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18 Kommentare

  1. Lieber Herr Brichta,

    als „Veteran“ der Telebörse, der auch Ihre Beiträge seit Jahren sehr zu schätzen zu weiß, bin ich über einen Kommentar von Ihnen erstaunt und irritiert.

    Sie vergleichen die Währungsunion mit einer Ehe, in der jeder für den anderen einstehen müsse.

    Da bei so unterschiedlichen Partnern wie den Ländern der Währungsunion abzusehen war, dass Haushaltsdisziplin und solide Wirtschaftspolitik nicht immer zu gewährleisten sind, wurde in den Maastrichter Verträgen festgelegt, dass gewisse Defizitkriterien einzuhalten sind, und ganz explizit gilt die Klausel, die die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedsstaaten für Verbindlichkeiten einzelner Mitgliedsstaaten ausschließt.

    Diese Prinzipien wurden schon mehrfach aufgeweicht, und so stehen z.B. mit dem ESM seit der Euro-/Griechenlandkrise Mechanismen zur Verfügung, um Schieflagen abzufangen. Darüber hinaus sind weitere Instrumente (z.B. EIB) vorhanden, und die EU-Kommission hat unabhängig von diesen Hilfen bereits Unterstützung für die Zahlung von Arbeitslosengeld in den besonders betroffenen Ländern Italien und Spanien und wohl auch Frankreich zugesagt.

    Derzeit wird gerne das Argument ins Feld geführt, dass diese durch Corona entstandene Situation eine völlig unvorhersehbare und nicht durch Misswirtschaft entstandene Krise sei. Leider ist dies nur die halbe Wahrheit, denn gerade in Italien wurden in den letzten Jahren deutliche Rentenerhöhungen beschlossen, die sich auf 32 % aller öffentlichen Ausgaben belaufen. Auch die Wiedereinführung der Frührente mit 62 hört sich für einen deutschen Arbeitnehmer verblüffend an, wurde doch unser Renteneintrittsalter auf 67 angehoben. Das dysfunktionale staatliche Gesundheitssystem in Italien ist mitverantwortlich für die dortigen erschreckenden Zustände. Hinzu kommt, dass die ärmeren Regionen Italiens durchaus hohe Summen als Unterstützung erhalten wie etwa Sizilien mit 9,3 Milliarden Euro, die aber zu einem großen Teil durch ineffiziente Verwaltung, Korruption oder Mafia versickern. Die Ausgabe von Corona-Bonds, die letztlich ja zum überwiegenden Teil vom deutschen Steuerzahler finanziert bzw. garantiert werden, verschleiert diese Zusammenhänge.

    Wichtig erscheint mir aber, noch einmal zu betonen, dass es sich nach meiner Einschätzung um einen klaren Rechtsverstoß gegen die abgeschlossenen Verträge handelt. Ich habe, wenn ich die letzten Jahrzehnte Revue passieren lasse, Zweifel, ob Krisensituationen nicht mit einer gewissen Regelmäßigkeit wiederkehren und immer wieder Anlaß für neue Hilfsgelder sind. Die jetzige Corona-Pandemie wird allerdings als besonders gravierend wahrgenommen, weil das hohe Gut Gesundheit betroffen ist.

    Als im Herbst 1973 die Ölkrise über uns hereinbrach, gab es nicht nur das Sonntags-Fahrverbot, denn mit dem Ende des Ölkriegs war auch das Wirtschaftswunder vorbei mit gravierenden Folgen nicht nur in Deutschland.

    Am Schwarzen Montag im Oktober 1987 gab es den ersten großen Börsencrash nach dem 2. Weltkrieg mit entsprechenden Auswirkungen auch auf die deutsche Wirtschaft.

    Die Wiedervereinigung Deutschlands, die mit der Grenzöffnung im November 1989 ihren Anfang nahm, war zwar eine friedliche Umwälzung und kein Katastrophenszenario. Die wirtschaftlichen Folgen, die Arbeit der Treuhand und die mühselige Restrukturierung der Wirtschaft in den neuen Bundesländern war aber jedoch ein Kraftakt ohnegleichen. Geschätzt über 2 Billionen DM wurden benötigt, und der Solidaritätszuschlag begleitet uns bis heute. Auch die Arbeit der Treuhand wird immer noch kritisch diskutiert

    Die Anschläge des 11. September 2001 hatten vordergründig zwar keinen sehr großen Effekt auf die amerikanische Wirtschaft, aber die massive Staatsverschuldung der USA wird mit als ursächlich für die große Rezession ab 2007 betrachtet. Die FAZ titelte: „Es wird nichts mehr so sein, wie es war“ – ähnliche Überschriften finden sich auch jetzt wieder.

    Im September 2008 wurde die Lehman-Bank insolvent, da die erhoffte staatliche Rettung ausblieb. Es folgte die Finanzkrise, die Börsen und Volkswirtschaften rund um den Globus in eine tiefe Krise stürzte („global meltdown“). Die Folgen der Krise waren viele Jahre spürbar.

    Ab dem Jahr 2008 wurde deutlich, dass die griechische Staatsverschuldung viel höher war als vermutet und zuvor mit Hilfe amerikanischer Banken auf 6 % heruntermanipuliert worden war. Im Rahmen dieser Krise kam es zur Bildung des EFSF, eines Vorläufers des ESM, der schon politisch umstritten war. Die Entwicklung war auch hier zumindest zum Teil durch Ineffizienz des Staatsapparates (Beispiel „Phantom-Rentner“) und eine überdurchschnittliche Schattenwirtschaft zurückzuführen. In Italien führte die Eurokrise zu diversen Regierungsumbildungen, die aber weder überbordenden Bürokratie noch ein neues Arbeitsrecht und Investitionen ins marode Bildungssystem bewirkten. Unschöne Begleiterscheinung war die Schuldzuweisung an Deutschland und der Vergleich von Schäuble mit Nazideutschland. Beim Einsturz der Morandi-Brücke in Genua 2018 waren wieder „die Deutschen“ mit ihrer Haushaltspolitik schnell als Mit-Schuldige ausgemacht.

    Mit der Einführung des Euro sollte ursprünglich auch eine Konvergenz der Wirtschaftsleistungen und der Staatsdefizite auf ein vertretbares Maß gedrückt werden. Zuvor hatte Mario Draghi in seiner berühmten Rede vom Juli 2012 betont: „whatever it takes“, um den Euro zu erhalten. In der folgenden Niedrigzinsphase hätte es für die „Südländer“ die Möglichkeit gegeben, die Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Verwaltung zu reformieren und zu modernisieren. Letztlich wurden die niedrigen Zinsen aber für erhöhte Schuldenaufnahme und Wahlgeschenke an die Bevölkerung genutzt,

    Zusammenfassend ist der Krisenmodus insgesamt häufiger, als es den meisten Bürgern vorkommt. Ganz unerwähnt geblieben sind andere Konflikte wie Syrien, Irak, das Atomabkommen mit Iran, die Hegemoniebestrebungen Chinas im Südchinesischen Meer oder auch die katastrophalen Auswirkungen der gegenwärtigen Krise auf viele afrikanische Länder, deren ohnehin spärliche Einnahmen wegbrechen und die zu unseren Empfehlungen des „social distancing“ gar nicht in der Lage sind. Auch hier wäre Hilfe nötig.

    Den Südländern sollten wir helfen, aus ihrer jetzigen Situation herauszufinden, sie aber nicht komplett aus der politischen Verantwortung entlassen, da sonst jeglicher Anreiz für Reformen fehlt. Jürgen Stark schreibt in der heutigen FAZ (8.4.): „Die Bevölkerung erwartet nicht zuallererst europäische Hilfe, sondern entschlossenes Handeln der jeweiligen Regierung. Aber um von eigenen politischen Defiziten abzulenken, wird die Stimmung gegen Europa populistisch aufgeheizt.“
    Mit Corona-Bonds und Aufgabe der Maastricht – Kriterien würde der Euro endgültig zu einer „politischen“ Weichwährung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr langjähriger Zuschauer

    Martin B.

    • Lieber Herr Bähre,

      wenn Sie unser Buch „Die Wahrheit über Geld“ gelesen hätten, würden Sie meine Ausführungen verstehen. Aus Zeitgründen kann ich Ihnen jetzt nicht alles erklären. Bitte lesen Sie also das Buch.

      Nur so viel: Mein Vergleich mit einer Ehe mit gemeinsamer Kasse stimmt.

      Wenn Sie die Maastrichter Verträgen ansprechen, so ähneln diese einem Ehevertag, in dem sich beide Partner zur soliden Finanzführung verpflichten. Wenn dieser Vertrag aber nicht eingehalten wird (und mir war von vornherein klar, DASS er nicht eingehalten wird), können Sie entweder die Ehe scheiden (=die Währungsunion auflösen) oder aber den schwächeren Partner alimentieren. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

      Es funktioniert nämlich nicht, die Ehe (= die Währungsunion) aufrechtzuerhalten und den anderen gleichzeitig nicht zu unterstützen, obwohl er dies braucht. Ob der Partner die Hilfe aus eigenem Verschulden braucht, spielt dabei keine Rolle. Darüber habe ich auch nicht gesprochen.

      Bitte lesen Sie also erst das Buch, bevor wir weiter diskutieren.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

        • Wenn Sie es gelesen haben, dann müssten Sie doch den Hintergrund für den Ehe-Vergleich gut kennen. Und Sie müssten verstehen, dass die Maastrichter Verträge nicht das Papier wert waren, auf dem sie stehen.

          Es bleibt dabei: Eine Währungsunion zwischen so unterschiedlichen Volkswirtschaften kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn die Starken die Schwachen alimentieren – in welcher Form auch immer.

          Das verstehen die meisten Politiker nicht, und ein Herr Stark versteht das auch nicht. Sorry für die deutlichen Worte.

          Herzlicher Gruß
          Raimund Brichta

          • „Das verstehen die meisten Politiker nicht“

            Die Spitzenpolitiker werden bekanntlich beraten und verstehen die Abläufe sehr wohl. Ein Politiker hängt jedoch an seiner Macht und möchte gerne wiedergewählt werden. Logische Konsequenz: keine unbequeme Wahrheiten an das Wahlvolk übermitteln.

            Und jetzt kommen die Journalisten der MSM ins Spiel. Sie sollen die Bevölkerung mit ihren Artikeln auf die Alternativlosigkeit vorberiten. Gerne werden die Worte „Solidarität“ verwendet, um eine moralische Komponente zu verpassen.

            Wenn man sieht wie viele Leser auf diese Form von Nudging reinfallen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Eurobonds eingeführt werden.

            Und was haben die Briten gemacht? Sie sind nicht in den Euro rein, und gerade rechtzeitig aus der EU raus.

            Warum haben die MSM die Briten ständig kritisiert?

            Glückwunsch an die Briten!

            Hier in Deutschland gibt es dafür die solidarische Grundrente mit 69 und europäische Arbeitslosenversicherung. Glückwunsch.

          • Witzigerweise arbeite auch ich u.a. für ein „MSM“ – ich vermute mal, das ist Deine verschämte Abkürzung für Main-Stream-Medien 😂

            Ob die Politiker es tatsächlich nicht verstehen oder nur so tun, ist in diesem Falle zweitrangig. Ich habe während meine Buchrecherche allerdings festgestellt, dass selbst die meisten Berater die Abläufe nicht verstehen. Wie sollen es da die Politiker, die sie beraten?

    • Wir haben in Deutschland eine Transferunion. Der Länderfinanzausgleich ist genau das. In Deutschland gibt es Länder, die ausnahmslos Nehmerländer sind. Begegnen Sie denen mit der gleichen Position wie den „Südländern“? Vermutlich nicht. Die sind übrigens nicht ausnahmslos Nehmerländer.

      Von hier aus wird immer so getan, als wären „da unten“ mehr Menschen, die auf Kosten anderer Leben wollten. Das ist ein Zerrbild! Und, mit Verlaub, unerträglich arrogant: „Den Südländern sollten wir helfen, aus ihrer jetzigen Situation herauszufinden, sie aber nicht komplett aus der politischen Verantwortung entlassen.“

      „… Aber um von eigenen politischen Defiziten abzulenken, wird die Stimmung gegen Europa populistisch aufgeheizt.“ Das machen Populisten überall in Europa. Das macht auch die AFD in Deutschland.

      Das Rentensystem hat in Italien auch eine zusätzliche soziale Komponente. Italien zahlt wesentlich weniger Arbeitslosengeld und HartzIV als Deutschland. Von den Renten eines Familenmitgliedes werden Kinder und Enkel, die arbeitslos sind unterstützt. Der Vergleich der Sozialsysteme der Mitgliedsländer ist kompliziert.

      Es geht „nur“ um eine Frage: Wollen wir die EU und den Euro? – und zwei Antworten: Wenn ja, dann geht es nicht ohne Transferunion, auch hier. Wenn nicht, dann muß das Projekt beendet werden.

  2. Verstehen Sie es nicht, oder sagen Sie es nicht, um die Zustimmung der Bevölkerung für die Transferunion nicht komplett zu verlieren?!
    Letztlich führt m. M. n, solange man sich nicht mit Waffengewalt abschotten will, an einer Transferunion mit dem Ziel ähnlicher Lebensverhältnisse in allen Regionen langfristig kein Weg vorbei. Problematisch ist, dass man nicht von dem der diese Transfers bezahlt mehr Leistung verlangen kann, als von dem Empfänger.
    Wenn – mir fehlt die Zeit das zu verifizieren – tatsächlich in den Empfängerstaaten bessere Sozialleistungen wie z. B. Renten bestehen oder Vermögen günstiger bersteuert wird, ist es natürlich schwer den Menschen in den Ländern, die das bezahlen sollen, das zu erklären. Das Dilemma ist, dass jedes Land innerhalb Europas souverän ist und es somit noch unmöglich ist solche Leistungen zu vereinheitlichen. Trotz allem sollte nicht vergessen werden, dass ähnliche Lebensverhältnisse ein wichtiger Baustein für ein Leben ohne Kriege ist. Dieser Wert wird meines Erachtens zu oft verkannt und zu gering geschätzt.

  3. Guten Tag,

    ich habe soeben Ihr Statement zu Eurobonds und deren Notwendigkeit gehört.

    Leider bin ich völlig anderer Ansicht als Sie!

    Seit ungefähr 10 Jahren, seit der Finanzkrise, hält die EZB, nicht zuletzt zu Gunsten
    Italiens die Zinsen künstlich niedrig, kauft ca. 30 % der Staatsanleihen Italiens auf.

    Gleichwohl hat Italien diese Zeit nicht genutzt, um die Probleme Italiens zu lösen, in
    Den Griff zu „kriegen“.

    Sie haben das Beispiel einer Ehe gebracht, in einer Ehe sind sich die Partner (hoffentlich) über
    Ein- und Ausgaben einig. Beide Partner werden annähernd gleich viel Arbeitsaufwand in die
    Ehe einbringen, entweder im gemeinsamen Haushalt oder „auf der Arbeit“ gegen Entgelt.
    Beide werden sich über die Ausgaben einig werden müssen. Es geht nicht, dass der Ehemann
    Das Geld verwettet, die Frau bringt es z.B. über ihr Gehalt als Krankenschwester in die Ehe ein.
    Ein solches gegenseitiges Verhalten würde nicht lange gut gehen.

    Ich beobachte – die Zahlen die ich nenne sind Erinnerung, da ich nicht über eine entsprechende
    Datenbank verfüge – dass Italien, Spanien und Frankreich höhere Renten zahlen, früher in Rente gehen,
    das durchschnittliche Vermögen der Volksangehörigen ungefähr doppelt so hoch ist, wie das
    der deutschen Bevölkerung.
    Ich lese, dass die Steuern in Deutschland höher sind, als in allen umliegenden Ländern. Auch das ist eine
    Vorleistung von uns, die den Staat stärkt!

    Bevor über gegenseitige Haftungen (Sie haben leider recht, über EZB und sonstige Gemeinschaftsfonds gibt
    Es die bereits) nachgedacht wird, müssen alle übrigen Ungleichgewichte beseitigt werden!

    Sonst kommt mein Nachbar, der bei seiner Bank nur noch Darlehen gegen horrende Zinsen bekommt, zu mir,
    wir gehen zur Bank, haften gemeinsam und er tilgt nicht! Was passiert dann? Ich habe ja auf sein Verhalten
    keinerlei Einfluss! Ich zahle!

    Italiens Verhalten kann man an den Target2 Salden ablesen. Die sind gegenüber Deutschland in den letzten
    4-5 Wochen um 100 Mrd. Euro gestiegen.

    Viele Grüße
    Edlef J.

    • Hallo Herr J.,

      schön, dass Sie uns zugehört haben. Allerdings haben Sie mir nicht richtig zugehört:

      1. Ich habe nicht von der „Notwendigkeit“ von Eurobonds gesprochen. Ich habe nur gesagt gesagt, dass sie vermutlich früher oder später kommen werden. Das ist etwas anderes.

      2. Ich habe auch gesagt, dass sie gewissermaßen eine logische Konsequenz der Währungsunion sind. Und hier habe ich den Vergleich mit der Ehe mit gemeinsamer Kasse gezogen, in der ebenfalls einer für die Schulden des anderen haftet.

      Dieser Vergleich ist treffend. Denn auch in einer solche Ehe kommt es genau NICHT darauf an, ob sich beide Partner über die Einnahmen und Ausgaben einig sind. Selbst wenn sie sich nicht einig sind, haftet der eine für die Schulden des anderen. Zumindest, solange diese Ehe besteht. Diese Haftung endet erst dann, wenn die Ehe beendet wird.

      Übertragen auf die Währungsunion bedeutet das: Die Maastrichter Verträge ähneln einem Ehevertag, in dem sich beide Partner zur soliden Finanzführung verpflichten. Wenn dieser Vertrag aber nicht eingehalten wird (und mir war von vornherein klar, DASS er nicht eingehalten wird), können Sie entweder die Ehe scheiden (=die Währungsunion auflösen) oder aber den oder die schwächeren Partner alimentieren. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

      Es funktioniert nämlich nicht, die Ehe (= die Währungsunion) aufrechtzuerhalten und den anderen gleichzeitig nicht zu unterstützen, obwohl er dies braucht. Ob der Partner die Hilfe aus eigenem Verschulden braucht, spielt dabei keine Rolle. Darüber habe ich auch nicht gesprochen.

      Wenn Sie mein Buch „Die Wahrheit über Geld“ gelesen hätten, würden Sie meine Ausführungen verstehen. Aus Zeitgründen kann ich Ihnen jetzt nicht mehr erklären. Bitte lesen Sie also erst das Buch, bevor wir weiter diskutieren.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

    • Wenn ein Ausländer eine Maschine im Inland kauft, bringt er den Kaufpreis in seinem ausländischen Geld zum inländischen Verkäufer. Der geht damit zu seiner Bank und diese gibt ihm dafür das Inlandsgeld. Die Bank bringt das ausländische Geld zu ihrer Inlands-Zentralbank, diese gibt der Bank das neugeschöpfte Inlandsgeld und nimmt das Auslandsgeld als Devisenreserve in die Bilanz.

      Diese Devisenreserven des Inlandes werden fälschlich als Forderungen an das Ausland bezeichnet. Oder bei umgekehrter Betrachtung als Verbindlichkeiten des Auslandes gegenüber dem Inland. Dabei besteht aber ein wesentlicher Unterschied zu normalen Krediten und Schulden: diese sogenannten Forderungen sind nie fällig, und diese sogenannten Verbindlichkeiten müssen nicht getilgt werden. Diese Devisenreserven sind nichts wert. Man könnte sie auch schreddern. Käufer und Verkäufer sind längst quitt. Einer hat die Ware, der andere sein Geld.

      Wenn Käufer und Verkäufer nun aus zwei Euro-Ländern sind, passiert das Gleiche wie oben. Die Target2 Salden sind die Aufrechnung dieser sogenannten Forderungen/Verbindlichkeiten von Transaktionen zwischen Akteuren in verschiedenen Euro-Ländern. Sie sind wertlos! Und das Verhalten, was Sie meinen, kann man daran schon mal gar nicht ablesen!

  4. Bilanzausweitung und Crash hinauszögern Die Chancen steigen, dass der massive Crash am Aktienmarkt noch etwas warten muss. Das Finanzsystem wird derzeit massiv gestützt, der Zusammenbruch muss warten. Die Kurse der Junk Bonds sind ja für uns Anleger ein wichtiges Signal: Rauschen sie in den Keller, droht Ungemach. Voerst von dieser Seite mal Entwarnung. Die FED kauft. Wetten wir darauf, wie Raimund auch darauf hinweist, dass auch irgendwann der Zeitpunkt kommt (kommen muss), zu dem die FED auch Aktien kaufen wird.

    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12392644-marktgefluester-fed-kauft-aktien-noch-nicht/all

  5. Ich bin froh darüber, dass wir die Freiheit besitzen, MSM konsumieren zu dürfen. Bzgl der spannenden, großen Fragen unserer Zeitgeschichte dient mir der Stil bzw. die Form der Berichterstattung als Wink mit dem Zaunpfahl. Das kann man für sich nutzen. Oder auch nicht.

  6. Hallo Herr Brichta,

    Ihre Empfehlung für Euro-Bonds (Begründung Währungsunion) hat mich sehr verwundert !!

    Politiker auch Deutsche können mit Geld nicht umgehen, stellen Sie sich dazu noch Politiker im Wahlkampf vor, Deutsche haben als erste die Euro-Regeln gebrochen !! Beachten Sie, wie mit Europa-Geldern in Tschechien, Ungarn u.a. umgegangen wird.

    Herr Gerald Hüther meinte mit Auflagen könnte man Euro-Bonds einführen – nun stellen Sie sich Politiker im Wahlkampf vor, dann gibt keine Disziplin mehr.

    Als Börsianer wissen Sie, nur der Markt (die Börse) kann Disziplin erzwingen und das in Sekunden !

    Wollen Sie auch die positive Wirkung dieses Mechanismus verschenken? Es könnte sein, wir brauchen früher oder später Disziplin-Maßnahmen, die wirken und nicht nur auf dem Papier stehen.

    Und wenn doch Euro-Bonds kommen sollen, dann müsste neben der Währungsunion auch eine Rechts- Sozial- Steuer- Digital- Forschungs- und Verwaltungsunion starten für Bereiche,die von gemeinsamen Zielen geleitet werden und wenig an Patriotismusinteressen stoßen, langsam(!) kann sich Europa in bessonderen Bereichen vom Staatenbund in Richtung Bundesstaat entwickeln. Man muss die Befürworter fragen und festlegen was sie bereit sind für Europa zu tun (und sich dauerhaft dafür einsertzen) z.B. welche Steuer sie Europa zusprechen werden.

    Herr Brichta, wenn Sie Ihre Empfehlung wiederholen, dann mit einem umfangrechen Foderungskatalog (Ideen dazu hat sicher auch Heiner Bremer)

    Bleiben Sie gesund

    Arno H.

    • Hallo Herr Henn,

      mich wundert nur, dass Sie mir offenbar nicht richtig zugehört haben. Ich habe die Eurobonds nämlich an keiner Stelle „empfohlen“, wie Sie schreiben. Ich habe nur gesagt, dass sie vermutlich früher oder später kommen werden. Das ist etwas anderes.

      Folglich habe ich auch keinen irgendwie gearteten „Forderungskatalog“ für Eurobonds. Solche Forderungskataloge gibt es schon genug. Sie sind zwecklos, wie auch der Forderungskatalog in den Maastrichter Verträgen zwecklos war.

      Die Währungsunion für so unterschiedliche Länder funktioniert nur mit Subventionierung, oder sie muss aufgegeben werden. So einfach ist das.

      Wenn ich überhaupt eine Forderung hätte, dann wäre es die, dass die Politiker und Notenbanker diese Zusammenhänge endlich verstehen sollten. Sie tun dies nämlich nicht.

      Das Weitere entnehmen Sie bitte meinen obigen Antworten auf die anderen Kommentare, damit ich mich hier nicht dauernd wiederholen muss.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

      • Die Eurobonds würden für Deutschland ein Faß ohne Boden.
        Ähnlich wie oben im Beispiel mit der Ehe beschrieben.

        Aber es sind ja auch schon häufig Ehen geschlossen worden, welche für einen der Partner wirtschaftlich wenig Sinn machten.

        Hätte es damals vor der Euro-Einführung eine Volksabstimmung gegeben, der Euro wäre nie gekommen.

  7. Whatever it takes, as long as needed – gilt seit Gründonnerstag die nächste Stufe der Zeitrechnung / des Gelddruckens ? An was erinnert uns dies nun ?

  8. An das Ende der Reichsmark?

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