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Negativzinsen ab dem ersten Euro?

7. Januar 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 15 Kommentare

Immer mehr Banken spielen mit dem Gedanken, Strafzinsen schon ab dem ersten Euro einzuführen. Was bezwecken sie damit, machen das bald alle Banken und drohen auch Bankkunden Strafzinsen, die einen noch laufenden Vertrag haben?
Die ntv-Moderatoren Raimund Brichta und Etienne Bell geben einen Überblick in der neuen Folge von „Brichta und Bell – Wirtschaft einfach und schnell“. Immer montags auf n-tv.de und bei Audio Now.

https://audionow.de/podcast/brichta-und-bell—wirtschaft-einfach-und-schnell#eps

15 Kommentare

  1. In den letzten 40 jahren wurde krampfhaft versucht ein vereintes europa zu schaffen.ausser das deutschland und deren streuerzahler die grossen verlierer sind ,unsere angelegten gelder auch der renten ,versicherungen etc durch minuszinsen weniger werden,die gesundheits-bildung-rentenpolitik kläglich versagt hat,ist nicht passiert.die regulierungswut von den abgehalfterten überbezahlten in brüssel im bundestag und landtag mach aus den bürgern hilflose langsam irre werdende statisten.wir müssn etwas schön finden wobeijeder weiss dass es genau das gegenteil ist .das macht die menschen krank.wir lassen uns von 26 anderen ländern vorschreiben wue wir zu leben haben auch wenn in diesen ländern nicht geklappt hat .es war mal schön in deutschland zu leben aber mittlerweile überwiegt die angst der menschen vor dem knall.es nimmt jeglichem die freude und motivation für die zukunft .ich würde gerne ausfühlicher werden aber das geht besser in einen gespräch oder in einer runde mit entsprechenden politiker die dann sich mal auf den punkt antworten müssten.wenn sie eine möglichkeit sehen ,ich bin bereit.

  2. Hauptschuldiger ist unsere Bundesregierung.
    Mit Ausstieg aus dem Euro kann der Negativzins vermieden werden.
    Beispiel sind zivilsiertere Staaten wie in Skandinavien !!!!!!!!

  3. Kurze Frage zum Beitrag:

    Ich habe irgendwo gelesen (weiß leider nicht mehr wo), dass die gesetztliche Einlagensicherung von 100000 € nur für Einlagen bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken gelte. Bei anderen Banken seien es nur 20000 €. D. h. wehr viel Geld zu „parken“ hat, sollte Sparkassen, volks- und Raiffeisenbanken vorziehen. Stimmt das?

    • Nein, die gesetzliche Einlagensicherung gilt für Einlagen bei allen deutschen Banken.

  4. Ich habe noch eine Frage:

    Im Beitrag haben Sie erwähnt, dass es für Banken sehr schlecht wäre, wenn Kunden Geld (Bargeld) abziehen. Sie könnten dadurch sogar in die Bredouille geraten.

    Kürzlich habe ich mich mit einem befreundeten Volkswirt ein wenig über das Geldsystem unterhalten. Es hat mich ein wenig überrascht, dass er (auch mehr als 10 Jahre nach dem letzten großen Crash) noch bestritt, dass Geschäftsbanken durch Kreditvergabe Geld schöpfen – das dabei entstandene Giralgeld sei durch Zentralbankgeld gedeckt (Grundlagen, 1. Semester BWL). Falls das so wäre, wäre es natürlich kaum kein Problem für Banken, wenn Kunden Geld abziehen. Zumindest aber schien mein Diskussionspartner das Interbankengeld als eine Art selbst geschöpftes Geld zu betrachten, räumte diesem aber in Bezug auf einen Systemzusammenbruch ebenfalls keine hohe Bedeutung ein – es hebe sich ja alles auf. Was Letzteres betrifft, hat er vielleicht ein bisschen Recht. Wenn nämlich die Geschäftsbanken untereinander in etwa gleich viel Geld gegenseitig anschreiben lassen, könnte sich tatsächlich das meiste aufheben, in dem Sinne, dass bei gegenseitiger Verrechnung keine wesentlichen Nettoaußenstände einer Bank gegenüber einer anderen Bank existierten. Wie realistisch das ist, weiß ich nicht. Ob Ersteres falsch ist, brauche ich Sie nicht zu fragen, denn ich kenne Ihre Antwort bereits. Was mich jedoch interessieren würde: Gibt es eine Quelle, aus der man mit vertretbarem Aufwand in Erfahrung bringen kann, wieviel Zentralbankgeld es im Vergleich zum Nichtzentralbankgeld und zum Interbankengeld gibt? Ich würde gerne eine Vorstellung davon bekommen und dies ggf. meinem Diskussionspartner entgegenhalten (die Monatsberichte der Bundesbank erscheinen mir hierzu ungeeignet).

    • Ist Ihr „Volkswirt“ vielleicht eher ein Betriebswirt? Zumal Sie auch aufs 1. Semester BWL Bezug nehmen. Aber egal: Mich wundert das ganz und gar nicht. Die Unkenntnis über die wahre Entstehung unseres Geldes ist weit verbreitet.

      Und was die Zahlen anbelangt, so habe ich diese im Buch „Die Wahrheit über Geld“ genannt: Damals waren weniger als 5% der Einlagen bei Banken durch Zentralbankgeld gedeckt. Durch die Geldspritzen der Notenbanken hat sich dieses Verhältnis inzwischen erhöht, dürfte aber immer noch weit unter 10% liegen.

      Für einen aktuellen Zahlenabgleich fehlt mir momentan die Zeit. Deshalb wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesen für uns machen und Ihre Ergebnisse dann hier posten würden. Mit ein wenig Rechercheaufwand dürfte das zu bewältigen sein. Fangen Sie am besten hier an:

      https://www.bundesbank.de/de/statistiken/banken-und-andere-finanzielle-unternehmen/banken/bilanzpositionen

      Wenn Sie nicht weiterkommen, melden Sie sich wieder. Gemeinsam werden wir es schaffen. Und andere Leser könnte es ebenfalls interessieren.

      • Vielen dank für die Antwort.

        Der Volkswirt ist tatsächlich ein echter Volkswirt. Aber er wird wohl auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse im 1. Semester gesammelt haben, z. B. was ein Bilanz ist. Vielleicht bezog er sich auf BWL darauf, weil die Giralgeldschöpfung seiner Meinung nach offensichtlich im Widerspruch zur Bankbilanz stünde. Jedenfalls empfahl er mir ein BWL-Studium, wenn ich es wissen wollte. Es schien für ihn einigermaßen absurd, das überhaupt in Frage zu stellen.

        Ich werde mir Mühe geben, mehr in Erfahrung zu bringen, sobald ich die Zeit finde. Dann werde ich mich wieder melden.

        • Mit der Bilanz und der BWL erwähnen Sie einen wichtigen Punkt: Fragen Sie Ihren Freund doch mal, was auf der Passivseite der Bankbilanz passiert, wenn auf der Aktivseite bei einer Kreditvergabe die Kreditforderung eingebucht wird. Das ist BWL erstes Semester 😉

  5. Was passiert bei einem Bankrun? Euro ade?

    • Ein Bankrun, der wohlgemerkt derzeit nicht zu erwarten ist, hätte mit dem Euro als Gemeinschaftswährung nicht unmittelbar etwas zu tun. Eher damit, dass die Leute lieber Bargeld als Bankeinlagen haben wollen. Ein Bankrun würde nicht bedeuten, dass die Leute den Euro an sich meiden.

      Deshalb wäre bei einem Bankrun die EZB gefragt, die Banken zu stützen. Dies würde die EZB nach meiner Erwartung auch tun.

  6. Was spräche eigentlich dagegen, wenn man allen Leuten die ein Girokonto bei einer Geschäftsbank haben, erlauben würde, das Konto bei einer Zentralbank zu halten? Dann wäre die Bankeinlage doch mit einem Schlag so „sicher“ wie Bargeld. Dann wäre das Thema Bankrun doch ad acta gelegt.

    • Richtig. Aber dann ginge den Banken das Geschäft mit der Geldschöpfung flöten. Dagegen wehren sie sich natürlich nach Kräften. Deshalb wird es auch nicht passieren.

  7. Interessant, mal ganz fiktiv gedacht: Ihre Bank erhebt Negativzinsen und Sie entscheiden Ihr Konto für eine Alternative aufzulösen. Was würden Sie eher empfehlen, Bargeld bei Bank oder eine Investition in Gold. Sollte eine Inflation dabei langfristig eine Rolle spielen?
    LG

    • Bargeld würde ich ohnehin nur für den “Notgroschen“ empfehlen. Dieser kann je nach Vermögenslage natürlich auch einen größeren Umfang erreichen 😉 Gold ca 10 % des Vermögens. Rest Immobilien und Aktien. Eine mögliche Inflation in Form steigender Verbraucherpreise, die ich auf absehbare Zeit nicht sehe, halten Sie damit auch am besten in Schach.

      • Die Aufteilung klingt clever, in den Voralpen sind Immobilien gerade jetzt, in der Zeit der niedrigen Zinsen, sehr attraktiv.

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