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Strafzinsen für alle!

12. Juli 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 60 Kommentare

Verbraucherschützer fürchten mögliche Negativzinsen auf Spareinlagen und klagen dagegen. Dabei sind solche Strafzinsen längst gängige Praxis für alle. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamts: Demnach liegt die Inflationsrate in Deutschland schon den zweiten Monat in Folge über zwei Prozent. Das bedeutet, ein gesparter Euro ist heute rund zwei Prozent weniger wert als vor einem Jahr. Und selbst, wenn es fürs Ersparte offiziell noch nullkomma-x Prozent Zinsen gibt, bleibt unterm Strich weniger übrig, als man vorher angelegt hat.

Das sind Strafzinsen durch die Hintertür – und für die ist EZB-Chef Draghi verantwortlich. Der unter deutschen Sparern derzeit wohl meistgehasste Mann hat sich nämlich beides auf die Fahnen geschrieben: Sowohl null Zins als auch zwei Prozent Inflation. Für dieses Foul an den Sparern hat er die rote Karte verdient,

meint Ihr
Raimund Brichta

60 Kommentare

  1. Du Bzw ihr habt echt die Hammer Ahnung von Geldpolitik/ anstatt froh zu sein das ihr euren Lebensstandard noch habt / siehe Argentinien als es pleite ging oder Griechenland/ immer jammern und niemals dankbar sein können

    • Ich jammere doch nicht, sondern nenne bloß Ross und Reiter. Über Argentinien oder Griechenland habe ich kein Wort verloren.

    • „Lebensstandard“

      sinkt durch Infla. c.p.

  2. Die Lage vieler Menschen heute ist eher eine deflationäre.Die Aussichten sind mau, Angst vor Altersarmut wächst.Wenn sie diese Realität für sich akzeptieren könnten dann würden sie sparsamer mit ihrem Geld umgehen.Die lächerliche Inflation würde dann nicht mehr annähernd soviel ausmachen.

    • Dass man sparsam sein sollte, stellt doch niemand in Zweifel. Die Frage ist nur, WIE man sparen sollte. Vielleicht finden Sie dazu auf dieser Seite die eine oder andere Anregung.

    • „lächerliche Inflation“

      siehe Immo, Equity, Kunst, Oldtimer, etc. Bereich

      siehe Hedonik

  3. Aber Hauptsache die Bonzen erhöhen sich regelmäßig ihre Gehälter und kassieren Abfindungen in Millionenhöhe. Das ist alles nur noch ein Armutszeugnis. Die Reichen werden immer reicher und die armen immer ärmer. Ich hab hart und jahrelang gespart und bekomme nichts an Zinsen. Das ist kaputt, Deutschland ist kaputt.

  4. Herr Draghi gehört von der EZB abgezogen und nach Hause geschickt, leider haben unsere Politiker nicht den Mut dieses durch zusetzten
    🤣

  5. Kauft Crypto – langfristig (ab 1 Jahr) das beste was man machen kann. Aktuell haben wir einen Boden. Aktien werden dieses Jahr noch crashen

    • Klar, kann jeder herstellen und hat was von Tulpe. Der Boden ist bei Tulpenzwiebel. Also nicht Krypto kaufen sondern Tulpenzwiebeln.

      Nur um es klar zu sagen. Man kann Dir in Euro und USD sagen, was ein Panzer kostet. Es verkauft aber niemand Panzer für Kryptos und Tulpenzwiebeln.

  6. Das ist eine kriminäle Vorgehensweise , die von der EU durch Gestzte geschützt wird , um den Menschen die lieber sparen als investieren , somit gezwungen werden das ersparte Geld wieder in den Umlauf zu bringen.. Das hat mit freier Finanzwirtschaft nicht viel gemeinsam.. VERBRECHER AUF HÖHSTEN POSITIONEN .. Geschützt von Gesetzen die sie selbst bestimmen..

  7. Hallo Herr Brichta,
    vielen Dank, dass Sie das so deutlich aussprechen! Erst werden die Banken, die sich verzockt haben, mit unseren Steuergeldern gerettet und zum Dank werden die Zinsen auf Null Komma Nix gesenkt, um ein völlig krankes Schneeballsystem aufrecht zu erhalten, dass eines Tages kollabieren wird. Doppelt bestraft werden all diejenigen, die jeden Tag hart arbeiten, um Ihre Versorgungslücke im Alter schließen zu können. 50% der Rentner in Deutschland haben unter 800 Euro im Monat zur Verfügung, Armut ist direkt um die Ecke! Aber die Politiker sagen, dass es uns gut geht…

  8. Es ist leider bittere Realität das immer mehr Sparer die noch nie in ihrem leben mit Wertpapieren zu tun hatten in eben diese getrieben werden.Unter dem Motto Dividenden sind die neuen Zinsen werden diese gehypten und mittlerweile sehr teuren Aktien dem risikoscheuen deutschen Sparbuchsparer angedreht,das erwachen wird bitterer sein als 2% Inflation .

    • Als Liebhaber wahrer Werte kann ich dieser Einschätzung natürlich nicht zustimmen. Aber jeder soll mit seiner eigenen Geldanlage glücklich werden.

    • „mittlerweile sehr teuren Aktien“

      oder wertloses Geld durch kollektives Debasement?

  9. Zitat
    „Kauft Crypto – langfristig (ab 1 Jahr) das beste was man machen kann. Aktuell haben wir einen Boden. Aktien werden dieses Jahr noch crashen“

    Mein Fehler, ein gekaufter Bot, habe es nicht schnell genug erkannt. Aber das ist typisch deutsch. Man versucht bei uns Mist zu verkaufen, der wo anders in den Knast führt. Warum macht eigentlich niemand was dagegen?

  10. Sehr geehrter Herr Brichta, aus meiner Sicht sollte man sich erstmal Gedanke über die Ursachen und die Zusammenhänge machen, bevor man hier zu Pauschalaussagen neigt und einfach alles als Frechheit bezeichnet. Ich denke aber auch, dass Ihnen das durchaus bewusst ist, und Sie lediglich eine These als Anregung zur Diskussion in den Raum stellen wollten.
    Ursächlich ist aus meiner Sicht eine zu lockere Politik und Rechtslage bei der Bankenaufsicht, die dazu geführt hat, dass Banken ihre Geschäfte mit maroden Staatsanleihen nicht ausreichend mit Eigenkapital hinterlegen mussten und bis heute müssen, so dass der Staat einspringen muss, damit nicht das gesamte System kollabiert.
    Die Schuld trägt hier aus meiner Sicht also die Politik, die dieses Agieren der Banken sehenden Auges zugelassen hat, als die Banken, die den Rahmen bis zur Grenze ausgereizt haben. Banken sind eben gewinnorientierte Unternehmen und legen nicht zwingend die erste Priorität auf Anstand und Moral. Es wird also in ein paar Jahren wieder passieren, wenn sich da nicht grundlegend etwas ändert.
    Dass die EZB als Konsequenz aus der Schuldenkrise die Zinsen gesenkt hat, war die richtige Maßnahme, um die Konsequenzen für die Wirtschaft und damit für die Bevölkerung (also uns) abzumildern. (Zinsen runter->Investitionen rauf->Wirtschaft brummt->Leute behalten ihren Arbeitsplatz). Keine bzw. geringe Zinsen sind da wohl eher ein kleiner Preise für das, was hätte als Alternative im Raum gestanden.
    Zur Frage WIE man für das Alter sparen sollte: Bei langfristiger Anlage > 20 Jahre vertrete ich die Meinung, dass nur Aktienfonds sinnvoll sind. Auch in Phasen höhere Zinsen war die Inflation der Feind der Sparbücher, da hinter diesen keine Realwerte stehen. Bei Aktienfonds sieht das anders aus. Da stehen reale Unternehmen hinter, die bei einer Inflation von 5 % ebenfalls um 5 % nominell im Preis steigen, so dass die Inflation neutral bleibt.
    Das Risiko hält sich dabei in Grenzen bzw. ist über die lange Zeit nachweislich faktisch nicht vorhanden, wenn man zum Ende der Laufzeit nach und nach in „sichere“ Anlagen wechselt. Die Werte schwanken, aber sie machen über die Zeit trotzdem deutlich Plus. Über einen langen Zeitraum sind Aktienfonds also eine sichere Anlage, da sie das Risiko auf diverse Aktien streuen und aktiv betreut werden. Auch in 20 Jahren wird es noch Unternehmen geben, die Gewinn machen und an diesen sollte man sich beteiligen. Dass das auch sinnvoll im großen Stil klappt, zweigt Schweden mit dem Staatsfonds.
    Letztendlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen. Man sollte sich aber erst mit den Zusammenhängen und Fakten beschäftigen bevor man pauschale Aussagen trifft oder dünne Parolen verbreitet und damit meine ich nicht den Initialartikel.

    • „Ich denke aber auch, dass Ihnen das durchaus bewusst ist, und Sie lediglich eine These als Anregung zur Diskussion in den Raum“

      Richtig: Das mit dem Foul und der roten Karte war bewusst provokant formuliert. Anders bekommt man heutzutage schließlich kaum noch Gehör 😉 Ich weiß selbstverständlich – und so habe ich es auch in unserem Buch beschrieben -, dass die Zinsen auch ohne Mario Draghi langfristig nach unten tendieren. Die Notenbanken sind dafür allerdings insofern wichtig, als mit ihrer Hilfe der Systemcrash in die Zukunft verschoben wird. Und ich weiß auch, dass Draghi die Inflationsrate gar nicht in dem Maße beeinflussen kann, wie er vorgibt, es zu können.

  11. Klasse Aufregerthema, um das Forum so richtig zu beleben.Der arme Herr Draghi, der Erfinder des negativen Realzinses……Raimund, Raimund, die Provokation gehört zu Ihren Hobbys. Alter 👒 aus den Siebzigern, evtl. noch älter, aber im Sommerloch sind Journalisten halt kreativ.😂

    • Richtig, ohne Provokation wird‘s mir langweilig. Ihre Kommentare sind inzwischen auch schon handzahm geworden. Da musste wieder mal was Aufregendes her 😉

  12. … Und der nächste EZB-Chef ist bestimmt Grieche…

    • … oder Zypriot.

  13. Hhm., naja als Startschuss für eine Politiker-Karriere durchaus geeignet 😇

  14. Hallo Herr Brichta,
    es ist schlecht, dass in den Kommentaren, gleichlautende Namen bzw. nicknames zugelassen werden. Es gibt in den Kommentaren zwei mal einen „Axel“. Der erste Kommentar von „Axel“ ist von mir, der zweite (direkt darunter) ist nicht von mir. Vielleicht kann man das abstellen?

    • Keine Ahnung, ob das geht. Werde mal beim Webmaster nachfragen.

    • Habe mich inzwischen erkundigt und die Antwort erhalten, dass es nicht geht. Sorry, das ist offenbar Stand unserer Technik.

  15. Investoren in Aktien und Immobilien, können damit gut leben.

  16. 1.000 Lire waren mal 1,50 DM, das sagt schon Alles. Länder wie Italien und Griechenland gehören nicht in die Eurozone. Gegen diese stille staatliche Enteignung helfen nur Aktien und Immobilien!

    • Ups… sowohl Aktien als auch Immobilien können vom Staat bis zur Besinnungslosigkeit besteuert werden. Gegen staatliche Enteignung hilft nur physisches Edelmetall in kleiner Stückelung per Tafelgeschäft in bar erworben und am besten im nichteuropäischen Ausland sicher gelagert.

      Die Schwelle, unter der ein anonymer Erwerb legal möglich ist, wurde unlängst auf 10.000 Euro gesenkt. Honi soit qui mal y pense… 😉

          • Der Staat könnte auch den Rücktausch Gold -> gesetzl. Zahlungsmittel enteignerisch ausgestalten. Sollte niemals Rücktausch geplant sein, dann bleiben die Unzen natürlich so wie sie sind (irgendwo versteckt im Ausland?).

            Zahlungsströme -> halbwegs objektive Bewertung möglich

            keine Zahlungsströme -> Unze ist Häuserblock (Mieten==Zahlungsströme) oder Scheibe Brot wert.

          • Der Staat kann das versuchen. Sobald er gezwungen sein wird, solche Gesetze zu erlassen, steht er selbst mit dem Rücken an der Wand und seine Landesswährung verliert rasant an Wert. Sonst gäbe es ja keine Flucht in Edelmetalle, nicht? 😉

            Erlässt er also ein Gold- oder ein Gold-Rücktauschverbot, wird der Schwarzmarkt sowie der private Tauschhandel erblühen.

            Dazu kommt, dass Gold in allen Ländern gehandelt und bewertet wird und zwar nach Feinheit und Gewichtseinheiten – völlig unabhängig davon, ob Zahlungsströme generiert werden oder ob irgendein anderer Staat pleite geht.

            Sämtliche Papierwährungen der Welt haben ihren Wert über die Jahre verloren. Es hat auch nichts geholfen, dass sie ständig mit anderen verglichen und dadurch bewertet wurden. Auch millionenfache Zahlungsströme konnten ihren kontinuierlichen Wertverfall nicht stoppen. 😉

            Langfristig bewegen sich alle Geldscheine dieser Welt auf ihren inneren Wert zu. Dieser liegt grob geschätzt bei 0,5 – 1 Gramm bedruckter Baumwolle.

            Wer würde das in einer Krise gegen ein Stück Brot tauschen wollen? 😉

      • und dann in Auckland verbuddeln…..😊

        • Der Schmelzpunkt von Gold liegt bei 1064° C.

          Es gibt bessere Verstecke.

          • ja, aber wenns in der nähe des airports auckland verbuddelt zum herrenlosen gut würde, könnte das den wert der aktie …..

          • Das sind Peanuts. Viel wichtiger für den Wert der Airportaktie wäre, dass die 1064 Grad nie erreicht werden… 😇

  17. Hallo Herr Brichta,

    da haben Sie aber mal ein für die Menschen in Deutschland (und Europa) untergeordnetes Thema rausgepickt. Es gibt eine Vielzahl von drängenderen Problemen, die die Menschen in Deutschland (und Europa) beschäftigen. Treffen Sie sich mal mit Ihren Schulfreunden oder gehen Sie auf ein Verwandtschaftstreffen – schimpft dort jemand über Draghi?

    Zudem muss die Wirtschaft immer im Gesamtkontekt – „Politik muss aus einem Guss kommen“ – betrachtet werden. „Strafzinsen sind Mist“ lenkt wunderbar von fundamental deutlich wichtigeren Themen ab.

    • Oh, da kann ich Sie beruhigen und von einem ganz persönlichen Erlebnis erzählen: Neulich war ich auf einer Dampferfahrt auf dem Main unterwegs. Am Nachbartisch saß eine Gruppe von Damen mittleren Alters, und als wir an der EZB vorbeifuhren, sagte eine von ihnen voller Widerwillen: „Da drinnen sitzt einer, den ich am liebsten auf den Mond schießen würde.” Die anderen Damen wussten sofort, wen sie meinte. Und sie stimmten ihr zu. Mario Draghi sei Schuld daran, dass es fürs Ersparte keine Zinsen mehr gebe.

      Die Damen waren weder aus der Finanzbranche, noch machten sie den Eindruck, sich alle häufig mit Finanzthemen zu befassen. Sie waren einfach stinksauer.

      Dies nur dazu, ich hätte mir ein „untergeordnetes Thema“ herausgepickt. Dieses Thema brennt offenbar mehr Leuten auf den Nägeln, als Sie es vermuten. Dafür spricht im übrigen auch die rege Teilnahme an dieser Diskussion hier.

      • Nette Anekdote…;-) die Damen mittleren Alters auf einem Main-Dampfer scheinen genug Zeit zu haben…;-)

        Aber mal ernsthaft:
        Wie viel Cash haben denn Durchschnittsfamilien in Deutschland auf der hohen Kante? Maximal Reserven, aber ganz bestimmt nicht 100k. Lassen Sie eine Familie 10k auf dem Sparbuch haben, dann gehen nach Adam Riese bei 2% Inflation 200 Euro durch die Nullzinsen drauf – jährlich! Das sind Peanuts im Vergleich zu Strompreissteigerungen, Mietkostenexplosion, etc. pp.

        Wie viel Cash haben denn die Millionen jungen Arbeitslosen Europas auf der hohen Kante (die in der Berichterstattung völlig ignoriert werden)? Wenn die 1.000 Euro auf dem Guthabenkonto haben, gehen 20 Euro aufgrund Nullzins drauf – im Jahr. Fragen Sie die Betroffenen aber bitte mal, was die monatlichen Kostensteigerungen allein für Miete bedeuten. Die denken sicher nicht an Draghi, sondern hätten gerne einen sicheren Job.

        Welche gesetzliche Renten sind für diese Mehrheitsgruppen denn zu erwarten?

        Die finanziell besser gestellten, die >100k Cash & Aktien besitzen, befassen sich in der Regel mit Geldanlage und verteilen ihr Vermögen entsprechend gewinnbringend. Anstatt Kuchen auf nem Dampfer zu futtern, der in FFM an der EZB vorbeituckert…;-)

        • Zur netten Anekdote: Der Dampfer fuhr an einem Sonntagabend zum Riversight-Dinner, so dass sowohl ich als auch besagte Damen die Zeit dazu fanden 😉

          Und anders als Sie haben die Damen vermutlich schon mal was vom Zinseszinseffekt gehört, den Einstein als achtes Weltwunder bezeichnet haben soll. Dieser wirkt zwar nur langfristig, aber dafür wirkt er gewaltig. Und jede Stelle nach dem Komma zählt dabei.

          Kleines Beispiel: Der Kurs-Dax hat in den 30 Jahren, seit es ihn gibt, 5,6% p.a. gemacht, der Performance-DAX im gleichem Zeitraum 8% p.a. Das sind läppische 2,4 Prozentpunkte Unterschied. Im Ergebnis liegt der Performance-Dax inzwischen aber doppelt so hoch wie der Kurs-DAX. Das heißt, nach 30 Jahren doppelt soviel Kapital!

          Ihre kurzfristige Peanuts-Betrachtung greift also viel zu kurz.

          Außerdem ist es selbstverständlich, dass derjenige, der nix hat, auch nicht unter Negativzinsen leidet. Sie haben aber behauptet, das Thema sei für „die Menschen in Deutschland“ untergeordnet. Demnach hätten „die“ Menschen in Deutschland nichts. Das halte ich für eine Fehleinschätzung, denn Deutschland gehört zu den reichsten Nationen der Welt. Selbstverständlich gibt es Menschen, die nichts haben. Aber es gibt mindestens genauso viele (wenn nicht mehr), die etwas haben. Und für die ist das Thema Negativzinsen alles andere als untergeordnet.

          • Na bitte, da brauchen wir uns über die Griechen ja überhaupt keine Sorgen zu machen 😉

          • „Und anders als Sie haben die Damen vermutlich schon mal was vom Zinseszinseffekt gehört…“
            Das liest sich etwas arrogant – sagt aber nichts über mich (der über eine breit gefächerte Bildung verfügt) aus, sondern über den Verfasser solcher unnötigen Zeilen…;-)

            Aber bleiben wir objektiv und machen ein Rechenbeispiel auf, welches der Lebensrealität entspricht:

            Ein 25jähriger Berufseinsteiger hat ein 10.000 Euro Sparbuch. Bei 2% Geldentwertung sind dies nach 10 Jahren 8.170 Euro. Verlust: 1.830 Euro.
            Da er/sie nicht von Beruf Sohn/Tochter ist, muss er sich eine Mietwohnung suchen. Und zahlt aufgrund der politisch verursachten Mietkostenexplosion für eine entsprechende Wohnung 250 Euro mehr Miete pro Monat als noch vor wenigen Jahren. Machen in 10 Jahren in Summe 250 Euro * 12* 10 = 30.000 Euro an Mehrkosten.

            Das Beispiel können Sie auch mit einer 4-köpfigen Familie aufmachen.

            Ich habe nirgendwo behauptet, dass die Menschen in Deutschland nichts hätten. Sondern dass die überwiegende Mehrheit anderen Sorgen als Nullzins und Draghi hat.

            Die Lebensrealität der Bevölkerungsmehrheit wird nicht auf einem Main-Dampfer repräsentiert.

          • Wer austeilt, sollte auch einstecken können. Das ist jedenfalls meine Devise. Wer also behauptet, ich hätte mir in meinem Kommentar ein „für die Menschen untergeordnetes Thema“ rausgepickt (auch dies könnte man übrigens als arrogant bezeichnen), sollte sich anschließend nicht darüber beklagen, wenn er einen Konter bekommt. In diesem Lichte wirkt meine Äußerung Ihnen gegenüber m. E. weniger arrogant, als wenn ich sie gegenüber einer anderen, unbeteiligten Person geäußert hätte.

            Damit Sie mich richtig verstehen: Ich möchte Sie nicht entmutigen, sich mir gegenüber kritisch-provokant zu äußern. Im Gegenteil, ich schätze solche Dialoge sogar. Sie sollten in diesem Fall nur damit rechnen, dass ich es Ihnen mindestens gleichtue. Das ist alles.

            Zu Ihrem Beispiel: Das Vermögen des besagten Berufseinsteigers hätte sich bei Nullzins und 2% Inflation noch 30 Jahren auf 5.455 EUR nahezu halbiert. Und das, obwohl es ihm in diesem Alter gut zu Gesichte stehen würde, mehr für die Altersvorsorge getan zu haben. Gehen wir aber noch einen Schritt weiter und nehmen an, die Eltern des Berufseinsteigers hätten jetzt 100.000 EUR, die sie ihm in 30 Jahren aufgrund ihres Ablebens vererben werden. Er würde dann in etwa nur die Hälfte erben.

            Ihre Rechnung ist also in vielerlei Hinsicht einseitig und vernachlässigt wichtige Aspekte. Zudem besteht die deutsche Bevölkerung nicht überwiegend aus 25jährigen Berufseinsteigern. Im Gegenteil: Die inzwischen in die Jahre gekommene Babyboomer-Generation stellt einen wesentlich größeren Bevölkerungsanteil dar. Und diese Generation hat inzwischen einen erklecklichen Betrag angespart, wie Sie unschwer am Geldvermögen der Deutschen erkennen können, das in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen ist. Für diese, im Vergleich zu den Berufseinsteigern sogar weitaus größere Bevölkerungsgruppe stellt der De-Facto-Negativzins also sehr wohl ein nicht untergeordnetes Thema dar.

            Ganz abgesehen davon, dass Sie hier zwei Sachverhalte vermengen, die sich unabhängig voneinander entwickeln: „Politisch verursachte“ Mietsteigerungen, wie Sie es nennen, und Negativzinsen für die Geldanlage. Das eine hat mit dem anderen zunächst mal nichts zu tun. Wenn jemand Krebs hat und obendrauf noch einen Herzinfarkt bekommt, können Sie auch schlecht behaupten, der Krebs sei im Vergleich zum Herzinfarkt ein „untergeordnetes Thema“.

  18. warum so empfindlich? Ihre vd. ausführungen zum zineszinseffekt kann jeder nachlesen und sich ein eigenes urteil bilden. langes stöbern ist dazu nicht erforderl., lediglich ein durchschnittl. gutes gedächtnis. zur aktuellen diskussion -auch wenn ich mich wiederholen sollte- folgendes: Herr Draghi ist nicht der erfinder der negativen realzinsen. negative realzinsen gab es schon zu hochgelobten DM- bzw. Bundesbankzeiten in den siebziger jahren im vergleichbaren ausmaß. warum erwähnen Sie das nicht? ich kann mich nicht erinnern, daß damals jemand den rücktritt des bundesbanpräsidenten gefordert hätte. Herr Draghi hat damals in einer äußerst schwierigen situation richtig gehandelt. die performance des www depots ist im wesentl. auch Herrn Draghi zu verdanken. Ihr Draghi-Bashing ist selbst im sommerloch völlig unverständlich. auch der hinweis auf eine provokante zuspitzung ihrerseits kann ein solches vorgehen nicht rechtfertigen. das problem ist nicht Herr Draghi, sondern ein falsches anlegerverhalten.

    • Nach meiner Definition habe ich nicht empfindlich reagiert, sondern bloß direkt 😉 Darin sehe ich einen wesentlichen Unterschied.

      Denn es bleibt dabei, dass Sie versucht haben, die Frage des Zinseszinses, die ich in anderem Zusammenhang aufgeworfen habe, für Ihr Lieblingsthema „Dividendenrendite“ zu vereinnahmen. Dass ich dies nicht für zulässig halte, sondern eine sachliche Trennung für nötig erachte, habe ich deutlich gemacht – dies selbstverständlich in einer direkten und unverblümten Art, wie sie für mich typisch ist 😉

      Und was das „Draghi-Bashing“ angeht: Selbstverstänlich habe ich zugespitzt formuliert, aber das muss ein Herr Draghi aushalten! Zumal er selbst mit seiner eigenen Argumentation dafür die Angriffsfläche geboten hat. Schließlich hat er seine Null- und Negativzinspolitik ganz offiziell mit dem Ziel begründet, dadurch die Inflationsrate auf ca. 2 Prozent treiben zu wollen. Im Klartext heißt das nichts anderes als: Liebe Geldsparer, mein Ziel ist es, Euch etwas wegzunehmen.

      Wie masochistisch veranlagt muss man Ihrer Meinung nach als Sparer denn sein, um ihm dafür zu danken anstatt ihn zu verdammen?

      Ob er tatsächlich die Macht hat, mit A —> B zu erreichen, also mit Nullzins die Inflation auf ca. 2% zu bringen, ist in diesem Zusammenhang irrelevant. Er behauptet es jedenfalls und sollte sich danach nicht wundern, wenn es ihm die Sparer abnehmen. Er ist schließlich EZB-Chef und verbreitet in dieser Eigenschaft für Otto-Normal-Sparer um sich eine Aura der Autorität.

      In dieser Hinsicht ist auch ihr Vergleich mit den 70er-Jahren nicht stichhaltig. Die Bundesbank hat sich damals nämlich nicht offen ZUM ZIEL GESETZT, den Sparer etwas wegzunehmen, sondern sie hat im Gegenteil immer den Eindruck vermittelt, die Inflation bekämpfen statt ankurbeln zu wollen. Insofern konnte man ihr damals allenfalls bescheinigen, evtl. nicht genug für ihr Ziel getan zu haben. Was man ihr aber nicht vorwerfen konnte, war, bewusst auf dieses Ziel hingearbeitet zu haben.

      Im Prinzip fällt Draghi damit also hauptsächlich sein eigenes Kommunikationsverhalten auf die Füße. Und dies geschieht vollkommen zu recht, meint Ihr
      Raimund Brichta

  19. Freue mich, daß ich Ihnen trotz der vielen diskutanten als dividendenfan in erinnerung geblieben bin. „es geht ja auch nicht darum dividenden zu verteufeln (warum auch?).schließlich zahlen auch aktien aus unserem wahre werte universum dividenden und das ist auch gut so.“ zitat R.B…… evtl. gibt es in diesem pkt. danach zwischen uns ja geringfügige übereinstimmungen. in sachen Draghi bin ich allerdings völlig gegensätzlicher ansicht. Herr Draghi hat mit seinem aufkaufprogramm und der niedrigzinspolitick die EU und den Euro gerettet und uns alle vor einem vorzeitigen reset mit katastrophalen folgen für millionen menschen bewahrt. sehen Sie nicht, wie positiv sich die wirtschaft, die arbeitlosenzahlen entwickelt haben? die aktienkursentwickung der letzten 10 jahre spiegelt dies doch wieder. was wäre die alternative gewesen? die dt. sparer wurden bereits in der vergangenheit vor Draghi über weite zeiträume hinweg durch negative realzinsen enteignet. ob quasi erklärter maßen oder klammheimlich ist doch vom ergebnis her egal oder? viele sparer haben es damals nicht gemerkt, weil der nominalzins ja positiv war. die offene, ehrliche methode Draghi ist mir da sogar sympathischer. die dt. sparer sollten umdenken und Sie sollten sie aufklären.

    • Übereinstimmung in punkto Dividendenrendite besteht zwischen uns nur insofern, als dass ich sie akzeptiere, aber nicht zu einem wichtigen Kriterium für die Aktienanlage mache. Eigentlich ist es also eher keine Übereinstimmung 😉

      Ihr Kommentar zu Draghi ist lustig: Draghi hat damit nach meiner Einschätzung allenfalls das Ende des Euro hinausgezögert und diesen nicht ein für allemal gerettet. Ein solches Ende wird dann zwar schmerzhaft sein für alle Beteiligten, ohne Frage, aber ich vergleiche es eher mit dem Ziehen eines faulen Zahnes. Auch dieses ist schmerzhaft, danach geht es aber in der Regel rasch wieder aufwärts.

      Auf keinen Fall ist das Ende des Euro mit einem Reset des gesamten Geldsystems gleichzusetzen. Dieser Reset kommt später und wird systembedingt sein – unabhängig vom Euro.

      Anders als Sie meine ich auch, dass es einen großen Unterschied ausmacht, ob ein Währungshüter definitiv verkündet, dass er den Sparern Geld aus der Tasche ziehen will, oder ob er verkündet, dass er das Ersparte schützen will, dieses Versprechen am Ende aber nicht einhalten kann. Selbst in der Rechtssprechung wird ein Unterschied gemacht, ob jemand einem anderen vorsätzlich und absichtlich einen Schaden zufügt, oder ob dies unbeabsichtigt geschieht. Im Falle der Bundesbank ist es sogar in der erklärten Absicht geschehen, das genaue Gegenteil zu erreichen.

      Dass Sie sich als Aktienanleger über Draghis Politik so offen freuen, sei Ihnen unbenommen. Auch unser Wahre-Werte-Depot hat in seinen ersten Monaten von dieser Politik besonders profitiert. Das steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Ich finde, es muss erlaubt sein, dieselbe Politik auch mal aus einem anderen Blickwinkel, nämlich dem des Geldsparers, zu betrachten. Nichts anderes habe ich getan.

  20. PS. in der dikussion wird auch gerne unterschlagen, daß die niedrigen zinsen eu-weit nicht Herrn Draghi, sondern dem jeweiligen staatshaushalt und damit grundsätzlich der gesamtheit aller steuerzahler zu gute kommen. es tritt also eine gewisse kompensation ein.

    • Draghis Politik (und die der anderen führenden Notenbanken) wird eines Tages darin münden, dass die Notenbank nahezu sämtliche Staatsschulden in ihren Bilanz hat. An diesem Tag werden wir dem von Ihnen erwähnten Reset ein ganzes Stück näher gekommen sein. Über die Konsequenzen daraus mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

  21. Welche Folgen der Notenbankpolitik wen wann treffen, ist auch eine Frage des Lebensalters. In diesem Sinne wünsche ich allen unter Sechzigjährigen viel Glück und bleiben Sie lustig. Es besteht durchaus Hoffnung. Schon einmal hat ein Journalist die Einstellung der Weltproduktion u. damit den Reset prognostiziert (vgl. Paul C. Martin Sachwert schlägt Geldwert). Aller allerspätestens sollte “ die Welt Arbeitsniederlegung – je nach Tempo der Staatsverschuldung – “ 1993 stattfinden (vgl. S. 256).

    • Genau diesen Fehler der anderen mache ich nicht. Schon seit Beginn meiner Journalistenlaufbahn Ende der 70er- / Anfang der 80er-Jahre begleiten mich Crashpropheten, die vorhersagen, dass der Zusammenbruch unmittelbar bevorstehe. Damals war es z. B. Ex-Dreba-Chefvolkswirt Kurt Richebächer. Passiert ist bis jetzt nix. Deshalb weiß ich, dass das System länger durchhält, als man denkt. Aber nicht ewig 😉

      • Ja, es ist viel viel einfacher aus Fehlern von anderen zu lernen als aus eigenen.😉

        • Vor allem, solange man sie noch nicht gemacht hat 😉

  22. Zu meinem Strafzins-Kommentar hat die FAZ heute folgende Zahl parat:

    „Reale Minuszinsen bringen Deutschen im Jahr mehr als 40 Milliarden Euro Verlust“

    (FAZ vom 31.7.18, S. 15)

    • … und es wird noch deutlich mehr sein

  23. Ja, ein geniales Verlustminimierungsmodell. Durch die jährlichen Verluste vermindert sich die Bemessungsgrundlage für künftige Verluste.😇

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