Die falschen Prioritäten Europas
Ab 2027 soll in der Europäischen Union erstmals eine Bargeldobergrenze gelten. Parallel dazu kommt der digitale Euro – ein Projekt, das den Zahlungsverkehr in Europa grundlegend verändern dürfte. Das mag auf den ersten Blick wie technischer Fortschritt erscheinen. Tatsächlich steht es aber zugleich für eine politische Entwicklung, die weit über den Zahlungsverkehr hinausweist: die fortschreitende Zentralisierung innerhalb der Europäischen Union. Genau hier liegt das eigentliche Problem. Europa steht vor Herausforderungen, die weit grundlegender sind als die Frage, in welcher Höhe künftig noch bar gezahlt werden darf. Die geopolitische Lage hat sich dramatisch verändert. Sicherheit ist in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. Verteidigungsfähigkeit ist es ebenso wenig. Und außenpolitische Handlungsfähigkeit entscheidet zunehmend darüber, ob Europa seine Interessen überhaupt noch wirksam vertreten kann. Gerade in diesen Bereichen wäre eine starke europäische Koordination nicht nur sinnvoll, sondern notwendig: in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Statt sich jedoch auf diese zentralen Aufgaben zu konzentrieren, greift die Europäische Union immer tiefer in Regelungsbereiche ein, die näher an den Bürgern und damit besser auf Ebene der...
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