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Pensionsfonds verzichtet auf Alkohol

29. Mai 2019 - Raimund Brichta in Allgemein | 13 Kommentare

Wir haben im Blog schon öfters darüber diskutiert, ob Promille-Aktien zu den wahren Werten zählen oder nicht. Ich habe mich schnell dagegen entschieden mit dem Argument, dass Alkohol – ähnlich wie Tabak – hohe soziale Kosten verursacht und deshalb nicht als nachhaltig angesehen werden kann.

Nun scheine ich mit dem norwegischen Pensionsfonds einen potenten Mitstreiter gefunden zu haben (siehe Artikel unten). Wichtig: Je mehr dieser Großinvestoren die Alkoholbranche meiden, desto deutlicher könnte sich dies auf Dauer auch in der Bewertung und in den Kursen dieser Aktien niederschlagen. Das wäre – neben dem Nachhaltigkeitsaspekt – ein zusätzliches Argument gegen die Promille-Papiere.

Allerdings bleibe ich dabei, dass ich bei Champagner eine Ausnahme machen würde. In diesem Punkt widerspreche ich also den Norwegern. Schließlich können es sich nur die wenigsten leisten, sich mit Schampus auf Dauer zuzudröhnen. Und auch als Einstiegsdroge taugt der edle Perlwein aufgrund seines hohen Preises eher nicht. Mit anderen Worten: Schampus ist nicht nur lecker, sondern auch nachhaltig 👍🥂

Hier geht‘s zum Artikel:
https://edition.faz.net/faz-edition/finanzen/2019-05-29/465c3fc8cf6c4392c521580638b51bd2?GEPC=s9

13 Kommentare

  1. Die heutige Actien-Börse kommentiert unsere beiden Depotwerte Nestlé und Unilever:

    „NESTLÉ ist mit knapp 300 Mrd. CHF Marktwert die absolute Nummer eins in Europa (ohne Ölkonzerne). Der schrittweise Umbau läuft fast im Monatstakt. NESTLÉ ist bereits der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und Vorbild dafür, wie man weniger auf Umsatz als vielmehr auf Effizienz Wert legt. Wir erhöhen das Kursziel von NESTLÉ auf 125 CHF. Aktuell rd. 100 CHF.

    UNILEVER wandelt auf den Spuren von NESTLÉ. Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern lässt sich vom Brexit-Blues nicht beirren. Im März gelang der Aktie (UNILEVER NV/ISIN NL0000009355) der Sprung über den Widerstand im Bereich um die 50 €. Die britische Variante der UNILEVER-Aktie (UNILEVER PLC/ISIN GB00B10RZP78) hat ähnlich gut performt. Zwei Jahre nach dem geschei- terten Übernahmeversuch von KRAFT-HEINZ zeigt der Konzern sich in bestechender Verfassung. Das beweist auch der aktuelle Vergleich zu NESTLÉ:

    Während die Schweizer von Januar bis Ende März auf ein organisches Umsatzwachstum von 3,4 % kamen, konnte Unilever hier mit einem Zuwachs von 3,1 % ebenfalls die Erwartungen der Analysten übertreffen.

    Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft in den Schwellenländern (Umsatz 5 %). Preissteigerungen und Bereinigungen des Portfolios wie der Verkauf des Geschäfts mit Brotaufstrichen (Rama, Becel) dürften sich auch positiv auf das kommende Halbjahresergebnis auswirken. Fazit: Wer eine Ergänzung zu NESTLÉ sucht, ist bei UNILEVER gut aufgehoben.

    NESTLÉ und UNILEVER sind ein solides Standbein für ein stabiles Portfolio. Anteil 10 bis 15 %, nicht mehr.

    Vor allem dem letzten Satz kann ich nur voll und ganz zustimmen 😀

  2. Ja, klingt gut. Habe Unilever aber keine Nestle. Es gibt aber einen Punkt. Wo ist der Unterschied zu Henkel? Und wie kann man ihn rechtzeitig sehen? Ich habe auch Henkel als kleine Position. Das war Glück, kein Können. Aber ich kann nicht sagen warum Unilever besser läuft als Henkel. Das wirft Fragen auf jenseits der Charts. Ich kann nicht mal sagen, warum Henkel sich zur Zeit wie ein Griff ins Klos anfühlt. Einzig mein ETF Ansatz hat mich da gerettet. Das bedeutet aber nicht, dass ich das kapiere.
    Darum stelle ich mal die blöde Frage: Was macht Henkel falsch?

    • Auch wahre Werte erleben Durstphasen. Das war bei Nestlé so und auch bei Unilever. Bei Henkel dauert sie aber jetzt schon verdammt lang, das ist richtig. Könnte mit dem Abgang von Kasper Rorstedt zusammenhängen.

  3. Bei Steinhoff dauert es auch schon verdammt lange, aber auch hier wird es mit der Zeit werden und alles wieder reifen… hoffe ich zumindest. *megaschmunzel*

    • Jo, so wie bei Karstadt, gibt es auch immer noch. Naja, nicht für Aktionäre.

      • Ich möchte Dir eine kleine Geschichte erzählen von meinem Steinhoff Ding.

        Es war Ende der 90iger und die Aktie hieß 3DFX. Sie stellten 3D Grafik Chips her und wurden schnell Marktführer. Ich kaufte das erste und einzige mal in meinem Leben an der NY Stock Börse ein zu ca. 18 USD. Danach rannte die Aktie auf 32 USD und das machte mich blind. Der Kurs fiel danach und ich hatte „Verschwörungstheorien“. Plötzlich waren sie pleite und der Kurs fiel auf ca. 25 Cent. Sie verkauften ihre Patente an Nvidia und ich rechnete mir aus, dass der Gegenwert ca. 1 USD pro Aktie wert sei. Ich verkaufte also nicht. Dann bekam ich die Nachricht, dass der Handel in Deutschland eingestellt wird. Ich hatte drei Monate und blieb cool. Ich dachte, man würde es mir dann irgendwie überweisen. Jahre vergingen. Dann stieg der Kurs an der US OTC auf 50 Cent. Man hatte gegen Nvidia geklagt. 50 Cent, ich wollte verkaufen. Ging aber nicht. Mein Bank handelte nicht an der OTC. Ich hätte mir eine andere Bank suchen müssen, die das macht. Nicht jede Bank handelt an allen Börsen. Aber ich hatte Glück oder auch nicht, der Prozess ging verloren. Der Kurs fiel ins nichts und der Handel wurde eingestellt. Was ich übersehen hatte? Nun ja, um das Restvermögen werden sich einige hauen: Der Insolvenzverwalter, Mitarbeiter, Vorstand, Gläubige. Aber sei sicher: Aktionäre bekommen eher nichts.

        Ich hatte mich damals sicher nicht verrechnet, als ich 1 USD pro Aktie errechnete. Ich wusste nur nicht, wer sie bekommen wird. Man spielt dabei auch gegen Insolvenzverwalter, der für eine Liquidation 10 Jahre brauchen kann und viel Geld verlangen kann, gegen Vorstand und wen auch immer. Es werden viele Prozesse geführt. Solange eine Insolvenz läuft, ist es ein Futternapf. Naja, nicht für Aktionäre. Aber da futtern einige und die können es hinaus zögern, bis nichts mehr da ist.

        Fazit. Handelt Deine Bank eigentlich in Südafrika?

  4. Ich trinke gerade einen Muskateller aus dem Markgräflerland und kann als Champagnersponsor von Herrn Brichta dessen Gebaren in diesem Fall nicht verstehen.
    Auch ein Whisky, ein Grappa… sind zur rechten Zeit einfach Lebensqualität pur.

    • Ja, das sah meine Mutter auch so. Sie wurde zwar nur 51 und am Ende hieß das Ding Leberzirrhose, aber sie hatte die Sache mit der richtigen Zeit auch nicht so richtig verstanden. Lebensqualität wird unterschiedlich definiert. Im Supermarkt ist es zum Beispiel der Name für das größte und längste Regal.

      Lebensqualität kann viel heißen. Ohne Scheiß. Ich kann mich an einen Morgen erinnern, da hatte ich noch Zeit zum Einkaufen. Ich wusste, dass mich ein absoluter Scheiß Arbeitstag erwartete. Es war ein Sommersonnentag und ich wusste, dass er heiß werden würde. Vor einem Dönnerladen saß ein Mann, der etwas jünger was als ich und ich wusste, dass er nicht arbeitet. Er hatte auch Probleme mit der Hygiene. Er trank ein Bier. Man sieht ihn immer Bier trinken. Er trinkt vor dem Dönnerladen viele Biere. Ich wusste an diesem Morgen wirklich nicht, wer von uns die bessere Lebensqualität genießt. Ich weiß es bis heute nicht.

  5. @Marco Dargel…

    wieso Südafrika… Steinhoff hat zwar den operativen Sitz dort, aber gehandelt wird normal hier, sind ja auch (noch) im SDAX

    Möchte hier jetzt nicht Details zu Steinhoff erzählen, interessiert hier keinen und es ist viel zu lang…

    Sicher ist Steinhoff noch nicht vom Eis, aber wenn alle mitspielen und die Restrukturierung Früchte trägt und die ganze Arbeit der letzten 1,5 Jahre nicht umsonst gewesen ist/sein soll und die Fortschritte auch beachtet werden, kann Steinhoff wieder auf die Füße kommen… ja hohes Risiko, klar, aber ich sehe eine Chance…

    Und sicher reden wir hier nicht von 2-3 Euro pro Aktie mehr und auch nicht die Gesundung in 6 Monaten…

    Wir wissen alle, dass hier sehr viel „schief lief“ und ungeheuer die Hütte brannte/brennt… aber wenn alle Mitarbeiter, Lieferanten und vor allem Gläubiger beim Löschen mithelfen und sich natürlich die Gläubiger die Arbeit auch gut entlohnen lassen, besteht trotzdem die Chance, dass es wieder nachhaltig wird mit Steinhoff… eine harte Restrukturierung und dann könnte es klappen…

  6. War bei 3 DFX auch so, aber man kann ja Kosten sparen. Sie würden Geld sparen, wenn sie ihre Notierung hier einstellen. Wenn Steinhoff fällt, wird es der erste Schritt sein.

  7. Diese Beiträge unter dieser Überschrift?! Vielleicht sollten nicht nur Pensionfonds Verzicht üben …

    • Kann man so sehen …Geschmacksache…ich bin da liberaler und freue mich über jeden sachl. Beitrag zum übergeordneten Thema Börse 🤔

  8. Jo,löschen wir einfach alle Kommentare nach den ersten 4. Niemand hier will der intensiven Diskussion hier im Wege stehen. *ehm* Was meintest Du nochmal zum Thema?

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