https://youtu.be/s5-NOFPKNeM

  14. Was mich beunruhigt ist dieses Schwarz-Weiss-Denken.Man ist entweder Öko oder Nazi oder Fundamentalist…..Und jeder beharrt darauf recht zu haben.Eine Diskussion um einen Konsens zu erreichen wird unmöglich.Und der ist unerlässlich für ein Zusammenleben.Man sollte sich mehr um gemeinsamen Dialog kümmern, den sonst wird sich der Mensch auch ohne Klimawandel auslöschen.

  15. Es ging mir keineswegs darum, Ihnen als Journalist irgend etwas unterzujubeln. Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren,- und das war Ihrer Äußerung zu entnehmen -, daß man das klimapolitische Engagement einer Einzelkämpferin bzw. ihren konsequenten Verzicht auf das Fliegen nicht zu ernst nehmen muß! Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg wurde denn auch wie eine Abtrünnige dargestellt, die sich von der normalen Mehrheitsmeinung („alle, die weiterhin gerne fliegen wollen“) deutlich (und sehr positiv!) unterscheidet. Ihrem vorbildlichen Engagement für eine ökologische Wende in der Verkehrs-, Landwirtschafts-, Energie- und Naturschutzpolitik gebührt hoher Respekt! Ich bin der Ansicht, wenn schon der Name G. Thunberg genannt wird, sollte auch darauf hingewiesen werden, daß es längstkein erstrebenswertes Ziel mehr sein kann, unverändert weiter auf das Flugzeug als Massenverkehrsträger zu setzen, sondern daß der Bahn als umweltfreundlichstes Transport- und Massenverkehrsmittel die Zukunft gehört! Um in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion Anstöße für ein ökologiebewußtes bzw. klimaverträgliches Verhalten zu geben, bedarf es manchmal oder sogar öfter(1) solcher kritischer Einlassungen!
    Im übrigen bin ich mit meiner Familie nur ein einziges Mal geflogen – und zwar vor genau 31 Jahren über das Reisebüro. Wir fuhren damals per Bus durch den Westen der USA und besichtigten mehrere Nationalparks. Ein halbes Jahr später trennten wir uns dann hier zu Hause von unserem Kfz und kamen 22 Jahre ohne das eigene Auto aus! Aber leider hat es die Politik in mehr als 20 Jahren nicht geschafft, für einen ordentlichen, reibungslos funktionierenden und bezahlbaren ÖPNV zu sorgen, von den haarsträubenden Zuständen bei der Deutschen Bahn ganz zu schweigen! Da wir auf dem Lande leben, haben wir uns vor 6 Jahren einen Erdgas betriebenen „VW up eco“ gekauft. Und jetzt müssen wir darum bangen, ob die einzige, im Umkreis von ca. 35 km existierende Erdgas-Tankstelle auf Dauer erhalten bleibt!
    Andere europäische Staaten sind uns in dieser (und anderer) Beziehung meilenweit voraus!

    • Sie unterstellen etwas semantisch, das so nicht gerechtfertigt ist:

      Meine Formulierung „nun etwas für alle, die weiterhin gerne fliegen … “, ist nicht gleichbedeutend damit, dass „alle“ gerne fliegen und nur die Greta nicht. Es steht hier vielmehr für „diejenigen, die …“ oder für „alle diejenigen, die gerne fliegen“. Ich weiß zwar, dass man in meinem Job leicht missverstanden werden kann, bin mir in diesem Fall aber relativ sicher, dass das Gemeinte hier klar herauskommt. Andernfalls hätte ich gesagt: Alle wollen (oder die Mehrheit will) gerne fliegen, nur die Greta (oder nur eine Minderheit) will es nicht.

      Mir drängt sich jedoch immer mehr der Eindruck auf – und diese Kritik möchte ich Ihnen gerne zurückspiegeln -, dass Sie mich eventuell missverstehenden wollten. Kann das sein?

  16. Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts mehr schreiben, aber ich kann nicht anders.
    Ich möchte etwas zu diesen Schülern schreiben. Sie schwänzen Freitags die Schule, machen eine Demo und gehen danach zu Mc Donald’s und hauen rein. Das ist genauso, als würde man gegen Zeitumstellung rebellieren und zu einem Polizisten sagen, aber Du musst machen. Ja, wir wollen mehr Umweltschutz, aber Fliegen steigt. Das passt nicht.

    Man müsste es anders formulieren. In unserer Dekadenz wollen wir den perfekten Zustand ohne auf etwas verzichten zu müssen. Klappt nie. Aber wir haben schon lange den Level verlassen, wo wir das noch realisieren können. Das Perverse an sich ist, unser Hauptziel ist Konsum. Dafür nehmen wir sogar Kinderarbeit in Kauf. Hauptsache, es ist billig. Wir wollen viele Sachen nicht, verlangen es aber von anderen: Wir verlangen durch unseren Konsum Kinderarbeit, Rund um die Uhr arbeiten (wobei wir eine Stunde Zeitumstellung für kaum zumutbar halten ( was für eine perverse Sicht)) und wir fordern durch unser Tun Umweltzerstörung.
    Auch hier gilt eine alte Weisheit. Es zählt nicht, was wir sagen. Es zählt, was wir tun. Und darum verachte ich jeden Schüler, der Freitags die Schule schwänzt, gegen Umweltzerstörung demonstriert und danach zu Mc Donald’s geht. Ich will nicht wissen, was er sagt, sondern was er tut. Wir sind allerdings alle so. Wir wollen eine sauber Welt, aber im Flugzeug. Was wir sagen, sollte man eigentlich immer gleich löschen. Man sollte nur darüber berichten, was wir tun. Und ich denke, dass ist das Hauptproblem. Wir achten viel zu viel darauf, was wir sagen und ignorieren, was wir tun.

    Man sollte den Menschen anders sehen und absolut ignorieren, was er sagt.

  17. Ich kann dem Verfasser des Schreibens nur beipflichten. Verfehlung der Umweltziele? Kein Problem, wir passen einfach die Ziele an. 2010, dann 2020 usw. usw. Ein ordentliche Diskussion darüber? Fehlanzeige. Traurig genug, dass uns unsere Kinder zeigen müssen, wie es geht. Und zugleich ein kleiner Schimmer Hoffnung

  18. Sehr gut geantwortet, Raimund Brichta . …darüberhinaus stehe ich erstens voll hinter dem, was Greta Thunberg macht und habe mich riesig über ihre „Goldene Kamera“ gefreut…und bin zweitens dankbar für die ausführliche Börsenberichterstattung auf n-tv. Nachdem Bloomberg Deutschland weggefallen war, gab es – und gibt es immer noch – nur sehr wenige TV-Sender mit diesem Schwerpunkt.

    • Das schreibt Roland Tichy dazu:

      „Die Domina der Klimarettung

      Bei der Verleihung der Goldenen Kamera ist Greta Thunberg am vergangenen Samstag so aufgetreten, wie es die Regie vorsah. Angetan mit dem weißen Kleid der Unschuld, das glatte Haar züchtig gescheitelt, hat sie sich mit großen Augen als das pubertierende Weltgewissen erregt. Kleines Kino ganz groß für die versammelten Fernseh-Mimen. Die Stars der Talkshows und Vorabendserien wussten die Leistung zu schätzen. Zum Schluss dankten sie der jungen Kollegin mit Standing Ovations.
      Gretas fanatische Diktion, der Aufschrei des besorgten Kindes, zusammengereimt aus Gemeinplätzen über den drohenden Weltuntergang, rührte zu Tränen. Was uns da als Höhepunkte der Samstagsabendunterhaltung zugemutet wurde, war zum Steinerweichen gruselig. Allein, das Publikum im Saal schien es nicht bemerken zu wollen. Weil ihm die Show über alles ging, nahm es jeden Unsinn für bare Münze.
      Ernste Mienen, wohin die Kameras schwenkten, als sich die Halbwüchsige mit dem Bewusstsein einer erwählten Kassandra zu der Behauptung verstieg, wir seien bloß noch „elf Jahre entfernt vom Auslösen einer unbeherrschbaren Kettenreaktion“.
      Auf den Nervenkitzel verstand sich Greta Thunberg in ihrer Dankesrede wie eine Alte. Die Goldene Kamera fest in der Hand, warf sie den geladenen Promis vor, sich nicht für Umwelt- und Naturschutz einzusetzen, weil sie „dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, Strände und Yogaseminare zu besuchen“.
      Das Salz in der Suppe der Ergriffenheit
      Die moralische Züchtigung war das Salz, das in die Suppe jeden Kitsches gehört. Es sorgte für die persönliche Ergriffenheit des Zuschauers. Ob sich die Verehrte dessen bewusst war, wissen wir nicht. Wahrscheinlicher scheint, dass sie schlichtweg so auftrat, wie es ihren von Natur aus gegebenen Fähigkeiten entspricht, der einseitigen Fixierung als Folge des Asperger-Syndroms, einer Form des Autismus.
      Bei der Heiligen Johanna von Orleans soll es sich seinerzeit ebenso verhalten haben. Die Hybris, zu der die Betroffenen neigen, resultiert aus einer Entwicklungsstörung. Das ist ihnen so wenig vorzuhalten, wie es sich zu einer besonderen Befähigung umdeuten lässt.
      Wenn Greta Thunberg so behindert ist, wie sie, ihr Pressesprecher und die Familie sagen, dann trägt sie erstens keine Schuld an ihrer Selbstüberschätzung. Und zweitens gibt es keinen Grund, ihren Phantasien besonderen Glauben zu schenken. Alles, was sie als bedrohlich verkündet, ist längst bekannt oder haltlos übertrieben. Darüber ließe sich der Mantel des Schweigens decken, wäre sie nicht von einer gelangweilten, sich selbst überdrüssigen Gesellschaft zur Domina der Klimarettung hochgejubelt worden.
      Missbrauch bleibt Missbrauch
      Darin besteht der eigentliche und einzige Skandal um Greta Thunberg. Ihren Missbrauch muss sich vorhalten lassen, wer sie auf die Bühne schickt, in Davos oder in Berlin. Man führt keine Menschen vor, die in irgendeiner Weise eingeschränkt sind, körperlich oder geistig. Diese Jahrmarktsvergnügungen früherer Zeiten haben wir hinter uns gelassen.
      Was sich das ZDF und die Funke-Mediengruppe am letzten Samstag geleistet haben, war Schmierentheater auf dem niedrigsten Niveau, unanständig, ganz einfach unanständig.“

      • Ja, wenn Erwachsene sich der Verantwortung entziehen wollen oder sich derer nicht bewusst sein wollen, kritisieren sie Kinder wie Erwachsene. Das ist schon irgendwie krank, ein Kind als Domina zu empfinden. Als ob Erwachsene nichts besseres zu tun hätten, als Fehler in anderer Leute Aussehen und Persönlichkeit finden zu wollen, statt sich mit zukunftsgerichteten Sachthemen mit Allgemeininteresse auseinander setzen zu wollen. Alles eine große Verschwörung gegen Erwachsene, statt allgemeines Interesse künftiger Generationen.
        Diese Erwachsenen-Generation scheint eher, die argumentlose Gossip Generation in der Masse (Mehrheit/ Breite) zu sein.
        Diese Kritik ist daher sachlich und hinsichtlich eines Kindes vollkommen unangemessen – es geht schließlich um deren Zukunft, nicht um ihre.
        Ihr Beitrag ist peinlich.

        • Maricla Kandzorra, ihre Argumentation geht völlig am Thema vorbei, setzen 6

          • Genau das habe ich Ihnen gerade geschrieben. Das Wiederholen meines Hinweises macht es nicht besser.

            Hat eher etwas von Kindergartendiskussion: er war es – nein sie war es usw.

  19. M.E. Herr Brichta könnte durch die enge zeitlichen Abfolge Ihrer Äußerungen bei sehr überzeugten Umweltschützern der subektive Eindruck entstanden sein, Sie wollten das Auftreten v. Greta ironisieren. Andererseits halte ich die Kritik v. Herrn Knoppik “ neuen Tiefpunkt jouernalistischer Kultur“ für völlig überzogen. In der Sache selbst wäre ich dankbar, wenn mir mal jemand erklären könnte warum die v.Menschen verursachten Klimaschwankungen so viel gewichtiger als die ohnehin gravierenden natürlichen Klimaschwankungen sein sollen. Bin auf dem Gebiet ziemlicher Laie. Aber kürzlich erklärte ein Experte im TV, daß z. B. das viel beklagte Gletschersterben im Gesamtzusammenhang der Erdgeschichte beurteilt werden muss. Das Vorhandensein von Gletschern wäre in der Erdgeschichte eine ziemliche Ausnahmesituation.Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin für Umweltschutz.Die viele Plastik nervt mich völlig. Aber nochmal abschließend, die Pressefreiheit muss wie die Umwelt absolut geschützt werden. Die Frage ist wie?

    • Was meinen Sie mit „enger zeitlicher Abfolge“ meiner Äußerungen, lieber Herr Czeck? Es handelte sich um einen einzigen Satz in einer Anmoderation. Im Idealfall dauert eine solche Anmod. 15-20 Sek. Mit dem Satz „Nun etwas für alle, die weiterhin gerne fliegen und nicht wie Greta Thunberg nur mit dem Zug fahren wollen.“ habe ich genau das auf den Punkt gebracht, was ich sagen wollte.

      Im Umkehrschluss lässt dieser Satz im Übrigen auch die genau gegenteilige Interpretation zu. Bei überzeugten Gerne-Fliegern könnte nämlich der subektive Eindruck entstanden sein, ich wollte ihr Verhalten ironisieren. Nach dem Motto: Habt ihr flugfreudigen Dumpfbacken euch darüber überhaupt schon mal Gedanken gemacht? Während ihr euch noch an sprachgesteuerten Klositzen in Fliegern delektiert und euch über den Wolken mit noch mehr stumpfsinnigen Unterhaltungsprogrammen zudröhnen lassen wollt (das waren die Inhalte des Films), gibt es andere, die sich schon über das wirklich Wichtige Gedanken machen und die danach handeln.

      Solange meine Formulierung also zulässt, dass beide Seiten den subjektiven Eindruck bekommen, ich wollte ihr Verhalten ironisieren, bin ich sehr zufrieden. Vielleicht war das sogar meine Absicht?

  20. Das Besondere an ihr oder Neuartige dieser Bewegung ist nicht bloß deren Alter geschuldet, sondern der Forderung sozialer Umweltgerechtigkeit. Es geht also nicht bloß um ein verbessertes Verhalten aller zugunsten der Umwelt, sondern insbesondere um das Erzielen eines umweltgesunden nationalen und oder körperschaftlichen Egoismus bei der Nutzung und Verarbeitung von Rohstoffen. Und das ist auch das Fortschrittliche bzw. Innovative bzw. die besondere Reife, die diese Kinder-Bewegung ausmachen. Die Kinder denken quer und weit und erkennen die umweltschädlichen Ursachen in der assymmetrischen globalen Wohlstandsverteilung zugunsten weniger.
    Es geht also nicht bloß um die Fliegerei an sich, sondern um den Missbrauch dieses Komforts zulasten der Umwelt und damit insbesondere zulasten der ärmeren Bevölkerungsgruppen der Welt, die am stärksten unter den globalen Katastrophen zu leiden haben und im Ergebnis zulasten aller, weil bspw. der Flüchtlingsstrom mit den Wirkungen solch eines Missbrauchs nicht geringer wird, denn Folge sind die sog. Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge.
    Auf solche Schlussfolgerungen müssen Erwachsene erst mal kommen, die die einfachen Antworten bevorzugen.

    • Gestatten Sie, liebe Maricla Kandzorra, dass ich Ihnen in einem Punkt widerspreche: Gretas Bewegung ist gar nicht so neuartig. Eine Greta gab es schon einmal vor einem Vierteljahrhundert. Sie hieß Severn Suzuki und war nur deshalb nicht ganz so populär wie Greta, weil es damals noch kein Instagram gab. Mehr zu Severn hier:

      https://youtu.be/s5-NOFPKNeM

      Was mich gleichzeitig zur Einschätzung kommen lässt, dass in zwanzig Jahren der Flugverkehr im Vergleich zu heute weiter zugenommen haben wird. Diese Entwicklung hält eine Greta vermutlich genauso wenig auf wie eine Severn. Darüber mag man sich aufregen oder nicht, ändern kann man es kaum.

      • Naja, auf Instagram hätte ich Greta womöglich auch nicht entdeckt – das war dann doch eher ihre überzeugende Rede vor der UN, durch die sie mich gewinnen konnte.
        Wie mit so vielen Visionären gibt es manche, die einfach zu früh sind – Greta hat hingegen das richtige Timing, um Gehör zu finden – neben den technologischen Erneuerungen. Greta trifft den Nerv der Zeit und weist darauf hin – denn sie wird es wohl auch wie Sie sehen – dass der Flugverkehr zunimmt, dass wir daher entweder uns selbst begrenzen werden müssen oder eine neue Technologie den Ölverbrauch/ Verbrennungsmotor auch beim Fliegen auswechseln werden muss. Es geht bei Greta im Ergebnis um ethischen Konsum, der nicht nur uns ins Zentrum setzt, sondern die Welt als ganzes.
        Sie drückt es so aus: wenn wir unter den Gegebenheiten nichts ändern können an unserem Verhalten, dann sollten wir ggf das gesamte System ändern, das uns das falsche Verhalten vorgibt.
        Ich fliege gern, keine Frage – ich bin keine Fanatikerin – und Greta ist es auch nicht, aber sie will Vorbild und Konsistenz beweisen, zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, auch innerhalb unseres Systems Verhalten zu ändern.
        Ich finde das bei Teenies so bewundernswert! Ich habe so etwas allgemein-nützlich Visionäres und Entschlossenes bei Kids diesen Alters noch nie erlebt – allein das begeistert mich bereits an ihrer Bewegung. Ich kann dabei keinen Erwachsenen rational nachvollziehen, der sich diesbezüglich als Bremser aufspielt. Es sind die typischen Muster im Verhalten verbohrter älterer Generationen, die am meisten das Überholtwerden vor jeder Vernunft fürchten.
        Ich meine nicht Sie damit, aber was Sie tun ist vergleichbar, indem Sie die Behauptung erstellen, dass die Zunahme des Flugverkehrs Naturgesetz sei, „weil es schon immer so war.“
        Progress und Zukunft hat aber stets mit Änderung etwas zu tun, denn Zeit definiert allein nicht Zukunft. Zeit ist eine Fiktion. Zukunft definiert sich hingegen durch reale Umstände, die nicht voraussehbar sind. Wären sie es, wäre es keine Zukunft, weil wir die Umstände ansonsten bereits jetzt kennen würden. Dann müsste aber alles unverändert bleiben, und das, Herr Brichta, ist aber leider die Definition von Gegenwart und Stillstand.

        • Liebe Maricla Kandzorra, Sie schreiben:
          „Naja, auf Instagram hätte ich Greta womöglich auch nicht entdeckt – das war dann doch eher ihre überzeugende Rede vor der UN, durch die sie mich gewinnen konnte.“
          Aber ohne Instagram und Co wäre Greta mit ihrem Pappschild, das sie zunächst als Einzelkämpferin jeden Freitag hoch hielt, niemals so populär geworden. Darauf zielte meine Bemerkung ab.
          Des Weiteren halte ich die Ausweitung des Flugverkehrs nicht für ein Quasi-Naturgesetz, wie Sie unterstellen. Ich halte sie vielmehr für eine menschengemachte Entwicklung, die aufgrund einer Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse sehr hartnäckig ist. Meine „Weitsicht“, wenn Sie mir den Ausdruck gestatten, ist deshalb nicht vergleichbar mit einem „Aufspielen als Bremser“ oder mit dem Verhalten „verbohrter älterer Generationen, die am meisten das Überholtwerden vor jeder Vernunft fürchten.“ Ich schätze in dieser Hinsicht lediglich die künftige Entwicklung wertfrei und möglichst realistisch ein.
          Deshalb teile ich auch nicht ihre Einschätzung, dass Greta nun das richtige Timing hat, um Gehör zu finden, und dass es diesmal anders ist als früher und dass es früher einfach zu früh war.
          Dafür nur ein Beispiel: Anfang der 80er-Jahre waren die Massenproteste gegen den Bau der Starbahn West des Frankfurter Flughafens einer der wichtigsten Bezugspunkte der Umweltbewegung der 70er- und 80er-Jahre. Ja, Sie werden es kaum glauben, auch damals gab es solche Bewegungen schon. Und auch diese Bewegungen setzten sich kritisch mit der Ausweitung des Flugverkehrs auseinander. Auch wurden damals MINDESTENS so viele Menschen mobilisiert wie heute. Allein zu einer Anti-Startbahn-West-Demo in Wiesbaden kamen über 120.000 Menschen.
          Ich selbst war bei diversen Demos im Frankfurter Stadtwald rund um den Flughafen dabei. Doch auch damals schon hatte ich (leider) eine realistische Einschätzung von dem, was wahrscheinlich passieren wird. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich auf einer der Demos zu einem Freund sagte: “Vermutlich werden wir eines Tages genau an dieser Stelle selbst in einem Flugzeug sitzend über die Startbahn rasen.“ Was soll ich sagen? Genau so ist es passiert, zumindest was meine Person betrifft.
          Selbstverständlich kann auch ich nicht die Zukunft vorhersagen, aber ich kann eine – durchaus begründete und auf Erfahrungswerten basierende – Einschätzung abgeben. Nichts Anderes habe ich getan. Und nichts Anderes tun wir in unserem Leben täglich, denn wir alle sind in unterschiedlichen Bereichen stets darauf angewiesen, Annahmen über die Zukunft zu treffen. Selbstverständlich müssen diese Prognosen im Lauf der Zeit immer wieder mit der tatsächlichen Entwicklung abgeglichen und ggf. auch angepasst werden. Das gehört dazu, und das tue ich selbstverständlich. Im Falle meiner damaligen Prognose aus dem Frankfurter Stadtwald musste ich (leider?) keine Anpassung vornehmen. In anderen Fällen ist das nötig. Also schauen wir mal.
          Momentan habe ich zur Anpassung jedenfalls noch keine Veranlassung: Politiker mögen Greta freundlich die Hände schütteln, danach steigen sie aber wieder in ihre Flieger und heben ab. Und die Produktionsmaschinen bei Airbus, Boeing und Co laufen auf Hochtouren. Sie liefern monatlich zig neue Flieger aus. Klar werden einige alte Flugzeuge dafür eingemottet, aber der Saldo ist deutlich positiv (rein mathematisch). Und der positive Saldo ist auch weitaus größer, als er es damals in den achtziger Jahren war.
          Das alles hat natürlich auch nichts zu tun mit der Annahme von „Gegenwart und Stillstand“ und damit, dass alles vermeintlich unverändert bleibt. Ein Stillstand ist es schon deshalb nicht, weil eine weitere Zunahme des Flugverkehrs alles andere als ein Stillstand wäre. Was ich genau wie Sie zumindest hoffe, ist, dass der technische Fortschritt dafür sorgt, dass das Fliegen umweltfreundlicher wird.
          Herzlicher Gruß Raimund Bricha

          • Ich bezog mich auch eher ganz unpersönlich auf einen stereotypen Personenkreis, der typischerweise Visionen und visionäre Sichtweisen von vorneherein als unmöglich ablehnt, weil für diese Leute (noch) unvorstellbar.
            Ich habe mich nun eine Zeit lang mit Futurismus auseinander gesetzt, weil es eng mit dem mindset von Gründern von Startups verflochten ist. Dort sind solche Bigrifflichkeiten wie Innovation und Disruption keine Worthülsen, sondern gelebter Wettbewerb.
            Es geht ganz schnell, dass das Verschwinden ganzer Industriesparten denkbar wird, wenn man sich bewusst macht, dass man mit den vorliegenden Technologien heute alles herstellen kann.
            Es kan ganz schnell gehen, dass es die Flugindustrie in 10 Jahren – so wie wir sie heute kennen – nicht mehr geben wird.
            Wenn man das startuppen tatsächlich lebt, dann orientiert sich der Markt ausschließlich am Willen des Kunden und nicht umgekehrt. Es geht noch nicht mal mehr um die Nachfrage, denn solange das Produkt noch nicht existiert, weiß der Kunde noch gar nicht, dass er es will. Es geht damit um die Erforschung des wahren Willens. Im Beispiel der Flugindustrie wissen wir, dass der Kunde heute nicht mehr bloß von A nach B will, sondern es so umweltschonend wie möglich will, damit er es im Jahr so oft wie möglich wiederholen kann, ohne sich dabei Vorwürfen ausgesetzt zu fühlen. Das bedeutet für die Flugindustrie, dass sie sich innovieren muss, ansonsten kommt ein Disruptor und zerstört den Markt – das könnte sogar ein Billionär sein, der kein Bock mehr auf klassische Flugmaschinen hat.
            Deshalb ist das Abwinken von Greta zu einfach gedacht – sie kann sogar der Motor für eine innovative Entwicklung in dem Bereich sein.
            Ich finde sowas einfach fabelhaft, weil ein solches Umdenken im Sinne Gretas ein globales Allgemeininteresse befriedigen würde.
            Diese Möglichkeit des Krustenaufbrechens, was früher noch völlig undenkbar gewesen wäre (weil auch technologisch noch nicht umsetzbar), macht Zukunft erst zu dem, was es tatsächlich sein soll: unvoraussagbar.
            Insofern meinte ich auch den Hinweis, dass Greta einen Zeitgeist trifft, den es früher in dieser umsetzbaren Form noch nicht gab.

          • Genau Letzteres bezweifle ich, liebe Maricla Kandzorra. Ähnliche Arten von „Zeitgeist“ hat es früher schon gegeben und wird es künftig vermutlich des Öfteren wieder geben. Natürlich alles gemäß der These von Mark Twain “History doesn’t repeat itself but it often rhymes”. Es ist niemals genau gleich, aber es gibt deutliche Parallelen. Und tatsächlich bewirken solche Bewegungen auch etwas, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie sich das deren Initiatoren erhoffen. Die Umweltbewegung der 70er und 80er hat immerhin die Grünen hervorgebracht. Und die Umweltbewegung wiederum hatte durchaus Verbindungen zur 68er-Studentenbewegung. Alle haben sie ihre Spuren hinterlassen, und trotzdem fliegen wir zurzeit so viel wie nie. Aber selbstverständlich kann (und sollte) sich der Flugverkehr in Richtung größerer Umweltverträglichkeit weiterentwickeln, auch was die Lärmentwicklung anbelangt, die gerade im Rhein-Main-Gebiet zum Teil unerträgliche Ausmaße angenommen hat. Wenn man sich dann vor Augen führt, wie zahlenmäßig gering die Proteste dagegen im Vergleich zu den 70ern und 80ern sind, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass dies sogar eine Art Rückschritt im Vergleich zu früheren Zeitgeist-Bewegungen darstellt. Dabei sollten wir es jetzt bewenden lassen. Lassen Sie uns unseren Diskurs in zehn Jahren auf Wiedervorlage legen, um dann zu bewerten, wie sich die Sache weiterentwickelt hat. Ich bin gespannt, wie viele sich dann noch an den Namen Greta Thunberg erinnern.

            P.S. Gerade berichtet unser Reporter, dass heute allein vom Düsseldorfer Flughafen 80.000 (!) Urlauber abgeflogen sind.

          • Ich finde Urlauber gut – es geht um Innovation aufgrund Schadensvermeidung/ -begrenzung.
            Unsere Generation kann das machen. Es geht um Meinungsbildung, damit es auch tatsächlich gemacht wird.

          • Und was glauben Sie, wie viele von den 80.000 heute ein schlechtes Gewissen hatten? Ich fürchte die meisten von denen haben sich darüber nicht einmal Gedanken gemacht. Gedanken macht sich darüber hauptsächlich die Bildungselite.

          • Dann liegt es an der Bequemlichkeit der Meinungsbilder – politische und mediale. Offensichtlich sind diese Leute unter Narkose gesetzt, wenn sie noch nicht einmal ein schlechtes Gefühl haben.
            Das macht deren Verantwortung mithin nicht geringer.

            Wenn alle in Übereinkunft vom Balkon springen und sich dabei wichtig fühlen, heißt es ja nicht, dass das eine gute oder wichtige Aktivität ist.

          • Und genau diese „Narkose“ ist ein Sachverhalt, den Sie bei Ihren vorangegangenen Überlegungen nicht ausreichend berücksichtigt haben. Sie schreiben – positiv wertend – darüber, wie es Ihrer Meinung nach werden SOLLTE. Ich schreibe – ohne Wertung – darüber, wie es voraussichtlich WIRD. Und dabei beziehe ich selbstverständlich Faktoren wie die Narkotisierung der Massen ein.

        • @Maricla Kandzorra: „ihre überzeugende Rede vor der UN, durch die sie mich gewinnen konnte.
          Wie mit so vielen Visionären gibt es manche, die einfach zu früh sind – Greta hat hingegen das richtige Timing, um Gehör zu finden – neben den technologischen Erneuerungen. Greta trifft den Nerv der Zeit und weist darauf hin“

          Greta bekommt in den hiesigen Medien eine Plattform, die dieses Thema ausschlachten bis zum Sankt Nimmerleinstag. Ist sie in den chinesischen oder indischen Medien präsent, die 2,5 Mrd Menschen konsumieren (müssen)?

          Nach der Finanzkrise gab es die Occupy Wallstreet Bewegung. Diese wurde von den westlichen Medien DIFFAMIERT und verschwand deshalb in die Bedeutungslosigkeit.

          Klartext: Die Medien bestimmen, welches Thema auf die Tagesordnung gesetzt wird und welches nicht. Dabei bedienen diese sich gerne anhand von Kindern, um eine moralische Überlegenheit zu suggerieren. Das Konzept geht auf, denn eine Vielzahl von Menschen plappert diese „Argumente“ nach und fühlt sich im Recht…

          Warum demonstriert Greta also nicht gegen die Verarmung oder die horrenden Rüstungsausgaben? Warum nicht die Rüstungsausgaben in der NATO auf 1,5% des BIP beschränken und dafür 0,5% des BIP in Aufforstungsprogramme etc stecken?

          Übrigens: Das US-Fracking wurde unter Präsident Obama massiv forciert und ausgebaut, nicht erst unter Donald Trump. Was sagen Sie denn dazu?

          „Ich finde das bei Teenies so bewundernswert!“
          -> Schauen Sie mal in der Einkaufstüte was die jetzige Generation bei KIK, H&M etc. pp in Massen kauft. Und rechnen Sie mal den Ressourcenverbrauch in der Produktion nebst CO2-Ausstoß der Frachtschiffe aus…

  21. Uns gefällt ja Ihre ab und an aufblitzende und manchmal zur Schau gelangende höchstsubtil-süffisante Art des Journalismus. Weiter so. Mal schauen, wie Sie in Zukunft die völlig degenerierten und verblödeten militanten Vegies genüsslich ‚zerpflücken‘ werden. 👍👍👍

  22. Ich finde es großartig, dass sich jetzt auch mal Frauen an unseren Diskussionen beiteiligen!

    Ihr Kritiker tut Ihnen, Herr Brichta, unrecht. Von Ihren Beiträgen hier kennen wir Sie anders, als er sie darstellt.

    Greta Thunberg erinnert mich an meine Jugend, als wir friedensbewegt waren und das Nato-Hauptquartier in Heidelberg blockiert haben. Das war damals natürlich einseitig und unausgegoren. Dennoch war es politisch nötig und hat uns persönlich und auch die Republik weiter gebracht. Ich bin sehr froh, dass es wieder eine Jugend gibt, die politisch denkt und handelt. Damit wecken diese jungen Leute in mir die Zuversicht, dass es eine Zukunft gibt, die von den Klugen und Menschlichen mit gestaltet wird.

    Insgesamt zeigt mir die Diskussion hier, dass der positive Sinn der freien und sozialen Marktwirtschaft selbst unter den Diskussionsteilnehmern nicht klar ist. Neben dem vielen Wahren, was Adam Smith geschrieben hat, gibt es natürlich auch eine Weiterentwicklung. Das Naueste, was ich dazu gelesen habe ist: Michael Hüther u.a.: „Die erschöpfte Globalisierung“, 2018. Aber auch die großen Wirtschaftsbosse wie Joe Kaeser äußern sich manchmal dazu.

    Den Zynismus, der hier manchmal folgt, wenn ich so etwas schreibe, halte ich für unangebracht. Man muss sich differenziert mit diesen Dingen auseinandersetzen und erst einmal jedem unterstellen, dass er sich im besten Wissen und Gewissen äußert. Das gilt für Greta Thunberg, für Raimund Brichta und sogar für den Herren, der ihn kritisiert hat. Wer sich äußert, soll dann aber auch die Regeln des Anstands und der Vernunft beherzigen.

    • Zitat Aries Eeberg: „Ich bin sehr froh, dass es wieder eine Jugend gibt, die politisch denkt und handelt. Damit wecken diese jungen Leute in mir die Zuversicht, dass es eine Zukunft gibt, die von den Klugen und Menschlichen mit gestaltet wird.“

      n-tv vom 09.04.2019: „2,1 Millionen 20- bis 34-Jährige Zahl junger Menschen ohne Berufsausbildung auf Rekordhoch“
      https://www.n-tv.de/ticker/Zahl-junger-Menschen-ohne-Berufsausbildung-auf-Rekordhoch-article20956655.html

      Ohne qualifiziertes Personal wird Deutschland ganz automatisch CO2 einsparen, denn die Fabriken werden eben dort betrieben, wo es gutes und günstiges Personal gibt. Wozu also freitags in die Schule gehen?

  23. Unsere polnischen Nachbar setzen auf Kohle: https://www.mdr.de/heute-im-osten/projekte/kohle-polen-tschechien-klimagipfel-katowice104.html
    Was nun? Sanktionen? Möchte Herr Habeck und Frau Merkel dort mit Panzern einmarschieren?

    Das ganze Medienspektakel läuft nach einem bewährten Muster ab:
    Man setze ein Thema in die Welt und instrumentalisiere Kinder. Beispiele:

    1) Brutkastenlüge Irakkrieg 1991 („Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als Tatsache verbreitete Lüge bezeichnet, dass irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet hätten, indem sie diese aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Diese Behauptung wurde 1990 von Nayirah as-Sabah (auch Naijirah) im Kongress der Vereinigten Staaten kolportiert. Sie hatte Einfluss auf die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuwaits und wurde unter anderem vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush und von Menschenrechtsorganisationen vielfach zitiert. Erst nach der US-geführten militärischen Intervention zur Befreiung Kuwaits stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. “ Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge)

    2) C-Waffenangriff in Syrien. Es werden Kinde rgezeigt
    3) Toter syrischer Flüchtlingsjunge „Die davon veröffentlichten Film- und Fotoaufnahmen erregten im September 2015 weltweites Aufsehen im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa.“ (Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Kurdi)
    -> danach hat Merkel > 1,5 Mio Flüchtlinge aufgenommen

    Ich habe die Lösung aller Probleme: Rüstungsausgaben begrenzen, die NATO geht mit gutem Beispiel voran und deckelt die Ausgaben auf 1,25% jährlich.

    Warum demonstrieren die Kinder denn nicht für dieses Ziel? Würde jährlich hunderte Millarden Dollar sparen und könnte in Umweltschutz und freie Bildung investiert werden…

    • Alles richtig. Allerdings, wenn die Kinder gegen die Rüstung auf die Straßen gingen, was ein absolut berechtigtes Anliegen wäre, dann gäbe es ganz schnell Gegenwind, Verbote und Abmahnungen. Weder Frau Merkel, die Lehrer oder die meisten Politiker würden da über eine Unterstützung nachdenken, im Gegenteil.
      Als die 68er gegen Vietnamkrieg bzw, gegen Nachrüstung auf die Strasse gingen, gab es wenig Applaus und schon gar keine Ehrungen im Fernsehen (goldene Kamera).
      Wenn ein Atomkrieg, sei es „aus Versehen“ oder mit Absicht ausgelöst würde, dann würde sich das Klima in kürzester Zeit massivst verändern, dann aber zu 200% menschengemacht !

      • Vor dem Fall der UdSSR mussten die westlichen Medien entsprechende Kritik zulassen, denn sonst wäre die moralische Überlegenheit des „freien Westens“ gegenüber der Sowjetdiktatur nicht gegeben gewesen. Deshalb gab es damals auch entsprechend kritische Berichte in Massenmedien.

        Diese Zeiten sind vorbei.

  24. Ich finde es übel, wie dieses arme Mädchen aus Schweden von den linken Klimaideologen instrumentalisiert wird.Viel gefährlicher ist der Missbrauch des Klimawandels durch die rot-grünen Planwirtschafter. Sie wollen ihre marxistischen Leichen aus der Gruft holen und alles diktieren: von der Glühbirne über das Essen, die Fortbewegung und das Wohnen. Diese Leute wollen zurück ins Mittelalter, als nur Reiche und Könige herumreisen konntenEin Skandal ist, dass unsere Lehrer ihre Schüler an diese politisch ferngesteuerten Klimademonstrationen schleppen.

  25. Hallo lieber Raimund Brichta, auch ich kann Ihnen nur zustimmen. Sind wir alle gegen Umwelt-/Klimaschutz? Nein. Natürlich sind wir dafür, unsere Lebensgrundlage und unseren blauen Planeten zu erhalten. Aber mal ehrlich: So schlecht steht es bei uns in Deutschland um den Umweltschutz doch nun auch nicht. In den vergangenen Dekaden hat sich viel getan, und trotz aller Probleme gibt es keinen Grund zur Hysterie. Mehr noch: Es gibt auch noch andere Probleme in unserem Land und unsere Welt, seien es Staatsschulden, Altersarmut und und und … An der Kritik, dass immer weniger sachlich argumentiert und reflektiert wird, ist leider etwas dran. Ihr Roland Weis

  26. Herr Brichta, so kennen wir Sie. Immer anständig und höflich, auch gegen übergriffige Zuschauer, die mit ihrem zum Himmel schreienden Halbwissen oder gänzlichem Unwissen unsereinem permanent auf den Sack gehen indem sie uns unterstellen, wir würden die Lebensgrundlagen der künftigen Generationen zerstören, nur weil wir etwas CO2 produzieren, das Gas des Lebens!
    Ich hätte dem kleinen Hampelmann etwas anderes geantwortet. So in etwa im Stil des kleinen Akif:

    https://der-kleine-akif.de/…/so-entlarven-sie-den…/

    Vielleicht können Sie den Link ja noch als „Zuschauerreaktion auf die Zuschauerbeschwerde“ nachreichen.
    🙂

  27. Ja, wir haben gerade wieder verstärkten Druck aus der Ökoecke. Schön finde ich auch die Wendung vom „Klimaleugner“. Also der steht gleich neben dem Holocaustleugner. Herrlich! So werden Denkverbote aufgerichtet und Herrschaft im öffentlichen Raum ausgeübt. Daneben ploppte zuletzt das Thema Glyphosat und Mikroplastik auf. Wer die Diskussion etwas länger verfolgt, kennt die Mechanismen. Früher war es Waldsterben, saurer Regen, Brent Spar usw … Und irgendwie leben wir trotzdem noch.

  28. Sehr geehrter Herr Brichta,
    zunächst möchte ich Ihnen ausdrücklich dafür danken, daß Sie mir auf Ihrer Internetplattforum ein solches Forum geboten haben! Das Echo auf meine kritischen Bemerkungen fiel überwältigend aus. Die Wortbeiträge sämtlicher Diskussionsteilnehmer werde ich noch einmal in aller Ruhe aufmerksam lesen.
    Nein, Herr Brichta, es trifft ganz und gar nicht zu, daß ich Sie mißverstehen wollte! Wie käme ich dazu? Ich habe Sie nur beim Wort genommen, einfach deshalb, weil ich diese Angelegenheit sehr ernst nehme, und weil mir das Anliegen von Greta Thunberg und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern so viel bedeutet, handelt es sich bei meiner Person doch auch um einen Teil der Ökologiebewegung, und das schon seit 40 Jahren. Darauf bin ich stolz!
    Freundliche Grüße, Karl Josef Knoppik

    • Hallo Herr Knoppik,

      ohne das Ganze unnötig in die Länge ziehen zu wollen, muss ich SIE jetzt aber noch mal beim Wort nehmen. Sie schreiben, dass Sie mich nur beim Wort genommen hätten. Genau dies ist aber nicht der Fall, und dies war auch mein Hauptkritikpunkt an Ihrer Zuschrift.

      Mein Satz „Nun etwas für alle, die weiterhin gerne fliegen und nicht wie Greta Thunberg nur mit dem Zug fahren wollen.“ bedeutet beim Wort genommen nur, dass der folgende Beitrag etwas für diejenigen ist, die gerne fliegen und die NICHT Gretas Ideen folgen. Mehr bedeutet er beim Wort genommen nicht.

      Sie aber haben mehr gemacht, als mich beim Wort zu nehmen. Sie haben etwas hineininterpretiert, und zwar, dass ich mich damit über Greta lustig machen wollte. Das schreiben Sie ja auch: „Nicht nur nach meinem Eindruck klang es so, als ob Sie sich über die bewundernswerte Klimaaktivistin lustig machen wollten.“ Also NACH IHREM EINDRUCK klang es so (außerdem nach dem Eindruck mindestens einer weiteren, ungenannten Person.) Etwas klang nach Ihrem Eindruck so, als ob ich mich lustig machen wollte. Das ist nicht „beim Wort genommen“, das ist eine subjektive Interpretation.

      Aber damit sollten wir es jetzt bewenden lassen.

      Auch ich bin Ihnen jedenfalls dankbar für Ihre Zuschrift, weil Sie mir die Gelegenheit gab, die Dinge klarzustellen und hier im Forum mit anderen Nutzern darüber zu diskutieren.

  29. Es sind nicht wir hier im hochindustrialisierten Deutschland, die als erstes unter der Klimaerwärmung zu leiden haben werden. Es sind leider die, die am wenigsten dafür können, die Ärmsten.
    Unter Forschern, die sich mit dem Klima beschäftigen, herrscht längst Konsens darüber, dass die Klimaerwärmung anthropogen ist. Das ist keine Frage des Glaubens mehr.
    Die Jugend wacht langsam auf. Und das ist gut so. Ich hoffe, dass diese Bewegung noch kräftiger wird und viele Menschen zum Nachdenken bewegt. Wir haben nur einen Planeten.
    Greta Thunberg halte ich für eine Heldin.

  30. Raimund Brichta, weiter so! So – und eben nicht populistisch – sieht guter Journalismus aus!

  31. Ich finde, wir gehen jetzt mal Billigfleisch kaufen, machen uns ein paar tolle Steaks und dann demonstrieren wir für das Tierwohl.
    Wir wollen doch, dass es den Tieren gut geht, bis sie billigst auf unsere Teller wandern.

    Greta T. ist außerdem der Missbrauch einer Minderjährigen für politische Interessen. Würde Trump so etwas machen, wäre das Netz voll mit Buh Rufen. Warum eigentlich? Sollte bei Missbrauch der Grund nicht eigentlich egal sein? Seit wann gibt es legalen Missbrauch?

  32. Also bitte, ich habe die Sendung gesehen, Herr Brichta hat eine ganz normale Anmoderation gemacht und dabei Greta Thunberg nebenbei erwähnt. Man kann natürlich in alle Dinge/Sätze irgendetwas rein interpretieren, das ist aber nur lächerlich und peinlich!

  33. Die wirklich entscheidenden Schlagzeilen sind hier zu finden:

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Volkswagen-bekommt-IT-Hilfe-aus-China-article20970114.html

    „Während Autobauer anderswo händeringend nach IT-Fachleuten suchen, baut VW in China auf eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren in fünf Entwicklungszentren.“

    Und hierzulande wird „fridays for future“ zelebriert. Schweden hatte mal zwei fortschrittliche Automobilhersteller. Jetzt haben sie Greta. Und Volvo gehört nun den Chinesen…

    US-Präsident Trump hat das Dilemma erkannt. Er versucht die noch verbleibende US-Macht zu nutzen um den Chinesen einen Deal abzuringen. Senkt im eigenen Land die Steuern, damit Leistungsträger in den USA forschen und entwickeln. Kein „fridays for future“, sondern zukunftsträchtige Wirtschaftspolitik, damit der Kapitalstock und das Know-How im eigenen Land (!) angesiedelt sind.

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